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Nach Mini-Liberalisierung

CSD Stuttgart: Lasst euch von evangelischen Pfarrern segnen

Die evangelische Kirche in Württemberg will Schwule und Lesben ein bisschen weniger diskriminieren. Laut den CSD-Organisatoren sollten evangelische Homo-Paare nun um den Segen der Kirche bitten, um Druck auszuüben.


So selbstverständlich wie in dieser amerikanischen Kirche will die Landeskirche Württemberg Liebespaare mit gleichem Geschlecht nicht behandeln, aber zumindest sollen diese Paare auch nicht mehr pauschal verteufelt werden

"Segen ist alles Gute, das Gott einem Menschen schenkt", heißt es auf der Website der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bestimmte Gruppen sind aber von diesem "Guten" ausgeschlossen, darunter in vielen Teilen des Landes auch gleichgeschlechtliche Paare. Am striktesten geht die Landeskirche Württemberg vor: Nach einer am Wochenende beschlossenen Mini-Liberalisierung dürfen Homo-Paare künftig zwar öffentlich Segen empfangen – allerdings nur, wenn in einer Kirchengemeinde drei Viertel der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie drei Viertel des Kirchengemeinderats zustimmen (queer.de berichtete).

Nun rufen die CSD-Organisatoren in der Landeshauptstadt Stuttgart dazu auf, diese Reform zu nutzen: "Regenbogen-Paare, die die öffentliche Segnung ihrer ehelichen Gemeinschaft in Württemberg ab Anfang kommenden Jahres anstreben, gilt es nun in höchstem Maße zum Gang auf die Pfarrämter zu ermutigen", heißt es in einer Pressemitteilung vom Sonntag (PDF). Damit solle erreicht werden, dass ein Viertel der Gemeinden Homo-Paare segnet, was eine weitere Liberalisierung erzwingen soll.

Ziel: Ein Viertel der Gemeinde soll LGBTI-freundlich werden

Denn nach dem am Wochenende beschlossenen Gesetz kann maximal ein Viertel der Kirchengemeinden die örtliche Gottesdienstordnung ändern und gleichgeschlechtliche Paare segnen. Sollten sich mehr Gemeinden dafür aussprechen, wäre eine landeskirchenweite Regelung nötig. Dann müsste sich erneut die Synode damit beschäftigen. CSD-Geschäftsführer Christoph Michl baut genau darauf: "Im Sinne des Weiteren, noch immer nötigen Diskurses sollte diese Hürde möglichst bald gerissen werden."

Ob diese Hürde von einem Viertel der Gemeinden überhaupt erreicht werden kann, ist unklar: Zum einen könnten Homo-Hasser in vielen Gemeinderäten leicht die Sperrminorität von 25 Prozent im Kirchengemeinderat erreichen. Nach Angaben der Landeskirche hätten sich zudem derzeit nur 90 der 1.300 Gemeinden für eine Segnung von Homo-Paaren ausgesprochen – das entspricht gerade mal sieben Prozent aller Gemeinden.

Württemberg ist Hochburg der evangelischen Homo-Hasser und "-Heiler"

Die Landeskirche Württemberg ist gegenüber Homosexuellen die feindseligste der 20 Landeskirchen in Deutschland. Im benachbarten Baden wurden Trauungen für Homo-Paare – ein Schritt weiter als nur Segnungen – bereits 2016 ermöglicht (queer.de berichtete). Grund für die Homophobie in Württemberg: Innerhalb der evangelischen Kirche sind dort pietistische Elemente besonders stark, die sich unter anderem in der LGBTI-feindlichen Bewegung "Lebendige Gemeinde" organisieren – diese Gruppe lehnt mit Verweis auf die Bibel nicht nur die Gleichbehandlung Homosexueller ab, sondern propagiert sogar teilweise die "Heilung" von Homosexuellen.

Der CSD ruft daher auch dazu auf, homofreundliche Gruppierungen bei der am 1. Dezember anstehenden Kirchenwahl zu wählen. Um eine LGBTI-freundlichere Kirche zu erreichen, "braucht es wohl andere Mehrheitsverhältnisse", erklärte CSD-Chef Christoph Michl.

Der CSD Stuttgart hatte das Thema Kirche und Homosexualität in den letzten Jahren mehrfach hervorgehoben: 2017 wurde Gabriele Arnold, die Stuttgarter Prälatin der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Schirmfrau der Veranstaltung (queer.de berichtete). Vergangenes Jahr wählte eine CSD-Jury eine katholische junge Gemeinde als beste CSD-Formation (queer.de berichtete).

Bislang gilt in der Landeskirche Württemberg in Bezug auf Schwule und Lesben ein Beschluss aus dem Jahr 1995, nach dem in Ausnahmefällen nur heimlich und hinter geschlossenen Türen gleichgeschlechtliche Paare einen Segen erhalten dürfen. Die Kirchenführung setzte diese harte Linie bis jetzt durch. 2016 wurde etwa ein Dekan aus Böblingen an den Pranger gestellt, weil er es gewagt hatte, zwei Lesben in der Stadtkirche öffentlich zu segnen (queer.de berichtete).

Wöchentliche Umfrage

» Würdest du deine gleichgeschlechtliche Partnerschaft in Württemberg kirchlich segnen lassen?
    Ergebnis der Umfrage vom 25.03.2019 bis 01.04.2019


#1 HörwohlnichtrechtAnonym
#2 swimniAnonym
  • 25.03.2019, 14:04h
  • eine Segnung, wenn sie ernst gemeint ist sollte ohne irgendwelche weiteren beweggründe vollzogen werden. der aufruf der csd-organisatoren ist von utilitaristischer Natur und abzulehnen. bei allem Verständnis für Gleichheit aber, da nehmen sie sich doch etwas zu wichtig.
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#3 axsmaAnonym
  • 25.03.2019, 14:38h
  • Tja, wenn die Schäfchen davon laufen wird halt auch das Marketing angepasst. Die beste Lösung ist immer noch: www.kirchenaustritt.de
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#4 Ketzer
#5 TimonAnonym
  • 25.03.2019, 15:25h
  • Der CSD Stuttgart waren ja auch diejenigen, die damals zu Beginn Gegenproteste gegen die "Demo für alle" abgelehnt hatten.

    Im "Ländle" sind selbst die LGBTI gerne unterwürfig und kriechen den Leuten, die sie diskriminieren (wie der Kirche) in den Arsch.
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#6 nicht_alleAnonym
#7 stephan
  • 25.03.2019, 15:46h
  • Ich könnte mir nur sehr vorstellen, eine solche Organisation um etwas zu bitten ... nicht einmal um sie zu ärgern! Mögen sie in ihrer Engstirnigkeit und Menschenfeindlichkeit vergammeln ... und mit ihrem Gesülze den Rest der Menschheit verschonen!
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#8 Klar denkendAnonym
#9 FinnAnonym
  • 25.03.2019, 17:04h
  • Die Kirche will uns mit Almosen abspeisen um sich als fortschrittlich vermarkten zu können. Aber gleichzeitig wollen die so viel Diskriminierung wie möglich erhalten.

    Und dann sollen wir denen auch noch Material für ihr Marketing liefern und uns mit Almosen abspeisen lassen?! - Nein Danke.
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#10 TheDadProfil
  • 25.03.2019, 17:47hHannover
  • ""Laut den CSD-Organisatoren sollten evangelische Homo-Paare nun um den Segen der Kirche bitten, um Druck auszuüben.""..

    Sich mit einer solchen Diskriminierung abzufinden erhöht keinen Druck !

    Austreten mit dem deutlichem Verweis des Wieso und Warum dagegen schon..
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