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Bei Trump-Besuch

Bolsonaro verspricht US-brasilianischen Kampf gegen "Gender-Ideologie"

Die beiden populistischen Staatschefs Jair Bolsonaro und Donald Trump machen deutlich, dass sie gemeinsam LGBTI-Rechte bekämpfen wollen.


Die Präsidenten Jair Bolsonaro und Donald Trump bei ihrer Pressekonferenz (Bild: Screenshot PBS)

Bei seinem ersten Staatsbesuch in den USA erklärte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag in Washington, dass sein Land mit der Trump-Regierung gegen "Gender-Ideologie" kämpfen werde: "Ich möchte anmerken, dass Brasilien und die Vereinigten Staaten Seit' an Seit' in ihren Anstrengungen liegen, Freiheit zu sichern und die traditionelle Familie sowie die Anerkennung von Gott, unserem Schöpfer, zu respektieren – und zwar gegen Gender-Ideologie, politisch korrekte Einstellungen und gegen Fake News", so Bolsonaro. Während dieser Worte nickte der neben ihm stehende Trump zustimmend.

Bolsonaro nutzte mit seinen Worten die üblichen Codes, um indirekt seine Abneigung gegenüber Homo- und Transsexuellen deutlich zu machen. "Respekt für traditionelle Familien bedeutet Respektlosigkeit gegenüber LGBTQ", kommentierte dazu etwa das US-Traditionsblatt "Washington Post".

Trump lobte Bolsonaro insbesondere für seine Kommentare zu angeblichen Falschmeldungen in der Presse: "Man schaut sich die Fernsehsender an, man schaut sich die Nachrichten an oder aktuelle Sendungen – ich nenne das Fake News", so Trump. "Ich bin sehr stolz zu hören, dass der Präsident den Begriff Fake News verwendet."

LGBTI-Community besorgt über Bolsonaro

Die Wahl Bolsonaros im vergangenen Oktober sorgte für Schockwellen in der brasilianischen LGBTI-Community (queer.de berichtete). Der ehemalige Fallschirmjäger ist besonders wegen seiner homosexuellen- und frauenfeindlichen Haltung sowie für seine Verherrlichung der brasilianischen Militärdiktatur von 1964 bis 1985 bekannt (queer.de berichtete).

2017 war Bolsonaro von einem brasilianischen Gericht wegen Volksverhetzung zur Zahlung von 150.000 Real (34.000 Euro) verurteilt worden – Anlass war ein Interview aus dem Jahr 2011, in dem er unter anderem erklärt hatte, dass seine Kinder nie einen schwulen Sohn zur Welt bringen würden, weil sie eine "gute Erziehung" genossen hätten. In dem Interview fügte er hinzu, dass er einen schwulen Sohn nicht lieben könne: "Mir wäre lieber, er würde bei einem Unfall sterben", so Bolsonaro damals. Während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr präsentierte er sich als Saubermann, der in Brasilien für Recht und Ordnung sorgen und die Korruption beenden werde. (dk)

Twitter / rafael_zoofilo | Unter dem derzeit populären Hashtag #BolsonaroEnvergonhaOBrasil (Bolsonaro bringt Schande über Brasilien) machen viele Brasilianer ihrem Unmut über den Amerikabesuch ihres Präsidenten Luft



#1 Patrick SAnonym
  • 20.03.2019, 13:55h
  • Die neue Achse des Bösen, vereint unter dem Deckmantel der Religion, um Hass auf sexuelle Minderheiten zu sähen und unter dem irreführenden Begriff Religionsfreiheit auszugrenzen und zu diskrimieren.
    Eigtl. dachte ich, die Menschheit entwickelt sich kontinuierlich fort und nicht zurück. Scheinbar trifft das für einige Personen nicht zu.
    Heute Knallen die Sektkorken bei Storch, Beverfoerde und co.
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#2 KotzAnonym
  • 20.03.2019, 14:01h
  • Ich habe die Reden von Bolsonaro und Trump gehört.
    Ein widerwärtiges Geschleime auf beiden Seiten.
    Besonders Bolsonaro ist Herrn Trump beinahe in den Allerwertesten gekrochen.
    Trump kann nicht sprechen ohne sich trotz Papiervorlage dauernd zu verhaspeln.
    Diese beiden traurigen Gestalten gehören wirklich nicht in irgendeine Regierungsverantwortung.
    Wenn es nicht so gefährlich wäre, müsste man es als Realsatire betrachten.
    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass soviel geistige Umnachtung, nochmal so viel Einfluss auf die Weltpolitik erhält.
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#3 Ralph
  • 20.03.2019, 16:04h
  • Vergessen wir bitte nicht, dass diese wüsten Figuren nicht vom Himmel gefallen oder von der Hölle ausgespien worden sind. Das US-amerikanische und das brasilianische Volk haben sie an die Macht gebracht, damit sie genau das tun, was sie jetzt tun. Meine Meinung, dass Demokratie allein für sich kein Erfolgsrezept ist, festigt sich immer mehr. Sie führt unweigerlich in die Katastrophe, wenn ein Volk keinen Respekt vor Menschenwürde und Grundrechten besitzt. Wir Deutsche wissen das besonders gut.
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#4 TimonAnonym
#5 Ketzer
#6 GayofcultureAnonym
  • 20.03.2019, 18:23h
  • Was muss Brasilien früher für ein tolles Land gewesen sein, wenn der Schriftsteller Stefan Zweig- immerhin Jude und wie man heute weiß auch bisexuell- von der Höflichkeit und Freundlichkeit auch der Institutionen gegenüber Fremden berichtete. Davon ist das Bolsonaro- Brasilien weit entfernt. Es ist jetzt eigentlich in der Hand von Evangelikalen, dem Militär, Rechtsextremer und nur ein schlechter Abklatsch der USA. Es wird- da bin ich fest von überzeugt- auch irgendwann zu physischen Übergriffen und Verfolgungen gegen unsere Leute dort kommen und zwar von staatswegen.
    Heute schon hat Brasilien die höchste Schwule Mordrate der Welt, der demokratische Staat konnte LGBTI nicht restlos schützen. Doch die Mordfälle waren alle aus der Bevölkerung heraus. Jetzt käme der Staat zusätzlich ins Spiel, dass wäre das Ende von LGBTI in Brasilien. Man kann den Betroffenen dort nur raten, aufmerksam zu sein, zu beobachten, sich mit Coming Outs und Lebensweise öffentlich zurückzuhalten, viele Medien zu konsumieren, Netzwerke zu bilden und vorsichtshalber einen gepackten Koffer zu haben. Leider. Und das im ach so modernen 21.Jahrhundert. Pfui Teufel!!!
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#7 TomDarkProfil
  • 20.03.2019, 19:26hHamburg
  • Für Bolsonaro gibt es bei seinem ersten Staatsbesuch in den USA also nichts Wichtigeres, als Trump den Kampf gegen die "Gender-Ideologie" nahe zu legen.

    Vielleicht sollte er sich mal besser um Unterstützung für den Kampf gegen KORRUPTION und ARMUT und die Durchsetzung der notwendigen STRUKTURREFORMEN in seinem Land kümmern!

    Denn DORT liegen die Probleme seines Landes und nicht bei den LGBTI..!!

    Schizophrenie hoch 3 ist so eine Mission, aber ich habe schon befürchtet, dass sich Brasilien einen Psychopathen zum Präsidenten gewählt hat!
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#8 ThorbenAnonym
  • 20.03.2019, 19:56h
  • Man kann leider momentan nur allen LGBTI zur Flucht aus diesem Unrechts-Staat raten.
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#9 problematischAnonym
  • 20.03.2019, 20:53h
  • Antwort auf #8 von Thorben
  • So sehe ich das auch.
    Den Koffer packen und dann abzuwarten, ist nicht die beste Lösung. Wer wartet, hat eher schlechte Karten. Ich würde sagen: Koffer packen und gehen, solange das noch möglich ist.
    Eine deutlichere Vorwarnung gibt es nicht. Kampf gegen "Gender-Ideologie" bedeutet, die Rechte werden massiv verletzt werden, evtl. Verfolgung ist zu befürchten, Initiativen und Organisationen werden ausgehebelt, die CSD Communities werden verschwinden, Medien werden ausschließlich hetero-genormt angeboten, ein Outing wird quasi unmöglich sein, und wer sich trotzdem für die Rechte der LSBTTIQ einsetzen wird, könnte möglicherweise verhaftet werden oder noch schlimmeres erleiden.

    Das Wort "Kampf" ist jedenfalls keine gewaltfreie Ansage.

    Deshalb: Koffer packen und gehen.
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#10 problematischAnonym
  • 20.03.2019, 21:08h
  • Geschichte ist Wiederholung derselben. Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

    Flucht in mehreren Teilen der Welt. Eine gute Bilanz ist das nicht. Und auch hier wäre eine höhere Instanz wieder sinnvoll. Gesetzeslücken bringen solche Albträume an die Oberfläche. Aus dem 2. Weltkrieg haben offenbar nur die wenigsten Staaten gelernt bzw. deren Oberhäuptlinge.

    Neben der Bevölkerung hat auch das blöde Electoral College System in den USA dazu beigetragen, dass so ein orange-face auf dem Thron sitzt.
    Aber Grenell scheint das ja nicht zu stören.
    Würde mich ja interessieren, was er gerade so denkt!
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