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Pop vermischt mit Elektro und Indie-Sounds

Die raume Emotionalität der Drums

Im neuen Album "Brutalism" der Indie-Pop-Band aus Brooklyn verarbeitet Sänger Jonny Pierce seine schweren Verletzungen.


Das neue Album "Brutalism" war für Sänger Jonny Pierce ein "Self-Care-Prozesses" (Bild: Nicholas Moore)
  • 12. April 2019, 07:45h, noch kein Kommentar

Auf dem inzwischen fünften Album von The Drums ist einiges anders. "Brutalism" ist wahrscheinlich die beste Ansammlung von Songs in der zehnjährigen Geschichte der New Yorker Band. Das Album beschäftigt sich mit Wachstum, Veränderung und wirft Fragen auf, die jedoch nicht alle beantwortet werden.

"Brutalism" verkörpert eine raue Emotionalität, welche sich in den vielschichtigen, warmen und handwerklich hervorragenden Pop-Songs widerspiegelt. Voller positiver Energie trotzen die Songs Angst, Einsamkeit und lähmenden Selbstzweifeln.

Bereits das 2017er Album "Abysmal Thoughts" von The Drums wurde von Sänger Jonny Pierce als Soloprojekt umgesetzt und beschäftigte sich inhaltlich mit seiner schmerzhaften Scheidung. Nun geht "Brutalism" einen Schritt weiter.

Schwierigkeit des Socializing


Das neue Album "Brutalism" von The Drums ist am 5. April 2019 erschienen

So stellte sich Pierce nach der Trennung seinen ungelösten Problemen, ging in Therapie: "Ich musste herausfinden, was mich glücklich macht und zugeben, dass ich unter Depressionen litt." Das neue Album ist Teil dieses Self-Care-Prozesses: "Um auf dich selbst Acht zu geben, musst du dich bestimmten Sachen stellen. Es sind Dinge, mit denen ich mich selbst konfrontieren musste. Es ist interessant über die Vergangenheit zu sprechen und sich mit Sachen auseinanderzusetzen, die lange überfällig waren."

Jeder Track des Albums spricht für sich. Das ansteckende "Body Chemistry" etwa thematisiert die eigene Flucht in andere Personen und den richtigen Umgang mit dieser Handlungsweise. "Ich denke du kannst nicht intelligent sein, ohne dabei nicht auch ein bisschen traurig zu sein," sagt Pierce. So zeugt "Brutalism" auch von Verletzlichkeit: "I don't want to be alone and I am scared of all the people in the world" singt er im Song "Loner" und beschreit damit treffend die Schwierigkeit des Socializing.

Trotz aller Schwere lädt "Brutalism" dazu ein zu tanzen und zu lachen. "Ich glaube ich ich werde mich niemals wirklich selbst finden. Ich glaube, niemand tut das. Es wird nicht der Tag kommen, an dem man aufwacht und denkt "Jetzt weiß ich endlich wer ich bin". Für mich als Künstler ist es am Besten mal innezuhalten, ruhig zu sein und darauf zu hören, was ich will und brauche." Wohin dieser Weg am Ende führt? "Ich weiß es nicht aber das ist ok." (cw/pm)

Direktlink | Stream zur Single "626 Bedford Avenue"