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Kanadische Initiative

Steinigung von Schwulen: 36 Staaten erhöhen Druck auf Brunei

Auch Deutschland hat eine Erklärung der Equal Rights Coalition unterzeichnet, in der der Sultanat Brunei aufgefordert wird, die Todesstrafe für Homosexualität wieder abzuschaffen.


Bruneis Sultan Hassanal Bolkiah

Auf Initiative Kanadas haben 36 Staaten das Sultanat Brunei aufgefordert, die Todesstrafe für schwulen Sex wieder abzuschaffen. In der Erklärung der Equal Rights Coalition heißt es, man sei über die kürzlich eingeführten "extremen Strafen" zutiefst bestürzt.

Die Scharia-Gesetzgebung sei ein Verstoß gegen die internationalen Menschenrechtsverpflichtungen Bruneis und verletze insbesondere die Rechte von LGBTI-Personen, heißt es in der Resolution: "Die neuen Bestimmungen verschärfen die Marginalisierung von Angehörigen dieser Gruppen und erhöhen das Risiko, dass sie Diskriminierung, Verfolgung und Gewalt ausgesetzt sind, selbst wenn sie nicht aufgrund der neuen Gesetzgebung strafrechtlich verfolgt werden."

Die Erklärung wurde unterzeichnet von Albanien, Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Costa Rica, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Israel, Italien, Kanada, Kap Verde, Litauen, Luxemburg, Malta, Mexiko, Montenegro, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechien, Uruguay, den USA und Zypern.

Die Equal Rights Coalition wurde im Juli 2016 auf Initiative der Niederlande und Uruguay gegründet, um sich auf internationaler Ebene für LGBTI-Rechte einzusetzen. Kanada und Chile übernehmen aktuell den Vorsitz.

Seit 3. April können Schwule gesteinigt werden

In Brunei gelten seit dem 3. April neue Scharia-Gesetze. Schwuler Sex und Ehebruch kann mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden, ebenso wie die Beleidigung des Propheten Mohammed. Dieben können Gliedmaße amputiert werden. Frauen, die gleichgeschlechtlichen Sex haben, müssen mit einer Höchststrafe von 40 Stockhieben oder zehn Jahren Gefängnis rechnen (queer.de berichtete).

Die Einführung der Todesstrafe in Brunei hatte einen internationalen Aufschrei hervorgerufen. Prominente und Unternehmen wie die Deutsche Bank boykottieren nun die Hotels im Besitz des Sultans (queer.de berichtete). Das Auswärtige Amt hatte vor Inkrafttreten des Gesetzes die Botschafterin einbestellt (queer.de berichtete). Die Menschenrechtskommissarin der Vereinten Nationen hatte das neue Strafrecht als unmenschlich bezeichnet (queer.de berichtete). (cw)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 16.04.2019, 13:39h
  • Man muss genau hinschauen, wer sich da für unser Lebensrecht einsetzt:

    V.a. Europa und die postkoloniale lateinamerikanische Welt, hier Länder wie Uruguay mit großer links-antiimperialistischer Tradition.

    Und: Wo will man uns töten?

    Eben.

    Angesichts dieser Faktenlage ist der Journalismus einer Hengameh Y. an Unmenschlichkeit nicht zu übertreffen. Zitat:

    "Und ein Fun-Fact zum Schluss: Homofeindlichkeit ist nicht typisch Islam, sondern typisch weißer Westen. Erst nachdem Kolonialismus und Orientalismus, welche muslimischen Communities Promiskuität und Lüsternheit zuschreiben, Einflüsse auf Glaubensreformen hatten, wurde Heteronormativität gepredigt. Auch das Kategorisieren von Identitäten, Begehren und Praxis durch Definition ist eine vom Westen initiierte Norm. Hätten eure Scheißvorfahren mal den Satz stay in your lane ernstgenommen, würde das alles jetzt nicht stattfinden müssen. So vieles würde jetzt nicht stattfindet. So check yourself before you wreck yourself!"


    teariffic.de/2015/03/21/warum-ich-personen-judge-die-diese-d
    emo-feiern-2/


    Welche Kolonialmacht hat das nie wirklich kolonisierte Land der "Scheißvorfahren" (leider Zitat!) dieser TAZ-'Journalistin' denn gezwungen, nach dem klerikalfaschistischen Zivilisationsbruch von '79 Schwulen- und Frauenmassaker und Pädo-Ehe einzuführen? Wer zwingt den steinreichen Sultan von Brunai zur Zivilisationsverweigerung?

    Hengameh Y.: blanke, bildungsferne Menschenfeindlichkeit unter 'queerer' Tarnkappe.

    Ich weiß schon, weshalb ich die TAZ nicht abonniere!

    PS So ganz nebenbei: Auch als tendenziell Anti-Deutscher kann ich mal die Tatsache anführen, dass Deutschland, also unsere "Scheißvorfahren", nie Kolonialmacht in der arabisch-islamischen Welt war.
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#2 DarussalamAnonym
  • 16.04.2019, 13:56h
  • Wieso wird denn nur auf Brunei Druck ausgeübt. Es gibt doch noch andere Länder und Regionen in denen die Scharia gilt oder die Todesstrafe für Homosexuelle.
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#3 goddamn liberalAnonym
#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 16.04.2019, 15:07h
  • Der Druck der Öffentlichkeit, so gut gemeint er auch immer ist, wird nichts, aber auch gar nichts erreichen!
    Warum nicht?
    Weil der Sultan die Fundis braucht, um an der Macht zu bleiben. Und, würde er auch nur ein Jota abweichen, und das weiß er genau, kann er sich einen anderen Job suchen.
    Diese Fundiflachwichser geben erst Ruhe, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.
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#5 Ralph
  • 16.04.2019, 15:31h
  • Mich befremdet das Fehlen von Irland mit seinem schwulen Regierungschef. Wurde das in der Aufzählung vergessen oder hat es sich wirklich nicht angeschlossen?
  • Antworten » | Direktlink »
  • Anm. d. Red.: Irland ist nicht dabei, wie aus dem verlinkten Dokument ersichtlich ist
#6 Ana NymAnonym
  • 16.04.2019, 18:05h
  • Antwort auf #2 von Darussalam
  • Weil man irgendwo anfangen muss.
    Dieses Land hat es bewusst erst vor kurzem eingeführt.
    Die Diskussion wird sicherlich auch von anderen (was dieses Thema angeht : ähnlich üblen) Ländern wahr genommen.
    Vielleicht sehen einige ein, dass sie dringend etwas zu tun haben.
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#7 TheDadProfil
  • 16.04.2019, 23:55hHannover
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • ""Welche Kolonialmacht hat das nie wirklich kolonisierte Land der "Scheißvorfahren" (leider Zitat!) dieser TAZ-'Journalistin' denn gezwungen, nach dem klerikalfaschistischen Zivilisationsbruch von '79 Schwulen- und Frauenmassaker und Pädo-Ehe einzuführen?""..

    Ob dazu eine Kolonialisierung notwendig war, oder es ausreichte das genügend Westliche Länder ihren Einfluß ausübten, darüber kann man ausführlich streiten..
    Den Einfluß des Westens, zu dem hier auch Russland gehört, aber einfach zu negieren ist ganz sicher nicht hilfreich :

    ""Die neue Staatsform der konstitutionellen Monarchie überdauerte zunächst nur 15 Jahre,[143][146] sie neigte mehr und mehr zu Chaos und Zerfall[146] und brachte insgesamt dem Land weder Stabilität noch Fortschritt.[143]
    Bereits 1908 putschte Mohammed Ali Schah und ließ das Parlament beschießen; zahlreiche Abgeordnete wurden verhaftet und einige hingerichtet.[147][148][149]
    Der ein Jahr dauernde Bürgerkrieg führte zum Rücktritt Mohammad Alis.
    Die Nachfolge auf dem Thron trat der zunächst durch einen Regenten vertretenen Ahmad Schah an.
    Russland und Großbritannien hatten das Land untereinander in Einflusszonen aufgeteilt und nötigten den Schah, den zur Lösung der chronischen Finanznot angestellten amerikanischen Experten Morgan Shuster zu entlassen.
    Während des Ersten Weltkrieges wurden auf iranischem Territorium trotz Neutralitätserklärung heftige Kämpfe zwischen Russland, Großbritannien und dem osmanischen Reich ausgetragen.
    Nach der Oktoberrevolution zog sich die russische Armee zurück.
    Britische Pläne, aus dem Iran ein britisches Protektorat zu machen, scheiterten jedoch.[150]
    Gegen Ende der Kadscharen-Dynastie beschränkte sich die Macht des Schahs auf die Hauptstadt.
    Die Streitkräfte bestanden lediglich aus einer Kosakenbrigade, kommandiert von russischen Offizieren, einer paramilitärischen Gendarmerie, und leichtbewaffneten Kämpfern der Nomaden.
    Der Staat hatte keinerlei Organisation, seine Macht durchzusetzen, und war von Großgrundbesitzern, Stammesführern und Geistlichen abhängig.[151][152]
    Zwischen 1917 und 1921 starben im Iran zwei Millionen Menschen, ein Viertel der Landbevölkerung, durch Krieg und den folgenden Seuchen und Hungersnöten.""..

    de.wikipedia.org/wiki/Iran
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 17.04.2019, 10:28h
  • Antwort auf #7 von TheDad
  • Ja, Balten und Polen hatten es im 20. Jahrhundert z. B. auch nicht leicht (allein 6 Mio Tote in Polen durch den deutschen Faschismus). Die Westmächte waren zu Deutschland in Versailles so dominant wie sie es auch gegenüber dem Iran waren. So what?

    Trotzdem ist der Zivilisationsbruch von 1979 ähnlich wie der deutsche von 1933 mit Hilfe großer Teile der iranischen Bevölkerung zustande gekommen, denen man dann Pädo-Ehe, das Massaker an ca. 4000 'schwulen weißen Cis-Männern' (Amnesty-Zahl, ich benutze hier mal die eklige Sprache des Gegners), abertausende politische Morde etc. auch zurechnen muss.

    Der Vater meines iranischen Mitschülers, der die Etablierung des Klerikalregimes schon irgendwie toll fand, war übrigens Arzt. Passt natürlich auch in die Soziologie des Faschismus.

    Bei der besagten Hengameh Y. wundert mich weniger ihre eiskalte rassistische Arroganz als die Tatsache, dass sie sich hier ausnahmsweise mal gegen 'Almans' richtet und nicht gegen Türken und Araber (iranischer Standard). Ausgleichende Gerechtigkeit?

    In unseren östlichen Nachbarländern (da haben deutsche Faschisten Millionen massakriert und nicht in der islamischen Welt) hätte sie dieselben Probleme wie hierzulande, käme mit ihrem 'Journalismus' aber nicht allzuweit. Auch bei den tendenziell demokratisch-liberalen Tschech*innen nicht.

    Fazit: Wer gegen das kleine Brunei zurecht protestiert, sollte beim 'altehrwürdigen' Iran keine Samthandschuhe anlegen!

    Auch nicht gegenüber selbsternannten 'People of Color' aus diesem 'Land der Arier' (Eigenbezeichnung nicht zufällig seit 1935!).
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#9 Ralph
  • 17.04.2019, 11:53h
  • Antwort auf #1 von goddamn liberal
  • Ja, es macht immer wieder aufs Neue fassungslos, wie sehr nützliche Idioten sich bemühen, islamischen Terrorregimen zu unterstellen, sie verüben ihre Verbrechen nicht aus ihrer eigenen religiösen Ideologie heraus, sondern unter dem Druck angeblicher Kolonialmächte, die sie noch am heutigen Tage zwingen, Schwule zu ermorden. Noch fassungsloser macht mich, dass diese doch schon auf den ersten Blick und aufs erste Hören lächerliche These sogar von Schwulen scheinbar ernsthaft verfochten wird. Man stelle sich das mal bildlich vor: Die Botschafter Großbritanniens, Frankreichs und anderer westlicher Staaten sitzen beim Oberayatollah und beim Saudi-König im Büro und zwingen die beiden unter Drohung mit Erdölboykott und Bombenabwürfen auf Teheran und Riad, die Todesstrafe gegen Schwule aufrecht zu erhalten, obwohl beide aufgeklärte und tolerante Herrscher doch eigentlich ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen und die Ehe öffnen wollen - wenn diese schrecklichen westlichen Kolonialherren sie nur ließen! Der selig-barmherzige, Freiheit und Vielfalt hochhaltende Islam ist einfach zu schwach, um sich des Schwulenhasses der Westeuropäer zu erwehren, die eigens ein Strafrecht namens Scharia geschaffen und den Muslimen aufgezwungen haben, um die tolerante Botschaft des Islams zu unterdrücken und Schwule an Baukränen aufhängen zu lassen - so wie es ja auch in London und Paris Alltag ist. Und erst die Niederländer, diese Verbrecher. Zwingen die indonesische Regierung, Schwule öffentlich auspeitschen zu lassen (wie bei ihnen selbst zu Hause in Amsterdam), und die indonesische Bevölkerung muss ohnmächtig wehklagend zuschauen.
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#10 goddamn liberalAnonym