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Sexpartner aus Silikon

Im Sexpuppen-Bordell von Helsinki

Versteckt hinter einem Supermarkt bietet ein Etablissement in der finnischen Hauptstadt intime Momente mit Puppen an. Auch in Deutschland gibt es das. Sieht so die sexuelle Zukunft aus?


Gut bestückt und aufgeheizt: Mit der klassischen Gummipuppe haben die heutigen Sexpuppen nur noch wenig zu tun

Laute Rockmusik dröhnt aus einer Musikbox, als der Herr des Hauses die hinter einem finnischen Supermarkt und einer Karaokebar versteckte Tür öffnet. Bilder knapp bekleideter Frauen säumen den Gang, von dem vier Räume abgehen. Hinter einem wartet die blonde Crystal, nebenan die brünette Jennifer. Nicky und Kristina teilen sich ein Zimmer. Hinter der vierten Tür liegt der stattliche Romeo sowohl für weibliche als auch für männliche Gäste bereit.

Wer im "Unique Dolls" in einem verschlafenen Vorort im Norden von Helsinki echten Sex mit echten Prostituierten erwartet, wird enttäuscht. Crystal, Jennifer, Nicky, Kristina und Romeo mögen menschenähnlich aussehen – wer Zeit mit ihnen bucht, der legt sich allerdings zu Puppen aus Silikon ins Bett. Zehn bis 15 Leute kommen täglich in das Etablissement, das als erstes Sexpuppen-Bordell Finnlands im November 2018 seine versteckte Tür öffnete.

"Es ist immer besser, Sex mit einem echten Menschen zu haben, aber aus verschiedenen Gründen wollen Leute eben unseren Club besuchen", sagt der Betreiber von Unique Dolls. Vielen Gästen sei es wegen Schamgefühlen oder Zeitknappheit nicht möglich, eine Beziehung zu einem anderen Menschen einzugehen. "Und manche Leute wollen eine andere sexuelle Erfahrung sammeln", sagt er.

Wegbereiter für Vergewaltigungsfantasien?

"Unique Dolls", übersetzt "Einzigartige Puppen", klingt zunächst einmal harmlos. Das Konzept, das mit einem Sexpuppen-Bordell in Barcelona Ende 2017 in Europa begann, ist allerdings alles andere als unumstritten. In Freiberg am Neckar musste ein solches Bordell Ende Oktober dichtmachen. In ein anderes Etablissement in Dortmund kommen dagegen immer mehr Kunden, um Sex mit einer der 16 Liebespuppen auszuprobieren, wie der "Express" kürzlich berichtete. "Von wegen nur Mädchen spielen mit Puppen!", schrieb das Blatt dazu.

In Schweden fordern Frauenrechtsorganisationen bereits Gesetze gegen Sexpuppen und Sexroboter, die das Erlebnis mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz noch realistischer machen sollen. Sie fürchten, dass Frauen durch solche künstlichen Sexerlebnisse stärker als Objekte wahrgenommen werden und Gewalt gegen sie normalisiert wird. Es geht ihnen auch darum, Sexroboter zu verbieten, die Kindern gleichen. In den USA sollen solche Modelle bereits auf dem Markt sein.

Sind Sexpuppen und -roboter also Wegbereiter für Pädophilie und Vergewaltigungsfantasien? Werden Frauen – und auch Männer – zu reinen Lustobjekten degradiert? Oder ist es bloß eine neue Form des Beischlafs in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung? Der IT-Experte David Levy schrieb schon 2007 im Buch "Love and Sex With Robots", Sex mit Robotern werde künftig ganz normal sein und von der Mehrheit der Menschheit als ethisch in Ordnung betrachtet werden.

Jeder Fünfte will Sex mit einem Roboter mal ausprobieren

Die Sozialpsychologin Yuefang Zhou beschäftigt sich seit längerem mit dem Phänomen. Ihrer Ansicht nach ist es zu früh, um zu sagen, ob künstliche Sexpartner Fluch oder Segen seien. "Wie bei jedem neuen Produkt gibt es zunächst einmal kein Gut oder Schlecht. Es geht darum, wie wir sie benutzen", sagt die Gastforscherin der Universität Potsdam. Man könne die fortschreitende Digitalisierung aber nicht ignorieren. "Dazu zählt auch das, was wir als digitale Sexualität bezeichnen." Viele Leute seien offen dafür, diese neue Form der sexuellen Aktivität auszuprobieren. Tatsächlich würde laut der Zukunftsstudie "Homo Digitalis" von BR, Arte, ORF und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) etwa jeder fünfte Deutsche gerne einmal Sex mit einem Roboter ausprobieren.

Mit der klassischen Gummipuppe haben die heutigen Sexpuppen nur noch wenig zu tun. Sie können je nach Qualität einen fünfstelligen Betrag kosten. Im "Unique Dolls" wird ihr strapazierfähiges Silikon manchmal auf menschliche Körpertemperatur aufgeheizt, um das sexuelle Erlebnis möglichst realistisch zu machen. Die Puppen werden nach dem Sex penibel gereinigt. Bereitliegende Kondome sind Pflicht.

Erste schwule Erfahrung mit einer Puppe

Zhou sagt, nicht nur Schüchterne seien an Sex mit Puppen interessiert, sondern auch Neugierige, die neue Erfahrungen wie etwa gleichgeschlechtlichen Sex suchten. Sie verweist aber auch darauf, dass selbst fortschrittlichere Sexroboter momentan noch von Kopf abwärts unbeweglich seien. Hinzu komme aus psychologischer Sicht noch etwas viel Entscheidenderes: die Emotionalität. "Zuneigung oder emotionale Bindung ist eine wichtige Dimension menschlicher Sexualität, neben anderem wie Begierde und Fortpflanzung. Du kannst keine Babys mit Puppen zeugen", sagt sie.

Der Betreiber von "Unique Dolls" teilt diese Ansicht. Sexpuppen könnten "die reale Beziehung nicht ersetzen, Emotionen, Gefühle, Familie, Kinder und so weiter", sagt er. "Sie sind dazu gemacht, Menschen dabei zu helfen, sexuelle Befriedigung zu erhalten, wenn sie diese nicht mit echten Menschen haben können."



#1 GegenstandAnonym
  • 14.04.2019, 17:47h
  • Wie man da dagegen sein kann ist mir ein absolutes Rätsel. Das sind Gegenstände, die die Fantasie anregen, nicht mehr. Jeder nicht extrem psychisch Kranke erkennt problemlos den Unterschied zwischen Gegenständen und echten Menschen. Deshalb gibt es hier rein gar nichts gegen einzuwenden. Anders sehen das nur wieder geltungssüchtige Pseudo-Aktivisten mit dem Wunsch, das Leben der anderen zu kontrollieren.
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#2 daVinci6667
  • 14.04.2019, 18:29h
  • Antwort auf #1 von Gegenstand
  • ..........
    Jeder nicht extrem psychisch Kranke erkennt problemlos den Unterschied zwischen Gegenständen und echten Menschen.
    .........

    Dem ist NOCH so. Wie wird das in zwanzig Jahren sein? Vielleicht kann man irgendwann den Unterschied zwischen Mensch und Maschine kaum noch erkennen.

    Zudem werden wir mit dem Älterwerden immer mehr Ersatzteile brauchen und werden damit auch immer mehr zu Teil-Maschinen.

    Science fiction wird Realität. Spannend und gruselig gleichzeitig.
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#3 CarstenFfm
  • 14.04.2019, 18:49h
  • Letztlich sind das Onanierhilfen.
    Sowas hat es schon immer gegeben - aber die werden natürlich technisch ausgereifter
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#4 MichaelTheDragonProfil
  • 14.04.2019, 19:18hBabenhausen
  • Pädophilie an sich ist ein Problem. Sie zählt, genau wie Homosexualität, nicht zu den Krankheiten und kann daher nicht geheilt werden. Konkret bedeutet das, daß der so empfindende eigentlich ein Recht auf seine Befriedigung hat.
    Auf der anderen Seite steht aber das unabdingbare und noch unangreifbare Recht der Kinder auf Unversehrtheit. Dieses Gut ist erheblich höher zu sehen, als das Recht des Pädophilen.
    Ich habe in meiner Praxis vor Jahren mit einigen Pädophilen "gearbeitet", was im Ende immer darauf hinauslief, daß sie wohl abstinent leben müßten. MEINE Patienten waren einverständig.

    Doch das ist auch keine Lösung.
    Ich habe schon damals gehofft, daß es eines Tages Puppen geben könnte, an denen die Bedürfnisse besser als nur mit der Hand befriedigt werden können, OHNE einen Dritten zu schädigen. ICH bin FÜR Puppen in Kinderform.

    P.S.: ich bin nicht pädophil, ich bin rein schwul und stehe auf schon ausgewachsene Jungs.
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#5 andreAnonym
  • 14.04.2019, 19:31h
  • Ich habe einen Arsch aus Silikon. Originalgröße mit Loch (wenn ich will), Sack und Eiern (hart. Da müssen Kugeln drin sein). Nicht ganz billig. Liegt da wo er hin gehört, in mein Bett.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 ObwohlAnonym
#7 daVinci6667
  • 14.04.2019, 20:31h
  • Antwort auf #4 von MichaelTheDragon
  • Im Januar waren Puppen für Pädos im Schweizer 20 Min schon mal ein Thema:

    amp.20min.ch/30166381

    Darin konnte man folgendes lesen:
    ......
    Psychologen sind sich uneins, ob die Puppen Pädophile tatsächlich davon abhalten können, ihre Fantasien nicht auf reale Kinder zu projizieren. Der Tenor: Auch Puppen ändern die sexuelle Orientierung Pädophiler gegenüber Kindern nicht. Es gebe zwei Typen von Pädophilen, sagt etwa Sexologe Michael Seto gegenüber dem «Atlantic»: Dem einen Typus genügten die Puppen, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen. Der andere Typus hingegen werde «durch diese Art von Ersatz eher noch angeregt»

    Vor drei Wochen konnte man dann in selber Zeitung über ein Bordell in Bern lesen, welches für Pädophile bereits eine Puppe anbietet:

    amp.20min.ch/23669475

    ......
    Die Kindersexpuppe wird im Netz mit Diadem und rosa Négligé angepriesen. 60 Franken für eine halbe oder 100 Franken für eine ganze Stunde sollen Kunden auf den Tisch legen die Verwendung eines Kondoms ist Pflicht.
    ........

    Ich selbst bin tief gespalten. Einerseits schockiert und angewidert, andererseits wenn es tatsächlich helfen sollte Straftaten zu verhindern, dann wäre ich eher dafür.

    Wenn es aber tatsächlich zwei Typen von Pädophilen geben sollte und nur ein solches Verbrechen mehr durch deren Zulassung herausgefordert werden sollte, dann jedoch strikt dagegen.

    Es sollten daher bitte Profis entscheiden was Sache ist. Kann ich nicht wirklich beurteilen.

    In Bern sind nach den Presseberichten jedoch bereits Politiker aufgeschreckt. Damit wirds vermutlich bei uns auf ein Verbot solcher Puppen für Pädos hinauslaufen.
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#8 Dont_talk_aboutProfil
  • 14.04.2019, 21:35hFrankfurt
  • Ich habe jetzt schon öfters über Gefahren durch sexuell übertragbare Krankheiten in Sexpuppen-Bordellen gelesen (im Artikel steht ja auch was von Kondomen).

    Irgendwie wundert mich das als medizinischer Laie doch sehr. SELBST wenn vergessen werden sollte, die Puppen zu reinigen, ist da wirklich eine reale Gefahr sich durch das Sperma des Vorgängers zu infizieren ? Im Vergleich zu Sex mit Menschen müsste das doch absolut safe sein.
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#9 TheDadProfil
  • 14.04.2019, 21:50hHannover
  • Antwort auf #6 von Obwohl
  • ""Pädophilie ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine Störung der Sexualpräferenz, also sehr wohl eine Krankheit.""..

    Was ebenfalls für Intergeschlechtliche und für Trans*-Menschen behauptet wird..

    Und was früher auch mal für "Homosexualität" galt..

    Für Letztere ist der Krankheits-Begriff gestrichen worden..

    Es ist also nur eine Frage der Zeit bis es für die anderen Betroffenen auch gestrichen werden wird..

    Und dann müssen Lösungen DA SEIN, die dafür sorgen können das jede*r Mensch sein Sexualität ausleben kann OHNE einen anderen Menschen dabei zu schädigen, oder auch nur auszunutzen..

    Insofern hat "MichaelTheDragon" mit seiner Forderung nach solchen Puppen absolut Recht !

    Dieser Forderung kann man sich nur anschließen..
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#10 TheDadProfil
  • 14.04.2019, 21:59hHannover
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • ""Es gebe zwei Typen von Pädophilen, sagt etwa Sexologe Michael Seto gegenüber dem «Atlantic»: Dem einen Typus genügten die Puppen, um seine sexuellen Fantasien zu befriedigen. Der andere Typus hingegen werde «durch diese Art von Ersatz eher noch angeregt»""..

    Solche Sätze hauen mich immer wieder aus den Socken..
    Denn die perfide Unterstellung der "Anregung" ist nichts weiter als moralinsaures Geschwafel..

    WAS regen die denn an ?
    Die Häufigkeit sexueller Betätigung ?

    Wo sind wir denn dann ?
    Bei der Frage welche Häufigkeit noch "normal" wäre, welche grade so noch zu vertreten, und welche dann eine "krankhafte" Komponente sei ?

    Das ist so blöd..
    Denn es rückt die Bedürfnisse von Menschen immer wieder in die Nähe von "Süchten", zu denen dann plötzlich auch noch "Sex-Sucht" zählen soll..

    Ist dann tägliches Zähne putzen auch schon Sucht ?

    Oder einfach nur ein Ausdruck dafür auf seinen Körper und die Gesundheit dieses Körpers zu achten ?

    ""In Bern sind nach den Presseberichten jedoch bereits Politiker aufgeschreckt. Damit wirds vermutlich bei uns auf ein Verbot solcher Puppen für Pädos hinauslaufen.""..

    Ich kann grad gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen will..

    Anderen Menschen die Erfüllung ihrer Sexualität zu verunmöglichen scheint eine Kernkompetenz von verschiedenen Politiker*innen zu sein..

    Wer wird denn dort gewählt ?
    Nur Sozial-Versager ?
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