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Tag der lesbischen Sichtbarkeit

Schwule Senioren fordern Solidarität mit lesbischen Frauen ein

Anlässlich des Tages der lesbischen Sichtbarkeit fordern auch schwule Aktivisten, dass die LGBTI-Community gemeinsam für gleiche Rechte kämpfen und sich nicht in internen Grabenkämpfen verlieren sollte.


BISS: "Wir fordern von der Community eine Zusammenarbeit, die den Namen verdient und Differenzen aushält" (Bild: Charlie Nguyen / flickr)

In der Presse und in privaten Gesprächen wird der CSD gerne als "Schwulenparade" bezeichnet, die Ehe für alle gilt als "schwule Ehe". Lesben fallen dabei gerne unter den Tisch. Seit elf Jahren wird darum am 26. April der Tag der lesbischen Sichtbarkeit begangen, um die Wahrnehmung in der Bevölkerung und auch in der Community zu verändern. Bislang ist der Tag in Deutschland zwar kaum im öffentlichen Bewusstsein angekommen – abgesehen von einigen Events etwa in Frankfurt oder Berlin.

Anlässlich des Tages fordert die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS) mehr Solidarität der Community mit lesbischen Frauen. Die Organisation bezog dazu zu vier Themen Stellung.

So wiesen die Aktivisten im Bereich Rehabilitierung und Entschädigung darauf hin, dass nicht nur Schwule staatlich verfolgt wurden, auch wenn der Paragraf 175 offiziell nur für Männer galt. Viele wüssten auch nicht, dass die DDR jahrzehntelang Lesben mit dem Paragraf 151 strafrechtlich verfolgen ließ und Opfer dieses Unrechts nach dem 2017 beschlossenen "Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen" entschädigt werden können.

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Im Bereich Erinnerungspolitik erinnerte BISS daran, dass auch lesbische Frauen "im Nationalsozialismus verfolgt und in Konzentrationslagern, beispielsweise im KZ Ravensbrück, ermordet" worden waren. "Wir fordern daher ein eigenes Gedenken für die lesbischen Opfer des Nationalsozialismus im KZ Ravensbrück durch die Berücksichtigung der Gedenkkugel", heißt es in dem Text. Die Errichtung der Gedenkkugel war letztes Jahr im Streit gescheitert (queer.de berichtete).

Beim Thema Wohnen im Alter appellierten die Aktivisten ebenfalls, dass lesbische Aktivstinnen und schwule Aktivisten zusammenarbeiten sollten, anstatt sich zu zanken. "Lesbische Frauen fordern für sich Lesbenwohnprojekte. Dabei ist es ein berechtigtes Interesse lesbischer Frauen ihre eigenen Forderungen zu artikulieren und hierfür von der Politik gehört zu werden", heißt es. Hintergrund ist ein mit harten Bandagen geführter Streit um öffentliche Förderung von Wohnprojekten für Schwule und Lesben in Berlin, bei dem sich ein schwuler Aktivist über "Krawalllesben" beschwert haben soll (queer.de berichtete).

Um derartigen Streitereien aus dem Weg zu gehen, empfiehlt BISS Community-Building, um mit einer Stimme zu sprechen. "Gruppeninterne Kämpfe" hätten den "gesamtgesellschaftlichen Zielen" der Aktivistinnen und Aktivisten geschadet und die gesamte Community geschwächt. "Wir fordern von der Community eine Zusammenarbeit, die den Namen verdient und Differenzen aushält", erklärte BISS. (cw)



#1 Berliner_BärchenAnonym
  • 26.04.2019, 17:47h
  • Aus dem Text: . "Gruppeninterne Kämpfe" hätten den "gesamtgesellschaftlichen Zielen" der Aktivistinnen und Aktivisten geschadet und die gesamte Community geschwächt.

    Das sehe ich genauso. Besonders die (pseudo-) akademischen "Diskurse" der letzten Jahre haben Narben und Misstrauen hinterlassen. Produktive Diskussionen erweitern den Horizont - auch wenn man auf keinen gemeinsamen Nenner kommt.

    Die hysterisch-aggressiven Streitereien, die besonders in Berlin zu florieren scheinen, haben bestenfalls den Autoren fragwürdiger Texte ein stattliches Zubrot beschert. Die "Vordenker" haben versagt; hoffentlich kommen zukünftig wieder vermehrt Menschen zu Wort, die Konflikte lösen wollen anstatt sie aus Eigeninteresse am Köcheln zu halten.
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#2 Still_Ith
  • 28.04.2019, 17:27h
  • Antwort auf #1 von Berliner_Bärchen
  • "Die hysterisch-aggressiven Streitereien, die besonders in Berlin zu florieren scheinen, haben bestenfalls den Autoren fragwürdiger Texte ein stattliches Zubrot beschert."

    Das floriert nicht nur in Berlin.
    Es ist bloß im Umfeld zahlenmäßig kleinerer Communities insofern schlimmer, dass sich da obendrein die Alternativen bzw. Ausweichmöglichkeiten in Grenzen halten. Und da die Oberhand für gewöhnlich bei den Leuten liegt, die's hinbekommen, sich als ausgrenzende Mehrheit zu etablieren, beschränken sich die Wahlmöglichkeiten ziemlich genau darauf, das zu ertragen und immer und immer wieder live vorgeführt zu bekommen, dass man immer höchstens als dieser lästige Dorn im Schuh gelten wird, den man gern los wäre.. oder sich die Kraft sparen, und auch physisch fern zu bleiben.
    Teil der Szene wird man unter der Herrschaft solcher Leute nie sein.
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#3 Berliner_BärchenAnonym
  • 30.04.2019, 12:23h
  • Antwort auf #2 von Ith_
  • Vielleicht war es auch meine Hoffnung, dass sich Teile der LGBTI-Gemeinde nur hier so destruktiv und unversöhnlich verhält. Obwohl ich dazu sagen sollte, dass ich, wenn ich in der Gay-Gemeinde unterwegs bin, kaum bis nie ein derart ablehnendes Verhalten erlebe obwohl ich als pummeliger, älterer, eher femininer und leicht mobilitätseingeschränkter Mann ausreichend Projektions- und Angriffsfläche biete. Da komme ich schon manchmal ins Grübeln ob ich eine "rosa Brille" aufhabe oder ob es einem zahlenmäßig relativ kleinen aber einflussreichem Zirkel gelingt, die veröffentlichte Meinung zu dominieren.

    Ich selbst hatte meine Coming-Out in den späten 70igern in der Provinz und habe dort viel Zusammenhalt und Unterstützung erfahren. Auch haben sich ältere Mitglieder der Community um die Jüngeren gekümmert und ihnen z.B. beim Coming Out geholfen. Das erlebe ich hier nur noch in institutionell organisierten Vereinen. Wie auch immer, ich hoffe sehr, dass du auch gute Erfahrungen in deinem Wohnort machen kannst.
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#4 RealitätAnonym
  • 30.04.2019, 14:03h
  • Antwort auf #3 von Berliner_Bärchen
  • So rosig ist es in bestimmten Gegenden wirklich nicht, da kann ich @Ith_ zustimmen.
    In meiner Gegend ist es ebenfalls unschön und zusätzlich an bestimmten Orten. Und das sind keine Ausnahmen sondern wird immer mehr zur Regel.
    Und wenn ich das als lesbische Frau schreibe, dann kann ich mir ungefähr vorstellen wie es für Trans* sein muss.

    ©BuntesUndSchönes
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#5 Berliner_BärchenAnonym
  • 30.04.2019, 17:07h
  • Antwort auf #4 von Realität
  • Zitat: "Und das sind keine Ausnahmen sondern wird immer mehr zur Regel. "

    Das ist mir so wirklich nicht bewusst, dass sich die Zustände so verschlechtert haben. Das ist keine gute Entwicklung. Natürlich gab es auch schon zu meiner Sozialisationszeit Schwule, die weder mit "Tunten", Lesben oder Transmenschen zu tun haben wollten oder auch Lesben, die keinen Kontakt zu Männer, egal ob schwul oder nicht, haben wollten. Das war aber eher die Ausnahme als die Regel - damals hat der Druck von "außen" den Zusammenhalt eher gefördert. Glücklicherweise habe ich auch heute Kontakt zu Lesben, Transmenschen, Heteros, Schwulen oder non-binären Menschen, denen Labels nicht so wichtig sind und die sich im Klaren sind, dass man z.B. den Rollback am besten übersteht, wenn man zusammen hält.

    Allerdings haben viele mit denen ich spreche, keine Lust auf die Negativität und Aggression im Netz so dass deren Stimmen im virtuellen Raum fehrlen. Ich hoffe, dass einige aufwachen und merken, dass nicht die "Gender-Ideologie" ihr Feind ist, sondern ein allmähliches Verschwinden von Begegnungsräumen z.B. durch horrende Mietpreise. Natürlich ist das nur ein Aspekt von vielen, aber auch deswegen wünsche ich mir Diskussionen über die Veränderungen in der Mehrheitsgesellschaft und der LGBTI-Gemeinde, die wesentlich mehr Einfluss auf das Empfinden in der Community haben als die üblichen Feinbilder wie "pc" oder "Gender". Das sind Kampfbegriffe und Floskeln von denen kaum jemand weiß was sie bedeuten. Gender-Studies beschäftigen sich z.B. auch mit der unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen oder sexualisierter Gewalt und haben nicht das Bestreben "Männern zu verbieten, dass sie männlich sein dürfen..." oder ähnlichen Quatsch.

    Ich hoffe es kommt nicht so rüber, als würde ich deinen Post dazu missbrauchen um meine Ansichten zu verbreiten - aber der Themenkomplex Zusammenhalt vs. Ab- bzw Ausgrenzung in der LGBTI-Gemeinde beschäftigt mich sehr.
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#6 RealitätAnonym
  • 30.04.2019, 18:50h
  • Antwort auf #5 von Berliner_Bärchen
  • Ich weiß nicht woher du diese Worte nimmst, und worauf du sie beziehen möchtest.
    Ich weiß auch nicht, in welcher Blase du lebst, dass du behauptest, es sei dir nicht bewusst, wie sich die Situation in der Gesellschaft verändert/verschlechtert.
    Zumindest wohnt nicht jede/r in Berlin und auch dort ist nicht alles rosarot.

    Übrigens geht es hier auch nicht darum, dass jede/r hinschreiben soll, wer welche Freunde hat und wer eher prädestiniert sei, hier Einschätzungen zu schreiben.
    Jeder schreibt das, was er/sie selbst erlebt, insofern ist es dann auch völlig in Ordnung, was @Ith_ schreibt. Ich habe kein Problem damit, stehen zu lassen, was er geschrieben hat.
    Wenn du dich darüber stellen- und mit deinen Eitelkeiten hofieren musst, bitte, das ist dein Ding.

    Im übrigen stellt es für mich keinen Widerspruch dar, zusammen zu halten und gleichzeitig das Thema Gender ernst genug zu nehmen, ohne da gleich die Alarm-Glocken zu hören. Manche haben allerdings Befindlichkeiten und versuchen andere, in eine bestimmte Richtung zu drängen.

    Ich habe meine eigene Erfahrung und meine Haltung. Ich bin nicht verbiegbar.

    Zusammenhalt ist meiner Ansicht nach erstmal von Respekt geprägt, von Augenhöhe, und ohne einseitige möchte-gern Besserwisserei. Im übrigen auch geprägt von Freiwilligkeit!

    ©BuntesUndSchönes
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#7 Berliner_BärchenAnonym
  • 30.04.2019, 21:38h
  • Antwort auf #6 von Realität
  • "Zusammenhalt ist meiner Ansicht nach erstmal von Respekt geprägt..."

    Das sehe ich genauso. Aber Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. Worte können missverständlich sein aber mir aus den hier geschriebenen Worten Eitelkeit, Manipulation und Besserwisserei zu unterstellen, zeugt nicht von Respekt.

    Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass sich die gesellschaftliche Situation für LGBTI verändert bzw. verschlechtert hat; mich erschreckt das Ausmaß der Veränderung. Manchmal ziehe ich mich in eine Blase zurück um dann wieder mit der Realität klar zu kommen. Ich bin ein Teil der LGBTI Gemeinde und bin in der realen Welt auch Diskriminierungen ausgesetzt.

    ",,,Übrigens geht es hier auch nicht darum, dass jede/r hinschreiben soll, wer welche Freunde hat und wer eher prädestiniert sei, hier Einschätzungen zu schreiben..."

    Ich glaube, dass hier jede/r selbst entscheiden kann was er/sie hier hinschreiben kann oder auch nicht. Es ging mir nicht darum zu entscheiden wer für was prädestiniert ist sondern ich wollte einfach nur ausdrücken, dass es möglich ist, dass Lesben Schwule, Bi- Trans- und Intermenschen sehr wohl in Freundschaft zusammenleben und sich gegenseitig stärken können.
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