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USA

LGBTI-freundlicher Joe Biden wird Präsidentschaftskandidat

Einst heizte Joe Biden dem damaligen Präsidenten Barack Obama bei der Ehe für alle ein. Jetzt will es der 76-Jährige nochmal wissen.


Joe Biden – hier bei einem Wahlkampfauftritt 2012 – möchte Donald Trump aus dem Weißen Haus schmeißen (Bild: Marc Nozell / flickr)

Nach monatelangen Spekulationen hat der Demokrat Joe Biden via Twitter seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben. Der als LGBTI-freundlich geltende frühere Vizepräsident unter Barack Obama erklärte in einem dreieinhalbminütigen Video, dass er sich wegen der hasserfüllten Rhetorik von Donald Trumps um den Posten des Staats- und Regierungschefs bewerben wolle.

Der 76-Jährige aus Delaware kritisierte insbesondere Trumps Reaktion auf die rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville im Jahr 2017, bei der eine Frau getötet wurde. Trump hatte damals attestiert, dass es auch unter den Rassisten "gute Menschen" gebe. In der Biden-Ansprache, die wie im US-Wahlkampf üblich mit pathetisch-patriotischen Äußerungen gespickt wurde, erklärte der seit Anfang der Siebzigerjahre im politischen Geschäft aktive Rechtsanwalt weiter: "Wir kämpfen um die Seele unserer Nation."

Twitter / JoeBiden

Biden gilt neben dem 77-jährigen Senator Bernie Sanders als Favorit auf den Sieg bei den demokratischen Vorwahlen. Insgesamt bewerben sich allerdings 20 demokratische Politikerinnen und Politiker darum, im kommenden Jahr gegen Präsident Trump anzutreten, darunter mit dem 37-jährigen Pete Buttigieg erstmals auch ein schwuler Kandidat (queer.de berichtete). Bis eine Entscheidung fällt, dauert es voraussichtlich noch rund ein Jahr: Der Abstimmungsmarathon startet Anfang Februar 2020 traditionell im Agrarstaat Iowa, die meisten der "Primaries" oder "Caucuses" finden im März statt. Die Präsidentenwahl wird dann Anfang November 2020 abgehalten.

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Biden als Kämpfer für LGBTI-Rechte

Unter LGBTI-Aktivisten ist Biden populär: Ihm wird insbesondere hoch angerechnet, dass er sich 2012 für die Ehe für alle ausgesprochen hatte (queer.de berichtete). Damit brachte er Barack Obama, der sich damals noch als Gegner der Ehe-Öffnung gab, unter Zugzwang – der Präsident erklärte wenige Tage nach Bidens Aussage schließlich seine Unterstützung für die Gleichbehandlung (queer.de berichtete).

Immer wieder setzte sich Biden für LGBTI-Rechte ein. 2014 erklärte er etwa als Vizepräsident, dass die Gleichbehandlung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Personen ein allgemein gültiges Menschenrecht sei, das von keinem Land mit Verweis auf lokale Traditionen verwehrt werden dürfe (queer.de berichtete). Auch nach dem Ende seiner Vizepräsidentschaft engagierte er sich für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten. Im vergangenen Jahr startete er etwa eine Kampagne für queere Jugendliche (queer.de berichtete).

Problematische Aspekte von Bidens politischer Karriere

Allerdings gibt es auch Vorbehalte gegen Biden. Zuletzt warfen ihm mehrere Frauen vor, ihnen bei öffentlichen Auftritten zu nahe gekommen zu sein. Biden erklärte daraufhin, "aufmerksamer" mit Berührungen zu sein. "Gesellschaftliche Normen verändern sich. Das verstehe ich", sagte der Politiker Anfang April.

Biden wurde auch für seine früheren Positionen kritisiert: Als er 1973 erstmals in den US-Senat einzog, unterstützte er – wie viele Demokraten damals – auch rassistische Positionen. So sprach er sich gegen die Integration von Schwarzen und Weißen in staatlichen Schulen aus.

Auch bei LGBTI-Rechten war er nicht immer ein Vorbild: 1996 stimmte er etwa für das gegen Schwule und Lesben gerichtete "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" (Defense of Marriage Act, DOMA) – anders als sein heutiger Mitbewerber Bernie Sanders, der trotz der damaligen extrem homophoben Atmosphäre DOMA ablehnte. Das Gesetz hatte die Anerkennung von Homo-Paaren durch die Bundesverwaltung verboten.

Jahre später bereute Biden öffentlich sein Votum. Das Gesetz blieb aber bis zum Juni 2013 gültig, bis es vom Supreme Court abgeschafft wurde. Die Höchstrichter entschieden damals, dass DOMA eine verfassungswidrige Diskriminierung von sexuellen Minderheiten darstelle (queer.de berichtete). (dk)



#1 GoForPresidentAnonym
#2 GoForPresidentAnonym
#3 GoForPresidentAnonym
  • 25.04.2019, 20:40h
  • Übrigens denke ich nicht, dass Joe Biden große Chancen haben wird.

    ©BuntesUndSchönes
  • Antworten » | Direktlink »
#4 TatütataAnonym
#5 TatütataAnonym
  • 25.04.2019, 21:41h
  • "Zuletzt warfen ihm mehrere Frauen vor, ihnen bei öffentlichen Auftritten zu nahe gekommen zu sein."
    Sind wohl in zwischen erwachsen geworden. Wer es aushält:

    www.youtube.com/watch?v=DwXweiRjckI

    Der Clip ist ohne Kommentar. Ist auch nicht nötig. Es ist unübersehbar, wie sich die Kinder unter dem Getatsche Bidens winden, der wirklich an allem klebt, was noch keine 18 ist.
    Das Schlimmste ist, dass die Eltern gute Miene zum bösen Spiel machen. Tja, die Karriere...
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#6 TheDadProfil
  • 25.04.2019, 21:50hHannover
  • ""Biden gilt neben dem 77-jährigen Senator Bernie Sanders als Favorit auf den Sieg bei den demokratischen Vorwahlen.""..

    Haben die denn nur alte Männer zur Auswahl ?
    Gibt es dort keine alten Frauen ?
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#7 Patroklos
#8 Homonklin44Profil
  • 26.04.2019, 11:07hTauroa Point
  • "" So sprach er sich gegen die Integration von Schwarzen und Weißen in staatlichen Schulen aus.""

    Das lässt sich so lesen, als hätte er an staatlichen Schulen nur 1st Nations-Angehörige, Latinos und Asiaten zugelassen.

    Über potentielles Frauengrapschen müssten die echt mal ihre Umgangsregeln veranständigen oder 3 Glotzlängen Abstand einhalten.
    Spätestens der Donald hat die Art Sexistenschlupfloch unmöglich gemacht.

    Anderswo gehen Leute in dem Alter Golfen oder auf Parkbänke sitzen. Den Mumm muss man ihm ja lassen, da noch diese Anstrengung zu unternehmen.
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#9 Ralph
  • 26.04.2019, 15:58h
  • Als Nichtamerikaner kann ich natürlich die dortigen Verhältnisse nicht sicher beurteilen, aber mir macht doch Sorge, dass sich die Demokraten inzwischen auf 20 (!) Kandidaten zersplittert haben und zu befürchten ist, dass bis zum Ende der Vorwahlen das Bild einer heillos zerstrittenen demokratischen Oppposition und einer stabilen republikanischen Regierungspartei zu sehen sein wird. Zudem verstehe auch ich nicht, dass jetzt in Europa ausgerechnet zwei pensionierte Greise -Biden und Sanders- hochgejubelt werden, von denen der eine genau dem selben Establishment angehört, dem auch Hillary Clinton zuzurechnen war, die aus genau diesem Grunde voriges Mal untergegangen ist, und der andere auch schon voriges Mal gescheitert ist. Man scheint Trump die Wiederwahl so leicht wie möglich machen zu wollen, nicht aus Absicht, sondern aus Blödheit.
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#10 GoForPresidentAnonym
  • 27.04.2019, 01:52h
  • Antwort auf #9 von Ralph
  • Nein, das zeigt keine zersplitterte Zerstrittenheit bei den Demokraten, sondern sie zeigen damit vielmehr ihre Entschlossenheit, die kommenden Wahlen gewinnen zu wollen. Diese 20 Kandidaten bedeuten: es gibt genug Auswahl in der ersten Runde! Wenn das mal kein Vorteil ist.

    Wäre es nämlich nur ein Kandidat, dann würde es kritisiert werden.

    Es sieht momentan so aus, dass Trump mächtig schlucken muss, und er hat schwer zu kämpfen, wenn er nochmal Präsident werden möchte.

    Und das kann uns ja nur freuen :-)
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