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Bei Trump-Besuch

Bolsonaro verspricht US-brasilianischen Kampf gegen "Gender-Ideologie"

Die beiden populistischen Staatschefs Jair Bolsonaro und Donald Trump machen deutlich, dass sie gemeinsam LGBTI-Rechte bekämpfen wollen.


Die Präsidenten Jair Bolsonaro und Donald Trump bei ihrer Pressekonferenz (Bild: Screenshot PBS)

  • 20. März 2019, 12:31h 12 2 Min.

Bei seinem ersten Staatsbesuch in den USA erklärte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag in Washington, dass sein Land mit der Trump-Regierung gegen "Gender-Ideologie" kämpfen werde: "Ich möchte anmerken, dass Brasilien und die Vereinigten Staaten Seit' an Seit' in ihren Anstrengungen liegen, Freiheit zu sichern und die traditionelle Familie sowie die Anerkennung von Gott, unserem Schöpfer, zu respektieren – und zwar gegen Gender-Ideologie, politisch korrekte Einstellungen und gegen Fake News", so Bolsonaro. Während dieser Worte nickte der neben ihm stehende Trump zustimmend.

Bolsonaro nutzte mit seinen Worten die üblichen Codes, um indirekt seine Abneigung gegenüber Homo- und Transsexuellen deutlich zu machen. "Respekt für traditionelle Familien bedeutet Respektlosigkeit gegenüber LGBTQ", kommentierte dazu etwa das US-Traditionsblatt "Washington Post".

Trump lobte Bolsonaro insbesondere für seine Kommentare zu angeblichen Falschmeldungen in der Presse: "Man schaut sich die Fernsehsender an, man schaut sich die Nachrichten an oder aktuelle Sendungen – ich nenne das Fake News", so Trump. "Ich bin sehr stolz zu hören, dass der Präsident den Begriff Fake News verwendet."

LGBTI-Community besorgt über Bolsonaro

Die Wahl Bolsonaros im vergangenen Oktober sorgte für Schockwellen in der brasilianischen LGBTI-Community (queer.de berichtete). Der ehemalige Fallschirmjäger ist besonders wegen seiner homosexuellen- und frauenfeindlichen Haltung sowie für seine Verherrlichung der brasilianischen Militärdiktatur von 1964 bis 1985 bekannt (queer.de berichtete).

2017 war Bolsonaro von einem brasilianischen Gericht wegen Volksverhetzung zur Zahlung von 150.000 Real (34.000 Euro) verurteilt worden – Anlass war ein Interview aus dem Jahr 2011, in dem er unter anderem erklärt hatte, dass seine Kinder nie einen schwulen Sohn zur Welt bringen würden, weil sie eine "gute Erziehung" genossen hätten. In dem Interview fügte er hinzu, dass er einen schwulen Sohn nicht lieben könne: "Mir wäre lieber, er würde bei einem Unfall sterben", so Bolsonaro damals. Während des Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr präsentierte er sich als Saubermann, der in Brasilien für Recht und Ordnung sorgen und die Korruption beenden werde. (dk)

/ rafael_zoofilo | Unter dem derzeit populären Hashtag #BolsonaroEnvergonhaOBrasil (Bolsonaro bringt Schande über Brasilien) machen viele Brasilianer ihrem Unmut über den Amerikabesuch ihres Präsidenten Luft
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#1 Patrick SAnonym
  • 20.03.2019, 13:55h
  • Die neue Achse des Bösen, vereint unter dem Deckmantel der Religion, um Hass auf sexuelle Minderheiten zu sähen und unter dem irreführenden Begriff Religionsfreiheit auszugrenzen und zu diskrimieren.
    Eigtl. dachte ich, die Menschheit entwickelt sich kontinuierlich fort und nicht zurück. Scheinbar trifft das für einige Personen nicht zu.
    Heute Knallen die Sektkorken bei Storch, Beverfoerde und co.
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#2 KotzAnonym
  • 20.03.2019, 14:01h
  • Ich habe die Reden von Bolsonaro und Trump gehört.
    Ein widerwärtiges Geschleime auf beiden Seiten.
    Besonders Bolsonaro ist Herrn Trump beinahe in den Allerwertesten gekrochen.
    Trump kann nicht sprechen ohne sich trotz Papiervorlage dauernd zu verhaspeln.
    Diese beiden traurigen Gestalten gehören wirklich nicht in irgendeine Regierungsverantwortung.
    Wenn es nicht so gefährlich wäre, müsste man es als Realsatire betrachten.
    Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass soviel geistige Umnachtung, nochmal so viel Einfluss auf die Weltpolitik erhält.
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#3 Taemin
  • 20.03.2019, 16:04h
  • Vergessen wir bitte nicht, dass diese wüsten Figuren nicht vom Himmel gefallen oder von der Hölle ausgespien worden sind. Das US-amerikanische und das brasilianische Volk haben sie an die Macht gebracht, damit sie genau das tun, was sie jetzt tun. Meine Meinung, dass Demokratie allein für sich kein Erfolgsrezept ist, festigt sich immer mehr. Sie führt unweigerlich in die Katastrophe, wenn ein Volk keinen Respekt vor Menschenwürde und Grundrechten besitzt. Wir Deutsche wissen das besonders gut.
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