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Zahlen des Innenministeriums

Hassverbrechen im Südwesten nehmen deutlich zu

Im vergangenen Jahr wurden in Baden-Württemberg 651 politisch motivierte Straftaten erfasst – zu fast 95 Prozent aus dem rechten Bereich.


Kampagne gegen Hassverbrechen in Großbritannien

Die Hasskriminalität hat im vergangenen Jahr im Südwesten deutlich zugenommen. 2018 wurden nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums 651 politisch motivierte Straftaten in dem Bereich erfasst. 2017 waren es noch 564.

Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf einen Brief des Grünen-Landesvorsitzenden Oliver Hildenbrand hervor, die dem SWR vorliegt. Angriffe aus dem rechten Spektrum sind dabei nach wie vor das größte Problem. 617 der 651 Taten werden dem rechten Bereich zugeschrieben.

Grünen-Landeschef beklagt "gewaltiges Problem"

Hildenbrand fordert ein konsequentes Vorgehen gegen solche Verbrechen und Prävention etwa in Schulen. "Solange 'schwul' und 'behindert' oder 'Gutmensch' und 'Opfer' als Schimpfwörter funktionieren, haben wir ein gewaltiges Problem", sagte der Grünen-Landesvorsitzende.

Unter Hasskriminalität werden politisch motivierte Straf- und Gewalttaten verstanden, die sich gegen Menschen richten, weil diese einer bestimmten Gruppe angehören – etwa durch ihre Religion, Hautfarbe, Nationalität oder sexuelle Orientierung. Von den Angriffen betroffen sind etwa Juden, Muslime, Flüchtlinge oder Lesben und Schwule. Die Zahlen zur Hasskriminalität bilden eine Untergruppe der politisch motivierten Kriminalität. So konkret ausgewertet werden sie seit 2008. Seitdem schwanken die Zahlen im Südwesten. (cw/dpa)



#1 AnonymAnonym
  • 16.04.2019, 15:52h
  • Nachdem nun auch über Baden-Württemberg wie auch über Berlin verlässliche Zahlen vorliegen, tendiere ich dazu zu sagen, dass man wie zu der Zeit des Aufstiegs der NSDAP in Deutschland auch, gesellschaftlich bedingt wenig gegen diese Zustände machen können wird.
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#2 BaWueAnonym
  • 16.04.2019, 17:56h
  • Oh doch, da lässt sich sehr wohl was tun.
    - Sobald man selbst betroffen ist, sofort melden. Sobald man es zu sehen bekommt, ebenfalls melden.
    - Die Polizei kann dafür sensibilisiert werden.
    - Sobald es Diskriminierung und Mobbing an ner Schule gibt, das Thema ansprechen und dem Schuldirektor melden.
    - bei Übergriffen sofort das Unternehmen/den Betrieb verständigen
    - jede Diskriminierung und jedes Mobbing auch der Antidiskriminierungsstelle mitteilen, zusätzlich der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
    - zusätzlich diese Infos auch der Partei mitteilen, die man gewählt hat, und der Partei, die im Bundesland zuständig ist.

    Nur wenn man diese Informationen mitteilt, werden sie bekannt. Und nur dann kann was getan werden.
    Die Gesetze sind nicht konkret genug, damit entsprechend konkret gehandelt werden kann - das ist leider bundesweit so.

    Ich wohne in Baden-Württemberg und konnte durchaus etwas erreichen, als ich selbst diskriminiert wurde.
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#3 AnonymAnonym
  • 16.04.2019, 18:51h
  • Antwort auf #2 von BaWue
  • Hilfsweise reichen Gesetze wie Rechtsprechung auch jetzt schon.

    Ich kenne leere Worthülsen auch aus dem Bund und die Tatsache, dass auch Bundesbeamte eindeutige Rechtslagen auch eigens dafür zerreden und die Menschen in Deutschland auch meiner Meinung nach mit Vorsatz belügen bis hin zu gezielter Desinformation bis auch Kompromittierung. Das geht über das Gummiparagrafen-Gerede hinaus!

    Sich in der Form zu wehren ist mancherorts kein leichtes Unterfangen bis unmöglich, das sollte man nicht unterschätzen! Aber im Handeln richtig!

    Das Land Hessen zum Beispiel hat auch vor dem Hintergrund der NSU-Affären auch innerhalb der Polizei Probleme, die Sicherheitslage in Rheinland-Pfalz ist prekär.
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#4 BaWueAnonym
  • 16.04.2019, 19:33h
  • Da kann ich leider zustimmen.
    Zwar habe ich selbst noch kein Hassverbrechen erlebt, aber ich bekomme die Atmosphäre in Baden-Württemberg mit und kann zumindest sagen, dass die Diskriminierungen relativ hoch sind und in der Form stärker sind als Jahre zuvor.

    Und zwar hat sich folgendes verschlechtert:
    Johannes Kram hat es bereits in seinem Buch geschrieben: sobald Diskriminierung stattfindet, wird das mittlerweile fast gewaltsam vertuscht, aber Kommunikation wird abgelehnt. Bereits in der ersten Kontaktaufnahme, egal ob es um Freundschaft geht oder um ein Bewerbungsgespräch, etc., wird geäußert: "Bei uns/mir gibt es keine Diskriminierung."
    Oder: "Du sagst mir nicht, dass ich intolerant bin."
    Die Personen, die das im Voraus als "Fakt" darstellen, sind gar nicht befugt, diese Äußerung zu machen. Sollte das nämlich tatsächlich auftreten, ist es dann die Antidiskriminierungsstelle, die das beurteilen kann.
    Mit solchen Äußerungen wird also eher dem Gegenüber gedroht, so nach dem Motto: wehe, du sagst was.
    Meistens sind das dann genau die Personen, die eben doch Komplexe mit Homosexualität haben. Das zeigt sich dann im weiteren Verlauf.
    Folgende Äußerungen treten dann oft auf:
    "Scheiße, Homo-Scheiße, mit ROSA Parkscheibe parken ist nicht zulässig, Personalausweis bitte - die Gesinnung muss kontrolliert werden, man muss ja nicht sagen, dass man homo ist, man kann sich auch outen, wie heißt denn dein Freund?,..." und folgendes Verhalten ist typisch: Beobachtung, Ausgrenzung, Benachteiligung, Fähigkeiten werden einem augenblicklich abgesprochen, andere werden bevorzugt, Rechte werden einem direkt eingeschränkt. Ein Lächeln wird als Flirten missverstanden, der Tonfall ist laut, der Umgang unfreundlich. Es werden einem Dinge unterstellt, die nie stattgefunden haben. Sobald man darauf hinweist, wird mit Kündigung gedroht.
    Grundsätzlich werden Kündigungen viel schneller und ohne nachvollziehbaren Grund geschrieben.

    Vor paar Jahren waren diese verbale Drohungen noch nicht vorhanden. Und der Umgang sowie der Tonfall waren zumindest etwas freundlicher.

    Und Heteros untereinander gehen unfreundlicher miteinander um. Vor einiger Zeit erlebte ich eine Situation, die mich erschreckte. Ein Ehepaar ging an einem geparkten Auto vorbei, als plötzlich das Auto zurück fuhr. Die Person im Auto stieg aus und brüllte dem Ehepaar hinterher, obwohl ich sehen konnte, dass diese Person nicht nach hinten geschaut hat beim rückwärts fahren.
    Der Ehemann ging zu dieser Person und brüllte zurück.

    Einerseits ist also Diskriminierung gegenüber LSBTTIQ alltäglich und die Leugnung von Diskriminierung stärker geworden, und andererseits ist der Umgang unfreundlicher und respektloser geworden.
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#5 BaWueAnonym
  • 16.04.2019, 19:42h
  • Antwort auf #3 von Anonym
  • Du redest von "mancherorts."
    Der Artikel handelt von Baden-Württemberg und meine Antwort bezieht sich auf Baden-Württemberg.
    Ich selbst habe meine Erfahrungen gemacht und konnte etwas erreichen.
    Damit habe ich nicht gesagt, dass das einfach ist, sondern damit sage ich, dass ich was erreichen konnte.

    Vielleicht ist es dir möglich, meinen Kommentar zu lesen, ohne Dinge zu interpretieren, die da nicht geschrieben stehen.
    Dass es in anderen Bundesländern auch nicht wesentlich besser aussieht, das lese ich ständig. Ich kenne Deutschland.
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#6 Homonklin44Profil
  • 17.04.2019, 14:12hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von BaWue
  • Das mit dem allgemeinen Umgang unter einander kann ich zumindest aus dem Norden auch bestätigen, und denke, dass dfas eher mit dem unpersönlichen Kontakt einher kam, den die modernen Kommunikationstechniken evtl beeinflussen. Menschen begegnen sich immer weniger oft persönlich für Austausch und Gespräche, zudem wurde auf halbwegs respektable Umgangsformen seit 20 und mehr Jahren schon kaum wert gelegt, das setzt sich dann so auch fest mit der Zeit.

    Ich habe ja so einige Jahre in BaWü zugebracht, und daher ist mir auch der ländlich typische Horizont bekannt. (umzu Bad Buchau bis Laupheim die Ecke) Wenn das da jetzt tatsächlich noch schlimmer wird, würde ich Dir empfehlen, nach nördlicher umzuziehen. Die meisten lassen einen hier wenigstens in Ruhe und spannern nicht jedem Schritt hinterher, den man tut.
    Das mit dem alteingesessenen Dummbatzen und diese Rechtsdrall-Liebäugelei ist zwar auch hier zu spüren und ländlich anscheinend verbreiteter, als in einer Stadt. In Kiel könntest Du relativ frei leben, die "Rechten" werden von verschiedenen Gruppen Zugewanderter, Arabs und Zigani relativ kurz gehalten. ;)

    So die üblichen Anpöbeleien oder Übergriffe können einem aber wohl überall passieren, auch in einer thoroughly durchstudentisierten Stadt wie Kiel leider.
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#7 BaWueAnonym
  • 17.04.2019, 14:39h
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • Das mit dem Umziehen ist keine Sache, die bedingungslos funktioniert.
    Ich brauche dazu keine Tipps, ich kenne mich in meiner Situation gut aus und weiß, was ich zu tun habe.
    Der Artikel hier handelt nicht um mich, sondern um die Situation in Baden-Württemberg bezüglich Hassverbrechen.
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#8 Homonklin44Profil
#9 BaWueAnonym
  • 17.04.2019, 17:01h
  • Antwort auf #8 von Homonklin44
  • Ich hab mal in Hamburg gewohnt und mal in Mannheim, und mal in den USA. Bin ziemlich herum gekommen.
    Momentan bin ich mit was ganz anderem beschäftigt. Das ist nur nicht www-tauglich.

    Die Ecke Karlsruhe müsste etwas entspannter sein, was LSBTTIQ-Freundlichkeit betrifft. Zumindest höre und erlebe ich da soweit Gutes.

    Ich bin halt ein Teil der Ls in der LSBTTIQ und deshalb geht es mir allgemein auch nicht arg viel besser als dem Rest. Es gibt gute Tage und weniger gute. Wenn ich hier jetzt Details hinschreibe, würdest zumindest du dir zu viele Sorgen machen - und ob ich mir mit Details im www nicht selbst schaden würde, weiß kein Mensch im Voraus.

    Mir ist es persönlich lieber, wenn nicht gleich persönlich geschrieben wird, sondern beim Artikel des Themas geblieben wird, denn alles andere ist Privatsache - da entscheidet dann jede/r selbst, was erzählt werden möchte oder nicht.

    Ich möchte dir damit nicht wehtun, sondern ich muss da eben eine Grenze ziehen.

    Über Baden-Württemberg können wir trotzdem gerne schreiben.
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#10 LotiAnonym