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Berlin

Lesben-Wohnprojekt bekommt doch noch ein Haus

Nach dem Streit mit der Schwulenberatung bekommt die lesbische Initiative Rad und Tat ein anderes Grundstück. Es wäre das erste Haus für ältere Lesben in Deutschland.


So soll das neue Haus aussehen. (Bild: Galandi Schirmer GmbH)

Die lesbische Inititative Rad und Tat (RuT) bekommt nach jahrelangem Suchen doch noch ein Haus. Die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte will ein Haus mit sechs Etagen bauen. Es soll in der Berolinastraße neben dem Rathaus Mitte stehen. Geplant sind 67 Mietwohnungen auf rund 3.700 Quadratmetern.

Im Erdgeschoss sollen auf rund 450 Quadratmetern mehrere Geschäfte einziehen. Geplant sind ein Kiez-Café, Beratungsräume sowie Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Nachbarschaftstreffs. Die Generalnutzung des Gebäudes soll die Initiative Rad und Tat gGmbH bekommen. Die Wohnungsbaugesellschaft (WBM) gehört dem Land Berlin. Sie will Ende nächsten Jahres mit dem Bau beginnen. Das Haus soll im Jahr 2022 stehen.


Das Grundstück neben dem Bezirksamt Mitte in Berlin. Bild: Galandi Schirmer GmbH

Am Freitag stellte sich RuT bei einer Kaffeetafel vor. "Die Initiative hat sich bereits der Nachbarschaft vorgestellt", sagt Christoph Lang, Sprecher der WBM. "Weitere Termine im Mai sind geplant." Sollte das Gebäude wie geplant gebaut werden, wäre es das erste Wohnprojekt in Deutschland für ältere Lesben.

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Streit mit Berliner Schwulenberatung

Die Journalistin Stephanie Kuhnen, die sich wiederholt für das Projekt ausgesprochen hatte, schrieb auf Facebook: "Noch nicht ganz in trockenen Tüchern, aber das könnte jetzt schon eine der besten Nachrichten des Jahres sein!" Anja Kofbinger, frauen- und queerpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus von Berlin, schrieb auf Twitter: "Das sollte jetzt aber wirklich klargezogen werden. Nach all den Jahren haben es die RuT-Frauen mehr als verdient! Wir werden von unserer Seite jedenfalls alles dafür tun, dass es gelingt."

Twitter / AnjaKofbinger

Im vergangenen Jahr war in der Berliner LGBTI-Community ein Streit zwischen Rad und Tat und der Schwulenberatung ausgebrochen. Beide Gruppen wollten ein Haus auf demselben Grundstück im Stadtteil Schöneberg bauen. Die Schwulenberatung plante einen dritten "Lebensort Vielfalt". Im September letzten Jahres entschied das städtische Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), das Grundstück der Schwulenberatung zuzusprechen. Die Auseinandersetzung wurde in der Berliner Community zu einem Streit zwischen Lesben und Schwulen. Die RuT-Aktivistinnen sprachen nach der Entscheidung von einem "frauenpolitischen Super-GAU" (queer.de berichtete).



#1 GerritAnonym
  • 15.04.2019, 12:33h
  • Ich gönne denen ihr Haus und wenn die unbedingt unter sich bleiben wollen, ist das deren Entscheidung.

    Aber schade finde ich es dennoch:

    Wäre es nicht viel schöner, wenn Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle gemeinsam unter einem Dach leben würden?! Man könnte so viel voneinander profitieren und voneinander lernen und erfahren...

    Wir werden so viel ausgegrenzt und unterdrückt und dann bilden wir unter uns doch wieder strikt abgetrennte Grüppchen oder gar richtige Ghettos.

    Was könnten wir wohl alles gemeinsam erreichen?!
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#2 LesbenAnonym
#3 MistakeNumberGayAnonym
  • 15.04.2019, 21:15h
  • Wäre es nicht viel schöner, wenn Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle gemeinsam unter einem Dach leben würden?!..

    Es wäre viel schöner, wenn endlich aufgehört würde Heterosexuelle und den Rest immer wieder zu trennen.
    Es ist eben nicht das Ziel, dass alle Minderheiten abgetrennt von der Mehrheit leben, sondern dass ALLE zusammenleben. Alles andere ist selbsterwählte Apartheid
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#4 Ana NymAnonym
  • 15.04.2019, 22:41h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Hi Gerrit,
    wer sagt denn, dass man nicht in getrennten Häusern wohnen kann und trotzdem zusammen hält.
    Etwas eigenes haben zu wollen bedeutet nicht "unter sich bleiben wollen" oder gar ein Ghetto bilden zu wollen: Als wenn eine von uns ein Ghetto haben möchte!! Du weißt, was Ghettos sind und wie es dort ist, oder? Vielleicht sollte man die Flure jeweils verschiedenen Frauengangs "unterstellen" ?!
    Btw. Manche Transfrauen sind auch lesbisch!

    Nochwas: lies Dir Deinen Einleitungssatz doch mal genau durch:
    "Ich gönne denen ihr Haus und wenn die unbedingt unter sich bleiben wollen, ist das deren Entscheidung."

    Tipp: "denen", "wenn die", "unbedingt unter sich bleiben wollen", "deren" -
    Die dichtesten Zäune wachsen oft nur im Kopf.
    Aber nett, dass Du "denen das gönnst". Wir danken Dir.
    Bitte sei mir für die direkte Antwort nicht böse, ich bins ja auch nicht.
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#5 Mistake_StraightAnonym
  • 15.04.2019, 23:06h
  • Antwort auf #3 von MistakeNumberGay
  • Nö, die Heteros grenzen sich von uns ab. Wir sind nicht diejenigen, die Diskriminierung gegenüber Heteros umsetzen.

    Und diese Idee mit dem Wohnprojekt ist toll. Da können ältere Lesben wenigstens im Alter unter sich sein und ein Gefühl dafür bekommen, was es heißt, ohne den Paragraf 175 leben zu können und die sexuelle Identität nicht mehr verstecken zu müssen.

    Das darf man gerne anerkennen, ohne an Abgrenzungsverschwörung zu denken!
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#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 16.04.2019, 03:16h
  • Gut, dass wir ein eigenes Haus bekommen. Schlecht, dass es diesen Streit gab, aber wohl nicht zu vermeiden, da Schwule halt in erster Linie Männer sind.
    Ich hoffe nur, dass beide Häuser auch für Intersexuelle und transsexuelle Menschen offen sein wird, und niemand diskriminiert wird, denn das können wir alle nicht gebrauchen.
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#7 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 16.04.2019, 03:20h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Das Hauptproblem liegt für mich darin, dass (schwule) Männer oft nicht verstehen können, dass die Lebenswelten von Lesben und Schwulen oft eine andere ist, beide Gruppen unterschiedliche Bedürfnisse haben.
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#8 KetzerEhemaliges Profil
  • 16.04.2019, 08:01h
  • Antwort auf #3 von MistakeNumberGay
  • "Es ist eben nicht das Ziel, dass alle Minderheiten abgetrennt von der Mehrheit leben, sondern dass ALLE zusammenleben."

    Warum? Weil DU das so vorgibst? Was, wenn andere Menschen andere Ziele im Leben haben als Du? Ich vermute, das kannst Du absolut nicht ertragen. Mein Mitleid mit Dir hält sich jedoch sehr in Grenzen.

    Wenn es in meiner Stadt ein vergleichbares Projekt gäbe, das für mich in Frage käme, würde ich mich sofort um eine der Wohnungen bemühen.

    Übrigens hoffe ich in diesem Zusammenhang auch, dass auch daran gedacht wird, dass die Wohnungen so bezahlbar wie möglich sind. Niemandem ist geholfen, wenn sowas zum Luxusprojekt hochstilisiert würde. Wir brauchen generell in Deutschland viel mehr FÜR ALLE erschwinglichen Wohnraum.

    Ich wünsche dem Projekt also von Herzen viel Erfolg. Mögen ihm noch viele vergleichbare in anderen Städten und für weitere Zielgruppen folgen.
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#9 Ith_Anonym
  • 16.04.2019, 08:38h
  • Antwort auf #3 von MistakeNumberGay
  • Kann bloß von jemandem kommen, der* noch nie wegen Zusammenleben mit gleichgeschlechtlichem*r Partner*in oder Sichtbarkeit als trans* Probleme dabei hatte, eine Wohnung oder einen Job zu bekommen.

    Geschweige denn beim Thema Alter vor dem Problem gestanden hätte, auf Pflegepersonal und ein Umfeld angewiesen zu sein, in dem man respektiert wird.
    So als kleinen Hinweis: Die allermeisten Leute, die momentan in einem Alter sind, in dem altersgerechte Wohnungen benötigt werden, haben den Großteil ihres Lebens in einem Deutschland verbracht, in dem Homosexualität zum Teil strafbar war, mindestens aber als Geisteskrankheit betrachtet wurde. Und im Bekanntenkreis gibt's mindestens eine ältere Person, von der sich die Enkelin auch heute noch regelmäßig anhören darf, und zwar ohne Kritik und Ironie, was es unter dem Führer alles nicht gegeben hätte.

    Geballte Ahnungslosigkeit.

    Typisch Mehrheitsangehörige. Was Marginalisierung zu bedeutet, in der Praxis, ist da verdammt schwer zu vermitteln. Weil jegliche persönliche Erfahrungsgrundlage einfach fehlt. Euch steht es eben offen, an das Stattfinden von Diskriminierung zu "glauben". Oder es zu lassen.
    Ihr werdet nie raffen, was für ein Privileg es ist, sich das aussuchen zu können.
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#10 HugogeraldAnonym