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"Trump-Effekt"

Studie: 226 Prozent mehr Hassverbrechen nach Trump-Auftritt

An Orten, an denen der republikanische Präsidentschaftskandidat 2016 Wahlkampfauftritte hatte, verdreifachte sich die Zahl der Hassverbrechen.


Donald Trump im Sommer 2016 bei einem Wahlkampfauftritt in Wilmington im Bundesstaat North Carolina

Der sogenannte Trump-Effekt ist real: Forscherinnen und Forscher der University of North Texas haben in einer Studie herausgefunden, dass sich die Zahl der Hassverbrechen in Bezirken, in denen Donald Trump im Wahlkampf Auftritte durchführte, in den Folgemonaten stark erhöht habe. "Bezirke, die 2016 politische Veranstaltungen mit Donald Trump als Hauptdarsteller hatten, verzeichneten einen Anstieg der Hassverbrechen um 226 Prozent verglichen mit jenen Bezirken, in denen es keine derartige Veranstaltung gab", so beschrieben die Politologie-Professorinnen Regina Branton and Valerie Martinez-Ebers und der Doktorand Ayal Feinberg die Ergebnisse in einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Artikel für die "Washington Post".

Die Wissenschaftler nutzten eine interaktive Karte von Hassverbrechen der Anti Defamation League, einer Organisation gegen Diskriminierung und Diffamierung von Juden. Dann trugen sie die Orte von Trumps 275 Wahlkampfauftritten ein und unterteilten die USA in jene Bezirke, die Trump besucht hatte, sowie jene, die Trump nicht besucht hatte.

Natürlich könne die Analyse nicht beweisen, dass Trumps Rhetorik für den Anstieg der Hassverbrechen direkt verantwortlich sei. Allerdings seien von Republikanern verbreitete Thesen, dass Hassverbrechen von Linken nur inszeniert werden würden, um dem Präsidenten zu schaden, "bestenfalls unrealistisch". Trump und seine Anhänger hatten insbesondere nach der Jussie-Smollett-Affäre Hassverbrechen pauschal zu "Fake News" erklärt.

FBI: Hassverbrechen 2017 um 17 Prozent gestiegen

Die Bundespolizei FBI hatte vergangenen November in ihrer offiziellen Statistik für das Jahr 2016 bereits von einem Anstieg der Hassverbrechen um 17 Prozent berichtet (queer.de berichtete). Die meisten Hassverbrechen werden aus rassistischen Motiven begangen, jede sechste Tat aus Hass gegen Homo- oder Transsexuelle.

Bürgerrechtler hatten bereits kurz nach der Amtsübernahme von Präsident Donald Trump im Januar 2017 vor einem Anstieg der Hasskriminalität gewarnt, da die aggressive Rhetorik des republikanischen Politikers geradezu zu Straftaten gegen unliebsame Minderheiten animiere. LGBTI-Aktivisten machten den Präsidenten bereits für einen Anstieg der homophoben Gewalt verantwortlich – etwa für eine Verdoppelung der Hassmorde gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (queer.de berichtete). In Tweets hatte Trump derartige Vorwürfe gegen seine Person stets als "lächerlich" und als "Fake News" abgetan. (dk)



#1 NielsAnonym
  • 26.03.2019, 17:50h
  • Wen wunderts? Der Aufstieg der AfD wird hierzulande auch nicht gerade zu weniger Hass und Gewalt führen. Würden die Linken endlich aus ihren Fehlern lernen und die Sorgen des Durchschnittsbürgers wieder ernst nehmen, ließe sich dieser Aufstieg ja vielleicht noch aufhalten. Aber der Umgang der Linken mit Sahra Wagenknecht, die als einzige die Probleme der Bürger verstanden hat, zeigt, dass nichts dazugelernt wurde.
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#2 SoSoAnonym
#3 NielsAnonym
  • 26.03.2019, 20:30h
  • Antwort auf #2 von SoSo
  • Sahra hat niemals zu Nationalismus gerufen. Sie hat sich nur von der utopistischen Vorstellung einiger Linker in der Einwanderungsfrage abgewandt und eine realitätsnähere und effektivere Lösung (Sicherung der Grenzen bei gleichzeitiger Erhöhung der Entwicklungshilfe und Verbot von Waffenexporten) ausgesprochen und ist nicht die einzige Linke, die so denkt.
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#4 feli491Anonym
  • 26.03.2019, 22:13h
  • Antwort auf #3 von Niels
  • Mit dem Denkfehler, dass eine Politik der "geschlossenen Grenzen" - die ohnehin gegen geltendes europäisches Recht verstoßen würde - mit wahrhaft linker Politik nicht vereinbar ist.

    Mal abgesehen davon, dass sich Frau Wagenknecht auch nicht sehr zuvorkommend gegenüber der LGBTIQ Community geäußert hat. In der Hinsicht sollte man wohl Menschen, deren Nachname ein Synonym für "Auto" enthält, eher misstrauen...
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#5 TheDadProfil
  • 26.03.2019, 22:49hHannover
  • Antwort auf #4 von feli491
  • ""In der Hinsicht sollte man wohl Menschen, deren Nachname ein Synonym für "Auto" enthält, eher misstrauen...""..

    Immer wieder hübsch wenn sich Menschen mit solchen Statements zu Wort melden..

    ""Wagenknecht Nachname Definition:

    Häufiger Berufsname in Süddeutschland; niederdeutsch entspricht der Familienname Stellmacher.""..

    forebears.io/de/surnames/wagenknecht

    ""Die Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmacher genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt. Die Bezeichnung des Berufs ist regional unterschiedlich, wobei Stellmacher eher im Norden verwendet wird, im Süden und in der Schweiz dagegen Wagner.""..

    de.wikipedia.org/wiki/Stellmacherei

    Mit "Auto" hat das gar nichts zu tun, denn "Auto" bedeutet "selbst", und "Automobil" bedeutet "selbstfahrend"..
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#6 SoSoAnonym
#7 zundermxeAnonym
  • 27.03.2019, 10:29h
  • Gilt wohl auch für die USA - mMn aber bestimmt für Deutschland:

    - Populisten und Hassprediger sind immer zumindest mitverantwortlich weil diese Rhetorik direkt oder indirekt auch die Hemmschwelle zur physischen Gewalt senkt.

    - Für wahr halte ich aber auch, daß die Mehrheitsgesellschaft, zu der wir je nach Standpunkt und Thema auch gehören, zumindest im Empfinden zu viele Menschen zurück lässt. Wenn dies über Jahre immer wieder geschieht, bricht sich Wut gespeist aus Angst und nicht selten aus gefühlter Bedeutungslosigkeit seinen Weg letztlich auch in der Wahl von Populisten. Dies zu minimieren ist schwierig da es hierzu u.a. von Politik, Medien und Religionen deutlich mehr Aufrichtigkeit, Mut und Verbindlichkeit bedürfte. Unter den Menschen sowieso. In einer solchen Zeit leben wir aber nicht. IdR neigen wir dazu gut zu heißen und zu wählen was den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen am nächsten zu kommen verspricht. Die Vorstellungen und Bedürfnisse anderer spielt in der Vorstellung es besser zu wissen keine oder kaum eine Rolle. Etwas geschwollen ausgedrückt sind dies die alltäglichen und leider fast logischen Bruchstellen einer versuchten Demokratie innerhalb von marktwirtschaftlichen Systemen.
    Sich gegen bspw Trump zu positionieren ist zumindest in der Aussage recht einfach.
    Sich gegen seine Politik im Sinne von Verlust der Zustimmung in der Wählerschaft zu positionieren ist dagegen sehr schwierig. Da würde dann die Arbeit anfangen...

    - Migration ist das seit Jahren aktuelle Beispiel vom Umgang untereinander.
    Vertreter verschieder Auffassungen kämpfen mit den erstmal sehr
    dümmlichen Zuweisungen links-rechts und der Überzeugung das einzig Richtige zu vertreten über die Köpfe von Migranten und zumindest nicht kleiner Teile der aufnehmenden Gesellschaft hinweg. Die eine Seite überbetont Risiken und Probleme - die andere möchte sie nicht wahrnehmen oder gar diskutieren. Gleiches lässt sich für die Chancen von Migration mit vertauschten Rollen sagen.
    Ist es populistisch zu fragen wieviel Migration eine Gesellschaft, eine Stadt, ein Dorf oder eine Nachbarschaft verträgt?
    Ist es demokratisch sinnvoll die Teile der Bevölkerung einer Gesellschaft praktisch zu ignorieren oder sie ins morlische Aus zu stellen, die weniger Migration möchten?
    Ist Sarah Wagenknecht sozialistisch und nationalistisch weil sie für eine aus ihrer Sicht kontrolliertere Migration ist?

    Einfache Antworten sind nicht selten populistisch - egal ob pro oder kontra.
    Will ich etwas gegen Hass und Gewalt machen, sollte ich mir überlegen wie oft ich mit Stereotypen, Unterstellungen und Besserwisserei argumentiere.
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#8 NielsAnonym
  • 27.03.2019, 16:29h
  • Antwort auf #4 von feli491
  • Man könnte auch die außereuropäischen Grenzen sichern. Und selbstverständlich ist das mit linker Politik vereinbar. Viele große Linke waren oder sind Befürworter von gesicherten Grenzen, zb Samuel Gompers, Franklin Roosevelt, Cesar Chavez, Bernie Sanders, Jeremy Corbyn, Jean-Luc Melenchon etc.
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#9 SoSoAnonym