Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33313

Steinigung von Lesben und Schwulen

Auswärtiges Amt bestellt Botschafterin von Brunei ein

Weil der Sultan von Brunei die Todesstrafe für Homosexualität einführen will, hat das Auswärtige Amt heute die Botschafterin des südostasiatischen Landes zum Gespräch einbestellt – eine seltene diplomatische Sanktion.


Das Auswärtige Amt in Berlin (Bild: photothek / Auswärtiges Amt)

Das Auswärtige Amt in Berlin hat die Botschafterin von Brunei, Rakiah Hj Abd Lamit, einbestellt. Das teilte das Amt am Montag auf Anfrage von queer.de mit. "Die Botschafterin von Brunei war heute zum Gespräch im Auswärtigen Amt", heißt es von einem Sprecher. "Dabei haben wir unsere Sorge im Zusammenhang mit der Einführung des Scharia-Strafrechts zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig haben wir an Brunei appelliert, bestehende internationale Menschenrechtsverpflichtungen einzuhalten."

Am Montag forderte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) die Bundesregierung auf, die Botschafterin von Brunei einzubestellen. Daraufhin schrieb Staatssekretär Michael Roth (SPD) auf Twitter: "Das werden wir tun."

Twitter / MiRo_SPD

Einbestellung bedeutet in der Sprache der Diplomatie eine untere Stufe einer Sanktion, die zwischen formloser Einladung und Abgabe einer Protestnote angesiedelt ist. Unter Staaten mit freundschaftlichen Beziehungen ist diese Maßnahme sehr unüblich.

Internationaler Protest gegen die Todesstrafe

Ebenfalls am Montag hatte die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen, Michelle Bachelet, die angekündigte Todesstrafe als "unmenschlich" kritisiert (queer.de berichtete). Ab dem 3. April sollen in Brunei neue Scharia-Gesetze eingeführt werden. Sie sehen unter anderem vor, Homosexualität mit dem Tod durch Steinigung zu bestrafen (queer.de berichtete).


Sultan Hassanal Bolkiah im Jahr 2002. Bild: Corporal Kyle J. Cosner, USASOC PAO, Wikimedia

Noch am Wochenende verteidigte der Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah, die angekündigten Verschärfung. "Brunei Darussalam ist ein souveränes islamisches und völlig unabhängiges Land und es hat, wie andere unabhängige Länder, seine eigenen Gesetze", sagte er in einem Statement. In der vergangenen Woche hatten Prominente wie Elton John und George Clooney aus Protest angekündigt, die Hotels im Besitz des Sultans Bolkiah zu boykottieren (queer.de berichtete).

Ein Wort in eigener Sache
Hinter gutem Journalismus stecken viel Zeit und harte Arbeit – doch allein aus den Werbeeinnahmen lässt sich ein Onlineportal wie queer.de nicht finanzieren. Mit einer Spende, u.a. per Paypal oder Überweisung, kannst Du unsere wichtige Arbeit für die LGBTI-Community sichern und stärken. Abonnenten bieten wir ein werbefreies Angebot. Jetzt queer.de unterstützen!


#1 Patrick SAnonym
  • 01.04.2019, 18:14h
  • Na immerhin mal ein positives Signal von Hr. Maas, nachdem er es geschafft hat, auf der letzten Pressekonferenz mit Herrn Lawrow Tschetschenien mit keiner Silbe zu erwähnen und die Weltpresse somit um die Stellungnahme Russlands gebracht hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Ralph
  • 01.04.2019, 19:40h
  • Der Zusatz "Darussalam" im Staatsnamen bedeutet "Ort des Friedens" und bezeichnet nach islamischer Tradition einen Ort, in dem vollumfänglich die Regeln des Islams gelten. Nach islamischem Verständnis ist ein Land, in dem nach den Gesetzen der Scharia vom Staat gefoltert und gemordet wird, ein Ort des Friedens. Folgerichtig gelten z.B. die europäischen Länder, in denen die Todesstrafe abgeschafft und die Folter verboten ist und die Mensachen vom Staat zu schützende Grundrechte besitzen, als "Ort des Krieges". Die Perversion im islamischen Denken ist nicht zu überbieten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 zundermxeAnonym
  • 01.04.2019, 19:50h
  • Ein kleines Signal - zu klein angesichts von Folter und Mord per Gesetz.

    Die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes spätestens am 03. April wäre wenigstens eine ernsthaftere MaasNahme. Wenn auch keine abschließend ausreichende.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Patroklos
  • 01.04.2019, 20:20h
  • Logische Konsequenz aus den Ereignissen in dem Sultanat in Südostasien und als nächstes sollte die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes folgen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 gespanntAnonym
  • 01.04.2019, 22:41h
  • Da bin ich mal gespannt, was dabei herauskommt. Was besprochen wird und wie sich Brunei danach verhält.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 02.04.2019, 01:27h
  • Man zitiert die Botschafterin zu sich, um das Gesicht zu wahren. Mehr geschieht nicht! Schließlich will man sich die "guten Beziehungen" nicht kaputtmachen lassen. Geht schließlich um "gute Geschäfte", die mehr wert als Menschenrechte für manche (deutschen) Politiker sind.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Homonklin44Profil
  • 02.04.2019, 05:15hTauroa Point
  • Wenn der Typ wirklich so unabhängig ist - Asche genug hat er ja, und Mercedes-Flotte aus Schland inklusive - wird ihm das alles am reichen Arsch vorbei gehen. Religion eben mal wieder .die Christen haben ähnlich auslegbare Texte in ihrer scheinheiligen Schrift und Ätz-Knilche wie Laun und Huonder sind da auch am blutgierigen Geifern. Wenigstens haben die keine solche Handlungsbefugnis.

    Solange die Welt aber nur empört ist und symbolisch ächtet, ändert das nichts für die an Morgen verurteilt Werdenden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 feli491Anonym
  • 02.04.2019, 07:28h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Die Tatsache, dass der Islam explizit zu Frieden aufruft und dass die Menschen sich offen begegnen sollen, und eigentlich nur ein paar machtgeile Spinner den Begriff Dschihad als "Krieg gegen Andersgläubige" verstehen, während es eigentlich den Kampf mit sich selbst bezeichnet... Würde dem eigenen Weltbild wohl zu sehr widersprechen, hmm? Mal abgesehen davon, dass die islamischen Länder viel offener für Homosexualität etc waren, bis die "christlichen" Länder meinten, ihre eigene Bigotterie der gesamten Welt überzustülpen...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Ralph
  • 02.04.2019, 09:59h
  • Antwort auf #8 von feli491
  • Wie blind für die Realität und wie vernagelt in der Islamverehrung kann man eigentlich sein? Es ist also die westliche Welt mit ihren Diskriminierungsschutzgesetzen und ihrer Eheöffnung, die Brunei, Saudi-Arabien, dem Iran, Mauretanien, Somalia, Nord-Nigeria usw. ihre homofeindlichen Vorstellungen überstülpt und sie zwingt, Schwule zu ermorden?!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 berliner_bärchenAnonym
  • 02.04.2019, 10:58h
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Zitat: "Die Perversion im islamischen Denken ist nicht zu überbieten."

    Verallgemeinerungen sprechen i.d.R. für sich und es macht wohl auch keinen Sinn, sich mit solchen Aussagen auseinander zu setzen.

    Aber apropos Perversion - vor "unserer" Haustür: Zitat aus der taz-online von heute:

    "Es ist fast so etwas wie eine Hinrichtung, ... im sächsischen Aue stattfindet. Christopher W. ein schmächtiger 27-Jähriger, Brillenträger trifft sich hier ... mit Bekannten ... was folgt, ist ein Martyrium, .., Jens H. habe ihm mit einem Aluminiumstück eine tiefe Schnittwunde im Gesicht beigebracht. Das Trio wirft Christopher W. in einen 1,80 Meter tiefen Schacht, soll hinterhergesprungen sein und auch dort auf ihn eingeschlagen haben. Mit einer Lampenröhre wird ihm ins Gesicht gestochen...
    Mit einer Glasscherbe hätten sie W. den rechten Unterarm aufgeschlitzt und ihn dann mit dem Gesicht auf die Schachtkante gelegt. Terenc H. und Stephan H. hätten auf den Kopf des 27-Jährigen eingetreten. Dann hätten sie ihn zurück in den Schacht geworfen und dort mit einer Türkante auf ihn eingeschlagen. Bevor das Trio den Sterbenden zurücklässt"

    Wären die Täter außerhalb Europas, würde dieser Tat wesentlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet, Aber so hält sich das Mitgefühl anscheinend in Grenzen.
  • Antworten » | Direktlink »