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Einzelkommentar zu:
CDU gegen Wowi-"Pornofest"


#20 saltgayAnonym
  • 30.08.2005, 10:12h
  • .

    Als ich geboren wurde...
    da gab es zwei Berlins. Der westliche Teil galt als Deutschlands kinderfeindlichste aber hundefreundlichste Stadt. Es bestand eine Gemengelage aus: Hertha-Bäähzätt&Mottenpostlesern-ehem. NSKK-Taxifahrern unter der Losung:“wenn et hier Sie nich jefällt; denn jehn Sie doch rüber in 'nen Osten!“ Diese Berliner Wolke mit dem Charme drei Wochen abgelagerter Sportsocken wurde sattsam bekannt als Berlin-Werbung verkauft. „Drei Mumien vom Grill, ein torkelnder Juhnke, Blasmusiker mit Gebiss, am Brandenburger Tor der Blick über die Mauer mit original Zonenprickel – alles dalli dalli in drei Tagen, im Reisepreis inbegriffen.“ (Subventioniert von der Bonner Bundesregierung.) Von diesem Berlin-Bild träumten SPD-Riebschläger ebenso wie CDU-Lummer. Den intellektuellen Glanz verlieh dann ein Ex-Burschenschaftler mit dem weit verbreiteten Senatsangestellten-Hochdeutsch für feinere Neuköllner. Jetzt kommt ein Bürgermeister daher, der ein Grußwort für ein „Perversen-Porno“-Treffen sprechen möchte. Erinnert mich an Hausbewohnerin Frau L., die anno 1968 mit Entrüstung davon sprach, dass Schüler der Tannenbergschule ein „Liebeszimmer“ gefordert hätten. Bild' dir deine Meinung. Nun, Friede ihrer Asche – der Frau L. - nicht der Blöd-Zeitung. Eigenartigerweise wird weniger Anstoß an dem Verhalten des Genossen und Ex-Bürgermeisters Walter Momper genommen, der in den Räumen des Berliner Abgeordentenhauses eine Verkaufsmannschaft von Microsoft anlässlich einer Informationsveranstaltung für Abgeordnete begrüßte. Ganz sicher handelte es sich nicht um ein Fortbildungsseminar, Motto:"Was kommt nach dem Affengriff? - Task beenden!" Dort konnten Lobbyisten, zwischen Vortrag und Buffet, jene Art von Wirtschaftsförderung ausüben, die den geladenen Abgeordneten bestens vertraut ist. Frau Kressmann-Zschach (Steglitzer Kreisel) und ex-Stadtrat Antes (CDU) lassen grüßen.

    Da ist es doch absolut unerheblich, ob es mehr oder weniger Anhänger härterer Sexualpraktiken in der einen oder anderen Partei gibt. Viel bemerkenswerter finde ich den weitreichenden geistigen Horizont, der bei den Antoßnehmern zu Tage tritt. Er reicht bis zur nächsten Straßenkreuzung. Außerhalb Berlins Lebende wissen das nimmer müde überlegene Lächeln der notorischen Berliner zu schätzen:“Das ist vielleicht bei Ihnen in Westdeutschland noch so – aber bei uns in Berlin haben wir gerade...(nach Belieben einsetzen)“ Man kennt es.

    Ich bevorzuge SM als aktiv Betreibender gegenüber Politkern (rein bildlich); aber manchmal möchte ich bei bestimmten Volksvertretern den Bildern auch Taten folgen lassen. Natürlich nur in meinen Polit-Phantasien, versteht sich.

    Groetjes
    Stephan

    www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung
    /62968&words=Microsoft
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