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Treffen der Gleichstellungsgegner

Familienkongress: Drei EU-Staaten gegen LGBTI

Zum "Weltkongress der Familien" kommen heute Homo-Hasser aus ganz Europa im italienischen Verona zusammen – mit dabei sind Regierungsvertreter aus Italien, Ungarn und Polen.


Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident von Italien, Matteo Salvini, soll auf dem Kongress sprechen. (Bild: Ministero dell'Interno)

Wenn am Freitag LGBTI-Gegner aus aller Welt im italienischen Verona zusammenkommen, können sie auf die Unterstützung mehrerer EU-Länder zählen. Zu dem "World Congress of Families" sind in diesem Jahr Regierungsvertreter aus Italien, Ungarn und Polen als Sprecher*innen angekündigt.

Für Italien kommt laut Ankündigung der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister. Ebenso sollen zwei Kabinettsmitglieder auftreten, Bildungsminister Marco Bussetti und Familienminister Lorenzo Fontana. Fontana versteht sich als "Kreuzzügler" gegen die Rechte von LGBTI (queer.de berichtete).

Polen schickt seinen Botschafter, Konrad Glebocki. Für Ungarn kommt nicht nur der Botschafter im Vatikan, Eduard Habsburg-Lothringen, sondern auch die Staatsministerin für Familie Katalin Novak und ihr Stellvertreter Attila Beneda. Aus der Republik Moldawien soll Präsident Igor Dodon anreisen. Dodon organisierte zuletzt Gegenproteste zu den CSDs in Chisinau (queer.de berichtete).

Der Familienkongress ist das jährliche Treffen der Gegner der Gleichstellung von Frauen und LGBTI. Die "Internationale Organisation für Familie", die den Kongress veranstaltet, setzt sich für das traditionelle Familienbild von Vater, Mutter und Kind ein. In diesem Jahr ist das Motto "Wind der Veränderung – Europa und die globale Pro-Familien-Bewegung".

Kontroverse um EU-Parlamentspräsident Tajani


Antonio Tajani spricht nun doch nicht auf dem Familienkongress (Bild: Piotr Drabik / flickr)

In diesem Jahr war der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, als Sprecher angekündigt. Daraufhin hatten Abgeordnete im Februar protestiert. "Als Präsident des Europäischen Parlaments sind Sie Repräsentant aller EU-Bürger, und damit ist es ihre Verantwortung und Pflicht, die Teilnahme an solchen Veranstaltungen zu unterlassen, weil diese dazu beitragen, dass Hass gegenüber verletzlichen Gruppen wie LGBTI gepredigt wird", schrieb die LGBTI Intergroup, ein Zusammenschluss von Europaabgeordneten für Queerpolitik.

Mitunterzeichnerin war die deutsche Grünenabgeordnete Terry Reintke. Sie forderte Tajani im März im Plenarsaal des Europäischen Parlaments erfolgreich auf, die Teilnahme abzusagen.

Twitter / TerryReintke

Tajani gilt seit Jahrzehnten als Gegner der Gleichstellung von LGBTI. 1996 erklärte er etwa bei einer parlamentarischen Anfrage im italienischen Parlament, dass die Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren generell "einige psychologische Probleme" hätten. Anfang 2016 nahm er an einer Massendemonstration gegen die Einführung der Lebenspartnerschaft in Rom teil (queer.de berichtete).

Petitionsplattform CitizenGo dabei

Partner des Familienkongresses ist auch CitizenGo. Ihr Präsident, Ignacio Arsuaga, trat am Freitag als Redner auf. Die Plattform für Online-Petitionen gehört zur erzkatholischen Organisation "HazteOir.org", deren Sitz in Spanien ist. CitizenGo war auch Mitorganisator der "Demo für alle" und der Tour des Hass-Busses in Deutschland.

Twitter / wcfverona | Der Präsident von CitizenGo, Ignacio Arsuaga, beim World Congress of Families 2019.

Aus Deutschland ist Gloria Fürstin von Thurn und Taxis angekündigt. Sie sagte erst im letzten Jahr auf einer Podiumsdiskussion in Regensburg, dass die Ehe für alle ein "Angriff auf die klassische Familie" sei (queer.de berichtete).

Der Familienkongress in Verona geht am Sonntag zu Ende. Im Jahr 2018 wurde der Kongress in Moldawien, 2017 in Ungarn abgehalten. Damals war Ministerpräsident Viktor Orbán Schirmherr. Im Jahr 2007 eröffnete der polnische Präsident Lech Kaczynski den Kongress (queer.de berichtete).



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 30.03.2019, 03:43h
  • Und diese drei Länder (Italien, Polen, Ungarn) sind in der EU. Kassieren das Geld aus Brüssel, zeigen jedoch durch ihre Handlungen, dass sie am politischen Europa, an einem offenen und toleranten Europa, nicht interessiert sind.
    In allen drei Ländern hat die RKK viel Macht, womit der Zusammenhang deutlich macht, dass Politik und Religion IMMER eine unheilige Allianz darstellen.
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#2 PeerAnonym
  • 30.03.2019, 08:33h
  • "mit dabei sind Regierungsvertreter aus Italien, Ungarn und Polen."

    Die Gleichheit von LGBTI ist Teil der Grundrechte-Charta der EU. Staaten, die dies ablehnen, gehören nicht in die EU und hätten erst gar nicht aufgenommen werden dürfen.

    Zumal auch interessant ist, dass alle drei Staaten Netto-Empfänger sind. Die hetzen ständig gegen die EU und die anderen Mitgliedsstaaten, aber deren Geld nehmen sie gerne an.

    Wie sähe es in diesen Staaten wohl ohne die EU aus? Dann sollte man zumindest erwarten können, dass die sich wenigstens an EU-Grundrechte halten.
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#3 alter schwedeAnonym
  • 30.03.2019, 09:21h
  • Allein die Namen der Teilnehmer und die anwesenden Länder sprechen Bände. Da ist wirklich die Elite des braunen Sumpfes beieinander um irgendwelche klassischen Familienbilder einzufordern, welche grundsätzlich nur dazu gedacht sind, Geld, Pfründe und die Machtstrukturen derselbigen auszubauen und zu sichern.

    Wen wunderts: In vorderster Reihe darf da natürlich der Familien- und Menschenfreund Salvini nicht fehlen, der wenn ihm die Politik nicht hold gewesen wäre, sicherlich in anderen, bekannten italienischen Organisationen mühelos Karriere gemacht hätte. Wer ganze Familien im Mittelmeer ersaufen läßt und vor einem nicht minder anrüchigen Auditorium, mit scheinheiligen Krokodilstränen im Auge, Familienrechte einfordert, passt wie der Deckel aufs Töpfchen der kongressierenden braunen Horror-Sippschaft.

    Das da natürlich die Domglockenbombe aus Regenschpurg, ihres Namens, Gloria von Excelsis, nicht fehlen will und darf, spricht ebenfalls Bände. Was manche, vor allem aus der Reihe der goldenen Presse am Anfang vielleicht noch verharmlosend heruntzuspielen versucht haben, wird nun zur unverrückbaren Gewissheit. Das Dämchen hofiert und und umschmeichelt ganz offen und speichelleckend die übelsten Faschisten aus dem europäischen Umfeld. Das ist nicht mehr Yellow-Press-Attitüde sonder ein politisches Statement. Da fehlt nur noch, daß sich die AfD diesen Glorienschein an die Stirn heftet.

    Ansonsten. Es sind u.a. eine Gegendemonstartionen fürs Wochenende und ein Gegengipfel in Verona angekündigt. Es wird den miefenden Familienkogress vermutlich nicht beeidrucken, aber die Mehrheit der Gesellschaft hat endlich wieder die Möglichkeit zu zeigen wie Familie und Sexualität sich heutzutage definieren und damit neue gesellschaftliche Realitäten schaffen.
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#4 DefinitionssacheAnonym
  • 30.03.2019, 10:19h
  • Antwort auf #2 von Peer
  • "gehören nicht in die EU und hätten erst gar nicht aufgenommen werden dürfen."

    Italien ist GRÜNDUNGSMITGLIED.

    Wer will denn diese Regeln aufstellen, die dafür sorgen, dass Staaten, die eine andere, rechte Regierung bekommen, wie z.B. auch Polen wieder aus der EU entfernt werden?
    Kämpfen wir gemeinsam mit Gleichgesinnten gegen Regierungen, die solche Staaten in den Dreck ziehen.
    Da helfen keine Forderungen, die niemand erfüllen kann.
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#5 Ralph
  • 30.03.2019, 11:53h
  • Na ja, die üblichen Verdächtigen - fehlt noch Rumänien. Die werden wohl auch bald kommen. Bedenklich ist, dass der Präsident des EU-Parlaments fast auch dabeigewesen wäre und das nur durch Druck von Abgeordneten verhindert werden konnte. Das immerhin wäre unter Martin Schulz nicht vorgekommen. Der hätte von selbst gewusst, wo er durch Abwesenheit ein deutliches Zeichen setzen kann und muss.
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#6 FinnAnonym
  • 30.03.2019, 13:58h
  • Antwort auf #4 von Definitionssache
  • Nur weil man Gründungsmitglied ist, heißt das noch lange nicht, dass man auch ein gutes Mitglied ist.

    Das Problem ist, dass rechte Regierungen die Finanzhilfen und wirtschaftlichen Vorteile der EU ausnutzen, um sich selbst an der Macht zu halten. Und da die EU es versäumt hat, bei Zeiten für ein besseres Sanktionssystem zu sorgen, wird man diese Regime nicht mehr los.
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#7 DefinitionssacheAnonym
#8 Druck_machenAnonym
#9 goddamn liberalAnonym
  • 31.03.2019, 09:29h
  • Antwort auf #8 von Druck_machen
  • Das Problem sind nicht nur 'diese' Länder, das Problem ist auch unser Land, wo milliardenschwere hochgefährliche wie menschenfeindliche Reaktionäre wie Thurn und Taxis im Geist der Nürnberger Gesetze unser Eherecht wieder zurückschrauben wollen.

    Und gleichzeitig in Fernseh-Shows des Gebührenrundfunks auftreten als angeblich allseits beliebte Promis auftreten.

    Klerikalfaschismus, weitgehend ohne Kirche.

    Aber im Land des rosa Winkels.

    Wo auch der Reaktionär Polunin von uns finanzierte Gagen einstreicht.
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 31.03.2019, 10:12h
  • Kleine Ergänzung zur menschenfeindlichen Tradition in Deutschland:

    "Brauerei GRAF ARCO ist neuer offizieller Hauptsponsor der Thurn und Taxis Schlossfestspiele 2019

    Graf Max-Georg von Arco auf Valley freut sich auf die Schlossfestspiele, denn Bei den Schlossfestspielen begegnen wir genau den Weltstars, die wir sonst in Verona, in Mailand oder in New York bewundern. Das macht die beschauliche Domstadt zur Metropole."

    Der Apfel fällt hier wie bei der Verbrecherenkelin von Storch nicht weit vom Stamm:

    de.wikipedia.org/wiki/Anton_Graf_von_Arco_auf_Valley

    Adel verpflichtet.
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