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Massenexekution

CNN: Hingerichteter in Saudi-Arabien zu "Geständnis" über Homosexualität gezwungen

Mehrere der am letzten Dienstag wegen angeblicher "Terror-Vergehen" hingerichteten Personen hätten vor Gericht ihre Unschuld beteuert, berichtet der Sender.


Kronprinz Mohammed bin Salman bestimmt das Bild Saudi-Arabiens im In- und Ausland (Bild: DoD photo by Glenn Fawcett / wikipedia)

Der US-Sender CNN hat am Freitag schwere Anschuldigungen gegen Saudi-Arabien erhoben, das am letzten Dienstag in mehreren Städten insgesamt 37 Menschen hingerichtet hatte. Die Männer, die meisten Schiiten, waren der "Bildung terroristischer Gruppen" für schuldig befunden worden.

Einige hätten Sicherheitskräfte ermordet, unter anderem mit Sprengbomben, so das Regime zur größten Massenhinrichtung seit drei Jahren. Menschenrechtsorganisationen und auch CNN berichten hingegen unter anderem von erzwungenen Geständnissen und unfairen Prozessen.

Unter den Enthaupteten und in einem Fall Gekreuzigten waren elf Männer der Spionage für den Iran beschuldigt worden, andere für Gewaltvorfälle rund um Demonstrationen in den Jahren 2011 und 2012. Laut Amnesty International war einer der Beschuldigten zur angeblichen Tatzeit Minderjähriger. Die Menschenrechtsorganisation spricht von "unlauteren Gerichtsverfahren": Die nun Getöteten hätten angegeben, "dass sie während der Verhöre gefoltert oder anderweitig misshandelt worden waren und dass man sie so zu den 'Geständnissen' gezwungen hatte". Die Massenhinrichtung sei ein "Beleg dafür, wie die Todesstrafe als politisches Instrument gegen die Schiiten eingesetzt wird".

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CNN: Aussage über Homosexualität erzwungen

CNN spricht in seinem Bericht gar von drei Männern, die zur Tatzeit minderjährig gewesen seien, und behauptet unter Berufung auf Gerichtsdokumente zu den 2016 durchgeführten Verfahren, dass viele Männer während der Prozesse angegeben hätten, unter Folter zu Geständnissen gezwungen worden zu sein.

In einem gemeinsamen Verfahren gegen 14 Personen wegen der Gründung einer angeblichen Terror-Zelle habe einer der nun hingerichteten Männer etwa in einem schriftlichen, dem Gericht von der Anklage vorgelegten Geständnis zugegeben, Sex mit vier weiteren Beschuldigten gehabt zu haben. "Seine sexuellen Beziehungen waren zweimal in den veröffentlichten Aussagen enthalten, gemischt mit Details über Gewalt gegen die Regierung", so CNN.

Direktlink | Eine Video-Fassung des CNN-Berichts

Der Gerichtsbericht betone, dass der von CNN nicht näher identifizierte Mann ausgesagt habe, dass er "zur Schiiten-Sekte" gehöre und als solcher Hass gegen den Staat und dessen Sicherheitskräfte gehabt habe. Vor Gericht habe der Mann allerdings alle Vorwürfe abgestritten, so CNN, und sein Anwalt angegeben, dass der vernehmende Beamte das Geständnis erfunden habe.

Die Anklage habe mithilfe der Aussagen ein Bild einer Gruppe junger Aktivisten gezeichnet, die in enger Abstimmung untereinander Krawalle koordiniert, Anti-Regierungs-Propaganda organisiert und manchmal sexuelle Beziehungen untereinander gehabt hätten, so CNN. Der Sender geht nicht auf die Frage ein, inwieweit die angegebene Homosexualität eine Rolle bei der Verurteilung des Mannes und weiterer Verdächtiger spielte. In Meldungen zu den Hinrichtungen aus der letzten Woche von der saudischen Regierung sowie von Medien aus dem In- und Ausland wurde Homosexualität nicht als ein Grund erwähnt.

Saudi-Arabien gilt als einer der wenigen Staaten der Erde, der Homosexualität nicht nur im (Scharia-)Gesetz mit der Todesstrafe bedroht, sondern diese auch zumindest in einigen Fällen tatsächlich durchführt. Das Regime behauptet, dass dies nur in Kombination mit schweren Straftaten wie Mord oder Kindesmissbrauch geschehe. In anderen Fällen kam es zu Auspeitschungen oder Gefängnisstrafen für Personen, die der Homosexualität beschuldigt wurden. Mehrfach war es in den letzten Jahren zu anti-homosexuellen Razzien gekommen. (nb)



#1 Sven100Anonym
  • 29.04.2019, 17:43h
  • "Unter den Enthaupteten und in einem Fall Gekreuzigten..."

    Wo bleibt der Aufschrei in den nicht-islamischen Ländern?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 zundermxeAnonym
  • 29.04.2019, 18:55h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Die Frage ist mehr als berechtigt!
    Aber leider auch, und das beziehe ich ausdrücklich auch auf mich selbst, heutzutage sehr naiv.

    Schröder, Merkel und Gabriel werden aber sicher mit Panzer hinfahren um drüber zu reden. Zurück gehts dann mit der Flugbereitschaft der BW um sich für die gesicherten Arbeitsplätze feiern zu lassen.
    Ups, nu haben se dummerweise die Panzer da vergessen...
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#3 seb1983
  • 29.04.2019, 21:10h
  • Antwort auf #2 von zundermxe
  • Saudi Arabien ist ein relativ stabiler Staat.
    Die Bürgerkriege in Irak, Libyen, Sudan, Krawalle in Ägypten, Tunesien usw. usw. usw..... und das sind nur aktuelle Fälle.
    Hunderte bis Hunderttausende Tote (übrigens auch Schwule).

    Es ist zynisch ohne Ende, aber der Ansatz ist offenbar die Diktatur in Riad dem Chaos in den anderen islamischen Ländern vorzuziehen.
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#4 PiakAnonym
  • 30.04.2019, 06:48h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • Mit dem Zynismus kann man leben. Leider ist die Aussage aber auch falsch, weil die Saudis die Ruhe im eigenen Land nicht allein mit der barbarischen Diktatur erkaufen können, sondern indem sie ihre Religiösen damit zufriedenstellen, weltweit andere Länder zu missionieren und destabilisieren.
    Die Gewalt wird nicht unterdrückt, sondern exportiert.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 30.04.2019, 09:38h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • Von einem 'Staat' kann man bei diesem blutigen Mittelalterspektakel nicht reden.

    Die Bezeichnung trifft nur auf Länder wie die türkische Republik oder Tunesien (beide mit säkularer Tradition) und in pervertierter Form auf den Iran (dessen staatliche Tradition Jahrtausende alt ist) zu. Dass es in der Türkei und im Iran nicht mehr so säkular zugeht wie in den 60ern und 70ern, daran hat der naive Westen übrigens seinen Anteil.

    Saudi-Arabien ist das Letzte, was übrigens auch Reisende, die aus religiösen Gründen schon mal da waren, bestätigen können.

    Insofern sind (Waffen-)Geschäfte mit diesem barbarischen Feudalregime ein Verbrechen.

    'Queer Studies', die von saudischen Prinzen bezahlt werden, auch:

    www.youtube.com/watch?v=6a0Dkn3SnWM
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#6 Homonklin44Profil
  • 30.04.2019, 11:12hTauroa Point
  • Interessant ist ja, dass wir so ein Land mit der Kriegsmaschinerie unterstützen, aber das darf man hier nicht zu laut sagen, sonst sind hochpositionierte Impertinenzen eingeschnappt.

    Ansonsten sieht man daran, was da möglich ist, was Religion im Groben nach sich zieht. Religion und ihre Auslegung (Schariagesetze u. A. ) ist ein gewaltiges, gieriges und verlogenes Biest, das die Abgründigkeit im Menschen hervor lockt, und sein Potenzial zum Sadismus aufblühen lässt. Es wird von der jeweils dominanten Sekte bestimmt, wer mit wie viel erfundenem Scheiß behängt wird, bis das Todesurteil in den Kram passt.
    Dabei ist nicht gesagt, dass es ohne Religion die Todesstrafe in S.A. nicht gäbe, aber mit Religion verlangt sie deutlich häufiger nach Blut.
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