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Britisches Überseegebiet

Caymaninseln: Lesbisches Paar erkämpft Ehe für alle

Homosexuelle Paare können auf den Inseln in der Karibik nun heiraten. Der Oberste Gerichtshof machte am Freitag den Weg für die Eheöffnung frei.


Das Paar Chantelle Day und Vickie Bodden Bush (Mitte), Anwalt Peter Laverack (rechts) (Bild: Jonathan Cooper / twitter)

Chantelle Day und Vickie Bodden Bush wollten nicht länger warten, sondern heiraten. Im April letzten Jahres gingen sie zu den Behörden. Doch da die beiden Frauen auf den Caymaninseln nicht heiraten durften, wurde ihnen ein Hochzeitstermin verweigert. Also klagten sie dagegen.

Am Freitag wurde nun die wegweisende Entscheidung gefällt. Der Oberste Gerichtshof entschied, dass es gegen die Verfassung verstoße, die Ehe nur zwischen Frau und Mann zu gewähren. Der Richter Anthony Smellie sagte in der Entscheidung, dass es Lesben und Schwulen in allen Gebieten auf den Caymaninseln möglich sein müsse, zu heiraten. Die Ehe für alle muss kommen.

So freute sich auch Chantelle Day, die geklagt hatte: "Die Entscheidung zeigt, dass die Liebe gewinnt. Ich bin froh, dass heute das richtige Ergebnis erzielt wurde."

Klägerinnen sind erleichtert

Auch ihr Anwalt Peter Laverack war froh: "Die gleichgeschlechtliche Ehe ist jetzt legal auf den Caymaninseln!", schrieb er auf Twitter. Er hatte unter anderem argumentiert, dass die Europäische Menschenrechtskonvention auf den Caymaninseln gelte. Die Konvention garantiert ein Recht auf Familie. Daher, so argumentierte der Anwalt, gebe es ein Recht auf Ehe.

Twitter / peter_laverack | Die Klägerinnen und ihr Anwalt vor dem Gerichtsgebäude

Erst im April letzten Jahres hatte Laverack mit einem anderen Klienten ein Gerichtsverfahren gewonnen, durch das Homosexualität auf den Inseln entkriminalisiert wurde.

Der Staatsanwalt regierte verhalten auf die Entscheidung. Sie sei "interessant", sagte er Journalisten beim Verlassen des Gerichtsgebäudes. "Verständlicherweise wird die Regierung ein wenig Zeit brauchen, um darüber zu beraten, wie sie jetzt damit verfährt."

Weitere 19 britische Gebiete müssen Ehe für alle legalisieren

Die Caymaninseln sind ein autonomes britisches Überseegebiet in der Karibik. Drei Inseln gehören dazu: Grand Cayman, Cayman Brac und Little Cayman. Auf ihnen leben rund 59.000 Menschen. Es ist die zweitgrößte britische Überseegebiet. Das größte ist Bermuda, wo im vergangenen Jahr die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt wurde (queer.de berichtete).

GiveOut, eine britische Wohltätigkeitsorganisation für die Menschenrechte von LGBTI, erklärte auf Twitter, nun seien noch 19 britische Gebiete übrig, die die Ehe für Schwule und Lesben öffnen müssten. (cw)

Twitter / GiveOut_Org



#1 Ralph
  • 30.03.2019, 11:48h
  • Höchstgerichtliche Urteile sind leider keine Garantie mehr. Auf den Bermudas und auf Taiwan gab bzw. gibt es Versuche der jeweiligen Regierung, die Verfassung trotz gegenläufiger Entscheidung des Höchstgerichts weiter zu brechen, in Österreich wurde darüber zumindest intensiv nachgedacht und die diesbezügliche Entscheidung des gemeinsamen Menschenrechtsgerichtshofs der lateinamerikanischen Staaten wird bisher ganz einfach ignoriert, sogar in solchen Staaten, in denen die Eheöffnung vermeintlich schon kurz bevorstand (Mexiko -bisher erst in einzelnen Bundestaaten verwirklicht-, Costa Rica, Panama, Chile, Kuba). Die Sache ist kein Selbstläufer mehr. Auch die Schweiz und Tschechien blockieren seit Jahren, obwohl Gesetzentwürfe längst abstimmungsreif vorliegen.
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#2 WayneAnonym
  • 30.03.2019, 23:28h
  • Was ist nun besser: Eine Entscheidung des jeweiligen obersten Gerichts oder eine demokratische Legalisierung? Ersteres würde bedeuten, dass sich der Rechtsstaat Geltung verschafft. Das sagt aber andererseits nichts über die Einstellung der Bevölkerung aus und eine Gesellschaft kann homophob sein, obwohl die Gesetze das nicht sind.

    Entscheidet sich hingegen die Bevölkerung mehrheitlich für eine Legalisierung, wählt also entsprechende Politiker oder nimmt an Volksabstimmungen teil, bleibt der Beigeschmack, dass Menschenrechte per Mehrheitsentscheidung verhandelt werden, was eigentlich genau so wenig sein darf, wie eine Abstimmung darüber, ob Schwarze hinten im Bus sitzen sollen.

    Man will ja nicht auf das Wohlwollen der Bevölkerungsmehrheit angewiesen sein, ist es aber irgendwie trotzdem.
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#3 Patroklos
  • 30.03.2019, 23:31h
  • Die Caymaninseln sind ja auch als Steuerparadies weltweit bekannt. Auf jeden Fall freue ich mich für die beiden Damen, daß sie heiraten dürfen!
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#4 Gerlinde24Profil
  • 31.03.2019, 09:00hBerlin
  • Ich verwette meinen Arsch darauf, dass irgend so ein Religiot versuchen wird, das zu verhindern. Nur, das Gesetz ist auf UNSERER SEITE! Der wird es also verflucht schwer haben, was dagegen zu unternehmen!
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