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"Gesellschaftspolitische Debatte"

Bundesregierung verteidigt queere Broschüre

Für die AfD verstößt das Heft "Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten" der Bundeszentrale für politische Bildung gegen das Indoktrinationsverbot – doch mit ihrer Sorge um die "abwertende Darstellung" von Heteros ist sie allein.


Die Materialiensammlung "Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten" für die schulische und außerschulische Bildung ist für 4,50 Euro im Webshop der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich (Bild: Enough is Enough)

Die Bundesregierung hat die im vergangenen September erschienene LGBTI-Broschüre "Sexualitäten, Geschlechter und Identitäten" der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gegen Kritik der AfD-Fraktion verteidigt. Die Bundeszentrale stelle sich mit ihrem Angebot auf die gesellschaftlichen Veränderungen ein, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage (PDF) der Rechtsaußenpartei.

"Die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie die Vielfalt geschlechtlicher Identitäten, sexueller Orientierungen und deren gesellschaftliche Akzeptanz gehören zu den aktuell sichtbarsten gesellschaftspolitischen Debatten in Deutschland und international", erklärte das Bundesinnenministerium auf die Beschwerde u.a. der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch. In der mit 77.245,84 Euro aus dem Bundeshaushalt finanzierten Publikation gehe es "um die vielfältigen gesellschaftlichen Dimensionen rechtlicher und sozialer Anerkennung von Sexualitäten, Geschlechtern und Identitäten".

AfD vermisst "rechtsstaatliche Distanz" zu LGBTI

Die AfD hatte in ihrer Kleinen Anfrage beklagt, dass die Materialiensammlung für die schulische und außerschulische Bildung gegen das Indoktrinierungsverbot verstoße und "nicht den Anforderungen der Sachlichkeit, Ausgewogenheit und rechtsstaatlichen Distanz" genüge, die das Bundesverfassungsgericht von der Bundeszentrale für politische Bildung verlange. So würden heterosexuelle Ehen und Kernfamilien "abwertend dargestellt", etwa durch die Bezeichnungen "Kleinfamilie" oder "traditionelle Institution".

Kritik an der Publikation hatte es im vergangenen Jahr auch aus der LGBTI-Community gegeben. So warf die Initiative Enough is Enough den Autor*innen in dem Kommentar "So blamiert sich die 'Bundeszentrale für politische Bildung' mit ihrer neuen Broschüre" einen unsensiblen Sprachgebrauch vor. Tatsächlich ist in dem 114-seitigen Band von "Geschlechtsumwandlung" statt "Geschlechtsanpassung" sowie von "Homo-Ehe" statt "gleichgeschlechtlicher Ehe" die Rede. (mize)



#1 Ralph
  • 28.03.2019, 16:27h
  • Die Wörter "Kleinfamilie" und "traditionell" sollen negativ konnotiert sein? Wie das denn? Meine Eltern und ich waren in meiner Kindheit eine Kleinfamilie - Vater, Mutter, Kind - was ist daran negativ? Zusammen mit der ganzen Verwandtschaft waren wir Teil einer Großfamilie. Und Traditionen sind doch oft was Schönes.

    Entgleisungen sind demgegenüber tatsächlich "Homo-Ehe" und "Geschlechtsumwandlung". Wir haben eine Eheurkunde, keine Homo-Ehe-Urkunde. Homo-Ehe gibt's nicht. Und "Geschlechtsumwandlung" suggeriert, dass hier ein geordneter Zustand auf freie Willensentscheidung hin operativ verfälscht wird. Das ist natürlich nicht so.
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#2 tchantchesProfil
  • 29.03.2019, 10:14hNaseweishausen
  • Müssen wir jetzt wirklich alles und jedes gegen die "AfD" verteidigen, oder kann man diese Idioten zur Abwechslung nicht einfach mal ignorieren, um ihnen nicht noch mehr Publizität zu verschaffen.
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#3 Ralph
  • 29.03.2019, 11:10h
  • Antwort auf #2 von tchantches
  • Mir ging es gar nicht um die AfD, die widerlegt sich mit ihrer albernen Äußerung selbst. Vielmehr halte ich es für bedauerlich und bedenklich, dass die Bundesregierung noch immer nicht ihre eigene Wortwahl hinterfragt.
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#4 TheDadProfil
  • 31.03.2019, 21:57hHannover
  • Antwort auf #2 von tchantches
  • ""Müssen wir jetzt wirklich alles und jedes gegen die "AfD" verteidigen""..

    Die Broschüre ist nicht ""alles und jedes""..

    Und wenn man sich auch noch so sehr verbiegt..
    Aber diese Broschüre ist trotz der enthaltenen Fehler jede Verteidigung gegen einen Angriff aus der "AFD" wert !
    Eben weil es ein solcher Angriff aus der "AFD" ist..
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