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Weltweiter Aufschrei

Deutsche Bank boykottiert Hotels des Sultanats Brunei

Wegen der Steinigung von Schwulen will die größte deutsche Bank die Hotels des Sultans nicht mehr nutzen. Die Sängerin Dua Lipa und die Komikerin Ellen DeGeneres rufen ebenso zum Boykott auf.


Eine Moschee in Brunei (Bild: Bernard Spragg. NZ / flickr)

Mitarbeiter*innen der Deutschen Bank dürfen ab sofort nicht mehr in Hotels übernachten, die dem Sultanat Brunei gehören. Dies teilte die Bank am Donnerstag mit. "Die von unseren Mitarbeitern nunmehr nicht mehr zu buchenden Hotels der Dorchester Collection sind über eine staatliche Investment-Agentur im Eigentum des Sultanats", hieß es in einer Stellungnahme der Bank. "Die von Brunei eingeführten neuen Gesetze verletzen grundlegende Menschenrechte. Es ist unsere Pflicht als Unternehmen, uns gegen Menschenrechtsverletzungen zu stellen", erklärte Stuart Lewis, zuständiges Vorstandsmitglied der Bank.

In Brunei gelten seit Mittwoch neue Scharia-Gesetze. Schwuler Sex kann mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden. Frauen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen mit einer Höchststrafe von 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen (queer.de berichtete).

Mehrere große deutsche Unternehmen handeln mit Brunei, wie die "Bild"-Zeitung am Donnerstag berichtete. Die Lufthansa schicke einzelne Pilot*innen "im Rahmen einer 18-monatigen Arbeitnehmerüberlassung" nach Brunei. Flüge in das Land bieten die Airlines der Lufthansa Group demnach nicht an. "Aktuell sind drei Piloten und neun Techniker in Brunei. Die Mitarbeiter entscheiden sich freiwillig für den Einsatz dort", sagte ein Sprecher der Zeitung.

Nach einem Gespräch könnten Flugbegleiter*innen Flüge in Länder mit homophoben Gesetzgebungen verweigern. Die eingesetzten Lufthansa-Pilot*innen werden den Angaben zufolge vor der Abreise in den Staat geschult. Es gäbe zudem regelmäßigen Kontakt zu ihnen und der Deutschen Botschaft. Die Lufthansa betont, dass ihr Diversität sehr wichtig sei: "Wir tolerieren keinerlei diskriminierendes Verhalten, sei es gegenüber Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten. Jeglicher Form von Diskriminierung gehen wir konsequent nach."

Außerdem handelten der Autohersteller Volkswagen und die rheinland-pfälzische Pharmafirma Boehringer Ingelheim mit Brunei. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp baue in dem Land seit 2017 eine Düngemittelfabrik. Ein Sprecher des Konzerns sagte, man unterstütze aber die diplomatischen Bemühungen Deutschlands, auf eine Verbesserung der Menschenrechtslage hinzuwirken.

Boykott-Aufrufe auf Twitter: #BoycottBrunei

Auf Twitter riefen weitere Prominente zum Boykott der Hotels des Sultanats Brunei auf. Die britische Sängerin Dua Lipa schrieb, die Rechte von Homosexuellen seien Menschenrechte. "Boykottiert die Unternehmen und Menschen, die an die unmenschlichen Anti-LGBT-Gesetze glauben. Positioniert euch heute und für immer und zeigt Unterstützung. Dieser Kampf wird nie zu Ende sein, und wir kratzen nur an der Oberfläche, aber wir müssen lauter als jemals zuvor sein."


Sängerin Dua Lipa setzte sich immer wieder für die Rechte von LGBTI ein (Bild: Justin Higuchi / flickr)

Am Donnerstag schrieb die TV-Komikerin Ellen DeGeneres auf Twitter, man solle wegen der "schrecklichen Situation in Brunei" aktiv werden.

Twitter / TheEllenShow

Viele Nutzer schlossen sich unter dem Hashtag #BoycottBrunei dem Aufruf an. Am Mittwoch regierte die Hotelkette "Dorchester Collection Hotels" auf die Boykott-Aufrufe, indem sie ankündigte, ihre Accounts in den sozialen Netzwerken zu deaktivieren. Betroffen seien das Beverly Hills Hotel in Los Angeles und The Dorchester in London. Zuletzt hatten Prominente wie Elton John (queer.de berichtete) und George Clooney zum Boykott der Hotel-Kette aufgerufen (queer.de berichtete).

Britischer Außenminister verteidigt Sultan als guten Freund

Im britischen Unterhaus verteidigte Außenminister Mark Field (Tories) den bruneiischen Alleinherrscher Hassanal Bolkiah: "Der Sultan von Brunei ist seit vielen Jahren ein großer Freund dieses Landes. Er ist, denke ich, mit dem Alter ein bisschen frommer geworden." Dies sei ein Grund für die Einführung der Scharia-Gesetze. Field sagte, er hoffe, dass man den "positiven und konstruktiven Dialog zu diesem Thema" fortsetzen könne.

Twitter / foreignoffice | Die Erklärung des britischen Außenministers Mark Field zur Situation von LGBTI in Brunei

Brunei gehört zum britischen Commonwealth. Abgeordnete hatten vorgeschlagen, das Land aus dem Staatenverbund wegen der Einführung der Scharia-Gesetze auszuschließen. Dies lehnte Field ab. Trotzdem verurteilte er die neuen Gesetze als Verstoß gegen die Menschenrechtsverpflichtungen des Landes.


Ist besorgt über die homosexuellen Soldaten in Brunei: Großbritanniens Verteidigungsminister Gavin Williamson (Bild: Chris McAndrew)

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson zeigte sich besorgt über die homosexuellen Soldaten Großbritanniens, die in Brunei stationiert sind. Wie die "Times" berichtet, sagte er: "Das Außenministerium hat sofort Gespräche mit der Regierung von Brunei gestartet, um sicherzustellen, dass unsere Truppen davon nicht betroffen sind", sagte Williamson. Aktuell seien rund 2.000 britische Soldat*innen in Brunei stationiert.



#1 Simon HAnonym
  • 05.04.2019, 16:57h
  • Richtig so.

    Es ist zwar skandalös, dass z.B. unsere schwarz-rote Bundesregierung inkl. des zuständigen Außenministern Heiko Maas schweigend wegsieht.

    Aber gut, dass wenigstens Unternehmen und Promis zu Boykotten aufrufen.
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#2 nichtgenugAnonym
  • 05.04.2019, 17:38h
  • Das ist eine erfreuliche Nachricht der Deutschen Bank.

    Nun rückt unsere Regierung in ein dunkles Licht und das ist wieder typisch!
    Ist ja gut, dass Herr Maaß die Botschafterin von Brunei zu sich zitierte, aber viel wird er dadurch nicht bewirken.

    Es müssen wieder Leute aus dem Ausland laut werden und unsere Regierung hüllt sich in Schweigen!

    Es nervt.
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#3 Simon HAnonym
  • 05.04.2019, 18:10h
  • Antwort auf #2 von nichtgenug
  • Ja, es zeigt sich immer wieder, dass Ermahnungen, Appelle, etc. gar nichts bringen. Nur echte politische und wirtschaftliche Sanktionen bringen etwas. Spätestens, wenn es ums Geld geht, ist das die Sprache, die alle verstehen.
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#4 Patroklos
  • 05.04.2019, 19:37h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Die Bundesregierung sieht nicht schweigend weg und Herr Maas hat einen vollen Terminkalender! Du kannst gerne sein Amt übernehmen, wundere Dich aber nicht, wenn Du ihm nicht gewachsen bist!
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#5 KoppsiProfil
  • 06.04.2019, 07:02hSeligenstadt
  • Mir sind irgendwelche Luxus-Hotels eines Milliardärs sch...egal.
    Bedenklich finde ich, daß die Situation der einheimischen LGTB durch die Neuerungen im Artikel und in den Kommentaren überhaupt keine Relevanz darstellen.
    Stattdessen boykottiert man mit Enthusiasmus Hotels, in denen sich wohl die wenigsten einen 2-wöchigen Urlaub leisten können.
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#6 andreAnonym
  • 06.04.2019, 12:31h
  • Antwort auf #1 von Simon H
  • Wenn Promis und Firmen, in irgendeiner Art, das Land boykottieren, ist das zwar gut, aber ändert nichts. Das geht über Symbolik nicht hinaus. Auch die Kritik des Außenministeriums ist wohl eher symbolisch. Gerade jetzt gelesen. Der Partnerstaat der nächsten Hannover-Messe 2020, wird Indonesien sein. Das Nachbarland von Brunei ist nicht weniger homophob. In einer Provinz dort, wird nach Scharia-Recht geurteilt. In Deutschland wird solchen Staaten, öfters eine Bühne geboten, hat man den Eindruck. Verwundert mich aber nicht. Reiht sich, nahtlos, ein in z.B. die Glückwünsche nach Iran und die Kranzniederlegung an Arafats Grab, durch unseren Bundespräsidenten.
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#7 zundermxeAnonym
  • 06.04.2019, 13:14h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • Deine Aussage ist einfach nur ganz dunkel und macht fassungslos.

    Wünsche Dir, dass Du eine Antwort dieser Qualität bekommst wenn Dein Haus abbrennt und Du Hilfe von der Feuerwehr brauchst.

    Vielleicht denkst Du dann mal drüber nach was Prioritäten setzten bedeutet und dass dies am Ende über Leben und Tod entscheiden kann.
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#8 giliatt 2Anonym
  • 07.04.2019, 01:44h
  • Mag sein, dass die DEUTSCHE BANK sich schwulenfreundlich nun darstellt. Kundenfreundlich war und ist sie nicht. Ich - schwul - war ihr Kunde. Die Sexualität spielte natürlich keine Rolle bei unseren Vertragsübereinkünften. Wurde nicht hinterfragt. Geld, Geld, Geld. Ich nutzte ihre Angebote zur Geldanlage. Legte langfristig auf fünf Jahre überschüssiges Fest-Geld an zu einem Zinssatz von 5,8 Prozent. Nach zwei Jahren teilte mir die DB mit, dass mein Zinssatz nunmehr 1,83 Prozent betrage. Das war schon eine tolle Beschiss-Nummer. Ich hielt der DB trotzdem die Treue. Hatte auch noch "Papiere" dort. Nämlich 13.000 Euuro in einem Immobilienfonds, derDB-pleitegehend geschlossen wurde. Gut. da habe ich mickrige 300 Piepen eingebüßt. Die kann man verschmerzen. Aber DB fing dann an, ihre freundlichen Mitarbeiter/innen abzuwickeln. Filialen wurden geschlossen. Kunden mit geringem Bankverkehr wurden geext. So auch ich. Ich hatte noch 45.000 Piepen auf meinem Konto. Das war der DB nicht genug. Schäbig, sehr schäbig. Nun boykottiert DB den Sultan von Brunei? Gleiche Burschen, gleiche Kappen.
    Gleiche Kappen....
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#9 globoProfil
  • 07.04.2019, 12:24hBerlin
  • #8
    Auch die Deutsche Bank kann und wird nicht Verträge widerrechtlich verändern. Das Problem sind die lästigen, oft schwierig zu lesenden Geschäftsbedingungen.
    Für berechtigte Beschwerden von Bankkunden gibt es einen Ombudsmann.
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#10 giliatt 2Anonym
  • 09.04.2019, 02:11h
  • Nunja, weltwirtschaftlich betrachtet - also global - steht der DB das Wasser bis zum Hals. Oder? Und von leidgeprüften Finanzministern ersonnene Vernunfts-Argumente können den Harakiri-Komikaze- Tiefflug des Unternehmens wohl kaum bremsen. Da bleibt wohl nur eine Rettungslösung: Die DB muss für einen symbolischen Euro an chinesische Investoren verkrempt werden. China, die menschenverachtende pseudokommunistische Volksrepublik, ist immerhin eines der wenigen Länder, das noch "Knete hat".
    Nun persönlich: AGB der DB hatte ich wohl gelesen, inklusive Kleingedrucktens. Über der Zuhilfenahme von Ombudsmann/frau schwebt ein sehr lautes KICHERN. Weshalb soll ich mit einer Bank prozessieren, die mich schäbig behandelt? Mein Geld kann ich woanders unterbringen. Das habe ich auch getan. Habe 12.000 Euro aus meiner Wocheneinnahme eingezahlt auf mein DB-Konto. "Was kann ich sonst noch für Sie tun?", fragte der freundliche DB-Angestellte. Ich sagte ihm: "Überweisen Sie bitte meinen gesamten Kontobestand auf mein Konto bei der - nennen wir sie mal so "XYSparkassenbank" und lösen Sie dann mein Konto bei der Deutschen Bank auf." Der schnuckelige Bank-Azubi-Bursche war fassungslos: "Wirklich?" Ich bestätigte durch Kopfnicken meinen Willen.
    Ich (62) bin ein alter Mann. Bin zeitlebens selbständiger Kaufmann der redlichen Sorte. Bin erfahren im Umgang mit Geldinstituten, Meine regionale Sparkasse, bei der ich seit 56 Jahren Kunde bin, hat mich oft enttäuscht. Kreditgesuche an Raiffeisenbank oder Dresdener Bank endeten scheußlich im dritten Grade. Die DB, die Deutsche Bank, setzte dem allen aber die Krone auf. Niemals wurde ich mehr gedemütigt.
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