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Späte Einsicht

Papst: Homosexualität doch keine Sünde

Franziskus sagte, Eltern mit homosexuellen Kindern müssten nun doch nicht in die Psychiatrie. Ihm sei der umstrittene Satz herausgerutscht. Doch seine Aussagen bleiben widersprüchlich.


Papst Franziskus

Papst Franziskus hat seine umstrittene Äußerung zur Heilung von Homosexualität erklärt. Wie VaticanNews berichtet, sagte Franziskus dem spanischen Sender LaSexta, dass die anwesenden Journalist*innen ihn böswillig missverstanden hätten.

Auf dem Rückflug von seiner Irlandreise 2018 war Franziskus auf seine Haltung zu Homosexualität angesprochen worden. Damals sagte er, bei einer sich zeigenden Homosexualität von Kindern gäbe es "viele Dinge, die man mit der Psychiatrie machen kann, um zu sehen, wie die Dinge sind". Diese Aussage vor Journalist*innen auf einer fliegenden Pressekonferenz sorgte für Irritationen (queer.de berichtete). Nach einem Aufschrei hatte eine Vatikan-Sprecherin die Aussagen teilweise zurück gezogen (queer.de berichtete).

Papst habe nicht in Muttersprache gesprochen

Nun sagte er in einem Interview mit LaSexta, dass eine homosexuelle Neigung "keine Sünde" sei. Neigungen seien keine Sünden. Sünde könne nur eine Handlung sein, die in Freiheit begangenen wurde. Das Wort "Psychiatrie" sei ihm herausgerutscht. Er erklärte dies damit, dass er die Erklärung nicht in seiner Muttersprache abgegeben habe. "In diesem Moment kommt Ihnen das Wort heraus, das Ihnen eben herauskommt, wenn Sie in einer Sprache reden, die nicht die Ihre ist", sagte er.


Auf der Pressekonferenz, bei der die umstrittene Äußerung fiel.

Stattdessen habe er gemeint, dass Eltern bei unerwarteten Verhaltensweisen ihrer Kinder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Ein moralisches Urteil über Homosexuelle habe er nicht getroffen. Er sagte, Eltern dürften in keinem Fall ihre Kinder verstoßen: "Wenn die homosexuelle Neigung einmal feststeht, dann hat dieser Mann oder diese Frau das Recht auf eine Familie, und der Vater und die Mutter haben Recht auf ein Kind, egal wie es beschaffen ist." Das sei für viele Menschen "schwer zu akzeptieren, aber es ist die Realität des Lebens".

Zuletzt Homosexualität als "Mode" bezeichnet

Die Aussagen von Franziskus zu Homosexualität bleiben jedoch widersprüchlich. Erst im Dezember erschien ein Buch, in dem er sagte, er sei wegen Homosexueller in der Kirche in Sorge. "In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche", hieß es in dem Interview (queer.de berichtete).

Im letzten Jahr hatte der Papst außerdem gesagt, dass nur Mann und Frau eine Familie bildeten. Damit verunglimpfte er indirekt Regenbogenfamilien (queer.de berichtete). (cw)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Jorge PollardAnonym
#2 Sven100Anonym
  • 03.04.2019, 14:26h
  • "spanischen Sender LaSexta"

    Die Muttersprache dieses Papstes ist Spanisch...

    -----------

    "Homosexualität doch keine Sünde"

    Die bloße Neigung zur Homosexualität war auch in der katholischen Kirche nie eine Sünde.

    Erst wenn diese Neigung ausgelebt wird, wird es aus Sicht des kirchlichen Lehramtes zur "Sünde".
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 tchantchesProfil
  • 03.04.2019, 15:56hNaseweishausen
  • Dafür gibt es jetzt einfach mal den Joschka der Woche: "Mit Verlaub, Herr Papst..."
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#5 GerritAnonym
  • 03.04.2019, 17:42h
  • Zu spät...
    Zu wenig...
    Zu unglaubwürdig...
    Zu durchschaubar...

    Die Kirche will nur retten, was noch zu retten ist. Echter Gesinnungswandel ist das nicht, solange anderswo munter weiter gehetzt wird...
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#6 Patrick SAnonym
#7 Alice
  • 03.04.2019, 18:33h
  • Antwort auf #2 von Sven100
  • Genau Sven100,
    das sagen die immer wieder, die Neigung, der Wunsch, das "Darüber Reden" ... ist alles keine Sünde,
    es darf nur nie ausgelebt werden.
    Damit ist zwar im Wesentlichen das sexuelle Ausleben gemeint dennoch ist auch eine gleichgeschlechtliche Beziehung (und damit Familie) nicht in deren Sinne.
    Das das schwierig ist in einer fremden Sprache die richtigen Worte zu finden, ist nachvollziehbar - geschenkt!
    Würde jedoch die kath. Kirche einen "Sinneswandel" machen und etwa LGBTIQ+ uneingeschränkt anerkennen, dann wäre die Konsequenz, dass sie - die kath. Kirche und ihre Vertreter*innen - offensiv gegen LGBTIQ+-feindliches Verhalten vorgehen müsste und damit auch vielen eigenen LGBTIQ+-"Dislikern" die Unterstützung entziehen und ggf. auch dagegen vorgehen müsste.

    Das sehe ich aber noch in weiter Ferne, wenn überhaupt.
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#8 PocahontasAnonym
  • 03.04.2019, 18:33h
  • Ja,ja die Kirche. Das Wort das man gesprochen hat und den Pfeil den man verschossen hat, kann man nicht mehr zurück nehmen. Daß er falsch interpretiert wurde wär glaubt das noch? Laufen der Kirche doch die Schäfchen weg wie. Die Kirche wird sich nie ändern und auch ihre Einstellung nicht. Hohl und verbort. Ich lege euch ein Taschenbuch ans Herz von H.H Yoomee. Mary und die Geschichte vom Anderssein. Recht interessant.
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#9 panzernashorn
#10 stephan
  • 03.04.2019, 22:28h
  • Wer durchblickt schon noch, was im Kopf von diesem Mann vorgeht? Einmal äußert er sich so, dann wieder so!

    Einzig moralisch und gut wäre die Haltung: Homosexuelle sind Menschen die mit dieser Anlage geboren sind, die nichts tun, was die Rechte anderer Menschen berührt oder verletzt. Warum sollten sie nicht leben, wie sie wollen? Und da sie in der Minderheit sind, sollte jede gesellschaftliche Kraft dafür sorgen und kämpfen, dass sie gleiche Rechte haben, dass ihre Rechte gesichert sind! ...

    Das wäre eine ethisch richtige Haltung der Kirche! Stattdessen kümmerte und kümmert sich die Kirche seit Jahrhunderten um Bettgeschichten, als könne man sich tatsächlich einen Gott vorstellen, der so klein ist, dass ihn interessierte, was ich mit wem im Bett (oder sonst wo) mache. Lächerlich! Wenn die Kirche wenigstens 'wirkliche' ethische Maßstäbe anlegte - etwas, dass man seinen Partner nicht betrügt, falls und weil es diesen verletzt - aber die Religioten sehen das Schlimmste wohl tatsächlich in dem bisschen Austausch von Körperflüssigkeiten an sich! Lächerlicher geht es nicht, denn viele reflektierte Menschen sind mit ihren Werten schon lange im positiven Sinne an der Kirche vorübergezogen! Franziskus hat wohl leider auch schon lange die Orientierung verloren und labert unreflektiert, was ihm gerade in den Sinn kommt ... weil er weiß, dass sich die lächerliche 'Moral' der Kirche ebenso wenig halten läßt, wie es ihm gelingt, die Verknöcherung aufzuheben und Menschenfreundlichkeit durchzusetzen und zu einer humanen Haltung zu kommen.
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