Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33456

Homophobie

Jaroslaw Kaczynski: LGBTI-Rechte bedrohen die Existenz Polens

Der Chef der polnischen Regierungspartei hält LGBTI-Rechte für ein ausländisches Konzept, das die Zukunft der Republik gefährde.


Jaroslaw Kaczynski gilt als starker Mann der Regierungspartei PiS (Bild: Screenshot TVP Info)

Jaroslaw Kaczynski, seit 2003 Vorsitzender der rechtspopulistischen polnischen Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS), hat am Mittwoch bei einer katholischen Konferenz in der Großstadt Wloclawek LGBTI-Rechte als Gefahr für das Fortbestehen Polens bezeichnet und erklärt, dass es unpatriotisch sei, die Position der katholischen Kirche zu hinterfragen. Die Konferenz trug den Namen "Polnischsein – Stolz und Verantwortung" und wurde vom Bistum Wloclawek organisiert.

"Die LGBT- und Gender-Bewegung bedroht unsere Identität und unsere Nation. Sie bedroht unseren polnischen Staat", so Kaczynski. Der 69-Jährige sagte weiter, LGBTI-Rechte und Religionsfreiheit seien unvereinbar. Er kritisierte die Lage in England, da dort "Homosexuellen Kinder gegeben werden" müssten. Wenn Homo- und Transsexuelle Rechte erhielten, sei das eine "Attacke auf die Familie" und würde Kindern generell Schaden zufügen.

Ohnehin sei das Konzept von LGBTI-Rechten aus dem Ausland importiert worden, behauptete Kaczynski weiter. Diese Argumentation wird immer wieder von LGBTI-Gegnern in Osteuropa und in Regierungskreisen in Russland verwendet, die Homo- und Transsexualität als westeuropäischen Phänomen bezeichnen. In afrikanischen Ländern stellen homophobe Regierungen die Existenz von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten gerne als Folge des Kolonialismus dar.

Kaczynski: Kritik an Kirche ist "unpatriotisch"

Bei der Konferenz stellte sich Kaczynski auch bedingungslos hinter die katholische Kirche. Unabhängig vom eigenen Glauben sei es "unpatriotisch, die Position der katholischen Kirche in Polen zu hinterfragen", so der PiS-Chef. In Polen ist die Amtskirche derzeit scharfer Kritik ausgesetzt, weil sie den Missbrauchsskandal nur schleppend aufarbeitet, obgleich auch dort Priester offenbar jahrzehntelang ungestraft Kinder sexuell missbrauchen konnten.

Beim Thema LGBTI-Rechte sind Kaczynski und die Kirche auf einer Linie: Erst vergangenen Monat veröffentlichte die polnische Bischofskonferenz eine Erklärung, in der sie davor warnte, dass die Gleichbehandlung von Homo- oder Transsexuellen die Zivilisation in Europa gefährden könne (queer.de berichtete). Anlass für die Erklärung war die Unterzeichnung einer Regenbogen-Erklärung durch Warschaus Bürgermeister Rafal Trzaskowski, mit der sich die Stadt unter anderem zu umfassender Sexualaufklärung an Schulen verpflichtet, die auch queere Themen aufgreift. Die PiS wettert im beginnenden Europawahlkampf verstärkt gegen LGBTI-Rechte.

In Polen regierte die Partei zwischen 2005 und 2007 und ist erneut seit 2015 am Ruder. In den letzten Jahren versuchte die rechtspopulistische Partei, das Land grundlegend umzubauen – so sollte etwa die Justiz entmachtet werden, was zu einer Auseinandersetzung mit der Europäischen Union führte.

Kaczynski war selbst im letzten Jahrzehnt über ein Jahr lang Ministerpräsident und gilt als starker Mann in der Partei. Er fiel immer wieder durch homophobe Tiraden auf. Sein ebenfalls homophober Bruder war von 2005 bis zu seinem Tod im Jahr 2010 polnischer Staatspräsident. (dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 25.04.2019, 17:59h
  • Dieser putinistische Hinterwäldler kennt die Kulturgeschichte seines eigenen Landes nicht:

    de.wikipedia.org/wiki/Karol_Szymanowski

    Die Rechtsgeschichte Polens auch nicht. Während unsereiner in den USA, in UK und natürlich auch in Nazi-Deutschland eingekerkert wurde, wurde im Polen der Zwischenkriegszeit Homosexualität nach dem Vorbild der verbündeten französischen Republik entkriminalisiert.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 ElfolfProfil
  • 25.04.2019, 18:01hHamburg
  • Hat er keine Angst, dass die Millionen Polen, die im Ausland leben die Homosexualität ins Land einschleppen könnten. Schließlich sind nicht alle durch die katholische Kirche im Ausland so gut behütet. Wenn man sich so kurz vor der Europawahl ansieht, was derzeit in der EU so an der Macht ist, dem vergeht die Freude an einem vereinten Europa.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 25.04.2019, 19:22h
  • Jaroslaw Kaczynski setzt das "Polnisch-Sein" mit dem "Katholisch-Sein" gleich. Und beides ist für ihn "patriotisch".
    Egal, wie viele Kinder dieser Verein vergewaltigt hat, egal, wie viele rechte polnische Arschlöcher gegen Homosexuelle, Flüchtlinge und den Islam hetzen, es sind in seinen Augen Patrioten. Ich würde eher "nützliche Idioten" sagen, weil die das für ihn und seinen Machterhalt sind!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 25.04.2019, 19:24h
  • Antwort auf #2 von Elfolf
  • Jaroslaw Kaczynski hetzt gegen uns und die EU, aber unser Geld, und das der EU nimmt er als einer der großen EU-Geldempfänger gerne an. Wird Zeit, dass man ihm, Orban und anderen Schwachmaten zeigt, dass, wer die Musik bezahlt, auch die Musik bestimmt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Export von HassAnonym
  • 25.04.2019, 20:35h
  • Und schon wieder sind hinterwäldlerische Christen als Verdummer und Hassprediger unterwegs.

    Wenn der Kartoffel der Import von LGBT*IQ-Rechten nicht passt, muss Polen eben auch auf den Import funktionierender Technik und auf EU-Alimente für seine katholischen Bauern verzichten. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 lindener1966Profil
  • 25.04.2019, 22:07hHannover
  • Solche Tiraden führen direkt zu Gewalt und Auslöschungsphantasien: nämlich, wenn sich "das Volk gegen die Schädlinge" "wehren" muss. Wohin das führt können die Polen doch anschaulich in verschiedenen Gedenkstätten auf ihrem eigenen Boden erfahren.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Vater
#8 TheDadProfil
  • 25.04.2019, 22:52hHannover
  • Antwort auf #7 von Vater
  • ""Rechte für Schwarze bedrohen die Existenz der USA...
    Rechte für Juden bedrohen die Existenz Deutschlands...""..

    Rechte für Frauen bedrohen die EU..

    Ach nee..
    Das war ja
    Rechte bedrohen die EU !

    Geht wählen !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ZivilistAnonym
  • 25.04.2019, 23:11h
  • Großartige Vorstellung von "Zivilisation" haben die da... bedingungslosen Gehorsam gegenüber einer habgierigen Amtskirche und Unterdrückung von Minderheiten.

    Wenn das "Zivilisation" ist, dann kann ich da tatsächlich gut drauf verzichten und je eher das weg ist, umso besser.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Miguel53deProfil
  • 25.04.2019, 23:14hOttawa
  • Es ist immer wieder schockierend, wie ausgerechnet in den Ländern, in denen der (deutsche) Nationalismus eine besonders verheerende Gewalt ausübte, genau diese Politik Macht gewinnt.

    Es ist, als habe Geschichte keinerlei Wirkung. Als sei nichts geschehen. Als sei die RKK eine unschuldige, hoch-moralische Institution.

    Es ist in der Tat unglaublich, was sich derzeitig in Europa, aber auch weltweit politisch abspielt. Es ist fürchterlich, beunruhigend, deprimierend. Es macht mich fassungslos.

    Wir Menschen sind zum Untergang verurteilt. Doch anders, als die Dinosaurier damals, mit dem vollen Wissen darum.

    Und doch, alles was ich schreibe, ist im Grunde Unsinn. Es gibt eigentlich keine Worte für so viel Bosheit, verbunden mit bodenlose Dummheit.
  • Antworten » | Direktlink »