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Homophobie in den Achtzigerjahren
Als Schwuler "verdächtigt" – und entlassen
In seinem neuen Buch "Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr" erinnert der Historiker Heiner Möllers an die Leidensgeschichte eines alleinstehenden NATO-Generals vor 35 Jahren.
- 2. April 2019, 03:53h 2 Min.

"Die Affäre Kießling" ist Mitte März im Christoph Links Verlag erschienen
Der Skandal, der sich aus der Kießling-Wörner-Affäre 1984 entwickelte, war weit mehr als nur die Leidensgeschichte eines alleinstehenden NATO-Generals, den man zu Unrecht der Homosexualität "verdächtigte", deswegen entließ und dann wieder einstellen musste. Dies arbeitet Heiner Möllers in seinem neuen Buch "Die Affäre Kießling" (Amazon-Affiliate-Link ) detailliert heraus.
Vor 35 Jahren entwickelte sich der größte Skandal der deutschen Militärgeschichte in der Nachkriegszeit, denn es ging "um den Kern des Selbstverständnisses der Bundeswehr: den Staatsbürger in Uniform und die viel gepriesene Innere Führung", so der Historiker und Experte für Militärgeschichte. Die poliische Verantwortung trug der damalige Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner (CDU).
Anders als bei manchem Beschaffungsskandal standen der Umgang mit Soldaten und das Menschenbild der Militärs im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung. Zugleich wurde die Rolle des Militärischen Abschirmdienstes kritisch hinterfragt, der Gerüchten über General Günter Kießling aufsaß und sich mit Falschinformationen blamierte.
Neue Quellen und ungehörte Zeitzeugen
Mit bislang unbekannten Quellen und ungehörten Zeitzeugen hat Möllers erstmals die Hintergründe des damaligen Geschehens umfassend rekonstruiert. Das Buch gibt tiefe Einblicke in die innere Verfasstheit der Bundeswehrführung der Achtzigerjahre und fragt nach dem heutigen Umgang mit Schwulen und Lesben in der Armee.
Im Deutschen Spionagemuseum in Berlin (Leipziger Platz 9) findet am 25. April um 19 Uhr die offizielle Buchpremiere mit Heiner Möllers statt. Queer.de-Redakteur Dennis Klein hatte bereits im Januar an "eine der bizarrsten Affären der Bonner Republik" erinnert. (cw/pm)
Heiner Möllers: Die Affäre Kießling. Der größte Skandal der Bundeswehr. Sachbuch. 368 Seiten. Christoph Links Verlag. Berlin 2019. Hardcover: 25 € (ISBN: 978-3-96289-037-7). Ebook: 14,99 €
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Die ganze tief in den Sechzigern und Siebzigern verwurzelte Hysterie beim Thema Homosexualität offenbart die bodenlose Verlogenheit der damaligen Gesellschaft: - Ich habe ja nichts gegen Schwule aber wenn ICH damit gemeint bin hört der Spaß auf. Zwei meiner besten Freunde sind schwul, aber. . . - Nichts anderes als modisch gefärbter Blümchensex im Fokuhila-Schnitt mit einem klitzekleinen Quentchen Schwul, als exotischem Accessoire.
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt. Rosas Filmtitel ist nichts hinzu zu fügen.