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Homo-"Heilung" per App
"Pray Away the Gay?" nun auch bei Google gelöscht
Vier Monate nach Apple, Microsoft und Amazon hat nun auch der US-Konzern Google ein extrem homophobes Programm für Smartphones aus seinem App Store entfernt.
- 31. März 2019, 09:10h 2 Min.
Nach monatelangem Druck bietet nun auch Google das homofeindliche Programm "Pray Away the Gay?" in seinem App Store Google Play nicht mehr an. Man habe sich nach Beratungen mit Interessensgruppen zu dem Schritt entschlossen, erklärte ein Sprecher des US-Unternehmens zur Löschung des Smartphone-Programms.
"Pray Away the Gay?" war von der christlichen Organisation "Living Hope Ministries" mit dem Ziel entwickelt worden, queere Menschen zu "heilen" (queer.de berichtete). In der App wurde Nutzern unter anderem erklärt, dass Lesben und Schwule einen "destruktiven Lebensstil" hätten und trans Menschen unter "Geschlechterverwirrung" litten. Man könne sich aber von diesen "falschen Identitäten" befreien – und zwar durch Beten.
Die Organisation "Truth Wins Out", die gegen Homo-"Heiler" kämpft, hatte bereits seit Monaten gefordert, die App zu löschen, weil sie insbesondere junge Homo- und Transsexuelle in den Selbstmord treiben könne. Die amerikanischen Konzerne Apple, Amazon und Microsoft folgten diesem Aufruf bereits im Dezember. Eine Petition, mit der gegen das Anbieten der App bei Google protestiert wird, wurde von mehr als 140.000 Menschen unterzeichnet.
App-Macher: Sexualität darf nur monogam und heterosexuell sein
Auf ihrer Website wirbt die Organisation "Living Hope Ministries" mit einer "auf Jesus Christus gerichteten, biblischen Weltsicht zur Sexualität". Diese basiere "auf einer engagierten, monogamen und heterosexuellen Ehe auf Lebenszeit zwischen einem Mann und einer Frau". Alle anderen Beziehungen sehe der biblische Gott nicht als ideal an.
Für seine späte Reaktion wurde Google von der amerikanischen LGBTI-Organisation Human Rights Campaign abgestraft. Für ihren aktuellen Corporate Equality Index, der die LGBTI-Freundlichkeit von US-Unternehmen bewertet, wurde der Suchmaschinen-Konzern disqualifiziert. 2018 hatte Google noch die Höchstzahl von 100 Punkten erhalten.
Homo-"Heiler" versuchen durch sogenannte "Konversionstherapien", Homosexuelle zu Heterosexuellen und Transsexuelle zu Cissexuellen zu verwandeln. Inzwischen zeigen Studien jedoch übereinstimmend, dass eine derartige "Heilung" nicht möglich ist und sogar negative Auswirkungen auf die Patienten hat. Diese können von psychischen Problemen bis zu einem hohen Risiko für Suizid reichen (queer.de berichtete). Daher wird derzeit in Deutschland über ein Verbot von derartigen Therapien debattiert (queer.de berichtete). (cw)















