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Diskriminierung hält an

Evangelische Kirche Württemberg etwas weniger homophob

Die Landessynode stimmte am Samstag mit Zweidrittel-Mehrheit für Segnungsgottesdienste für lesbische und schwule Paare – allerdings nur in maximal einem Viertel der Gemeinden.


Kirchliche Trauungen bleiben in der evangelischen Landeskirche Württemberg weiterhin nur heterosexuellen Paaren vorbehalten (Bild: !Koss / flickr)

Lesbische und schwule Paare dürfen sich zukünftig in öffentlichen Gottesdiensten in einzelnen evangelischen Kirchen in Württemberg segnen lassen. Die Landessynode als Kirchenparlament beschloss am Samstag ein entsprechendes Gesetz. Mit 65 Ja-Stimmen wurde die benötigte Zweidrittel-Mehrheit erreicht; es gab 23 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen.

Nach dem neuen Gesetz kann maximal ein Viertel der Kirchengemeinden seine örtliche Gottesdienstordnung ändern. Sollten sich mehr Gemeinden dafür aussprechen, wäre eine landeskirchenweite Regelung nötig. Dazu müsste die Synode erneut beraten und abstimmen. Das Gesetz schließt auch Menschen ein, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht angehören.

Eine weitere Voraussetzung für die Segnung von Lesben und Schwulen ist, dass sich drei Viertel der Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchengemeinde sowie drei Viertel des Kirchengemeinderates dafür ausspricht. Davor muss die Gemeinde in einem Klärungsprozess zu dem Ergebnis kommen, dass die öffentliche Segnung homosexueller Paare ihrem Verständnis nach dem Evangelium nicht widerspricht.

Landesbischof July warb um Zustimmung

Vor der Abstimmung hatte der württembergische Landesbischof Frank Otfried July an die Synode appelliert, dem Gesetz zuzustimmen – "mit dem Blick auf die Einheit unserer Landeskirche und auch im Blick auf die Menschen, um die es geht". Er sagte, das neue Gesetz trage sowohl Befürwortern wie auch Gegnern ein Stück weit Rechnung. "Wir haben letztlich keine einheitliche Antwort gefunden, aber uns bemüht, die Verschiedenheit in dieser Frage so zu ordnen, dass in unserer Landeskirche nebeneinander gelebt werden kann, ohne das Miteinander unter dem Kreuz in Frage zu stellen", so July.

2017 war der Vorstoß gescheitert, Segnungen landeskirchenweit als Amtshandlung einzuführen (queer.de berichtete). Die erforderliche Mehrheit war um zwei Stimmen verfehlt worden.

Die Landeskirche Württemberg war – neben Schaumburg-Lippe – eine der letzten, die gleichgeschlechtlichen Paaren öffentliche Segnungen mit Kirchengeläut verwehrt hatte. Einige Landeskirchen haben die Diskriminierung hingegen beendet und erlauben auch Trauungen von Lesben und Schwulen, zum Beispiel im benachbarten Baden. (cw/dpa)



#1 Flatulenzius49Anonym
  • 23.03.2019, 10:59h
  • Da lobe ich mir die lesbische Bischöfin Eva Brunne in Stockholm, die schon seit vielen Jahren gleichgeschlechtliche Paare traut und speziell für die schwule Community Nackt-Gottesdienste im Dom feiert. Ich bin schon vor vielen Jahren Mitglied der urinierten Kirche geworden und möchte das nunmehr allen Forumsteilnehmern empfehlen!!!
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#2 RyluriAnonym
  • 23.03.2019, 11:41h
  • Wieso will man überhaupt an eine Religion glauben in der sogar im offiziell lizenzierten Buch abgedruckt ist, dass sie einen für scheiße befindet?
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#3 Ralph
  • 23.03.2019, 12:24h
  • Ich kann mich nicht entscheiden, ob diese Regelung mehr bösartig als lächerlich ist oder mehr lächerlich als bösartig. Auf jeden Fall zeigt sie tiefe Verachtung gegenüber Schwulen und Lesben. - Man kann die Pfaffen nur dort treffen, wo sie es spüren, weil es ihnen am wichtigsten ist: am Geldbeutel. Daher: Wer immer noch nicht ausgetreten ist, sollte es endlich tun.
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#4 KetzerEhemaliges Profil
  • 23.03.2019, 13:13h
  • Was für ein hanebüchenes, lächerliches und unwürdiges Rumgeeiere. Noch absurder hätte diese Regelung eigentlich kaum ausfallen können.

    Vor nicht allzu langer Zeit bei einem Themenabend zu den Evangelischen Landeskirchen im Schwulenreferat einer kleineren Universitätsstadt fand man zu solchen Absurditäten doch glatt die Lösung, wem sowas nicht passe, der_die solle doch "einfach umziehen" - dahin, wo es queerfreundlichere Lösungen gebe.

    Noch viel einfacher geht das hier:

    www.kirchenaustritt.de/

    Einen Verein, der derart absurd auf unserer Würde herumtrampelt, braucht sowieso kein Mensch.
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#5 HörwohlnichtrechtAnonym
  • 23.03.2019, 16:21h
  • "Eine weitere Voraussetzung für die Segnung von Lesben und Schwulen ist, dass sich Dreiviertel der Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchengemeinde sowie Dreiviertel des Kirchengemeinderates dafür ausspricht."

    Eine queerfeindliche Minderheit von mindestens 26% bekommt ganz offiziell ein Vetorecht eingeräumt, weil man ihren Hass immer noch ernster nimmt als die Würde queerer Menschen und ernster als die Forderungen der aufgeschlosseneren Kolleg_innen.

    Toller Fortschritt.

    Queere Menschen, die sich immer noch eine Mitgliedschaft in diesem rückständigen Scheißverein antun, haben nichts Besseres verdient.
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#6 stephan
  • 23.03.2019, 17:32h
  • Die Religioten mögen einfach ihre herablassende Mildtätigkeit stecken lassen. Alles außer der Gleichstellung ist Diskriminierung! Und dann muss man die Dummen auch einmal fragen, wie sie als Christen dazu kommen, die Liebe zweier Menschen zueinander herabzusetzen . Sie sollen - sofern sie dazu in der Lage sind - solch eine menschenfeindliche Position einmal an der Bibel begründen. Ich glaube nicht, dass sie dabei viele AT- und NT- Lehrstuhlinhaber finden werden, die das heute noch so teilen! Die Aussagen der Bibel, die gemeinhin angeführt werden, beziehen sich sicherlich nicht auf homosexuelle Beziehungen im heutigen Verständnis! In welchen Universum bewegen sich denn diese unchristlichen Diskriminierer!
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#7 TheDadProfil
  • 23.03.2019, 23:11hHannover
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • ""Ich kann mich nicht entscheiden, ob diese Regelung mehr bösartig als lächerlich ist oder mehr lächerlich als bösartig. Auf jeden Fall zeigt sie tiefe Verachtung gegenüber Schwulen und Lesben.""..

    Mir geht es da genauso..

    ""Die Landessynode als Kirchenparlament beschloss am Samstag ein entsprechendes Gesetz.""..

    Da beschließt ein Staat im Staate "Gesetze"..
    Und diese "Staaten" sind immer noch orientiert an den Grenzen der Weimarer Republik organisiert..
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#8 WindheimerAnonym
  • 24.03.2019, 07:07h
  • Jetzt liegt es an den Gemeinden....wenn denn mehr als die 25% dieser, die Trauungen befürworten, nachdem 75% der Pastoren und Gemeindevorstände zustimmen, dann werden die 23 Neinsager in der Synode sich auch eines Besseren belehren lassen...
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#9 Deo gratiasAnonym
  • 24.03.2019, 10:21h
  • Und der Herr wandte sich ab und weinte bitterlich. Was ist denn das für eine beliebige Entscheidung geworden? Ich bin mir nicht sicher, ob Jesus Christus sich für eine "Viertel-Segen-Lösung" ausgesprochen hätte...
    Für die Württembergische Landeskirche dürfte es "ein Meilenstein in ihrer (pietistischen) Geschichte" sein, für Betroffene ist es in Wahrheit ein weiterer Schlag ins Gesicht und hinterläßt einen allzu bitteren Nachgeschmack.
    Für mein theologisches Empfinden ist diese neue Lösung umethischer als die generelle Verweigerung des Segens, denn sie zeigt einmal deutlicher, dass man eine echte Veränderung eigentlich nicht will.
    Wer eine Kirche will, wie sie bleibt, will nicht, dass sie bleibt. Die Traditionalisten haben hier wieder einmal bewiesen, dass ihnen die sechs Bibelstellen, die homosexuelle Menschen kritisch bewerten, wichtiger sind als all die anderen Stellen, in denen davon berichtet wird, dass Gottes Wort Liebe bewirkt. "Ecclesia semper reformanda" - Kirche ist stets zu reformieren, d.h. in ihr sollte stets ein frischer Wind blasen und kein laues Lüftchen.
    Kirche muss, um glaubwürdig zu bleiben, wieder achtsamer und barmherziger werden, und bedenken, dass das Evangelium mitteilt, dass Gott sich in seiner Gnade allen Menschen zuwendet. Das heißt nichts anderes als dass ich, ganz abgesehen davon, ob ich nun gläubig bin oder nicht, mir als schwuler Christ dennoch sicher sein darf, dass ich genauso wie ich nun mal bin, angenommen und geliebt bin und dass ich genau so Segen empfange und Segen weitergebe! Egal, was eine landeskirchliche Synode da nun halbherzig im Ringen um die Vorherrschaft theologischer Strömungen innerhalb der Synode und ohne Wirken des Heiligen Geistes für wohlfeil anbietet und beschließt.
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#10 Ralph
  • 24.03.2019, 11:57h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Hinzu tritt, dass die sich ja wirklich ernsthaft einbilden, mit solch menschenverachtender Regelung einen großen Schrittt nach vorne getan zu haben, für den die Beleidigten auch noch dankbar sein sollen. - Im Ergebnis wird mit den betroffenen Paaren so umgegangen wie damals von der Pfälzischen Landeskirche mit uns. Theoretisch wäre eine "gottesdienstliche Begleitung" (keine kirchliche Trauung) zulässig gewesen. Das war aber abhängig von der Zustimmung des Pfarrers und der Erlaubnis des Presbyteriums. Die hiesige Pfarrerin lehnte eine solche "Begleitung" als "Zirkus" ab. Sogar bei positivem Beschluss des Presbyteriums wäre sie damit ausgeschlossen gewesen. Die Konsequenz war der Kirchenaustritt. den ich hiermit nochmals empfehle. Wen die Kirche ablehnt, der braucht sie auch nicht zu finanzieren.
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