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Pinkwashing
Homo-Gurke für die IGLTA
Der Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin hofiert homofeindliche Verfolgerstaaten – dennoch wird sie jetzt von der International LGBT+ Travel Association ausgezeichnet.

Hauptsache das Geld fließt: Die ITB drückt bei der Verletzung von Menschenrechten in ihren offiziellen Partnerländern beide Augen zu (Bild: Messe Berlin)
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17. April 2019, 14:43h 2 Min.
Die Empörung war groß, dass ausgerechnet Malaysia – ein Staat, der Lesben und Schwule auspeitschen lässt – in diesem Jahr offizielles Partnerland der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) war. Berlins Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) sagte deshalb ihren Messebesuch ab, und Politiker*innen der rot-rot-grünen Regierungsfraktionen fordern für die Zukunft die Einhaltung verbindlicher Menschenrechtsstandards (queer.de berichtete). Der malaysische Tourismusminister behauptete auf der ITB dann auch noch allen Ernstes, es gebe keine Homosexuellen in seinem Land (queer.de berichtete).
Die landeseigene Messe Berlin GmbH hat bis heute keinen Fehler eingeräumt, pocht stattdessen auf ihre politische Neutralität und will weiterhin an Oman als ITB-Partnerland für 2020 festhalten, wo Homosexuelle drei Jahre hinter Gittern landen können. Dennoch wird sie jetzt ausgerechnet aus der queeren Community geehrt: Für ihrer "kontinuierliche und international erfolgreiche Positionierung des Segments LGBT+ Travel" erhält die Tourismus-Börse den "Vanguard Award" der International LGBT+ Travel Association (IGLTA). Die Übergabe soll Ende April bei der Annual Global Convention in New York City erfolgen.
Pink Dollar statt Menschenrechte im Blick
Natürlich ist es zu begrüßen, dass die Berliner Reisemesse mit ihrem "LGBT Travel Pavillon" seit 2010 eine Vorreiterrolle belegt. Doch hinter den paar Regenbogenfahnen in Halle 21b steckte von Beginn an nur das Interesse, ein neues lukratives Marktsegment zu erschließen. Würde die ITB die Menschenrechte von queeren Menschen ernst nehmen, hätten Verfolgerstaaten wie die Malediven (2016), Botswana (2017) oder Malaysia (2019) niemals offizielle Partnerländer werden dürfen.
Damit sich diese für die selbsternannte Regenbogenhauptstadt Berlin hochpeinliche Auswahlpolitik endlich ändert, braucht es weiterhin öffentlichen Druck. Hier wäre allen voran die IGLTA als Fachverband und langjähriger Aussteller auf der ITB gefragt. Doch stattdessen fällt die internationale queere Reiseorganisation der Community in den Rücken und zeigt, dass es ihr offensichtlich selbst nur um den Pink Dollar geht.
Aus diesem Grund erhält die International LGBT+ Travel Association unsere Homo-Gurke!










doch eigentlich lässt sich auch ganz einfach die Erkenntnis ziehen, dass auch für die Mehrheit der bunten Gemeinschaft der Bauch vor der Moral kommt. Zumindest da gibt es wohl kaum noch nen Unterschied zur Mehrheitsgesellschaft.
Gleiche Rechte für alle und überall - na klar doch - dafür kämpfen wir gerne bis zur letzten Wimperntusche alljährlich aufm CSD. Doch mit der Solidarität wollen wir mal nicht übertreiben - wollen doch nicht radikal sein. Urlaub ist schließlich immer noch Urlaub.
Außerdem wäre es doch sooo naiv zu meinen, dass es irgend ner armen Wurst helfen würde, wenn der Zuckerarsch nicht am tollsten Stand in die Sonne gehalten werden kann. Und queerer Tourismus fördert doch ganz nebenbei die Entwicklung zum besseren im Lande.
Wer hat die Sprüche nicht schon x-fach gehört?!
Kommentieren, bloggen, teilen, posten und liken beherrschen wir auf Erstliga-Niveau.
Aber im Real Life handeln, sich gar einschränken. Das wär doch nu wirklich total abgedreht, oder?