https://queer.de/?33354
Birgit Kelle, Demo für alle und Co.
Vortragsreihe mit Homo-Hassern gewinnt Auszeichnung
Die christdemokratischen Studierenden des RCDS Heidelberg wurden von ihrem Dachverband für die "beste politische Arbeit" geehrt. Die Ortsgruppe hatte mehrere LGBTI-Feinde eingeladen.
- Von Markus Kowalski
9. April 2019, 10:57h 2 Min.
Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat seine Ortsgruppe Heidelberg am Wochenende in Mainz für die beste politische Arbeit mit dem "Blauen Löwen 2019" ausgezeichnet. Qualifiziert hatte sich der Ortsverband mit der Vortragsreihe "Feministin & konservativ", bei der ab Oktober letzten Jahres LGBTI-Feinden und Antifeministen eine Bühne geboten wurde. "Wir freuen uns, dass unsere Arbeit so honoriert wurde und danken dem Bundesausschuss für die große Unterstützung", verkündete der Heidelberger RCDS auf seiner Facebookseite.
Gepostet von RCDS Heidelberg am Montag, 8. April 2019
|
Die Vortragsreihe habe zu einer intensiven Debatte beigetragen, heißt es vom RCDS. "Eine gute Diskussion lebt davon, sich nicht nur mit der eigenen, sondern auch mit anderen Meinungen offen und interessiert auseinanderzusetzen. Wer nicht diskutiert und nur schreit, der bezieht sich nicht aufeinander." Deswegen wolle die Gruppe auch in Zukunft über kritische und kontroverse Themen diskutieren, "denn davon lebt unsere Demokratie".
Empörung bei den Liberalen Schwulen und Lesben

Das Programm der Vortragsreihe. (Bild: Facebook / RCDS Heidelberg)
Zu der Podiumsreihe waren als Referent*innen unter anderem Ulrich Kutschera, Birgit Kelle, Mathias von Gersdorff und Alexander Tschugguel angekündigt. Alle vier hatten zuletzt mit homophoben Tiraden auf sich aufmerksam gemacht (queer.de berichtete). Kutschera, ein Evolutionsbiologe an der Universität Kassel, hatte 2017 gesagt, dass die Öffnung des Adoptionsrechts für Schwule und Lesben "staatlich geförderte Pädophilie" sei. Nach Kritik am RCDS Heidelberg sagte Kutschera seine Teilnahme wegen "terminlichen Verschiebungen" ab (queer.de berichtete).
Die Auszeichnung durch den RCDS-Bundesausschuss sorgt nun für Empörung bei den Liberalen Schwulen und Lesben Baden-Württemberg. "Die Tatsache, dass der Versuch des Heidelberger RCDS Homo- und Transphobie eine Bühne zu geben, auch noch eine Auszeichnung des RCDS-Bundesverbands erhält, ist in Schlag ins Gesicht queerer Studierender", sagte Pressesprecher Benjamin Brandstetter. "Es ist aber auch gesamtgesellschaftlich beängstigend, dass sich die Union mit Karnevalssprüchen, die Junge Union mit Bierzeltbewerbungsreden und nun auch der RCDS auf Kosten von Minderheiten profilieren will."
Der Bundesvorsitzende der Liberalen Hochschulgruppen, Lukas Tiltmann, sagte: "Die Auszeichnung für die Heidelberger Gruppe des RCDS ist kaum zu fassen. Für die Liberalen Hochschulgruppen ist klar: Hass und Homophobie haben in unserer Gesellschaft keinen Platz. Vielfalt und Diversität hat in unserem Verband deshalb einen besonderen Stellenwert. Dafür werden wir uns auch in Zukunft einsetzen."
Die Liberalen Hochschulgruppen Baden-Württemberg distanzieren sich ausnahmslos sowohl von der Veranstaltung des RCDS…
Gepostet von Liberale Hochschulgruppen Baden-Württemberg | lhg-bw.de am Montag, 8. April 2019
|
















Aber verlangt jemals eineR eine Diskussion zwischen Nationalsozialisten/NSU und Juden? Eben nein! Amen