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Kommentare zu:
Charlize Theron steht hinter ihrer trans Tochter


#21 GrüneAnonym
  • 22.04.2019, 16:08h
  • Antwort auf #18 von Anonyma
  • Danke - gut, dass du auf die Gefahren des "nur ein Phase"-Narrativs hinweist.

    Allerdings habe ich das Gefühl, dass du nun aus der vermeintlichen Gegenrichtung aber in ganz genau dieselbe Falle tappst. Ich denke, wir müssen dringend zwei verschiedene Bedeutungen unterscheiden, wenn der Begriff "Phase" ins Spiel kommt:
    - Homo- und Transphobe meinen mit "vielleich tist es ja nr eine Phase" ja gemeinhin "Oh Gott, trans/homo, wie schlimm wäre das denn, hoffentlich wächst sich das wieder aus".Diese Konnotation ist selbstverständlich mit Entschiedenheit abzulehnen.

    Ohne diese abwertenden Konnotationen jedoch macht es ja durchaus Sinn, bei geschlechtlicher und sexueller Identität von "Phasen" und "Selbstfindung" zu sprechen. Gerade Kinder und Jugendliche - aber nicht nur die - müssen sich halt erstmal ein wenig ausprobieren, gängige Begrifflichkeiten für Geschlecht und Sexualität kennen lernen, mit der Annahme und ABlehnung derselben experimentieren etc., bis man zu einem halbwegs gesettelten Selbst-Verständnis kommt.
    Ich kenne z.B. ungemein viele cis-Homosexuelle, die als Kinder in einem Heteronormativen Umfeld sozialisiert wurden, dies internalisiert haben, und sich daraufhin lange erstmal selbst als Hetero bzw. vorsichtig als Bi definiert haben, bis sie sich dann der Außenwelt gegenüber aber auch gegenüber sich selbst als homosexuell definiert haben. (Manche davon haben auch versuchsweise Beziehungen mit dem anderen Geschlecht geführt, anderen dagegen war von vorneherein instinktiv klar, dass das für sie niemals in Frage kommt - siehe die ganze "gold star"-Debatte.)
    Auch ist es ja durchaus ein "Klassiker" in der Coming Out- und Selbstfindungsgeschichte von Trans*Personen, zunächst mal mit Selbstdefinitionen wie "Butch-Lesbe" oder noch früher bei trans-Frauen auch "Transvestit" bzw. sogenannten "effeminierten" Rollen in der cis-Homosexuellenszene zu experimentieren, bevor man die Kategorie "trans*" für sich annimmt. (prominentes Beispiel für die Transition von cis-butch-Lesbe zu hetero-Trans_Mann: Chaz Bono.)

    Ebenso kenne ich wahnsinnig viele cis-Homosexuelle - mich selbst eingeschlossen - die mit der Vorstellung aufwuchsen, dass echte Kerle auf Frauen zu stehen haben und Mädchen nach dem Prinz für's Leben suchen etc. .... Und die sich ihre eigene Homosexualität daraufhin nur so erklären konnten, dass sie sich als "innerlich männliche", "kerlige" Frauen definiert haben bzw. umgekehrt. Das Stereotyp von Lesben als "kerligen Frauen" und "verhinderten Männern" bzw. von Schwulen als "effeminierten Tucken" kommt ja nicht von ungefähr! Ohne damals jemals von "trans*" gehört zu haben, habe ich mich meine gesamte Kindheit und einen großen Teil meiner Teenagerjahre als "Junge in weiblichem Körper" gesehen, der klassische "Tomboy". ... und erst sehr, sehr viel später ist mir ganz bewusst klar geworden, dass diese Selbstdefinition bei mir herzlich wenig mit "trans-Sein" in einem irgendwie ontologisch gearteten Sinne zu tun hatte sondern vielmehr eine recht unbewusste Auflehnung gegen heteronormative Rollenmuster darstellte.

    Ich erinnere außerdem mal an die grüne bayrische Landtagsabgeordnete Frau Ganser, die die größte Zeit ihres Lebens als selbsterklärter Mann durch's Leben gegangen ist, daraufhin vor nicht allzu langer Zeit im Brustton der Überzeugung verkündet hat, "non-binary" zu sein und solche blöden Kategorien wie Mann oder Frau abzulehnen.... nur um jetzt aktuell in Frauenkleidchen und Makeup stolz zu verkünden "Ich war schon immer eine Frau und habe das ja auch schon immer gewusst, weil Männer ja so aggressiv sind und ich ja schon immer eher weich und soft war". (taz-Interview vor ein paar Wochen.) Die ekelhaft sexistischen Stereotype in solchen Selbstbekundungen mal beiseite lassend: We, bitteschön, sollen wir ihre vorigen Selbst-Definitionen als "ganz sicher Mann" und dann "ganz sicher non-binary" denn bitteschön sonst benennen außer als "Phase", bevor sie zu ihrer neuen Identität als trans-Frau gefunden hat?
    Ob letztere nun die "wirklich wahre" Identität auf einem langen Weg darstellt, oder nur einen weiteren Schritt auf dem persönlichen Weg, sollte dabei unerheblich sein. Der wichtige Punkt ist doch:

    Lasst den Menschen und insbesondere Kindern doch mal den Raum, sich auszuprobieren, bevor man sie gleich an irgendeine Kategorie ketten und in irgendwelchen Identitätsboxen einschließen muss! Die wichtige Unterscheidung DIESER Art des Redens von "Phasen" zum "nur eine Phase"-Gelaber von Homo- und Tansphoben besteht doch darin, dass es bei der Offenheit für Experimente eben wertungslos egal ist, was am Ende oder danach dabei herauskommt!!
    Dass trans ebenso gut ist wie cis, dass schwul, lesbisch oder bi ebenso ok ist wie hetero, DAS sollten wir unseren Kindern vermitteln! Und auch, dass es völlig ok ist, wenn sie mit sieben Jahren oder im Kleinkindalter (!!!) noch nicht den definitiven Durchblick über ihre eigene Selbstfindung und Identität haben müssen!

    Es tut mir leid, aber ich finde es völlig reaktionär, auf das abwertende "hoffentlich ist es nur eine Phase"-Gerede von Homo- und Transphoben stattdessen mit einer Haltung zu reagieren, die selbst Kleinkinder schon in Identitätsboxen wegschließt. Das widerlegt deren Haltung doch gar nicht, sondern tappt in genau dieselbe Falle.

    Wären ich heutzutage aufgewachsen, hätten mich vermeintlich progressive Aktivisten angesichts meines langjährigen "Ich möchte ein Junge sein"- Tomboytums übrigens höchstwahrscheinlich ziemlich vorschnell in die Kategorie "Trans" gepresst und mir ggf. sogar Hormonblocker oder irgendwelche geschlechtsangleichenden OPs aufgeschwatzt. Nein danke, das hat mit Progressivität wirklich nichts zu tun und ich bin wirklich gottfroh, als butchige cis-Lesbe nicht in heutigen Zeiten aufgewachsen zu sein. Ich wünsche mir wirklich inständig, dass die trans*-community mal endlich ihrer Kinderphase entwächst, in der sie unter dem Deckmantel von Progressivität übelst reaktionäre Kategorien als angeblichen Fortschritt verkauft.
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#22 GrüneAnonym
  • 22.04.2019, 16:13h
  • Antwort auf #4 von widerspruch
  • Was das nicht-Verstecken (Können und Sollen) anbelangt, gebe ich dir vollständig recht.

    Aber muss es wirklich sein, dass du so ziemlich jede deiner Antworten an einzelne Foristen entlang dieses saublöden "ihr dummen Deutschen und wir tollen Amerikaner"-Binarismus aufbaust? Du tust deinen teilweise guten Argumenten mit solchem Quatsch wirklich üerhaupt keinen Gefallen, und das haben dir über die letzten Monate und Jahre glaube ich schon diverse intelligente Foristen versucht klarzumachen.
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#23 BravoAnonym
#24 AnonymaAnonym
  • 22.04.2019, 17:25h
  • Antwort auf #23 von Bravo
  • Ähm, Du, ich fürchte, Du hast da was falsch verstanden. Zumindest würde ich jedenfalls darum bitten, im Zuge Deiner selbstgewählten Nickname-Vielfalts-Selbstverstrickung nicht so weit zu gehen, dass bei anderen der Eindruck entsteht, meine Kommentare (hier konkret mein Kommentar Nr. 18) wären von Dir. Ein bisschen mehr Vorsicht wäre da durchaus angebracht, denn sonst schießt Du denjenigen, mit denen Du Dich hier solidarisch erklärst, ungewollt von hinten durch den Rücken in die Brust. Danke vorab für Dein Verständnis.
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#25 DominikAnonym
  • 22.04.2019, 17:39h
  • Das Kind von Charlize Theron ist erst 7 Jahre alt. Es ist noch nicht einmal in der Pubertät. Es ist in meinen Augen völlig okay, bei Kindern von Phasen und Stadien ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu sprechen. Bezüglich Sexualität steht bei vor-pubertären Kindern wirklich noch gar nichts fest bzw. genauer gesagt: Genetisch mag zwar alles schon feststehen und codiert sein, aber die Dinge sind zu dem Zeitpunkt für einen selbst noch gar nicht so klar. Die eigene Sexualität und alles, was mit ihr zusammenhängt, muss erst noch entdeckt und näher bestimmt werden. Dieser Prozess vollzieht sich aber erst in der Pubertät, nicht schon im Alter von 7 Jahren. Aus diesem Grund brauchen Kinder und Jugendliche auch den von mir bereits erwähnten Schutzraum für ihre Entwicklung.

    Nichts anderes habe ich geschrieben. Bei einem 7jährigen Jungen, der sich als Mädchen fühlt, kann man noch nicht abschließend von Transsexualität ausgehen. Das anzunehmen wäre in meinen Augen abenteuerlich und verantwortungslos. Geben wir diesem Kind wenigstens noch 7 weitere Jahre ungestörten Aufwachsens. Dann befindet es sich auch genau in der Phase, wo sich auch sein Körper, sein Körperbewusstsein und seine sexuelle Empfindung entscheidend verändert haben wird und sich wesentlich mehr sagen lässt, als zum jetzigen Zeitpunkt. Ein 7jähriger Junge aber sollte nach Herzenslust Cowboy & Indianer spielen, oder eben Prinzessin, wenn ihm danach ist. Alles andere wird sich zeigen und so kommen, wie es kommen muss.
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#26 Anonyma
  • 22.04.2019, 18:28h
  • Antwort auf #21 von Grüne
  • "Allerdings habe ich das Gefühl, dass du nun aus der vermeintlichen Gegenrichtung aber in ganz genau dieselbe Falle tappst."

    Ist das so? Oder liest Du das vielleicht nur in meinen Kommentar hinein? Ich kann mich nicht erinnern, in meinem Kommentar jemanden in einer Identitätsbox weggeschlossen zu haben... *kopfkratz* :-) Ich kann aber gut verstehen, woher Dein Gefühl kommt: In aufgeheizten Diskussionen wie jener um das Thema trans Kinder bleiben die Extreme gerne als Haupteindruck stehen, pflanzen sich von Diskussion zu Diskussion fort und sind irgendwann so sehr chronifiziert, dass man gar nichts anderes mehr erkennen kann als diese Extreme. Und das betrifft so manche Diskussion in der sogenannten Community...

    Mir geht es hier jedenfalls nicht darum, irgendwen in irgendwelche Identitätsboxen zu stopfen. Es geht mir aber auch nicht nur darum, vor den Gefahren dieses "Phasen-Narrativs" in der von Dir beschriebenen Form der Nutzung durch offen agierende Trans- und Homophobe zu warnen. Die tatsächliche Gefahr ist deutlich größer - deshalb auch meine Empfehlung eines Ausflugs in die "Wissenschaft". Es lohnt sich. Wirklich. (Und bitte nimm es mir nicht übel, dass ich das hier jetzt nicht lang und breit ausführe. Meine Zeit ist begrenzt und ich habe oft genug erlebt, dass solche Mühe dann mit totalem Desinteresse und Ignoranz oder auch offenem Derailing belohnt wird. Und das muss ich mir nicht mehr geben. Aber falls das bei Dir anders sein sollte, dann wird sich das sicher im Laufe der weiteren Diskussion zeigen. Und dann werde ich mir auch mehr Zeit nehmen.)
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#27 Anonyma
  • 22.04.2019, 18:34h
  • Antwort auf #20 von widerspruch
  • "Sowas würde die community doch nie tun..."

    Nein. Natürlich nicht. Niemals. *räusper* *hust* :-/

    "Daher wird sich jetzt alles ändern - mit geballter Fach-Kompetenz der LGBTIQ-Vertreter*innen in der Spahn-Kommission zu Konversions-Therapien..."

    Mist. Jetzt hab' ich 'ne halbe Tasse Kaffee auf meine Glaskugel geprustet. Wo ist denn jetzt bloß schon wieder dieser verdammte Glasreiniger geblieben... :-)

    :-*
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#28 GrüneAnonym
  • 22.04.2019, 19:09h
  • Antwort auf #26 von Anonyma
  • Nun, das mit dem nicht-Hineinlesen solltest du vielleicht auch an dich selbst richten - denn mein Beitrag bezog sich ja auf deine Antwort an eine/n andere/n Foristen bzw. Foristin, wo du das mit der Phase umgehend nur negativ interpretiert hast. Daher ja meine Anregung, doch bitte zu differenzieren zwischen Phasen-Narrativen, die Menschen etwas als angeblich schlecht Bewertetes ausreden bzw. absprechen wollen und solchen, die Siebenjährigen bitte etwas Raum für Selbstfindung ohne vorgefertigte und definitive Boxen zugestehen.

    Was soll die Einladung, sich doch vielleicht mal wissenschaftlich zu interessieren? Ich bin mit den unterschiedlichen natur- wie auch kultur- bzw. geisteswissenschaftlichen Positionen zum Thema recht gut vertraut, danke. Weißt du, wir alle aus den verschiedenen Teilen der LGBTQI+ Communities treffen sicher immer wieder auf Menschen, deren Wissensstand eher negativ proportional zu ihrer lautstarken Meinungsquantität zu bewerten ist. Deshalb aber einfach mal allen außer dir selbst mangelndes Wissen einfach zu unterstellen, ist ziemlich unredlich. Und andeutungsvolles Geraune trägt auch nicht wirklich zu guten Diskussionen bei.
    Bist du eigentlich ein weiteres Nick von HantewiSarahWiderspruch, oder habt ihr nur dieselbe alle-doof-außer-mir-Attitüde?
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#29 widerspruchAnonym
  • 22.04.2019, 19:09h
  • Antwort auf #22 von Grüne
  • "Aber muss es wirklich sein, dass du so ziemlich jede deiner Antworten...Amerikaner..."

    Das lässt sich nicht trennen. Die "teilweise guten Argumente" sind ja nicht vom Himmel gefallen. Da wurde gearbeitet. Die kommen ja schließlich wo her - nicht wahr?

    "Du tust deinen teilweise guten Argumenten mit solchem Quatsch wirklich üerhaupt keinen Gefallen, und das haben dir über die letzten Monate und Jahre glaube ich schon diverse intelligente Foristen versucht klarzumachen."

    Ich habe mir vor 48 Stunden einen "Gefallen" getan und eine Entscheidung getroffen.

    "Teilweise gute Argumente" zu finden betrachte ich seither...

    www.queer.de/detail.php?article_id=33417&kommeinzel=5395
    85


    ...als nationale Aufgabe der deutschen community. Das Wissen liegt schließlich auf der Strasse.

    Was glaubst Du, was passieren würde, wenn ich hier mit "teilweise guten Argumenten" einsteigen würde...? Genau - man würde mich zum Scheiterhaufen zerren.

    Ich empfehle einfach die "Wissenschaft" zu konsultieren.

    Wie ich an anderer Stelle bereits sagte, liegt das offen aufgeschlagene Buch vor jedem auf dem Tisch. Man muß nur noch lesen.

    Irritierenderweise sind aber auch in diesem thread die Inhalte dieses großen Buchs weiterhin immer noch kein Thema.

    #20:
    "Mit Verlaub..
    Das gehört Dir nicht..
    Du kannst Dir so viel Fakten als Wissen aneignen, es wird Dir niemals gehören, denn es ist kein "Eigentum"..
    Es ist eine Sache, und der Wert dieser Sache bemisst sich danach, was daraus entsteht.."

    www.queer.de/detail.php?article_id=33417&kommeinzel=5396
    05


    Agreed. Es ist nicht mein/Dein Eigentum. Es steht jedem zur Verfügung."

    I don't need the drama.

    Your turn.

    Have a nice day too
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#30 widerspruchAnonym
  • 22.04.2019, 20:13h
  • Antwort auf #29 von widerspruch
  • Sorry, ich meinte natürlich diesen post, der mich dazu veranlasst hat, mir vor 48 Stunden einen "Gefallen" zu tun:

    www.queer.de/detail.php?article_id=33417&kommeinzel=5395
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    Wissen ist eine Ressource. In den USA wird man dafür sogar bezahlt. Warum? Weil es mit ARBEIT verbunden ist. Das ermöglicht mir wiederum eine relative Unabhängigkeit. Wem ich diese Ressource zur Verfügung stelle - noch dazu un-entgeldlich - entscheidet eine einzige Person. Respekt und Anglo-Amerikanische Höflichkeit öffnen dabei mitunter Türen - st aber noch lange keine Garantie.

    Bye
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