Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33417

Kommentar

Queer muss wieder für Emanzipation und Offenheit stehen

Jan Feddersens "Queergida"-Vergleich ist unterirdisch, doch seine Kritik an Sektierer*innentum in der Regenbogencommunity trifft einen wahren Kern.


Hat die Aussage "We're Queer" noch eine identitätsstiftende Bedeutung? (Bild: ZDF)

Der "taz"-Journalist und Vorsitzende von "Queer Nations", Jan Feddersen, hat Anfang des Monats mit einem sprachlich geschliffenen und bewusst provokanten Kommentar im schwulen Magazin "Mannschaft" große Wellen ausgelöst. Weil er gleich in der Überschrift Teile der LGBTI-Community als "Queergida" bezeichnete, kochten die Emotionen im Netz hoch. Und die Kritik ebbt nicht ab.

Doch genaues Lesen lohnt. Feddersen schreibt, dass es in der Regenbogencommunity kein "Projekt" gibt. "Oder wenn, dann nur in kleineren Teilen, vor allem akademischen. 'Projekt' meint aber: ein Zirkel, der die meisten ausschließt."


Der schwule "taz"-Redakteur Jan Feddersen fühlt ich von einer "Queergida" bedroht

Diesem Projekt unterstellt er, dass "Penisträger exkommuniziert werden": "Die 'Queers' machen moralische Vorgaben, wer zu den Guten und wer zu den Bösen zu zählen ist. Wer sie nicht befolgt, wird ausgesondert." Des Weiteren sei Judith Butler ihre "Hohepriesterin".

Jan Feddersen bezieht sich also nicht auf alle Menschen, die sich für queere Politik und Praxis einsetzen, explizit nicht auf die Bürgerrechtsbewegung, sondern es geht ihm um die Queer-Theorie, die sich um Judith Butler herum gruppiert. Dies scheint mir bei den meisten Kommentator*innen, die ihn in eine rechte Ecke stellen, schon einmal unter den Tisch zu fallen.

Für die Hamas, gegen "Homonationalismus"

Nach der Veröffentlichung von "Beißreflexe" von Patsy l'Amour laLove und "Freiheit ist keine Methapher" von Vojin Sasa Vukadinovic liegen zwei gewichtige Kritiken an der Queer-Theorie vor. Auch diese sind an vielen Stellen überspitzt, doch sie belegen, dass sich hier tatsächliche einige Menschen in ein Sektendasein zurückziehen.

Diese Gruppe geht gegen Dreadlookträger*innen vor und wirft ihnen "kulturelle Aneignung" vor. Sie schwingt die Fahne des "Antiimperialismus" und folgt der antisemitischen BDS-Bewegung, die zum Boykott israelischer Produkte (ausdrücklich unterstützt von Butler) ausruft. Sie unterstellt queeren Aktivist*innen in Israel, nur ein Alibi der angeblichen Kriegspolitik Israels zu sein. Die Bürgerrechtsbewegung wird per se als "Homonationalismus" diskreditiert, terroristische Selbstmordattentäter werden gefeiert (Jasbir Puar) und die terroristische Hamas wird als Teil der Linken gesehen (Butler). Schwule Männer und ihre Lebenserfahrungen (§175, Berufsverbote, Aidskrise etc.) werden dabei geringer geschätzt.

Patsy L'Amour la Love ist nach der Buchveröffentlichung im Netz massiv bedroht worden. Andere Autor*innen des Sammelbandes berichten ebenfalls von Ausgrenzungen. Ja, an diesem Punkt hat Jan Feddersen Recht, es handelt sich um mehr als Einzelfälle. Und der leider von ihm unterschlagene Antisemitismus ist mehr als verbreitet in diesem "Projekt". Man erinnere an den Kreuzberger CSD 2016.


Unser Kommentator Bodo Niendel ist Referent für queer-Politik der Bundestagsfraktion Die Linke

Man muss konstatieren: Dieses queere "Projekt" hat Gesellschaftskritik auf Glaubenssätze reduziert und hat in vielen Teilen keine progressiven Ansätze mehr. Es scheint eine Dunstglocke aus Theorie und Praxis zu sein, die sich eher um sich selbst dreht, Feinde in den eigenen Reihen ausmacht und kaum Verbindung zu anderen Politikansätzen sucht. Gerade im Angesicht des massiven Rechtsrucks und der Notwendigkeit, Bündnisse zu schließen, ist das Agieren dieser Gruppe in weiten Teilen sektiererisch. Ihre offenliegenden Schwächen kaschiert sie mit einem moralischen Rigorismus.

Dies bedauere ich ausdrücklich. Doch anders als Feddersen hege ich noch die Hoffnung, dass viele Teile davon sich wieder einer emanzipatorischen Politik zuwenden könnten. Anders als der "taz"-Redakteur würde ich hier eher einen Vergleich zu Doktrin und Praxis des Marxismus-Leninismus (eine Erfindung Stalins) herstellen, die Feddersen aus seiner eigenen Vergangenheit nur zu gut kennt.

Der Rechtsruck verlangt neue Bündnisse

Der Vergleich zu Pegida ist unterirdisch. Das queere Sektierer*innentum ist nicht vergleichbar mit einer in Teilen faschistischen Straßenbewegung mit einem parlamentarischen Arm, und von ihr geht keinerlei Gefahr für die Demokratie aus. Aber es grenzt massiv Theorie und Praxis ein und hat sich dabei ein eigenes Universum an Zitationsquellen geschaffen.

Des Weiteren beschleicht mich auch bei Feddersen das Gefühl, dass er von einer gesicherten schwulen Identität mit einer dazugehörigen Praxis ausgeht. Gerade die von ihm geschätzten Sexualwissenschaften belegen, dass gleichgeschlechtliches Begehren einem steten Wandel unterliegt. Hier tappt er selbst in die Falle der Essentialisierung.

Gerade Bündnisse mit Lesben und trans- sowie intergeschlechtlichen Menschen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen sind im Angesicht des Rechtsrucks jetzt vonnöten. Diese Demokratie muss jetzt verteidigt und ausgebaut werden. Queer stand einmal für einen emanzipatorischen Aufbruch und eine Offenheit im Denken. Dies hat das Projekt in weiten Teilen verloren. An diesem Punkt muss ich Jan Feddersen leider zustimmen.



#1 goddamn liberalAnonym
#2 Ith_Anonym
  • 19.04.2019, 13:47h
  • "Der Vergleich zu Pegida ist unterirdisch."

    Wow, in allen, wirklich ALLEM, inhaltlich voll auf Patsys und Feddersens Linie. Die einzige Kritik dementsprechend die, dass des Letzteren Wortwahl ein ganz kleines Bisschen übertrieben gewesen sein könnte.

    Inhaltlich nicht ein einziger Widerspruch.

    Nicht der Hauch von Einsicht, dass Treten nach Unten, gegen die de facto oft ausgegrenzten trans*-Personen, gegen Feminist*innen, gegen sozial und wirtschaftlich schlechter Gestellte eben keine Emanzipation ist. Kein Er-Kämpfen von Rechten, an denen es der eigenen Gruppe mangelt. Sondern im Gegenteil das Verteidigen der Vorrechte, die weißen Cis-Männern in dieser Gesellschaft sowieso zustehen, gegen Leute, die gehört werden wollen mit ihrer Forderung, vom Kuchen etwas abzubekommen.

    Emanzipation ist das Ankämpfen gegen übermächtige Strukturen. Nicht die Verteidigung dieser Strukturen gegen diejenigen, denen hier mit dem Vorwurf des "Sektierertums" ein ganz klarer Platz auf der moralischen Leiter zugewiesen wird: Ganz unten.

    Ja, wie können sie auch meckern darüber, dass Facebook den queeren Szene-Apps bei der Angabe von Geschlechtsidentitäten um Jahre voraus ist. Unverschämtes Volk. Sekte geradezu. Wie können sie sich anderswo treffen, zusammenrotten geradezu, bloß weil man sie aus der eigenen Szene ausgrenzt? Was denken diese Sub-Minderheiten sich, wer sie sind?

    Wenn ausgegrenzt zu werden gleichgesetzt wird damit, offensichtlich moralisch daneben zu sein, ja, dann gibt es beim queeren Emanzipationsverständnis ganz offensichtlich ein Problem. Rein zufällig ist diese Unterstellung von sektenartigem Verhalten und selbstgewählter Ausgrenzung ein wesentlicher Teil dessen, was eine Hetero-Cis-Welt auch der schwulen Cis-Szene vorwirft, und vor allem in der Vergangenheit lange Zeit vorgeworfen hat, als Schwulsein außerhalb explizter Klubs noch gesellschaftlichen Selbstmord bedeutete.

    Aber ich kann euch trösten: Ihr armen, ausgegrenzten Privilegienverteidiger, die es nicht ertragen können, wenn Nicht-Schwanzgeborene auf einmal eine Stimme und Mitbestimmungsrechte einfordern (das ist es ja noch - dass hier das Sektierertum etc. ja gar nicht dafür vorgeworfen wird, dass da ein Übermaß an Macht vorliegt, sondern schon dafür, dass die betreffende Mitbestimmung bloß gefordert wird, denn soweit, dass die erreicht wäre, ist man ja bei Weitem nicht) - es gibt Hoffnung für euch!
    Ihr seid nicht allein!
    Es gibt tatsächlich Strömungen in Deutschland, in denen ihr Gesellschaft bekommt mit euren bitteren Cis-Männertränen, vergossen über den Verlust des alleinigen Rechts auf Sichtbarkeit und Macht. Eurer Trauer über den Verlust binärer Geschlechtergrenzen. Eurer Verzweiflung über den Verlust der echten, einzigen, wahren Definitionsmacht darüber, was Männlichkeit auszumachen hat.
    Es gibt Leute in Deutschland, die Feministinnen genauso ätzend finden wie ihr, mit ihrer Idee davon, dass man gar keinen Penis braucht, um selbstständige Gedanken fassen zu können. Die euch zustimmen werden, dass man automatisch im Recht ist, sobald sich auf der Gegenseite Menschen finden, die zu Gewalt aufrufen oder sie tolerieren. Die es geschafft haben, in deutschsprachigen Talkshows zu etablieren, dass man automatisch im Recht ist, sobald Kritik geäußert wird. Die den Diskurs mit der Auffassung bestimmen, dass schließlich die Demokratie in Gefahr ist, solange auch nur ein Mensch meint, sich wehren zu (müssen) dürfen, wenn man ihn*sie beleidigt, verzerrt darstellt, herabwürdigt oder provoziert.

    Ich hab das neulich erst wieder in sonnem Artikel gesehen, es soll da in Dresden Leute geben, die demonstrieren sogar für sowas. Könnt euch bei denen ja mal melden, zwecks guter Gesellschaft. Hatten sich auch irgendeinen Namen gegeben, diese Leute. Muss ich nochmal nachschlagen.
    War irgendwas mit P...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym
  • 19.04.2019, 13:58h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Komm, lass es und lies richtig.

    Der Artikel ist solidarisch mit Dir, aber Solidarität ist keine Einbahnstraße.

    Ich hatte das große Privileg, hier geboren zu werden, als ein Nazi-Paragraf noch gültig war, der sich exakt gegen Menschen wie mich richtete. Später bin ich 'privilegierten weißen Cis-Männern', die dürftig von Sozialhilfe leben mussten, begegnet, die mit Schrecken in den Augen von Elektroschock-Folter berichteten.

    Ausgeführt von postfaschistischen deutschen Ärzten in den 50ern.

    Also: Nicht spalten, sondern gemeinsame Überlebenstrategien entwerfen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AnonymAnonym
  • 19.04.2019, 14:08h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Du schreibst hier die ganze Zeit so, als seist Du die einzig ausgegrenzte Spezies, und verbreitest etwas, das ich auch als Nicht-Cis als Cis-Hass wahrnehme. Es ist doch aberwitzig, zu behaupten, alle Cis-Schwulen seien privilegiert. Viele von ihnen haben zerstörerische Lebenserfahrungen sammeln müssen, was mit Privilegiertheit so gar nichts mehr zu tun hat. Ebenso aberwitzig ist es, zu behaupten, dass Ausgrenzung immer nur von Cis-Leuten gegen Nicht-Cis-Leute ausgeübt wird. Ist Dir in Deiner blinden Wut jeglicher Realitätssinn abhanden gekommen? Mäßige bitte mal Deine eigenen Beißreflexe.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HeckmeckAnonym
  • 19.04.2019, 14:22h
  • "Man muss konstatieren: Dieses queere "Projekt" hat Gesellschaftskritik auf Glaubenssätze reduziert und hat in vielen Teilen keine progressiven Ansätze mehr. Es scheint eine Dunstglocke aus Theorie und Praxis zu sein, die sich eher um sich selbst dreht, Feinde in den eigenen Reihen ausmacht und kaum Verbindung zu anderen Politikansätzen sucht. Gerade im Angesicht des massiven Rechtsrucks und der Notwendigkeit, Bündnisse zu schließen, ist das Agieren dieser Gruppe in weiten Teilen sektiererisch. Ihre offenliegenden Schwächen kaschiert sie mit einem moralischen Rigorismus."

    Besser kann man es nicht sagen. Und Kommentar #2, so wirr er erscheinen mag, ist dafür ein Paradebeispiel. Ist schon eine Leistung, wenn man gleich mit dem zweiten Kommentar in diesem Thread die Nazi-Keule schwingt.
    Glückwunsch an Ith_ !
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LorenProfil
  • 19.04.2019, 14:37hGreifswald
  • "Queer stand einmal für einen emanzipatorischen Aufbruch und eine Offenheit im Denken."

    Eben. Und nicht für irgendeine dogmatisch-verengte Weltsicht mit irgendwelchen Exklusionsphantasien, sondern für die Gleichzeitigkeit von solidarischem Handeln und dem Recht auf individuelle Selbstbestimmung (so zumindest mein Verständnis).
  • Antworten » | Direktlink »
#7 sirenensangAnonym
  • 19.04.2019, 14:52h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Danke, Ith_, das hat für mich den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Diese ganzen weißen Cis-Typen, die auf der Nichtexistenz ihrer Privilegien beruhen, völlig unreflektiert auf Minderheiten rumhacken...
    Helft uns gefälligst ebenfalls aus dem Sumpf, wir haben euch schließlich schon immer auch in euren Kämpfen unterstützt!
    Uns in die rechte Ecke stellen oder "Sektierertum" vorwerfen, weil wir nicht vor euch buckeln? Hackts?
    In Liebe, eine queere Transperson.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 TheDadProfil
  • 19.04.2019, 15:08hHannover
  • ""Der Vergleich zu Pegida ist unterirdisch. Das queere Sektierer*innentum ist nicht vergleichbar mit einer in Teilen faschistischen Straßenbewegung mit einem parlamentarischen Arm, und von ihr geht keinerlei Gefahr für die Demokratie aus.""..

    Historiker betrachten die NSDAP als "politischen Arm" der Straßen-Mobs, die aus dem Hitler-Ludendorf-Putsch in München 1923 hervorgehend als SA formiert immer noch das Straßenbild beherrschten..

    Die Gegner der 68'er aus der Kiesinger-Administration postulierten den Protestlern um Rudi Dutschke und Co die gleiche "Attraktivität", und machten aus der aus der APO hervorgegangenen "Grünen Bewegung" sprachlich aus den neu formierten "den Grünen" einen angeblich vergleichbaren "politischen Arm", dem sie unterstellten sich staatsfeindlich zu verhalten..

    Wer auch immer das nun aufgegriffen hat um es dann auch journalistisch in die Diskussion zu tragen, der Zusammenhang zwischen "NSDAP und SA" sowie zwischen "PEGIDA und AFD" trifft den Kern der Aussage weit mehr, als die als Abwertung genutzte Verbindung zwischen "APO und Grünen"..

    Einen Vergleich lassen dann aber alle Zusammenspiele zwischen den Begrifflichkeiten zu :
    Die Radikalisierung einzelner Gruppen unter gleichzeitigem provokantem Ausschluß ehemaliger Kern-Gruppen der verschiedenen "Bewegungen"..
    Insofern trifft die Provokation einer "Queergida" die Thematik immer noch mitten ins Herz, und am Ende bleibt eine vorsätzliche Provokation auch immer das, was sie von Anfang an sein soll :
    Ein Provokation..

    Die sich den provokanten Ideen derjenigen gegenüberstellt, die sich anschicken die "Queere Bewegung" ausschließlich zur Durchsetzung der eigenen Ziele zu entern, was in sich genommen ja nichts schlechtes darstellt, stellt man seine eigenen Ziele dann VORAN und in den Mittelpunkt eines Kataloges was es noch zu erreichen gilt..
    Der Ausschluß aller anderen Ziele, und damit verbunden der Ausschluß aller anderen Gruppen bedeutet aber eben nicht "entern", sondern Okkupation..
    Man bemächtigt sich einer Organisation, weil es einfach einfacher erscheint, Vorhandenes zu übernehmen, als eigenes kompetent aufzubauen und zu entwickeln..

    Fazititär muß man hier konstatieren :
    Die richtige Provokation gerade noch zur richtigen Zeit ?

    ""Des Weiteren beschleicht mich auch bei Feddersen das Gefühl, dass er von einer gesicherten schwulen Identität mit einer dazugehörigen Praxis ausgeht. Gerade die von ihm geschätzten Sexualwissenschaften belegen, dass gleichgeschlechtliches Begehren einem steten Wandel unterliegt. Hier tappt er selbst in die Falle der Essentialisierung.

    Gerade Bündnisse mit Lesben und trans- sowie intergeschlechtlichen Menschen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen sind im Angesicht des Rechtsrucks jetzt vonnöten.""..

    Die Fähigkeit zur Solidarität und mehr noch, zur Unterstützung fremder Ziele aus der Erkenntnis heraus etwas als richtig zu empfinden, ist originär nicht mit den eigenen Bedürfnissen verknüpft..
    Die vorhandene Solidarität mit den Zielen von Trans*-Menschen und Intergeschlechtlichen Menschen, und auch die tatkräftige Unterstützung auf allen Feldern der politischen und gesellschaftlichen Arbeit in Verbindung mit einer "Wandlung gleichgeschlechtlichen Begehrens" zu bringen, wird der Unterstützung dieser Arbeit nicht im Ansatz gerecht, denn es sucht hier eine Aufteilung in Gruppen zu gereiren, die ihr Engagement vorgeblich von eigenen Bedürfnisse getragen, respektive eben nicht von diesen Abhängig ausüben..

    Ein
    "du machst das ja nur, weil du dir davon auch eigene vorteile versprichst"
    ist die originäre "Dolchstoß-Legende" an ein "Non-Profit-Engagement", die man wohl formulieren kann..
    Das sich Menschen für andere Menschen auch einsetzen können, ohne davon selbst zu profitieren, und ohne dabei allzu offensichtlich ein "Helfer-Syndrom", eine "Mitleids-Attitüde" oder ein "Nächstenliebe-Programm" abzuspulen, dem man immer kritisch gegenüber stehen kann, ist eine Tatsache, die man auch mal wertfrei anerkennen kann..

    ""Diese Demokratie muss jetzt verteidigt und ausgebaut werden. Queer stand einmal für einen emanzipatorischen Aufbruch und eine Offenheit im Denken. Dies hat das Projekt in weiten Teilen verloren.""..

    Exakt..
    Denn wenn die verschiedenen LGBTTIQ*-Gruppen und Grüppchen jetzt anfangen sich vor dem Hintergrund vermeintlich Erreichtem gegenseitig zu zerfleischen, und das nur weil sich Einzelne Gruppen und Grüppchen dabei "irgendwie übersehen" vorkommen, dann ist dies nicht nur das falsche Signal, dann ist dies das Ende einer Brügerbewegung..
  • Antworten » | Direktlink »
#9 goddamn liberalAnonym
  • 19.04.2019, 15:09h
  • Antwort auf #7 von sirenensang
  • "Helft uns gefälligst ebenfalls aus dem Sumpf, wir haben euch schließlich schon immer auch in euren Kämpfen unterstützt!"

    Gerne.

    Allerdings sind weder deutsche KZs noch iranische Zuchthäuser so komfortabel wie die saudischen Paläste, in denen die privilegierten Prinzen residieren, die Jasbir Puars Vorträge über 'Homonationalismus' sponsern. Übrigens: Sind die jetzt in Eurer Fantasiewelt 'People of Color'?

    So nebenbei: In deutschen KZs und iranischen Zuchthäusern saßen und sitzen auch Trans-Personen.

    Und nun?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 genialAnonym