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Diskriminierung oder unfairer Vorteil?

Fall Semenya: CAS vertagt Urteilsverkündung auf Ende April

Die dreimalige 800-Meter-Weltmeisterin Caster Semenya wehrt sich vor dem internationalen Sportgerichtshof gegen Testosteronlimits für Mittelstreckenläuferinnen mit intergeschlechtlichen Anlagen.


Klagt vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne: Caster Semenya, hier 2018 bei einem Wettbewerb in Pari (Bild: Yann Caradec / flickr)

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Verkündung des Urteils im Fall der zweimaligen 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya auf Ende April vertagt. Wie der CAS am Donnerstag mitteilte, haben die Verfahrensbeteiligten nach der Anhörung in Lausanne vom 18. bis 22. Februar noch weitere Unterlagen eingereicht. Ein genaues Datum für die Bekanntgabe des Urteils sei noch nicht festgelegt. Eigentlich sollte die Entscheidung schon am 26. März bekanntgegeben werden (queer.de berichtete).

Die dreimalige 800-Meter-Weltmeisterin wehrt sich vor dem CAS gegen eine IAAF-Regel, die Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen vorsieht (queer.de berichtete). Demzufolge sollen Frauen das Startrecht für bestimmte Rennen nur erhalten, wenn ein spezifischer Testosterongehalt im Blut (5 Nanomol pro Liter) nicht überschritten wird. Läuferinnen müssten künftig "innerhalb einer durchgehenden Periode von mindestens sechs Monaten – zum Beispiel durch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel – ihren erhöhten Wert dauerhaft reduzieren.

Debatte um Semenya bereits seit zehn Jahren

Caster Semenya gilt als bekanntester intergeschlechtlicher Mensch der Welt, auch wenn sich die lesbische Athletin selbst nicht zu dem Thema äußern will. In der Vergangenheit war der Mittelstreckenläuferin mehrfach "vorgeworfen" worden, in Wirklichkeit ein Mann zu sein – sie wurde deswegen auch von anderen Sportlerinnen beschimpft, die wegen ihrer angeblich hohen Testosteronwerte einen unfairen Vorteil beklagten (queer.de berichtete).

Nach ihrer ersten Goldmedaille im 800-Meter-Lauf bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 in Berlin musste sich Semenya umstrittenen Geschlechtstests unterziehen, deren Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht wurden. Der Generalsekretär des Leichtathletikverbands IAAF Pierre Weiss teilte damals lediglich der Presse mit: "Es ist klar, dass sie eine Frau ist, aber vielleicht nicht zu 100 Prozent." Die Mittelstreckenläuferin durfte damit ihre Medaillen behalten und nach einer mehrmonatigen Pause auch wieder bei den Frauen starten.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro holte Caster Semenya mit persönlicher Bestleistung und nationalem Rekord von 1:55,28 Minuten erneut eine Goldmedaille im 800-Meter-Lauf (queer.de berichtete). Im Januar 2017 heiratete sie ihre Freundin Violet Raseboya (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 HeidinAnonym
  • 22.03.2019, 08:33h
  • Immer, wenn ich von dieser Regelung oder vergleichbaren Regelungen in anderen Sportarten höre, dann frage ich mich: Warum dürfen Frauen* mit erhöhtem Testosteronwert nicht einfach an den Wettkämpfen der Männer teilnehmen? Oder warum gibt es für Frauen* nicht zwei getrennte Wettkämpfe (einen für Frauen* mit niedrigem Testosteronwert und einen für Frauen* mit hohem Testosteronwert)? Das wäre für die Athletinnen* sicher besser als eine Hormontherapie.

    Kennt sich da jemand aus?
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#2 nichtnötigAnonym
  • 22.03.2019, 08:58h
  • Antwort auf #1 von Heidin
  • Diese Argumentation taucht speziell mit der Situation von Semenya immer wieder auf.
    Da Inter* zur LSBTTIQ gehört, finde ich es wichtig, keine weiteren Barrieren zu schaffen, in dem nun spezielle Vorkehrungen geschaffen werden.
    Das, was es beim Boxen zum Beispiel gibt, das gibt es beim Sprint nicht.

    Frau Semenya sagt über sich selbst, dass sie sich als Frau identifiziert. Deshalb rennt sie bei den Frauen.

    Die Argumentation mit dem Testosteron ist hetero-speech. Menschen sind vielfältig und deshalb kann die Menge von Testosteron variieren.

    Sam Smith hat neulich mitgeteilt, dass bei ihm erhöhtes Östrogen ermittelt wurde. Soll er künftig nur mit weiblichen Mitarbeitern seinen Beruf ausüben, damit sich andere Männer nicht benachteiligt fühlen?
    Jeder Mensch hat natürliche Vorteile, das ist aber keine Benachteiligung für andere.
    Anderes Beispiel: meine Schwester ist gut im Klettern. Soll ich mich jetzt benachteiligt fühlen? Ich kann Gedichte schreiben, soll sich meine Schwester nun benachteiligt fühlen?

    Neue Diskriminierungsformen braucht die ganze Welt nicht und deshalb hoffe ich, dass das Gericht entsprechend menschenfreundlich urteilen wird.
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#3 Klaus LeberhartingerAnonym
#4 PiakAnonym
#5 nichtnötigAnonym
  • 22.03.2019, 11:05h
  • Antwort auf #3 von Klaus Leberhartinger
  • - In einem Artikel las ich, dass sie sich als weiblich fühlt. Nachforschen kann jede*r selbst.
    - Und sie ist lesbisch. Das steht in einem Artikel hierbei queer.de
    - Übrigens wird sie als sie angesprochen und nicht als er.

    Der Körper und der Charakter ist hier nicht dasselbe. Auch wenn ihr Körper maskuline Merkmale aufweist, bedeutet das nicht, dass sie automatisch männlich ist.
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#6 TheDadProfil
  • 22.03.2019, 11:21hHannover
  • Antwort auf #1 von Heidin
  • ""Immer, wenn ich von dieser Regelung oder vergleichbaren Regelungen in anderen Sportarten höre, dann frage ich mich: Warum dürfen Frauen* mit erhöhtem Testosteronwert nicht einfach an den Wettkämpfen der Männer teilnehmen?""..

    So lange Wettbewerbe über den "Geschlechter-Zugang" organisiert sind..
    Wieso sollten sie ?
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#7 nichtnötigAnonym
  • 22.03.2019, 11:23h
  • Antwort auf #4 von Piak
  • Ich fühle mich damit auch nicht angesprochen. Ich bin cis-lesbisch.

    Das mit Usain St. Leo Bolt ist kein Vergleich.
    Er ist ja nicht Leichtathlet geworden, weil er hetero ist. Caster Semenya ist übrigens auch nicht aufgrund ihrer Inter* Identität Leichtathletin geworden.
    Bei beiden war es umgekehrt: sowohl Bolt als auch Semenya haben diesen Beruf ausgewählt, weil sie einerseits Talent dafür haben und offensichtlich auch Spaß daran haben.
    Sobald sie ein Rennen gewinnt und kein Doping nimmt, ist ihre Medaille auch vollkommen verdient.

    Aber nun eine Gegenfrage an dich: kannst du ihr ihre Medaillen nur gönnen, wenn sie so tut, als sei sie hetero?
    Ausnahmesportler hat es immer gegeben. Sowas gibt es auch bei nicht-heteros.

    Sehe sie doch als Mensch, dann kannst du einfacher nachvollziehen, weshalb sie durch ihre Leistung zu ihren Medaillen kam.
    Das ist Sport und Sport ist für alle Menschen.
    Wenn eine extra Sportvariante für Inter* geschaffen werden soll, dann sind wir wieder im Jahr 1939.
    -----so funktioniert Sport nicht.
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#8 TheDadProfil
#9 Klaus LeberhartingerAnonym
  • 22.03.2019, 11:46h
  • Antwort auf #7 von nichtnötig
  • "Semenya ist übrigens auch nicht aufgrund ihrer Inter* Identität Leichtathletin geworden."

    Sag mal, gehts dir noch gut?!
    Intersexualität ist keine Identifikationsschublade, sondern beschreibt verschiedene Formen von Varianten der Geschlechtsentwicklung.

    Meine Frage oben hast du auch noch nicht beantwortet!
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#10 nichtnötigAnonym