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Späte Einsicht

Papst: Homosexualität doch keine Sünde

Franziskus sagte, Eltern mit homosexuellen Kindern müssten nun doch nicht in die Psychiatrie. Ihm sei der umstrittene Satz herausgerutscht. Doch seine Aussagen bleiben widersprüchlich.


Papst Franziskus

  • 3. April 2019, 12:02h 17 2 Min.

Papst Franziskus hat seine umstrittene Äußerung zur Heilung von Homosexualität erklärt. Wie VaticanNews berichtet, sagte Franziskus dem spanischen Sender LaSexta, dass die anwesenden Journalist*innen ihn böswillig missverstanden hätten.

Auf dem Rückflug von seiner Irlandreise 2018 war Franziskus auf seine Haltung zu Homosexualität angesprochen worden. Damals sagte er, bei einer sich zeigenden Homosexualität von Kindern gäbe es "viele Dinge, die man mit der Psychiatrie machen kann, um zu sehen, wie die Dinge sind". Diese Aussage vor Journalist*innen auf einer fliegenden Pressekonferenz sorgte für Irritationen (queer.de berichtete). Nach einem Aufschrei hatte eine Vatikan-Sprecherin die Aussagen teilweise zurück gezogen (queer.de berichtete).

Papst habe nicht in Muttersprache gesprochen

Nun sagte er in einem Interview mit LaSexta, dass eine homosexuelle Neigung "keine Sünde" sei. Neigungen seien keine Sünden. Sünde könne nur eine Handlung sein, die in Freiheit begangenen wurde. Das Wort "Psychiatrie" sei ihm herausgerutscht. Er erklärte dies damit, dass er die Erklärung nicht in seiner Muttersprache abgegeben habe. "In diesem Moment kommt Ihnen das Wort heraus, das Ihnen eben herauskommt, wenn Sie in einer Sprache reden, die nicht die Ihre ist", sagte er.


Auf der Pressekonferenz, bei der die umstrittene Äußerung fiel.

Stattdessen habe er gemeint, dass Eltern bei unerwarteten Verhaltensweisen ihrer Kinder professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten. Ein moralisches Urteil über Homosexuelle habe er nicht getroffen. Er sagte, Eltern dürften in keinem Fall ihre Kinder verstoßen: "Wenn die homosexuelle Neigung einmal feststeht, dann hat dieser Mann oder diese Frau das Recht auf eine Familie, und der Vater und die Mutter haben Recht auf ein Kind, egal wie es beschaffen ist." Das sei für viele Menschen "schwer zu akzeptieren, aber es ist die Realität des Lebens".

Zuletzt Homosexualität als "Mode" bezeichnet

Die Aussagen von Franziskus zu Homosexualität bleiben jedoch widersprüchlich. Erst im Dezember erschien ein Buch, in dem er sagte, er sei wegen Homosexueller in der Kirche in Sorge. "In unseren Gesellschaften scheint es gar, dass Homosexualität eine Mode ist, und diese Mentalität beeinflusst auf gewisse Weise auch die Kirche", hieß es in dem Interview (queer.de berichtete).

Im letzten Jahr hatte der Papst außerdem gesagt, dass nur Mann und Frau eine Familie bildeten. Damit verunglimpfte er indirekt Regenbogenfamilien (queer.de berichtete). (cw)

-w-

#1 Jorge PollardAnonym
#2 Sven100Anonym
  • 03.04.2019, 14:26h
  • "spanischen Sender LaSexta"

    Die Muttersprache dieses Papstes ist Spanisch...

    -----------

    "Homosexualität doch keine Sünde"

    Die bloße Neigung zur Homosexualität war auch in der katholischen Kirche nie eine Sünde.

    Erst wenn diese Neigung ausgelebt wird, wird es aus Sicht des kirchlichen Lehramtes zur "Sünde".
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 03.04.2019, 14:35h
  • Auf dass Kuby wieder rotieren möge...
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