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"Wenn Geschlechtergrenzen fallen"

Axel-Springer-Akademie startet Instagram-Format "Divers*land"

Die Journalistenschule der Springer-Verlagsgruppe hat ein Projekt ins Leben gerufen, um den Lesern die verschwimmenden Geschlechtergrenzen näherzubringen.


Divers*Land soll insbesondere diejenigen über das Dritte Geschlecht informieren, die bislang noch nicht mit der Thematik konfrontiert worden sind (Bild: Axel-Springer-Akademie)

In Deutschland leben seit Dezember 2018 auch laut Gesetz nicht mehr nur Männer und Frauen: Der Bundestag hat damals als dritte Option im Geburtenregister "divers" beschlossen (queer.de berichtete). Obwohl diese Gesetzesänderung einen Einschnitt markiert, wissen viele nicht, was diese neue Welt bedeutet.

18 junge Nachwuchsreporter der Axel-Springer-Akademie, der Journalistenschule der konservativen Verlagsgruppe, fragen deshalb, was es mit unserer Gesellschaft macht, wenn Geschlechtergrenzen fallen. Am Dienstag starteten sie daher das Projekt Divers*land. Auf Instagram lassen sie in dieser Form zum ersten Mal trans- und intergeschlechtliche Menschen ihre Geschichte erzählen. Darüber hinaus hat das Team eigene Kurzvideos entwickelt, die Begriffe und Hintergründe erklären.

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Springer-Chef: "Intoleranz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Diversität ist inakzeptabel"

"Das Instagram-Format Divers*land wirft einen neuen Blick auf unser Zusammenleben", erklärte Thomas Spahl, der Direktor der Akademie. "Wie finden sich Menschen in einer Gesellschaft zurecht, die keinen Platz für sie vorgesehen hat? Hier erzählen sie ohne Tabus von ihren Kämpfen und Erfolgen in den unterschiedlichsten Lebenswelten und zeigen so, wie aus Deutschland ein diverses Land werden kann."

Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner bezeichnete das Projekt als "mutig und überfällig". "Die Intoleranz gegenüber sexueller und geschlechtlicher Diversität ist inakzeptabel. Ich freue mich über diese Initiative sehr", so der Manager, der auch Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger ist.


(Bild: Axel-Springer-Akademie)

Mit ihrem Konzept wollen die Journalistinnen und Journalisten diejenigen erreichen, die sich bisher kaum mit der Thematik beschäftigt haben. Divers*land ist das erste große journalistische Projekt zur dritten Geschlechtsoption und soll so auch Impulse für eine achtsame Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentitäten liefern.

Auf dem Instagram-Account erfahren die User etwa vom 17-jährigen Leon, wie er als Mädchen großgezogen wurde, aber bereits im Kindesalter wusste, dass er eigentlich ein Junge ist, und wie er sich schließlich vor seiner Klasse erklärte. Oder sie begegnen Jolina, die sich erst spät in ihrer Beziehung entschloss, als Frau zu leben, und damit ihren bisherigen Lebenspartner schockierte. Sie treffen den intergeschlechtlichen Christian, der in der Schule gemobbt wurde und an Selbstmord dachte, bevor ihn eine persönliche Entscheidung rettete. Oder sie lernen Elke kennen, die 30 Jahre als Pfarrer auf dem Land arbeitete, bevor sie ihr Coming-out hatte und sich ihrer Gemeinde als trans Frau offenbarte. (pm/cw)