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Workshops im Mai und Juni

Spahn beruft Kommission zum Verbot von Homo-"Heilung"

Eine von Gesundheitsminister Jens Spahn ernannte Fachkommission soll Vorschläge für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien erarbeiten – eingeladen wurden auch die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Mittwoch die Mitglieder einer Fachkommission berufen, die Vorschläge für ein wirksames Verbot von sogenannten Konversionstherapien erarbeiten soll. Dies teilte das Ministerium mit. Die Kommission wird fachlich von der Bundesstiftung Magnus-Hirschfeld begleitet.

Eingeladen zur Mitarbeit in der Fachkommission wurden 49 Personen, darunter die queerpolitischen Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen, Mitarbeiter*innen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, Vertreter*innen von LGBTI-Organisationen wie dem LSVD, der Bundesvereinigung Trans* oder dem Verband für LSBTTIQ-Menschen in der Psychologie sowie Betroffene von sogenannten Konversionstherapien. Ebenfalls auf der Liste, die queer.de vorliegt, stehen die Bundesärztekammer, die Bundespsychotherapeutenkammer und die Berliner Charité sowie alle großen Religionsgemeinschaften wie die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime.

Spahn: Verbot "nicht so einfach"

"Homosexualität ist keine Krankheit und nicht therapiebedürftig. Deswegen bin ich für ein Verbot der Konversionstherapie", erklärte Spahn. "Das rechtlich zu regeln, ist aber nicht so einfach. Doch ich bin sicher, dass die Fachkommission dazu gute und tragfähige Lösungsansätze entwickeln wird. Auf dieser Grundlage werden wir dann schnell entscheiden, wie und was wir in Deutschland umsetzen können."

Die Fachkommission soll im Mai und Juni zu zwei ganztägigen Workshops zusammenkommen. Auch Institutionen aus dem Ausland, die mit gesetzlichen Verboten bereits Erfahrungen gesammelt haben, sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums an dem Fach- und Erfahrungsaustausch teilnehmen. Einen Abschlussbericht der Bestandsaufnahme wird das Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld voraussichtlich im Herbst veröffentlichen.

Erst am Dienstag hatte das Bündnis #HomoBrauchtKeineHeilung mehr als 110.000 Unterschriften für ein Verbot sogenannter Konversionstherapien an das Bundesgesundheitsministerium übergeben (queer.de berichtete). Auch die Bundesländer Hessen, Berlin, Bremen, Saarland und Schleswig-Holstein fordern ein Verbot sogenannter Konversionstherapien. Die Länder haben hierzu einen gemeinsamen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht, der am Freitag im Plenum vorgestellt wird. (mize)

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#1 KetzerEhemaliges Profil
  • 10.04.2019, 13:51h
  • Was bitte macht "alle großen Religionsgemeinschaften" zu Fachleuten? Die Tatsache, dass sie solche "Therapien" bisher mit allergrößtem Erfolg, nach deren Definition Zerstörung der queeren Persönlichkeiten, durchgeführt haben?

    Warum zum Henker sollten diese Kräfte daran mitarbeiten wollen, Homo-"Heilung" zu verbieten?

    Hat ein Minister, der solche Kräfte in eine sogenannte "Fachkommission" beruft, eigentlich noch alle Latten am Zaun?

    Fragen über Fragen...
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#2 TrockendockAnonym
#3 Rosa SoliAnonym
  • 10.04.2019, 14:09h
  • Antwort auf #1 von Ketzer
  • Das habe ich im ersten Moment auch gedacht. Aber vielleicht ist die Idee am Ende gar nicht so schlecht, wenn eine Entscheidung getroffen werden soll, die auf breiter Basis fußt und solche Gruppen dann nicht behaupten können, sie seien nicht beteiligt gewesen.

    Wenn die Religionsvertreter einem Verbot sogar zustimmen würden, dann hätte das gewiss auch Einfluss auf ihre jeweilige Kirche bzw. Religionsgemeinschaft. Insofern war das taktisch vielleicht gar nicht so unklug.
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#4 KetzerEhemaliges Profil
#5 Patrick SAnonym
  • 10.04.2019, 14:26h
  • "Homosexualität ist keine Krankheit und nicht therapiebedürftig. Deswegen bin ich für ein Verbot der Konversionstherapie", erklärte Spahn. "Das rechtlich zu regeln, ist aber nicht so einfach.

    Aja. Da es ja keine Krankheit ist und deshalb gar keine Heilung geben kann, ist dovh klar, dass diese Therapien weder ethisch noch ärztlich legitimiert sind und nur in Körperverletzung, psychischen Langzeitschäden und Selbstmord enden. Und das kann man nicht so einfach verbieten? Bananenstaat 2.0

    Die Krönung ist dann nur noch, dass man diejenigen als Fachleute betitelt, die eben diese Praktik bis heute anwenden und hundertfaches Leid verursacht haben. Die gehören angeklagt, aber nicht am Gesetzentwurf beteiligt. Unglaublich was hier abgeht.
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#6 JosephMartinProfil
#7 KetzerEhemaliges Profil
#8 Rosa SoliAnonym
  • 10.04.2019, 14:57h
  • Antwort auf #4 von Ketzer
  • Du hast doch die Antwort selbst gegeben. Teile ihrer Mitglieder bieten solche "Therapien" an.

    Da ist es vlt. strategisch gut, wenn man die Kirchen/Religionsgemeinschaften in die Pflicht nimmt und sie am Prozess eines offiziellen Verbots beteiligt. Möglicherweise könnte das ein Gedankengang gewesen sein.

    Ich wäre da aber auch nicht so ängstlich. Wenn von 49 Verbänden ein paar Religionsvertreter dabei sind, dann wird das den Kohl nicht fett machen. Umgekehrt können sie als gesellschaftlich relevante Kräfte hinterher nicht meckern, dass ihre Meinung in diesem Prozess nicht gefragt war bzw. sie nicht beteiligt worden wären.
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#9 KetzerEhemaliges Profil
#10 Rosa SoliAnonym
  • 10.04.2019, 15:15h
  • Antwort auf #9 von Ketzer
  • Das ist unsere Sicht der Dinge, die ich sogar mit Dir teilen würde. Die anderen Beteiligten werden das möglicherweise aber anders sehen.

    Es bringt doch nichts, wenn so ein Prozess schon daran scheitern würde, weil ich bestimmen will, wer meiner Meinung nach daran teilnehmen darf und wer nicht. Wenn jeder zuerst seine roten Linien zieht, dann kommt man erst gar nicht ins Gespräch. Das wäre in Anbetracht der Thematik sehr schade. Ich glaube, dass die Diplomatie manchmal die bessere Wahl ist als die Brechstange.
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