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Promi-Outing

Blogger: Sohn des Sultans von Brunei ist schwul

In Brunei droht für schwulen Sex seit letzter Woche die Todesstrafe durch Steinigung. Der Sohn des Sultans sei jedoch selbst schwul, behauptet nun ein Promi-Blogger.


Prinz Azim soll schwul sein, behauptet ein Promi-Blogger. (Bild: immo truz / flickr)

Der Sohn des Sultans von Brunei, Prinz Azim Bolkiah, soll schwul sein. Das behauptet der bekannte Promi-Blogger Perez Hilton in einem Youtube-Video. Hilton veröffentlichte das Video vergangene Woche Mittwoch, als das neue Scharia-Strafrecht in Brunei in Kraft trat, das die Todesstrafe durch Stenigung für schwulen Sex vorsieht.

"Ihr wisst, dass ich Leute nicht mehr oute", sagt Hilton darin. "Ich habe das früher gemacht, aber hier mache ich eine Ausnahme. Ich nehme an, der Sultan von Brunei weiß nicht, dass sein Sohn, Prinz Azim, ein guter alter Homo ist. Ich weiß das, weil ich mit Prinz Azim gemeinsam Zeit verbracht habe." Es sei scheinheilig, dass jetzt Gesetze eingeführt wurden, wonach schwule Männer gesteinigt werden sollen.

Direktlink | Das Video, in dem Blogger Perez Hilton Prinz Azim outet (ab 3:30min).

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Nach Kritik begründete Perez Hilton das Zwangsouting

Azim ist der zweitgeborene Prinz in der Sultansfamilie Bolkiah und der vierte in der Thronfolge. Laut Newsweek sei Prinz Azim bekannt für ausschweifende Parties, auf denen immer wieder offen queer lebende Promis gesichtet werden. So auch die Sängerin Maria Carey, die sich für die Rechte von LGBTI einsetzt. Sie habe 2012 auf der Geburtstagsparty des Prinzen mit ihm auf Fotos posiert.

Blogger Perez Hilton sagt in einem Video von Montag, er entschuldige sich nicht für das Zwangsouting des Prinzen. "Ich weiß, dass er nicht gesteinigt werden wird. Das neue Gesetz in Brunei sagt nicht, dass es illegal ist, schwul zu sein. Es ist illegal, schwulen Sex zu haben. Und die Beweislast muss schwer sein. Das heißt, um gesteinigt zu werden musst du verurteilt werden, und dafür braucht es vier Zeugen, die den Sex gesehen haben." Es handele sich daher um eine symbolische Geste, wenn auch eine schlimme. Sultan Hassanal Bolkiah wisse, dass sein Sohn schwul sei. Deswegen habe es das Zwangsouting durch ihn gebraucht, sagt Hilton. Denn dieses symbolische Gesetz sei ein schlimmes Signal an die schwule Community.

Direktlink | Das zweite Video von Perez Hilton, zu Prinz Azim ab 2:10min.

Promi-Gerüchte aber nicht immer wahr

Die Enthüllungen des US-Bloggers Perez Hilton sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. In der Vergangenheit erwiesen sich manche Neuigkeit von ihm als Falschmeldung. So verkündete er 2007 fälschlicherweise den Tod des kubanischen Präsidenten Fidel Castro.


Weiß offenbar Bescheid: Sultan Hassanal Bolkiah. Bild: Proudbruneian / wikipedia

Die Einführung der Todesstrafe in Brunei hatte einen internationalen Aufschrei hervorgerufen. Prominente und Unternehmen wie die Deutsche Bank boykottieren nun die Hotels im Besitz des Sultans (queer.de berichtete). Das Auswärtige Amt hatte in der vergangenen Woche die Botschafterin einbestellt (queer.de berichtete). Die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen hatte das neue Strafrecht als unmenschlich bezeichnet (queer.de berichtete). (cw)



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 09.04.2019, 18:44h
  • Nehmen wir einmal an, dass das Gerücht stimmen würde, und der Sohn ist wirklich schwul. Glaubt einer von Euch, dass er, wenn er beim schwulen Sex erwischt würde, irgendwelche Konsequenzen zu fürchten hätte? Ich nicht!
    Für Reiche und/oder Mächtige, gab und gibt es immer Ausnahmen von der Regel!
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#2 TuckDavisProfil
  • 09.04.2019, 18:49hMainz
  • Ich muss zugeben ich bin erstaunt darüber, dass schwule Medien dieses Thema verfolgen. Sind Zwangsoutings doch etwas wogegen sich die Community eigentlich Mal einsetzte. In einem Land in dem auf homosexuelle Handlungen unter Strafe stehen, egal wie hoch das Strafmaß ist, halte ich es für noch verwerflicher.

    Die Begründung ist wohl auch jenseits des guten Geschmacks, wir sind also wieder bei einer presseartigen Sippenhaft angekommen. Weil sein Vater der Sultan ist, sind seine Rechte auf sein eigenes ComingOut also verwirkt..

    Vielleicht bin ich auch ein wenig angewidert und nicht nur erstaunt.
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#3 FredericAnonym
  • 09.04.2019, 18:49h
  • Schöne Scheisse für den Sohn. Wahrscheinlich wurde das Gesetz auch erlassen, um die Ehre der Familie nicht zu beschmutzen. Die, die am meisten zu fürchten haben, sind oft am lautesten dabei Homophobie zu befeuern.
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#4 antosProfil
#5 Patroklos
  • 09.04.2019, 20:11h
  • Glaubt Perez Hilton eigentlich den Nonsens, den er hier verzapft, eigentlich selber?
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#6 marcocharlottenburgAnonym
  • 09.04.2019, 20:13h
  • Muss man den Blogger kennen? Nein, muss man nicht. Will der damit nur Aufmerksamkeit erhaschen? Wahrscheinlich. Ist er ein Idiot? Ganz bestimmt!

    Zwangsouting geht überhaupt nicht und erst recht nicht, wenn Homosexualität im betreffenden Land unter Strafe steht. Wer gibt ihm denn die Weisheit, dass der Vater sich nun nicht doch gezwungen sieht, auch gegen den eigenen Sohn tätig zu werden!?
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#7 qwertzuiopüAnonym
  • 09.04.2019, 20:36h
  • Er meinte, in dem Fall müsse man eine Ausnahme von der Regel machen. Warum, erklärt er nicht, und ich sehe da auch nicht wirklich einen Grund. Zwangsouting bleibt Zwangsouting und der Einzige, der daran jetzt gewonnen hat, ist der Blogger.
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#8 daVinci6667
  • 09.04.2019, 21:06h
  • Zwangsouting ist dann vollkommen richtig und gerechtfertigt wenn der Betroffene SELBST andere Schwule klar und nachweislich schädigt. Ich freue mich über jede bigotte Schrankschwester die sich erst homophobst öffentlich äusserte und dann auf Klappen selbst mit nem anderen Kerl erwischt wird.

    Die Frage lautet ob der Sohn des Sultans uns was angetan hat. Ich lese das hier nicht raus.

    Und das zweite ob der Sultan selbst sich nun eventuell doch gezwungen sehen könnte an seinem eigenen Sohn ein grausames Exempel zu statuieren. Ich würde dem Sohn raten schnellstmöglichst abzuhauen.
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#10 gastAnonym
  • 09.04.2019, 21:22h
  • Im oberen Teil des Kommentars ist zu lesen, dass der Sultan nicht wisse, dass sein Sohn ein "guter alter Homo" sei.
    Im unteren Teil steht, der Sultan wisse, dass sein Sohn schwul sei.
    Bezieht sich zweiter Satz auf das Outing von Perez Hilton - dass es der Sultan dadurch erfuhr oder wie ist die widersprüchliche Aussage zu verstehen?

    Falls es ein "Zwangs-outing war, finde ich es in diesem Fall absolut angebracht.
    Die "angedrohte" Todesstrafe ist auch so lebensgefährlich für LGBTI Personen weil es in unserer Welt leider auch gerne und oft viele falsche Zeugen gibt. Wenn vier "Zeugen" zusammen kommen und eine entsprechende "Geschichte" auftischen, interessiert es die Richter nicht mehr allzu sehr ob dies wirklich den Tatsachen entspricht.
    Dieses Gesetz ist die Barbarei pur!
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