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Entscheidung in der Bezirksvertretung
Köln: CSD-Ampeln bleiben unbefristet
Gleichgeschlechtliche Ampelpärchen, die dieses Jahr anlässlich des Cologne Pride am Heumarkt installiert werden, sollen nun doch nicht nach dem Ende der CSD-Saison wieder abgebaut werden.

In vielen anderen Städten, wie hier in Frankfurt am Main, leuchten Homo-Pärchen bereits den Weg (Bild: Rainer Rüffer / Stadt Frankfurt am Main)
- 22. März 2019, 10:01h 2 Min.
Gleichgeschlechtliche Ampelpärchen sollen in der Kölner Innenstadt zur Dauereinrichtung werden. Das hat die Bezirksvertretung Innenstadt am Donnerstag beschlossen. "Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz", so kommentierte Bettina Börschel, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Statdtteilparlament, die Entscheidung auf Facebook.
Köln setzt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz. 2015 hatten wir als SPD-Fraktion in de Bezirksvertretung Innenstadt…
Gepostet von Regina Börschel am Donnerstag, 21. März 2019
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Dem Beschluss geht eine mehrmonatige Auseinandersetzung um die "Homo-Ampeln" voraus: Im Dezember letzten Jahres hatte die CDU-Verkehrsdezernentin der Bezirksvertretung noch erklärt, dass es keine derartigen Ampeln in der Innenstadt geben werde – angeblich aus Gründen der Verkehrssicherheit (queer.de berichtete). Zwei Monate später dann der Meinungswandel: Anlässlich des CSDs Anfang Juli würden am Kölner Heumarkt die klassischen Ampelmännchen durch 20 Schablonen mit Frauen- und Männerpaaren ersetzt – allerdings nur zur CSD-Saison in diesem Jahr, in dem der 50. Jahrestag des Stonewall-Aufstands gefeiert wird (queer.de berichtete). Mit der neuen Entscheidung sollen die gleichgeschlechtlichen Pärchen "unbefristet" Passanten aufzeigen, ob sie die Straße überqueren dürfen.
SPDqueer: Projekt ist wirtschaftlich sinnvoll
"Dies ist ein Zeichen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität respektiert und anerkannt werden und ein Zeichen, das der Stadt Köln gut ansteht", erklärte Thomas Krämer, der Chef von SPDqueer Köln zu der neuen Dauereinrichtung in der Domstadt. Das ganze Projekt sei auch sehr wirtschaftlich. Die Kosten für die Streuscheiben und deren Installation lägen im unteren dreistelligen Bereich und seien vertretbar angesichts der Einnahmen, die der CSD mit zusammen über 1,8 Millionen Besucherinnen und Besuchern für die Stadt Köln generierten. Die Stadt könne sich mit den Scheiben "dauerhaft als weltoffene und tolerante Stadt etablieren".
Die Idee der Ampelpärchen stammt aus Österreich. Im Vorfeld des Eurovision Song Contest 2015 wurden in Wien die ersten derartigen Lichtzeichenanlagen installiert (queer.de berichtete). Das führte zu weltweiter Berichterstattung, was Wien dazu brachte, die eigentlich zeitlich begrenzte Aktion fortzusetzen. Die Idee wurde seitdem von mehreren Städten in Europa und sogar in Australien übernommen – sie verbindet, so die Befürworter, ein Zeichen von Akzeptanz mit vergleichsweise kostengünstiger PR für die eigene Stadt.
Kritik, dass die Ampelpärchen Fußgänger verwirren könnten und so zu mehr Unfällen führten, wies die Stadt Wien mit einer Studie zurück. Darin heißt es, dass die größere Leuchtfläche der Ampelpärchen Menschen vielmehr dabei helfe, die Signale besser wahrzunehmen (queer.de berichtete). (dk)













