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Ukraine

Gewaltsamer Angriff auf Lesben-Konferenz in Kiew

Vor Beginn der zweiten Europäischen Lesben-Konferenz wurden Teilnehmerinnen in ihrem Hotel angegriffen. Unbekannte schlugen Fensterscheiben ein – die Polizei ermittelt.


Symbolbild: Polizist auf einer CSD-Demonstration in Kiew (Bild: Alex Kokcharov / twitter)

Teilnehmerinnen der Europäischen Lesben-Konferenz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind vor Beginn der Veranstaltung in ihrem Hotel von Unbekannten angegriffen worden. "Hasser haben in dem Hotel, in dem die Konferenz stattfinden wird, Fenster eingeschlagen und homophobe Drohungen an die Wand gemalt", schrieb Oksana Pokalchuk am Mittwoch auf Twitter. Pokalchuk ist die Leiterin von Amnesty International in der Ukraine. Der Schriftzug laute: "LGBT verschwindet!" Die Hotelbesitzer hätten bei der Polizei Anzeige erstattet. Beamte hätten die Anzeige vor Ort entgegen genommen und Beweise gesichert.

Twitter / OPokalchuk

Zahlreiche Politiker*innen bekundeten ihre Solidarität mit den Veranstalterinnen der Konferenz auf Twitter unter dem Hashtag #LoveForELC. Die franzöische Botschaft in der Ukraine schrieb, man sei besorgt über die homophoben Drohungen gegenüber den Organisatorinnen und hoffe, dass die Behörden die notwendigen Schritte unternehmen, um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten.

Solidaritäts-Aufrufe auf Twitter

Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen in der Ukraine schrieb: "Wir sind alarmiert von der Attacke auf und die Drohungen gegen die Europäische Lesben-Konferenz. Wir fordern die Behörden auf, ausreichend Schutz und Sicherheit für alle Teilnehmerinnen, Organisatorinnen und Konferenzorte zu garantieren. Wir werden das Geschehen beobachten." Terry Reintke, Mitglied für die Grünen im Europäischen Parlament, schrieb: "Wir sind stärker als dieser Hass! Schickt solidarische Botschaften und Liebe an die Konferenz!"

Die Konferenz wird von Freitag bis Sonntag stattfinden. Die erste europäische Lesben-Konferenz fand im Oktober 2017 in Wien statt. Durch die Konferenzen soll die Sichtbarkeit von Lesben gestärkt werden (queer.de berichtete).

In der Ukraine gibt es immer wieder queerfeindliche Übergriffe. Im Juli letzten Jahres hatten Vermummte ein LGBTI-Zentrum in Charkiw überfallen (queer.de berichtete). Im November 2018 stoppte die Polizei eine Trans-Demo, weil ein rechter Mob eine Gegendemo organisiert hatte (queer.de berichtete).

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#1 KetzerEhemaliges Profil
  • 11.04.2019, 10:54h
  • Ehrlich gesagt, als ich mitbekam, dass diese Konferenz ausgerechnet in der Ukraine stattfinden sollte, hatte ich schon mit so etwas gerechnet. Dieses Land ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade für LGBTIQ-Freundlichkeit bekannt.

    Insofern finde ich es mutig, die Konferenz ausgerechnet dort abzuhalten.

    Selbstverständlich haben alle Teilnehmerinnen meine Solidarität. Gerade auch für ihren Mut, sich dort zu treffen. Möge die Konferenz so sicher wie nur möglich ablaufen. Ich drücke fest die Daumen für eine erfolgreiche Konferenz.
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#2 kuesschen11Profil
#3 Ana NymAnonym
  • 11.04.2019, 11:57h
  • "Im Herbst 2018 stimmte das ukrainische Parlament für die Verankerung des Ziels des EU-Beitritts in der Verfassung." (wikipedia)

    Ich finde es richtig sich auch schwierige Länder als Konferenzort auszusuchen. Gerade dort ist es wichtig für die dort lebenden und arbeitenden Lesben Solidarität zu zeigen.

    Es kann auch nicht schaden, wenn friedliche Bürger*innen von solchen Gewalt-Aktionen hören und lesen, denn das sollte vielen klar machen was das für Leute sind und welche gewalttätige Haltung sie haben, und dass es Straftäter sind, die hoffentlich aufgefunden werden.
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#4 Vater
  • 11.04.2019, 15:15h
  • Ich habe keine umfangreichen Kenntnisse über die exakte politische Lage in der Ukraine; mein erster Gedanke war jedoch der, dass mit dem Hotel 'glücklicherweise' auch heterosexuelle Menschen Opfer der Sachbeschädigung wurden, was der Polizei sicherlich bei den Ermittlungen helfen dürfte. Klingt bitter, könnte aber etwas dran sein...
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