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USA stufen Grindr als "nationales Sicherheitsrisiko" ein

Der US-Ausschuss für ausländische Investitionen sieht es als Gefahr an, dass sich die sensiblen Daten der schwulen Dating-App in mehrheitlich chinesischem Besitz befinden.


Grindr hat nach eigenen Angaben 27 Millionen Nutzer in aller Welt

Die schwule Dating-App Grindr belastet das Verhältnis zwischen den USA und China. Medienberichten zufolge wurde das Unternehmen aus dem kalifornischen West Hollywood, das sich seit 2016 mehrheitlich im Besitz des chinesischen Spieleentwicklers Beijing Kunlun Tech befindet, vom US-Ausschuss für ausländische Investitionen (CFIUS) als "nationales Sicherheitsrisiko" eingestuft. Das von Finanzminister Steven Mnuchin geleitete Gremium kontrolliert Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten.

Eine offizielle Begründung für die Einstufung gibt es nicht. Es wird jedoch vermutet, dass sich CFIUS daran stört, dass sich die sensiblen Daten von nach eigenen Angaben 27 Millionen homo- und bisexuellen Männern in chinesischer Hand befinden. Grindr speichert u.a. Bilder, Standorte, Nachrichten, sexuelle Vorlieben sowie das Datum des jüngsten HIV-Tests seiner Nutzer.

CFIUS verhinderte mehrere chinesische Übernahmen

Noch im vergangenen Jahr hatte Beijing Kunlun Tech angekündigt, Grindr an die Börse bringen zu wollen. Das chinesische Unternehmen kaufte sich vor drei Jahren für 93 Millionen Dollar bei der schwulen App ein und übernahm 2018 den Rest der Anteile. Der Ausschuss für ausländische Investitionen wurde bei diesen beiden Transaktionen nicht aktiv. CFIUS hatte in den vergangenen Monaten allerdings die Übernahmen des US-Finanzunternehmens Moneygram und der Marketingplattform Applovin durch chinesische Investoren verhindert.

Grindr stand zuletzt wiederholt in der Kritik, weil sensible Nutzerdaten der 2009 gestarteten App an Fremdfirmen weitergegeben wurden (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr hatte Grindr-Präsident Scott Chen zudem mit einem Plädoyer gegen die Ehe für alle zahlreiche User verärgert (queer.de berichtete). LGBTI-Menschen in China haben kaum Rechte, aus der Community wird zudem befürchtet, dass Grindr-Daten in der Volksrepublik für das sogenannte Sozialkredit-System zur Kontrolle der Bürger verwendet werden könnten.

Als Reaktion auf die Einstufung als "nationales Sicherheitsrisiko" sucht Beijing Kunlun Tech laut Medienberichten nun einen neuen Käufer für die schwule Dating-App. (cw)



#1 Gerlinde24Profil
  • 28.03.2019, 08:41hBerlin
  • Diese Daten werden von den Chinesen für Werbung gebraucht. Ausspionieren will keiner amerikanische und ausländische Schwule. Anscheinend sind die Amis sauer darüber, dass kein Ami das Geschäft macht.
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#2 zundermxeAnonym
  • 28.03.2019, 09:24h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Guten Morgen Gerlinde24,

    glaubst Du nicht, dass totalitäre Staaten - nat nicht nur die - diese sehr persönlichen Datensätze auch gezielt missbrauchen könnten?!
    Bspw zur Verfolgung im eigenen Staat, zur Überwachung, zur Erpressung oder allgemein zur Manipulation in jedem beliebigen Staat?!

    Sicherlich ist in der wesentlichen Welt längst vieles nicht so wie man sich das wünschen würde. Demokratie, Freiheit, Toleranz und Rechtstaatlichkeit sind zumindest ausbaufähig.
    Aber der grundsätzliche Unterschied zwischen brutalen Diktaturen und demokratischen Staaten hinsichtlich der Einflussnahme in höchst persönliche Lebensbereiche darf mMn nicht ignoriert werden.

    Was diese späte Reaktion nun tatsächlich bezwecken soll kann ich mir allerdings erstmal nicht plausibel erklären.
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#3 Stammtisch-WatchAnonym
  • 28.03.2019, 10:12h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Dumpfer Antiamerikanismus führt hier nicht weiter.

    Wer hat denn in großen Städten flächendeckend Kameraüberwachung mit Gesichtserkennung eingeführt? China.

    Wer nutzt die dergestalt ausgewerteten Daten, um "soziale Minuspunkte" zu vergeben? China.

    Wer droht seinen Bürger*innen mit Konsequenzen wie individuellen Reiseverboten, wenn es zu viele "soziale Minuspunkte" auf dem Konto (ähnlich wie in Flensburg) gibt? CHINA!
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#4 janxAnonym
  • 28.03.2019, 11:02h
  • Antwort auf #3 von Stammtisch-Watch
  • Das stimmt zwar, aber das erklärt ja nicht, wieso es ein *nationales* Sicherheitsrisiko für die Amerikaner sein soll. Ich stimme Gerlinde zu. Das ist einfach Unsinn und die Amerikaner treiben einfach ihre Wirtschaftsinteressen voran. Genau wie bei Huawei oder der Gaspipeline. Ich bin wirklich 0% antiamerikanisch eingestellt und finde vieles auch sehr sympathisch an den USA, aber man sollte solche Aussagen wirklich gelassen sehen und Europa sollte die Interessen der eigenen Bürger in den Vordergrund stellen. Dank Snowden wissen wir ja auch wer wirklich nachweisbar europäische Bürger bespitzelt hat und das war eben nicht Huawei.
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#5 Stammtisch-WatchAnonym
  • 28.03.2019, 11:09h
  • Antwort auf #4 von janx
  • Wenn US-Amerikaner in ihrer Heimat von chinesischer Ausschnüffelei betroffen sind, ist es natürlich ein "nationales" Risiko.

    Dass Doitschland so passiv ist und seine Bürger nicht schützt, ist das wirkliche Problem.
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#6 MandalorianAnonym
  • 28.03.2019, 11:28h
  • Die App ist eh rudimentär im Vergleich zur Konkurrenz wie PR oder Blued. Brauch kein Mensch. Und wenn man sich PR anguckt, da merkt man wirklich dass die App von der Community für die Community ist. Trotz kostenloser Nutzung sehr umfangreich und es wird auf die Userwünsche eingegangen obwohl die App zumindest im deutschsprachigen Raum unangefochten ist. So wurde die nervige Werbeschaltung, welche plötzlich mit Ton aufpoppt und den ganzen Bildschirm blockiert nach kurzer Zeit wieder entfernt. Grinder hat den Kram nach wie vor, ist genau das was man braucht wenn man gerade in der Bahn unterwegs ist und so eine App nutzt: die Aufmerksamkeit aller Anwesenden...
    Grinder lebt doch nur von seiner Bekanntheit im angelsächsischen Raum..

    Ich denke die Amis setzen ihren Konflikt mit den Chinesen schlicht auf allen Ebenen fort. Das wird in Zukunft sicher noch sehr viel heftiger. Aber was die Erpressbarkeit angeht ist das sicher nachvollziehbar. Würde man solche Apps systematisch auswerten, stößt man zwangsläufig auf Personen mit Zugang zu sensiblen Bereichen. Diese Angst war ja auch im Kalten Krieg ja auch immer präsent und führte zur Entfernung von LGBT in solchen Bereichen
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#7 TheDadProfil
  • 28.03.2019, 12:35hHannover
  • ""Eine offizielle Begründung für die Einstufung gibt es nicht.""..

    Was dann noch alles als ein solches "nationales Sicherheitsrisiko" anzusehen ist, bloß weil sich ehemalige Firmen die sich zuvor in US-Amerikanischem Besitz befanden "chinesische Investoren", oder auch andere aus anderen Ländern ins Haus geholt haben, mag man sich gar nicht vorstellen..

    Vielleicht demnächst ein BMW-Werk in einem US-Amerikanischem Bundesstaat, wo zukünftig Batteriebetriebene Autos produziert werden ?

    Oder ein Hersteller von Großraumflugzeugen welcher aus "Kostengründen" veraltete Software einsetzt ?
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#8 zundermxeAnonym
  • 28.03.2019, 12:35h
  • Antwort auf #4 von janx
  • Naja, der Gas-Deal über die Schröder-Putin-Beziehung ist vielleicht im Interesse von Teilen der deutschen Wirtschaft, Banken und Politik. Aber weder umweltpolitisch noch sicherheitspolitisch, um nur zwei Aspekte zu nennen, im Interesse von Deutschland... und ganz eindeutig gegen jedes auch durch unsere Nachbarn bezeugtes Interesse von Europa!

    Um mal zu verdeutlichen um welche Konstellation es bei 5G geht. Würde es die DDR noch geben - wärst Du da genauso bedenkenlos einen DDR-Staatsbetrieb einen massenhaften so gut wie nicht zu kontrollieren Zugang zu Telefon- und Oblinedaten zu geben?!

    Nur weil einem zumindest die derzeitige Administration in den USA nicht gefällt, ist nicht alles grundsätzlich falsch. Über die Motive kann natürlich gestritten werden.
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#9 OttoNormalMigrantAnonym
  • 28.03.2019, 12:45h
  • Ja klar ist Grindr kacke...aber weit verbreitet und wenn man ein spontanes Date sucht klappt es auf grindr fast immer. Was bringt eine andere auch bessere App wenn keine online ist ... viele sind eh auch bei tindr oder lavoo online
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#10 unerheblichAnonym
  • 28.03.2019, 12:47h
  • Antwort auf #3 von Stammtisch-Watch
  • Darauf gibt es u.a. eine ganz einfache Antwort:

    weil sie ("die Chinesen") es koennen!

    Erinnerst Du Dich noch an den "Platz des himmlischen Friedens", bzw. was dort stattgefunden hat?

    Bisher, und auch immer noch (wenngleich auch mittlerweile kritische Stimmen "laut(er)" werden), war es doch so, dass "der Staat" nicht kritisiert wurde/werden durfte. Das liegt u.a. wohl auch an der gewachsenen, traditionellen Kultur, Aelteren und "Autoritaeten" zu "gehorchen", und (fast) alles was angeordnet wird, zu tun.

    Und mal abgesehen von der (berechtigten) Kritik an China, bzw. der chinesichen Regierung, gilt auch hier: "ein jeder kehr' vor seiner Tuer, da hat er Dreck genug dafuer!"

    Sieh' Dir nur einmal an, was unsere Regierung, (aber auch die anderer "demokratischer Staaten") an bedenklichen Gesetzen bezgl. Polizeirechten, Buergerrechten, Ueberwachungsmassnahmen so alles erlassen hat: ich gebe Dir mal eine kleine Liste mit Stichworten, ueber die Du Dich dann einmal informieren kannst, und auch was andere, weitsichtigere, kritischere Leute als ich es bin, darueber sagen:
    "Vorbeugehaft" in mehreren neuen Polizeigesetzen, Quellen-Telekommunikationsueberwachung, Einsatz der Bundeswehr im Innern, Ausstatten der Soldaten mit (eingeschr.) Polizeirechten (beides schon vor einiger Zeit gefordert, unter Innenministern verschiedener Parteien (Union wie auch "Sozialen", oder auch (Ex-)Gruenen (Schily)), Ueberwachungskameras in Bahnhoefen, Innenstaedten, Nutzung von Mautdaten (zuerst ja "nur fuer die Maut und evtl. auch hoechstens bei "schweren Straftaten"; mittlerweile sind auch schon Bagatellen (oder werden zumindest (noch) gefordert), Abschaffung des Bargeldes....
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