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Konferenz rechter Fundis

Verona: Zehntausende demonstrieren gegen LGBTI-Hasser

Begleitet von Protesten, lobt Gloria von Thurn und Taxis beim "World Congress of Families" Afrika, wo die Welt "noch in Ordnung" sei. Italiens Innenminister will Heteros helfen, mehr Kinder zu bekommen.


Protestschild am Samstag bei der Gegendemo zum "Weltfamilienkongress" im italienischen Verona: "Wir werden nicht widerstandlos zurück in die Fünfzigerjahre marschieren" (Bild: Davide Tansini / twitter)

Zehntausende Menschen haben am Samstag im norditalienischen Verona gegen eine Konferenz der christlich-fundamentalistischen US-Organisation World Congress of Families demonstriert, die Homosexualität, Transsexualität und Abtreibungen strikt ablehnt. An dem bunten Protestzug gegen den "World Congress of Families" durch das Zentrum von Verona beteiligten sich auch Aktivisten aus Deutschland sowie Großbritannien, der Schweiz, Polen und Kroatien.

Die Demonstranten sangen die Widerstandshymne "Bella Ciao" und hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie "Über unsere Körper und unsere Begierden entscheiden wir selbst". Auf einem anderen Transparent stand: "Ihr habt Angst vor Regenbogenfamilien, weil ihr nur schwarz-weiß sehen könnt." Die Angaben zur Teilnehmerzahl klafften weit auseinander. Das Polizeipräsidium sprach am Samstagabend von bis zu 30.000, die Organisatorinnen selbst von über 150.000.


Auf der Demonstration waren viele Regenbogenfahnen zu sehen (Bild: isgalad / twitter)

Reaktionäres Netzwerk gegen Frauen- und LGBTI-Rechte

Die dreitägige Konferenz des World Congress of Families hatte am Freitag im von der Polizei abgeschirmten Palazzo von Verona begonnen (queer.de berichtete). Dabei wurden den Teilnehmern Gumminachbildungen eines zehn Wochen alten Fötus überreicht mit der Botschaft "Abtreibung stoppt ein schlagendes Herz". Außerdem formulierte bei dem Treffen ein Ausschuss die Forderung nach einem Referendum zur Änderung des italienischen Abtreibungsgesetzes. In Italien besteht seit 1978 die Möglichkeit einer legalen Abtreibung.

Prominentester Redner war am Samstag Italiens rechtsextremer Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini. Er verteidigte die heterosexuelle Familie, versprach Hilfen für das "natürliche" Zeugen von Kindern, verurteilte Leihmutterschaften ("Nein zu Bancomat-Frauen!") und versicherte, bis zu seinem letzten Atemzug gegen die "Gendertheorie" zu kämpfen. Sein Koalitionspartner in Rom konnte dem Treffen in Verona hingegen gar nichts abgewinnen. "Das ist ein mittelalterlicher Stil, der die Zukunft scheut", sagte der Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio.

Salvini, dem ein feines Gespür für die Stimmung im Volke nachgesagt wird, machte aber klar, dass er keine "gesellschaftlichen Errungenschaften" der vergangenen Jahre zurückrollen wolle. "Weder Abtreibung noch Scheidung stehen zur Diskussion und jeder kann ins Bett gehen, mit wem er will", schrieb der geschiedene Vater zweier Kinder auf Twitter.

Thurn und Taxis lobt Einwanderung aus Afrika

Auf dem christlich-reaktionären Kongress sprach am Samstag auch Gloria von Thurn und Taxis. Veranstalter Brian Brown stellte die deutsche Katholikin als "Punkrock-Prinzessin" vor und als Freundin von Elton John, Michael Jackson und Andy Warhol.

Die 59-Jährige, die vor Jahren mit Äußerungen über das Sexualverhalten der Afrikaner Schlagzeilen gemacht hatte ("Der Schwarze schnackselt gerne"), fand lobende Worte für Europas südlichen Nachbarkontinent. "Ich glaube stark an Afrika, ich selbst bin sehr glücklich, weil ich ein Haus in Kenia habe, und ich sage meinen kenianischen Freunden immer, ich komme und bleibe so lange, wie ich kann, denn in Afrika ist die Welt noch in Ordnung", sagte sie. Die Immigration aus Afrika habe auch gute Seiten, weil die Menschen dort noch an die Familie glaubten.

Katholische Kirche geht auf Distanz zum Kongress

Auffallend zurückhaltend zum Familienkongress in Verona gab sich der Vatikan. Papst Franziskus, auf seiner Reise nach Marokko befragt, bekräftigte nur die Worte seines Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin: "In der Sache richtig, in der Methode verkehrt." Immerhin ließ sich Veronas Bischof Giuseppe Zenti beim Kongress blicken, warnte aber vor Übereifer im Kulturkampf. "Die Kreuzzüge gehören der Vergangenheit an", sagte er.

Der World Congress of Families war 1997 gegründet worden, seit 2012 hält er alljährlich eine Konferenz ab. Laut ihrer Website verfolgt die Organisation das Ziel, "die natürliche Familie als einzige grundlegende und dauerhafte Einheit der Gesellschaft zu bestätigen, feiern und verteidigen". (cw/AFP/dpa)



#1 FinnAnonym
  • 31.03.2019, 15:44h
  • Gut, dass zehntausende Menschen diesen Fanatikern zeigen, dass sie nicht für die Mehrheit sprechen, sondern nur für eine schrille Minderheit vom Hass zerfressener Ewiggestriger.

    So viele Gegendemonstranten würde ich mir auch wünschen, wenn in Deutschland solche Rechten aufmarschieren.
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#2 niccinicciAnonym
  • 31.03.2019, 17:08h
  • ewiggestrige....jedes weitere wort ist zuviel für diese spinner, die schlimmste ist die dämliche möchtegernadlige von und zu.
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#3 lindener1966Profil
  • 31.03.2019, 17:41hHannover
  • "will heterosexuellen Paaren helfen, mehr Kinder zu bekommen" Meine Phantasie reicht nicht aus, mir das vorzustellen.
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#4 alter schwedeAnonym
  • 31.03.2019, 19:00h
  • Auf dem christlich-reaktionären Kongress sprach am Samstag auch Gloria von Thurn und Taxis. Veranstalter Brian Brown stellte die deutsche Katholikin als "Punkrock-Prinzessin" vor.

    Ich hätte sie eher als Birne Helene vorgestellt. Gefehlt hätte dann nur noch die Sex Pistols Revival Band unter Leitung von Andreas Gabalier als Background Beschallung. Anarchy in Emeran.
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#5 unnatürlichAnonym
  • 31.03.2019, 20:37h
  • Erstmal wurde ausgesagt, dass Familien in Ungarn und Italien gefördert werden sollen.
    Der Satz im Artikel: "Heteros sollen gefördert werden" ist somit keine identische Wiedergabe.
    Auch wenn Kritik wichtig ist, trotzdem Aussagen korrekt wiedergeben.

    Und Frau von Thurn und Taxis hatte mehr geäußert: "Gegen die Familie aktiv zu sein und ein völlig neues Konzept zu promoten, geht gegen die Natur." Auch sagte sie, dass man die "falsche Ideologie" bekämpfen müsse, die die Familie zerstöre.
    --------------------------------------------------------------

    Guten Tag Frau von Thurn und Taxis,
    Sie sprechen genau das aus, was Sie und der Congress tun. Sie werden gegen geltendes Recht aktiv und promoten ein völlig neues Konzept. Sie sprechen sich gezielt gegen bestimmte Familien aus, die durch Gesetze Rechte haben.
    Alle dürfen eine Familie gründen, auch die LSBTTIQ. Es gibt umfassende Studien und mittlerweile wurde sowohl der Paragraf 175 abgeschafft als auch Homosexualität nicht mehr als Krankheit eingestuft. Wahrscheinlich ging das an Ihnen vorbei, deshalb erwähne ich es nochmal ausdrücklich.
    Die Promotion, von der Sie sprechen, kommt von Ihrer Seite aus und von der Seite des Congresses. Sie sagen, Familie gelte nur für Vater, Mutter, Kind - das ist Promotion für CitizensGo und für "Demo für alle." Die AfD hat Verbindungen zu diesen rechtsorientierten Organisationen. Die AfD ist populistisch und rechtsgerückt.

    Nirgendwo steht geschrieben, dass Familie nur aus Vater, Mutter, Kind bestehe oder nur so bestehen soll. Menschen sind vielfältig und dementsprechend gibt es unterschiedliche Lebensformen: es gibt die Vater-Mutter-Kind Konstellation, es gibt die Mutter-Kind Konstellation, die Vater-Kind Konstellation, die Frau-Mann-ohne-Kind Konstellation, die Vater-Vater-Kind Konstellation, die Mutter-Mutter-Kind Konstellation, und die Patchwork-Familie.
    Auch das möchte ich ausdrücklich erwähnen, denn das ist Realität in Deutschland!

    Zu Ihrer Information ist auch wichtig zu wissen, dass die LSBTTIQ keine Aktion gegen Familien startet. Ich weiß nicht wie Sie auf diese Phantasie kommen, es stimmt jedenfalls nicht. Es geht der LSBTTIQ ausschließlich um dieselben Rechte, weil sie dasselbe Recht haben dürfen. Die LSBTTIQ sind keine Menschen dritter Klasse, sondern Menschen auf Augenhöhe mit denselben Pflichten und Rechte.
    Die Ehe wurde für die LSBTTIQ in Deutschland geöffnet und es gibt verheiratete Paare innerhalb der LSBTTIQ.

    Sie sprechen von "falscher Ideologie." Schön, dass Sie das ansprechen, denn die Ideologie, die Sie unterstützen, ist leider völlig falsch. Es geht hier nicht um "wir gegen die anderen," sondern um das Wir im allgemeinen. Die Gesellschaft besteht aus vielfältigen Menschen und viele äußerten bereits, dass ein MITEINANDER wichtig ist! Das ist der SPD wichtig, den Grünen, und den LINKEN. Das wird an Schulen beigebracht, in Kitas, und das ist das, was sich die Mehrheit der Bürger/innen wünschen. Das wird jährlich bei den CSDs übermittelt und überall kann man sich darüber informieren.

    Mit der Unterstützung des Word Congress of Families möchten Sie Spaltung hervorrufen und eine falsche Ideologie eintrichtern. Die Natur ist nicht verhandelbar! Die Natur hat ihren Weg längst gefunden. Die Natur ist aus der Natur heraus vielfältig, dagegen können Sie zum Glück nichts tun. Solange es Menschen gibt, gab es auch immer Homosexuelle, Bisexuelle, Trans*, Inter, etc.
    Es ist nur Ihre falsche Ideologie, die das verschwiegen hat. Sie machte es unsichtbar und stigmatisierte es mit dem rosa Winkel! Ihre falsche Ideologie hat einige Selbstmorde zu verantworten, und nur durch Ihre Ideologie konnte sich die Homo-Heilung verbreiten. Durch Ihre falsche Ideologie kommt es immer noch zu Diskriminierung und Homofeindlichkeit. Und letztendlich wird auch durch Ihre falsche Ideologie die AfD immer stärker - eine Partei ganz rechts.

    Sie sprechen von Afrika, wo "die Welt noch in Ordnung" sei und noch an Familie geglaubt würde.
    Das lässt sich so nicht bestätigen. Unter anderen Staaten flüchten LGBT auch aus Kenia, weil da LGBT vergewaltigt werden, um sie zur Heterosexualität zu zwingen. Wenn Sie das "in Ordnung" finden, muss ich mich aber sehr wundern! Damit wird Leid in einer Familie herbeigeführt. Es kommt dadurch und auch aus anderen Gründen zur Flucht. Es ist eine Fluchtursache!
    Wenn Sie also ein familienfreundliches Deutschland haben möchten, dann lassen Sie sich bitte aktuelle Zahlen und Infos geben, welche Lebensformen es in Deutschland gibt.
    Familienfreundlich bedeutet im Jahr 2019, dass es auch homosexuelle und bisexuelle Familien gibt, dass eine Familie aus zwei Trans* bestehen können, und das zerstört nichts, sondern das wird einfach dazugezählt.
    Wie Sie festgestellt haben, gibt es auch nach der Eheöffnung noch Hetero-Paare und sie haben keinerlei Nachteile!

    Ich weiß nicht, weshalb Sie solche Abscheu gegen Homosexualität haben, oder gegen die LSBTTIQ als solche. Ihr privates Schicksal hat mit uns jedenfalls nichts zu tun und da sollten Sie differenzieren. Sie leben Ihr Hetero-Leben und wir leben unser LSBTTIQ Leben. Wir tun Ihnen nichts böses, wir nehmen Ihnen nichts weg, wir zerstören nichts. Wir leben nur.

    Halten Sie sich doch bitte aus Dingen heraus, von denen Sie am allerwenigsten was verstehen.
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#6 Alexander_FAnonym
  • 31.03.2019, 21:30h
  • In Afrika ist die Welt also noch in Ordnung.

    Das erinnert mich ziemlich bitter an einige Aussagen aus der Konfizeit, wo es auch hieß, wir müssten uns daran ein Beispiel nehmen, wie die Afrikaner und Schwarzen überhaupt doch das Christentum leben würden. In der Zwischenzeit sieht man in Nigeria und Uganda ganz gut, wo dieser vorbildlich gelebte Glaube hinführt. Solche exotistisch-reaktionären Visionen sind an sich schon fragwürdig, aus dem Munde einer von Thurn und Taxis, die gleichzeitig ihre schwarzen Schützlinge für die AIDS-Seuche, von der sie geplagt werden, selbst verantwortlich macht, obwohl sie lediglich die Ratschläge befolgen, die Thurn und Taxis und ihre Spießgesellen erteilen, setzt dem Ganzen die Krone aller Heuchelei auf.

    Zu dieser Veranstaltung in Verona fällt mir deshalb wirklich nichts mehr ein. Sie zeigt nur einmal wieder allzu deutlich, was hinter diesen christlichen "Familienwerten" steckt.
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#7 giliatt 2Anonym
  • 31.03.2019, 23:00h
  • Seltsam: Das Lied "Bella Ciao" ist ein Kampfsong italienischer Reispflückerinnen um das Jahr 1900 herum. Ein Frauenlied also. das zur Partisanen-Hymmne wurde. DDR-Jungkommunisten (FDJler genannt) sangen es auch. Heute ist es der Knaller-Hit am BALLERMANN als Entree zum Komasaufen.

    Seltsam: Für die Punkrock-Prinzessin GLORIA ist die Welt bezüglich AFRIKA heterofamiliär noch in Ordnung? Hatte sie nicht verkündet, dass an AIDS das afrikanische SCHNACKSELN schuld sei? Wann und wo war das? In der öffentlich-rechtlichen TV-Talk-Show von Michael Friedmann wohl, , der kurz hernach als "mutigster Jude Deutschlands" apostrophiert ward, obwohl man ihn als Puff-Gänger entlarvt hatte, der sein Kokain mit den bestellten Zwangs-Prostituierten teilte?

    Seltsam.
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#8 FredinbkkProfil
  • 01.04.2019, 08:16hBangkok
  • Antwort auf #3 von lindener1966
  • ups...da faellt mir ein Satz von vor wenigen Tagen ein,als mein Mann erzaehlte ,ein Neffe und sein Frau bekaemen keine Kinder,
    nun gehen sie jeden Tag zu den Moenchen in den Tempel zum beten...
    ich meinte dazu:

    beten ist fuer die "Katz" ,der muss seine Frau vielleicht mal eine Nacht im Tempel lassen.
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#9 fabianfarkashAnonym
#10 hugoAnonym
  • 01.04.2019, 11:02h
  • Ja, das ist die Meinung der "christlichen" Konservativen:
    In Afrika Kinder zum Verhungen auf die Welt setzen-ohne Chance auf ein menschenwürdiges Dasein.
    Das ist das Ziel der Kirchen und auch des Islam!
    Nach meiner Meinung ist es eine größere Sünde, ein Kind zum Verhungen zu zeugen, als zu verhindern, dass es geboren wird!
    Homosexueller Sex ist da neben Verhütingsmitteln ein gangbarer Weg dahin!
    Übrigens: Frau Groria hätte ja genügend Geld, um die Bevölkerungsexplosion in Afrika zumindest zum Teil zu finanzieren.
    Die Traditionen gebieten, viele Nachkommen zu zeugen, um wegen der hohen Sterblichkeit den bestand des Volken zu gewährleisten.
    Dank der modernen Medizin überleben nun ein Großteil der Kinder (wenn auch unter erbärmlichen Umständen).
    Afrika kann nur dann Anschluss an die übrige Welt bekommen, wenn die Bevölkerungsexplosion gstoppt wird.
    China hat es vorgemacht-es wurde vom Armenhaus mit permanenter Hungersnot zur Wirtschaftsmacht und Agragexporteur!
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