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LGBTI-Aktivisten erheben schwere Vorwürfe

Ukraine: Übergriffe bei Razzia in Schwulenclub

LGBTI-Aktivisten werfen der ukrainischen Polizei vor, aus Homophobie einen Schwulenclub gestürmt zu haben und übergriffig geworden zu sein.


Die Polizeibehörden veröffentlichten Videoaufnahmen, in denen am Boden liegende Personen im Club Potemkin zu sehen sein sollen (Bild: Screenshot / Polizei der Region Dnipropetrowsk)

Bei einer im Schwulenclub Potemkin in der ostukrainischen Millionenstadt Dnipro durchgeführten Razzia soll es nach Angaben von LGBTI-Aktivisten zu Übergriffen gekommen sein. 20 bis 25 Polizisten waren laut der Organisation Nash Mir in der Nacht zum 20. April gegen ein Uhr in den Nachtclub "Potemkin" eingedrungen. Die Beamten sollen die ungefähr 25 Feiernden sowie die anwesenden Mitarbeiter gezwungen haben, sich auf den Boden zu legen – sie durften den Angaben zufolge erst drei Stunden später wieder aufstehen. Alle Mobiltelefone seien beschlagnahmt worden, zudem seien persönliche Gegenstände aus der Garderobe verschwunden.

Die Polizisten hätten sich laut Nash Mir "sehr aggressiv und homophob" verhalten. So hätten sie wiederholt homosexuelle Beleidigungen ausgesprochen. Zwei Ausländer seien zudem gezwungen worden, die ukrainische Nationalhymne zu singen. Einer der Anwesenden sei verletzt worden.

Die Beamten begründeten ihre Razzia mit Ermittlungen wegen Verdachts auf Prostitution und der Verbreitung von Pornografie. Allerdings erachten die LGBTI-Aktivisten Homophobie als einzigen Grund für die Razzia. "Wir verurteilen diese offensichtlich homophoben und illegalen Taten der Polizei von Dnipro", erklärte Nash Mir. "In einer Zeit, in der es viel Kriminalität in der Ukraine gibt, darunter auch Hassvergehen gegen Homosexuelle, versucht die Polizei, einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Sex zwischen Männern zu verhindern."

Direktlink | Ein von der Polizei veröffentlichtes Video soll Szenen der Razzia zeigen

In der Ukraine ist Homosexualität 1991 legalisiert worden. 2015 verabschiedete das Parlament in Kiew auf Druck der Europäischen Union ein Antidiskriminierungsgesetz für Schwule und Lesben (queer.de berichtete).

Allerdings sind homophobe Einstellungen in der Bevölkerung noch immer weit verbreitet. Immer wieder kommt es zu Übergriffen durch Homo-Hasser. Erst vor zwei Wochen kam es zu gewalttätigen Übergriffen bei einer Lesbenkonferenz in Kiew (queer.de berichtete). (dk)



#1 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 25.04.2019, 19:28h
  • Ostukraine? Bedeutet das, dass in dem Ort vor allem Russen wohnen? Tja, wenn das stimmt, wollten einige Cops mit Homophobie Kasse machen, bei der Razzia (immerhin sind Sachen verschwunden), und die Anwesenden demütigen. Aus welchem Land kamen die Ausländer? Jetzt wäre eine geharnischte Reaktion deren Regierung fällig!
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#2 ErgänzungAnonym
  • 25.04.2019, 20:40h
  • "Allerdings sind homophobe Einstellungen in der" CHRISTLICH-ORTHODOXEN "Bevölkerung noch immer weit verbreitet."
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#3 Friedewald RingelingAnonym
  • 29.04.2019, 20:14h
  • Antwort auf #1 von Gerlinde24
  • Die Stadt Dnipro in der Ostukraine zu verorten erscheint mir doch etwas willkürlich, da der Fluss, welcher der Stadt ihren Namen gibt, die Ukraine ziemlich genau in der Mitte in zwei Hälften teilt.
    Ansonsten gibt hat die Ukraine Staatsbürger, die als Muttersprache Ukrainisch haben und sich als ethnische Russen sehen und den umgekehrten Fall, dass Staatsbürger der Ukraine Russisch als Muttersprache haben und sich als ethnische Ukrainer sehen. Alles gut durchmischt.
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