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Sex-Ratgeber

Fisten: Großer Bettspaß mit hohem Trainingsaufwand

Eine ganze Hand in Vagina oder Anus. Das klingt nicht nur sehr "ausfüllend", sondern ist es auch und kann enorme Lust bescheren. Aber für solche Dimensionen braucht es viel Training.


Fisting kann den passiven Part in neue Lust-Sphären transportieren
  • 25. April 2019, 12:34h, noch kein Kommentar

Vollkommen gleich, ob es sich um männliche oder weibliche gleichgeschlechtliche (Bett-)Partnerschaften handelt, irgendwann kommt bei vielen der Punkt, an dem Standardsex nicht mehr den Kick bringt, den er früher vermitteln konnte – Routine gibt's eben auch hier. Was macht man dann? Natürlich, man fängt ein bisschen an, zu experimentieren. Gut für die Beziehung, noch besser für die Lust, alles okay, wenn es beiden gefällt.

Wer sich allerdings dem Thema Fisting nähert, sollte sehr vorsichtig sein. Denn selbst wenn es sich um eine zierliche Frauenhand handelt – und erst recht die eines Mannes – sprechen wir hier von Durchmessern, die über dem liegen, auf was Vagina und Anus rein biologisch eingerichtet sind.

Allerdings gilt auch: Beide Körperöffnungen sind dehnbar und können mit genügend Training absolut darauf vorbereitet werden, schmerz- und schadlos eine Hand aufzunehmen und so den passiven Part (den Gefisteten) in neue Lust-Sphären zu transportieren.

Der Grundsatz der vier G's

Der folgende Ratgeber zeigt, wie es gehen sollte. Dabei gleich ein Grundsatz der vier G's:
- Gedehnt
- Gepflegt
- Geschmiert
- Geduldig

Wenn sowohl aktiver wie passiver Part das beachten, kann daraus der Spaß werden, den viele aus Pornos kennen – umgekehrt besteht jedoch bei Verletzung der Regeln enorme Verletzungsgefahr, ganz besonders für den Schließmuskel des Anus und die dünne Wand des Enddarms.

Deshalb ganz deutlich: Tastet euch langsam und vorsichtig an das Thema heran. Es kann ruhig mehrere Wochen/Monate dauern, um den Körper zu trainieren. Noch mehr als bei den meisten anderen Bett-Spielarten kann hier (lustbedingte) Hektik das genaue Gegenteil von Lust bescheren.

1. Gedehnt

Manche Vaginen sind bereits mit zwei Fingern ihrer Besitzerin gut gefüllt, bei anderen bereiten auch größere Durchmesser von Penissen und Spielzeugen kein Problem. Ähnliches gilt auch am "Hintertürchen".

Soll bedeuten, auch hier ist jeder Mensch anders gebaut, ist im "Grundzustand" enger oder weiter. Aber: Der Anus ist letzten Endes ebenso ein Muskel wie sich solche Stränge rings um die Vagina ziehen. Das bedeutet, indem man beide Körperöffnungen trainiert, kann man sie langsam(!) an größere Durchmesser heranführen.

Völlig falsch wäre es, unvorbereitet zu versuchen, eine Hand einzuführen. Das hätte nur enorme Aua-Momente zur Folge.

Wer gefistet werden möchte, beginnt dazu am besten im Sortiment von Dildoking.de. Ziel ist es, dort einen Dildo zu kaufen, mit dessen Durchmesser man schon jetzt gut zurechtkommt sowie einen, der etwas(!) oberhalb dieser Marke angesiedelt ist. Spekulums eigenen sich auch sehr gut, sind aber nicht jedermanns Sache.

Mit diesen Toys beginnt man nun allein oder mit einem Bettgenossen das Training. Sanftes Spielen, bloß keine Hektik und immer mit viel Gleitgel – auch bei Frauen, die bei Erregung etwas feuchter werden als der Durchschnitt.

Dieses Training sollte über mehrere Wochen gehen und immer eine Abfolge von Schritten beinhalten:

1. Viel Zeit und eine maximal entspannte Atmosphäre
2. Tüchtiges Vorspiel, um den Body zu relaxen
3. Gereinigte und desinfizierte Toys
4. Bequeme Position. Frauen liegen am besten auf dem Rücken mit einem Kissen unter dem Po, Männer auf dem Bauch mit einem Kissen darunter

Und dann heißt es: Spielen. Erst, wenn der größere Dildo-Durchmesser anstrengungsfrei passt, ist man soweit, mit weiteren Toys in die nächsthöheren Ligen aufzusteigen.

Hat man sich dann durchmessermäßig an die Hand des Partners herangetastet (dazu soll er die Finger zum "Entenschnabel" zusammenlegen und man misst mit einem Maßband die dickste Stelle am Handballen), kann er auch mal drei oder vier Finger versuchen – aber immer nach den noch folgenden Regeln.

2. Gepflegt

Schon mal beim Masturbieren sich an sehr schmerzhafter Stelle versehentlich mit den eigenen Nägeln gekratzt? Wer das bejaht, kann sich vorstellen, das zu erleben, während er zusätzlich noch stark gedehnt ist – kein Spaß!

Soll bedeuten, der aktive Partner, der seine Hand einführen wird, sollte:

1. Die Fingernägel so kurz wie möglich gefeilt haben – am besten nochmal unmittelbar vorher mit einer feinen Feile drübergehen
2. Sie regelmäßig eincremen, damit die Haut geschmeidig ist
3. Seine Hände vorher gründlich waschen und mit einem milden Desinfektionsmittel auf korrekte Weise keimfrei machen

Und dann gilt: Grundsätzlich medizinische Einweghandschuhe tragen! Zu empfehlen sind hier Nitril-Handschuhe, da diese latexfrei sind. Die reduzieren sowohl das Risiko, dass es dennoch zu schmerzhaften Fingernagelkratzern kommt, wie sie die bessere Basis für den nächsten Step sind:

3. Geschmiert

Gleitgel, Gleitgel, Gleitgel. Man kann es nicht oft genug sagen, aber beim Fisten ist eine perfekte Schmierung das absolute A und O. Am besten sollte man hierfür spezielle Fistgele verwenden, denn diese sind dickflüssiger und zäher von der Konsistenz. Für den Anus kann man auch Fett-Cremes nehmen, wie den Klassiker aus der amerikanischen Küche Crisco.

→ Schmiert den Bereich um Vagina und Anus ein
→ Schmiert nach der Vordehnung mit dem Spielzeug aber vor dem Handeinsatz Gleitmittel in diese Körperöffnungen
→ Schmiert die penetrierende Hand ein

Hier gibt es nicht sowas wie "zu viel". Hier gilt "viel hilft viel". Dazu muss man das Ganze technisch betrachten:

Wenn man eine Hand in Vagina oder Anus einführt, werden sich die Ränder dieser Körperöffnungen trotz vorheriger Dehnung relativ fest um die Hand schmiegen. Das erzeugt Reibung. Je mehr Reibung, desto mehr Kraftaufwand benötigt es und desto unangenehmer/risikoreicher wird der Versuch.

4. Geduldig

Es kann durchaus ein Vierteljahr oder auch noch länger benötigen, um seinen Body so weit zu schulen, dass er eine Hand aufnehmen kann. Schon das erfordert Geduld, die man niemals irgendwo abkürzen sollte.

Doch auch beim Fisting selbst ist Geduld neben dem Schmieren die oberste Tugend. Auch hier gilt wieder die Regel von viel Zeit, Entspannung und einem exquisiten Vorspiel, welches den empfangenden Partner maximal vorbereitet. So muss der Muskel massiert werden, damit er sich entspannt. Und zudem:

1. Keine Fistversuche ohne vorherige Spielzeug- oder Einzelfingerdehnung
2. Immer erst mit vier Fingern anfangen, diese sanft einführen und dann verharren – unterdessen können die vier gerne nach G-Punkt oder P-Punkt des Partners suchen und ihn sanft streicheln
3. Wenn der Daumen ins Spiel kommt, ganz langsam machen. Ihn einführen und dann vorsichtig die Hand schieben, bis sie an der dicksten Stelle angelangt ist
4. Wenn der passive Partner stopp sagt, die Hand nicht ruckartig herausziehen, sondern ganz langsam
5. Ist die Hand vollständig eingeführt, auf jeden Fall die Entenschnabel-Position beibehalten. Sanft hin und herbewegen. Dabei kann entweder der Aktive oder der Passive zusätzlich Klitoris bzw. Penis des Passiven sanft streicheln

Diese Form des Fistings wiederholt man abermals einige Male, um den Körper zu trainieren. Und erst, wenn darin Routine herrscht, kann die Hand, wenn sie eingeführt wurde, vorsichtig zur Faust geballt werden – selbst mit viel Routine bitte niemals direkt die Faust einführen.

Und natürlich gilt: Wenn es trotz Trainings an irgendeiner Stelle hapert, niemals etwas forcieren. Hier geht es nicht darum, wer die dicksten Sachen aufnehmen kann, sondern wer mit den dicksten Sachen, die sein Körper aufnehmen kann, maximale Lust erfährt – großer Unterschied!