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Konferenz in Neuseeland
ILGA stellt Bericht über staatlich geförderte Homophobie vor
Die weltweit agierende queere Dachorganisation zeigt in ihrem neuesten Bericht, dass staatliche Homo- und Transphobie noch lange nicht überwunden ist.

So sieht es laut der neuen ILGA-Landkarte mit LGBTI-Rechten in Europa und den angrenzenden Gebieten aus (Bild: ILGA)
- 21. März 2019, 13:50h 2 Min.
Die International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association (ILGA) hat am Mittwoch bei ihrem Treffen mit 500 Aktivisten aus 100 Ländern im neuseeländischen Wellington die neueste Ausgabe des Berichtes "State Sponsored Homophobia" (PDF) vorgestellt. Auf über 500 Seiten wird der jeweilige staatliche Umgang mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in den 193 UN-Mitgliedsstaaten analysiert. In einer neu veröffentlichten Landkarte (PDF) wird außerdem die Situation in allen Ländern grafisch dargestellt. Die ILGA World Conference findet in der Regel alle zwei bis drei Jahre statt – die letzte Treffen gab es im Herbst 2016 in Bangkok.
"Im März 2019 kriminalisieren noch immer 70 Länder einvernehmliche gleichgeschlechtliche Aktivitäten. In 44 dieser Länder wird das Gesetz unabhängig vom Geschlecht angewandt", erklärte Berichterstatter Lucas Ramón Mendos. "In den letzten zwei Jahren gab es einschneidende Fortschritte: Indien, Trinidad und Tobago sowie Angola sind die neuesten Länder, die derartige Gesetze abgeschafft haben. Hoffentlich wird dies auch zu Reformen in anderen Ländern dieser Region beitragen. Allerdings gibt es diese Fortschritte nicht ohne Rückschlag: So hat der Tschad 2017 gleichgeschlechtliche Akte zur Straftat gemacht. Das ist ein besorgniserregendes Beispiel einer Rückwärtsbewegung."
/ ILGAWORLD | Die ILGA kämpft seit inzwischen über 40 Jahren für queere MenschenrechteSomeone's getting quite some birthday cake tonight: it's all of us! HAPPY 40TH ANNIVERSARY, ILGA FAMILY! #ilga40 #ILGA2019NZ pic.twitter.com/d9v1yfo5Re
ILGA (@ILGAWORLD) March 21, 2019
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Mehrere Länder bedrohen Homosexuelle mit dem Tod
Weitere zentrale Ergebnisse des Berichtes: Sechs UN-Mitgliedsstaaten verhängen im Strafgesetzbuch die Todesstrafe auf Homosexualität (Landesweit: Iran, Saudi-Arabien, Jemen, Sudan, regional: Somalia, Nigeria). In fünf weiteren Staaten ist diese Strafe theoretisch möglich (Pakistan, Afghanistan, Vereinigte Arabische Emirate, Katar und Maurentanien). 32 Staaten schränken die Redefreiheit um Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität ein; 41 Staaten behindern die Gründung von LGBTI-Organisationen.
/ ILGAWORLD | Mehr als ein Drittel der UN-Mitgliedsstaaten kriminalisieren Homosexualität70 UN Member States still criminalise consensual same-sex sexual acts. Read more in the State-Sponsored Homophobia report 2019! https://t.co/VQB57yVo9Z #SSH2019 #ILGA2019NZ pic.twitter.com/HdeHi3KLW4
ILGA (@ILGAWORLD) March 20, 2019
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Auf der anderen Seite gibt es 73 Staaten, die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund des Merkmales sexuelle Orientierung verbieten; neun Staaten haben diese Antidiskriminierung sogar in ihrer Verfassung verankert. 26 Staaten haben die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet, 27 Staaten bieten immerhin eine begrenzte Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Ein weiteres Ergebnis: Bislang verbieten nur drei Länder pauschal den Versuch der Homo-"Heilung". Ein derartiges Gesetz soll nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in den nächsten Monaten auch in Deutschland beschlossen werden (queer.de berichtete).
Die ILGA war 1978 in England gegründet worden. Dem Dachverband gehören mehr als 1.300 LGBTI-Organisationen aus aller Welt an, allein aus Deutschland sind es rund 50. Seit 2011 wird die ILGA von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt (queer.de berichtete). (dk)














