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Nordirland
Partnerin erinnert an erschossene Journalistin
Die 29-jährige Lyra McKee, die auch als LGBTI-Aktivistin arbeitete, war in der Nacht zum Karfreitag am Rande von schweren Ausschreitungen in Derry erschossen worden.

Lyra McKee (Bild: privat)
- 19. April 2019, 18:44h 3 Min.
"Lyras Tod darf nicht umsonst gewesen sein" – mit diesen Worten ermahnte am Freitag Sara Canning, die Partnerin der in der Nacht im nordirischen Derry erschossenen Journalistin Lyra McKee, zu Frieden in der Region.
Die 29-jährige McKee war am Rande von schweren Ausschreitungen in der Nacht zum Karfreitag angeschossen worden und im Krankenhaus gestorben. Die Polizei stufte den Tod der 29-jährigen Lyra McKee als "terroristischen Vorfall" ein und nahm Ermittlungen wegen Mordes auf.
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McKee sei getroffen worden, als ein Mann im Wohnviertel Creggan auf Polizisten geschossen habe, sagte der Vize-Chef der nordirischen Polizei, Mark Hamilton. Man ermittle gegen mehrere Verdächtige aus den Reihen der "New IRA". Die Sicherheitskräfte seien im Einsatz gewesen, weil rund 50 Brandsätze gegen die Polizei geschleudert worden seien. Zwei Fahrzeuge seien in Brand gesetzt worden.
Journalistin und Aktivistin
McKee ist die erste in Großbritannien seit 2001 im Dienst getötete Journalistin: damals wurde Martin O'Hagan als erster Journalist in Nordirland erschossen. Die 29-Jährige hat viel über den Nordirland-Konflikt und seine Folgen geschrieben und war unter anderem für das Magazin "The Atlantic" und Buzzfeed News tätig. Sie hatte noch am Donnerstagabend ein Foto bei Twitter veröffentlicht, das die Unruhen in Creggan zeigte. "Derry heute Abend. Völlig verrückt", schrieb sie dazu.
Die in Belfast geborene Journalistin, die vor wenigen Monaten zu ihrer Partnerin nach Derry gezogen war, bezeichnete Nordirland einst als "wunderschöne Tragödie". Abseits der "Troubles" beschäftigte sie sich auch mit dem Umgang mit Homosexualität in der Region: Ihr 2014 verfasster Brief an mein 14-jähriges Selbst wurde später zu einem Kurzfilm verarbeitet.
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Der Mord habe sie nicht nur der "Liebe meines Lebens", mit der sie alt werden wollte, beraubt, sagte McKees Partnerin Sara Canning bei einer Andacht am Freitag an der Stelle des Mordes, sondern auch der queeren Community Nordirlands eine "unermüdliche Streiterin und Aktivistin" genommen. "Unsere Hoffnungen und Träume, ihr erstaunliches Potenzial wurden durch eine einzige barbarische Handlung ausgelöscht", so die Krankenschwester bei der Andacht, die von tausenden Menschen besucht wurde. Das dürfe nicht das letzte Wort und Lyras Tod nicht umsonst gewesen sein.
/ rtenewsSara Canning tells crowds gathered in #Derry that she was planning to grow old with her partner #LyraMcKee | Read more: https://t.co/LIZQeIqnbN pic.twitter.com/oRrdEhLxb5
RTÉ News (@rtenews) April 19, 2019
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Breites Entsetzen über die Tat
In Kürze sollte McKees erstes Buch erscheinen, eine investigative Annäherung an den 1981 von der IRA verübten Mord an dem Priester und Abgeordneten Robert Bradford. Sie sei eine "Journalistin voller Courage, Stil und Integrität" gewesen, lobte sie Michelle Stanistree von der Journalistenvereinigung NUJ.
In einer seltenen gemeinsamen Stellungnahme verurteilten alle großen Parteien Nordirlands die Tat. "Lyras Mord war ein Angriff auf alle Menschen dieser Community, ein Angriff auf den Frieden und den demokratischen Prozess." Man stehe gemeinsam in der Zurückweisung derjenigen, die für das "abscheuliche Verbechen" verantwortlich seien.
Die Ausschreitungen trugen sich vor dem Osterwochenende zu – 21 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen und zu einem Zeitpunkt, zu dem irisch-katholische Nationalisten an den Aufstand gegen die Briten in Dublin im Jahr 1916 erinnern. Auch durch den Brexit hatte sich die Lage in Nordirland zuletzt angespannt.
Die britische Premierministerin Theresa May nannte den Mord "schockierend und wahrlich sinnlos" und lobte die Journalistin für ihre couragierte Arbeit. Der irische Premier Leo Varadkar sagte, McKee habe Leben verändert und werde das auch im Tod weiter tun. (nb/afp)












