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Klares Bekenntnis blieb aus

LGBTI-Aktivisten treffen den zweiten Mann im Vatikan

Eine Gruppe von Anwälten forderte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin auf, sich für die Entkriminalisierung von Homosexualität einzusetzen. Dieser reagierte verhalten.


Kurienkardinal und amtierender Staatssekretär des Vatikan: Pietro Parolin (Bild: Kremlin.ru)

Rund 50 Menschenrechtsanwälte und LGBTI-Aktivisten forderten den Vatikan am Freitag auf, sich mit einer Stellungnahme klar gegen die Kriminalisierung von Homosexualität auszusprechen. Dies sagte die Gruppe bei einem Treffen mit Pietro Parolin, dem amtierenden Staatssekretär des Vatikan. Er gilt nach dem Papst als wichtigster Vertreter des Kirchenstaats. Die Gruppe wurde von Helena Ann Kennedy, Menschenrechtsanwältin und Labour-Politikerin aus Großbritannien, vertreten.

Nach dem Treffen sagte Kennedy, Parolin sei sehr zugänglich für das Anliegen der Gruppe gewesen. Sie habe sich bei Papst Franziskus dafür bedankt, Mitgefühl und Verständnis für die Anliegen der LGBTI-Community gezeigt zu haben. "Natürlich gibt es weiterhin dogmatische Differenzen, aber ich denke dass Parolin verstanden hat, dass es hier darum geht, dass die Kirche Respekt für die Würde des Menschen predigen muss."


Anwältin Helena Ann Kennedy (Bild: Guy Aitchison / Wikimedia)

Momentan ist es in der katholischen Kirche Lehrmeinung, dass homosexuelle Orientierung nicht Sünde sei, homosexuelle Handlungen hingegen schon. Die Kirche sagt aber auch, dass die Würde von Homosexuellen respektiert und verteidigt werden müsse (queer.de berichtete).

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Aktivist: Noch deutlichere Stellungnahmen nötig

"Wir brauchen ein klares Bekenntnis von der römisch-katholischen Kirche, dass die Kriminalisierung von Homosexualität falsch ist", sagte Leonardo Javier Raznovich, ein Wissenschaftler, der eine Studie über die Sitation von Homosexuellen in der Karibik erstellt hat. Die Studie wurde bei dem Treffen an Parolin übergeben. Sie soll im Februar kommenden Jahres veröffentlicht werden, berichtet das Online-Portal "Vatican Insider". Die Studie sei mit Unterstützung der International Bar Association und einem UN-Institut, das sich mit Kriminalität und Justiz in Lateinamerika befasst, erstellt worden.

Im Jahr 2008 hatte sich der Vatikan bereits für eine Entkriminalisierung von Homosexualität ausgesprochen. Gleichzeitig lehnte er immer wieder nicht-bindende UN-Resolutionen zu dem Thema ab. "Die Kirche braucht eine klare Haltung in dieser Frage, wenn sie an die Menschenrechte glauben, wenn sie an die Würde des Menschen glauben, wie sie immer predigen", sagte Raznovich. "Sie müssen dafür sorgen, dass die Kirche auf der ganzen Welt dieselbe Haltung hat."

In einer Stellungnahme des Vatikan heißt es: "Parolin sprach in einem Grußwort zu den Anwesenden, in dem er die Position der katholischen Kirche wiederholte, er sprach sich für die menschliche Würde und gegen jede Form von Gewalt aus." Francis DeBernardo, Chef der New Ways Ministry, einer US-amerikanischen katholischen LGBTI-Gruppe, sagte, das Treffen mit dem Vatikan sei "ein großer Schritt, um die Beziehung zwischen der LGBTI-Community und der katholischen Kirche zu verbessern". Es seien jedoch deutlichere Stellungnahmen und Maßnahmen nötig. (cw)



#1 Ralph
  • 06.04.2019, 11:02h
  • Eine lächerliche Veranstaltung. "Mitgefühl und Verständnis" an Stelle von Akzeptanz. Geht es noch billiger? Respekt für die Menschenwürde - von der kath.Kirche? Eher besiedelt die Menschheit den Mars, als dass die kath. Kirche auch nur begreift, was Menschenwürde ist. Nicht umsonst lehne ich Besuche bei unseren Todfeinden ab. Das Ergebnis ist immer das selbe: Ein paar schwule Funktionäre sind vor einem Bischof oder Kardinal um Gnade winselnd herumgekrochen, und der verkündet dann, dass die Kirche bei ihrer ewigen Wahrheit bleiben muss, aber nur die Sünde hasst, jedoch die Sünder liebt.
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#2 Vatikan-WatchAnonym
#3 panzernashorn
  • 06.04.2019, 11:54h
  • Mir kommt das immer so vor, als ob passionierte Vegetarier im Löwenrudel für vegane Lebensweise werben wollten............

    Was für ein Schwachsinn!!
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#4 GayofcultureAnonym
  • 06.04.2019, 12:12h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Todfeinde? Das sind Rechtsextreme oder Islamisten, mit Nichten die Katholische Kirche. Als schwuler Katholik kann ich Dir sagen, dass Geduld und Demut von beiden Seiten kommen müssen. Die Kirche geht mit riesigen Schritten auf uns zu, aber es dauert eben, einen alten Dampfer schnell den Kurs wechseln zu lassen. Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis auch die Handlungen nicht mehr verurteilt werden. Aber die Weichen sind gestellt und es gibt kein zurück mehr. Vor zehn Jahren-unter Benedikt- wäre so ein Treffen nicht möglich gewesen. Im Übrigen läuft das auf diozösaner Ebene schon viel lockerer ab und dort sind ja die Christen vor Ort. Das schwule Kulturhaus meiner Stadt bietet z.B . regelmäßig Lesungen, Diskussion, Tagungen, Austellungen etc. von, für, mit und über queere Personen und Themen an, die als katholische, vom Bischof getragene Organisation auch Kritik an dem Umgang mir queeren Menschen üben. Ein Magazin der Franziskaner Deutschlands schreibt sehr offen über schwule Beziehungen und verteidigt deren Kampf um unsere Rechte. Also, das gibt es auch und die Realität sieht oft anders aus. Auch gibt es in meiner Stadt extra Gottesdienste für schwule Katholiken. Mehr Sachlichkeit und Information täte ALLEN Seiten gut.
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#5 TimonAnonym
  • 06.04.2019, 12:33h
  • Selbst im Jahr 2019 und nach unzähligen Skandalen und Verbrechen, bleibt die Kirche ihrer homophoben Linie treu.

    Die haben immer noch nicht den Knall gehört.
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#6 Roman BolligerAnonym
#7 Patrick SAnonym
  • 06.04.2019, 13:17h
  • Antwort auf #4 von Gayofculture
  • Wer sich zu einer Kirche bekennt, die aktiv Hass schürt, Staaten dazu aufruft Homosexualität unter Strafe zu stellen, queere Kids für krank erklärt und Eltern zum Psychiater rät, sich als moralische Instanz für einen Großteil der Weltbevölkerung aufspielt und auf anderer Seite aktiv tausendfache Misshandlung und Vergewaltigung minderjähriger Schutzbefohlener verschleiert, Bankgeschäfte mit der Mafia unterhält und vergewaltigten Frauen die Abtreibung verweigert, macht sich mitschuldig!!!
    Wer braucht Anerkennung von solcher einer Institution? Einfach nur lächerlich.
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#8 GeorgB
  • 06.04.2019, 13:18h
  • Antwort auf #4 von Gayofculture
  • "Als schwuler Katholik kann ich Dir sagen, dass Geduld und Demut von beiden Seiten kommen müssen."
    Schwule sollen gegenüber der katholischen Kirche demütig sein??? Für all das, was die katholische Kirche Schwulen seit Jahrhunderten antut? Welch unglaubliche Arroganz und Verblendung, heute von Schwulen Demut gegenüber der katholischen Kirche einzufordern.
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#9 panzernashorn
  • 06.04.2019, 13:52h
  • Antwort auf #4 von Gayofculture
  • Angesichts der Anhäufung solcherlei Schwachsinns und Verblendung fehlen in der Tat manchmal die Worte.
    Wie kann man in der heutigen Zeit noch dermaßen naiv und dümmlich sein?
    Kein Stockholm-Syndrom kann doch so groß sein, dass man dermaßen bestrebt nach Demütigungen ist.
    Manches kann man leider nicht mehr verstehen.
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#10 daVinci6667
  • 06.04.2019, 14:20h
  • Antwort auf #4 von Gayofculture
  • Schwuler Katholik? Bin froh dass ich diesen Spagat nicht machen muss!

    Bei einem solchen Spagat endet das zu oft grausam schmerzhaft. Du wirst, so lange du als Katholiban noch welche hast, früher oder später bildlich gesprochen auf den eigenen Eiern landen. Sei gewarnt!

    Dass sich die Kirche ändern wird und wir selbst dort genau wie die Heten in der Kirche offiziell heiraten dürfen, glaube ich sofort. Dieser Fortschritt wird kommen!

    Nur nicht in diesem Leben, vermutlich auch noch nicht im nächsten, vielleicht jedoch in 1000 Jahren, sofern der Kirche bis dann nicht endlich alle weggelaufen sein sollten.

    Die andere Frage ist dein Gewissen. Ich gehe, freundlich wie ich bin, erstmal davon aus dass du eines hast.

    Frage mich aber wie du solch eine Kirche finanziell unterstützen kannst, die sexuellen Missbrauch zu Hauf immer noch duldet, die Tausende von uns durch ihre massive latente Homophobie in den Selbstmord getrieben hat und weiter treibt, und nach wie vor an Homoheilung festhält.

    Von ihrer rumreichen Foltervergangenheit gar nicht erst zu sprechen.

    Gerade aus Liebe, wärst du mein Freund, würde ich sagen: Austreten oder Beziehungsabbruch.

    Deine Eier und dein Rückgrat werden es dir herzlich danken:
    www.kirchenaustritt.de
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