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Einzelkommentar zu:
Queer muss wieder für Emanzipation und Offenheit stehen


#2 Still_IthProfil
  • 19.04.2019, 13:47hHessen
  • "Der Vergleich zu Pegida ist unterirdisch."

    Wow, in allen, wirklich ALLEM, inhaltlich voll auf Patsys und Feddersens Linie. Die einzige Kritik dementsprechend die, dass des Letzteren Wortwahl ein ganz kleines Bisschen übertrieben gewesen sein könnte.

    Inhaltlich nicht ein einziger Widerspruch.

    Nicht der Hauch von Einsicht, dass Treten nach Unten, gegen die de facto oft ausgegrenzten trans*-Personen, gegen Feminist*innen, gegen sozial und wirtschaftlich schlechter Gestellte eben keine Emanzipation ist. Kein Er-Kämpfen von Rechten, an denen es der eigenen Gruppe mangelt. Sondern im Gegenteil das Verteidigen der Vorrechte, die weißen Cis-Männern in dieser Gesellschaft sowieso zustehen, gegen Leute, die gehört werden wollen mit ihrer Forderung, vom Kuchen etwas abzubekommen.

    Emanzipation ist das Ankämpfen gegen übermächtige Strukturen. Nicht die Verteidigung dieser Strukturen gegen diejenigen, denen hier mit dem Vorwurf des "Sektierertums" ein ganz klarer Platz auf der moralischen Leiter zugewiesen wird: Ganz unten.

    Ja, wie können sie auch meckern darüber, dass Facebook den queeren Szene-Apps bei der Angabe von Geschlechtsidentitäten um Jahre voraus ist. Unverschämtes Volk. Sekte geradezu. Wie können sie sich anderswo treffen, zusammenrotten geradezu, bloß weil man sie aus der eigenen Szene ausgrenzt? Was denken diese Sub-Minderheiten sich, wer sie sind?

    Wenn ausgegrenzt zu werden gleichgesetzt wird damit, offensichtlich moralisch daneben zu sein, ja, dann gibt es beim queeren Emanzipationsverständnis ganz offensichtlich ein Problem. Rein zufällig ist diese Unterstellung von sektenartigem Verhalten und selbstgewählter Ausgrenzung ein wesentlicher Teil dessen, was eine Hetero-Cis-Welt auch der schwulen Cis-Szene vorwirft, und vor allem in der Vergangenheit lange Zeit vorgeworfen hat, als Schwulsein außerhalb explizter Klubs noch gesellschaftlichen Selbstmord bedeutete.

    Aber ich kann euch trösten: Ihr armen, ausgegrenzten Privilegienverteidiger, die es nicht ertragen können, wenn Nicht-Schwanzgeborene auf einmal eine Stimme und Mitbestimmungsrechte einfordern (das ist es ja noch - dass hier das Sektierertum etc. ja gar nicht dafür vorgeworfen wird, dass da ein Übermaß an Macht vorliegt, sondern schon dafür, dass die betreffende Mitbestimmung bloß gefordert wird, denn soweit, dass die erreicht wäre, ist man ja bei Weitem nicht) - es gibt Hoffnung für euch!
    Ihr seid nicht allein!
    Es gibt tatsächlich Strömungen in Deutschland, in denen ihr Gesellschaft bekommt mit euren bitteren Cis-Männertränen, vergossen über den Verlust des alleinigen Rechts auf Sichtbarkeit und Macht. Eurer Trauer über den Verlust binärer Geschlechtergrenzen. Eurer Verzweiflung über den Verlust der echten, einzigen, wahren Definitionsmacht darüber, was Männlichkeit auszumachen hat.
    Es gibt Leute in Deutschland, die Feministinnen genauso ätzend finden wie ihr, mit ihrer Idee davon, dass man gar keinen Penis braucht, um selbstständige Gedanken fassen zu können. Die euch zustimmen werden, dass man automatisch im Recht ist, sobald sich auf der Gegenseite Menschen finden, die zu Gewalt aufrufen oder sie tolerieren. Die es geschafft haben, in deutschsprachigen Talkshows zu etablieren, dass man automatisch im Recht ist, sobald Kritik geäußert wird. Die den Diskurs mit der Auffassung bestimmen, dass schließlich die Demokratie in Gefahr ist, solange auch nur ein Mensch meint, sich wehren zu (müssen) dürfen, wenn man ihn*sie beleidigt, verzerrt darstellt, herabwürdigt oder provoziert.

    Ich hab das neulich erst wieder in sonnem Artikel gesehen, es soll da in Dresden Leute geben, die demonstrieren sogar für sowas. Könnt euch bei denen ja mal melden, zwecks guter Gesellschaft. Hatten sich auch irgendeinen Namen gegeben, diese Leute. Muss ich nochmal nachschlagen.
    War irgendwas mit P...
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