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Kommentare zu:
Manifest eines privilegierten Schwulen


#1 StephAnonym
  • 30.04.2019, 08:09h
  • Mir ist jeder Mensch sympathisch, der sich mit den regressiven linken anlegt, ohne dabei zu stark nach rechts zu driften. Dass er dabei Frauenfeindlichkeit und Homophobie nicht thematisiert, ist okay, denn darum geht es in diesem Buch nicht.
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#2 DominikAnonym
  • 30.04.2019, 08:36h
  • Ich finde, es klingt spannend. Ich mag Autoren, die etwas riskieren, anecken und der Gesellschaft bzw. bestimmten Gruppen unverblümt den Spiegel vorhalten. Ich kenne den Autor nur vom Namen her, habe bisher aber noch nichts von ihm gelesen. Die kritische Rezension hat mich jetzt neugierig gemacht, dies bald mal zu ändern. Ein Urteil fälle ich immer erst dann, wenn ich den Text bzw. das komplette Buch selbst auch gelesen habe und kenne, nicht vorher.
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#3 Oh jeAnonym
  • 30.04.2019, 09:45h
  • Oh je, hört sich an wie die gemäßigte altersmilde Form von Milo Yiannopoulos. Muss nicht sein!
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#4 schwulenaktivist
  • 30.04.2019, 09:48h
  • Ich erlebe es immer wieder, dass bürgerliche Schwule "einfach nur provozieren" wollen. Sie wollen nicht ernsthaft Ansichten oder Erfahrungen vermitteln. Das erspare ich mir, sobald ich es merke. ("Meinungen" sind immer schon gefressen!)
    Des weiteren ist "Identitätspolitik" ein Begriff, mit dem zurzeit nach allen Seiten geworfen wird. KeineR definiert ihn verständlich und die wenigsten verstehen ihn. Er ist eine Identitäre wie queer auch: Eine Kapuzenjacke unter die man/frau sich entziehen kann...
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 MonomiloAnonym
  • 30.04.2019, 11:15h
  • Antwort auf #5 von goddamn liberal
  • Dein Desinteresse sei dir gegönnt, aber dann auch akzeptieren wenn Leute n f### auf homorechte geben weil das sie net interessiert....

    Aber du hast recht, in Deutschland sind mir bis jetzt auch weitaus mehr unterpriviligierte "irgendwie hellhäutige" begegnet als privilegierte "irgendwie farbige".... oO

    Zum Buch... Während ich die Unter Null, American Psycho und ganz besonders "Rules of attraction" gefeiert habe af fand ich "glamorama" und "imperiale bedrooms" beide wahnsinnig öde und bemüht.... Irgendjemand des teil schon gelesen?
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#7 HyenadykeProfil
  • 30.04.2019, 12:16hKöln
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Soso, was "riskiert" denn der Autor? Applaus aus der rechten Ecke? Die das Buch wahrscheinlich nicht mal lesen werden, sondern sich in typisch rechter Rosinenpicker-Manier auf selektive, aus dem Kontext gerissene Aussagen stürzen und diese dann als Strohmann in ihrem Kulturkampf benutzen.

    Ach ja, nochmal zur allgemeinen Klarstellung:
    Die Kritik an Alten, Weißen, Privilegierten Männern richtet sich NICHT gegen das Alter, die Hautfarbe oder das Geschlecht. Sie richtet sich gegen die Haltung, dass da sie ja selber nicht von Diskriminierung auf Grund dieser Kriterien betroffen sind, sie von diesen nichts wissen und hören wollen und um Extremfall sogar die Existenz dieser Diskriminierungs-Erfahrungen leugnen. Mit der Begründung, diese Erfahrungen nicht gemacht zu haben - wie denn auch.
    Es geht also um eingeforderte Solidarität und um die Bereitschaft, wenn man(n) schon Nichts zur Überwindung dieser Ungerechtigkeiten beitragen möchte, dann wenigstens nicht im Weg zu stehen.
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 30.04.2019, 12:16h
  • Antwort auf #6 von Monomilo
  • "Dein Desinteresse sei dir gegönnt, aber dann auch akzeptieren wenn Leute n f### auf homorechte geben weil das sie net interessiert...."

    Nö.

    Bürger*innenrecht sind bei mir einfach unteilbar.

    Zumal selbst Menschen mit proletarischem plus Migrationshintergrund hierzulande meist irgendwie hellhäutig sind.

    Genauso wie es die Millionen Arbeitsklav*innen waren, die sich der deutsche Staat hielt. Leider oft wortwörtlich bis zur Vergasung.

    Das ist im Gegensatz zu den USA die hiesige Faktenlage. Und deshalb muss ich mich nicht für jeden dortigen Diskurs brennend interessieren.
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#9 MonomiloAnonym
  • 30.04.2019, 12:30h
  • Antwort auf #8 von goddamn liberal
  • "irgendwie hellhäutig" ist alles was nicht schwarz ist und "irgendwie dunkelhäutig" alles was nicht weiß ist... Dann is es doch erstaunlich dass ich egtl nur dann von der Polizei kontrolliert werde wenn ich mit meinen besten Freund türkischer Herkunft unterwegs bin.... oO

    Imho lassen sich die Strukturen nicht auf Amerika isolieren...
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#10 goddamn liberalAnonym
#11 PiakAnonym
  • 30.04.2019, 14:15h
  • Antwort auf #10 von goddamn liberal
  • ooc: Sklaverei war keine Einbahnstraße, sondern hat auch weiße Europäer erwischt, die in den afrikanisch-arabischen Raum verschleppt wurden. Auch deren Zahl geht in den Millionenbereich. Die Zahl der von den Kolonialstaaten nach Amerika Verschleppten ist zwar ca. 6-7x so hoch, aber es ist auch eine relevante Gruppe, die nicht vergessen werden sollte.
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#12 StephAnonym
  • 30.04.2019, 14:24h
  • Antwort auf #7 von Hyenadyke
  • Der Autor riskiert, von der Presse, die in Amerika genauso eher nach links tendiert wie in Deutschland, zerrissen zu werden.

    "Die Kritik an Alten, Weißen, Privilegierten Männern richtet sich NICHT gegen das Alter, die Hautfarbe oder das Geschlecht. Sie richtet sich gegen die Haltung"

    Spar dir das. Wenn ich eine Haltung kritisiere, brauche ich das Alter, die Sexualität, die Hautfarbe und das Geschlecht der Person dabei nicht erwähnen. Es gibt keine Haltung, die nur von alten, weißen (Hetero-)Männern vertreten wird. Man findet jede dieser Meinungen auch bei Frauen, Jungen, Nicht-Weißen und Schwulen.

    Niemand leugnet, dass es Rassismus und Sexismus gibt. Was von manchen, inklusive mir, geleugnet wird, ist, dass diese Phänomene sich immer nur gegen Frauen oder Minderheiten richten.
    Männer werden genauso oft sexistisch diskriminiert wie Frauen. Weiße werden, wenn sie in der Minderheit sind (zB in manchen amerikanischen Städten) genauso oft rassistisch diskriminiert wie Nicht-Weiße, wenn diese in der Minderheit sind.

    "Es geht also um eingeforderte Solidarität und um die Bereitschaft, wenn man(n) schon Nichts zur Überwindung dieser Ungerechtigkeiten beitragen möchte, dann wenigstens nicht im Weg zu stehen."

    Wenn man von alten, weißen Hetero-Männern fordert, dass sie nicht im Weg stehen im Kampf gegen Diskriminierung von Frauen und Minderheiten, dann dürfen diese eben auch nicht im Weg stehen beim Kampf gegen die Diskriminierung von Männern, Alten oder Weißen.
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#13 MolomiloAnonym
#14 goddamn liberalAnonym
#15 goddamn liberalAnonym
  • 30.04.2019, 15:04h
  • Antwort auf #13 von Molomilo
  • Weiß ich, wie 'weiß' Dein Kumpel ist...

    Ich kann jedenfalls bei den meisten Menschen, denen ich begegne, nicht sagen, ob die z. B. einen türkischen, italienischen oder griechischen Migrationshintergrund haben.

    Und auch vor der Gastarbeitereinwanderung hat man in alten Schwarzweißfilmen, die in der Türkei spielen, die hiesigen Schauspieler*innen, die Türk*innen spielen sollten, nicht als PoC geschminkt.

    www.youtube.com/watch?v=0pS8TRmZ2SU

    Merke: der rechte Rassenquatsch ist eklig. Der linke bringt auch nichts.
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#16 ursus
  • 30.04.2019, 15:50h
  • Antwort auf #3 von Oh je
  • Tja, das ist halt noch so'n Typ, der die popkulturellen Aufmerksamkeitsschalter in Profit umwandelt, die die Alt-Right-Bewegung für ihre reaktionäre bis faschistische politische Propaganda entdeckt hat. In diesem Fall vielleicht eher in einer "Alt-Light"-Version. Den ganzen Kram hat er also nicht mal selbst erfunden.

    Um eine konstruktive Diskussion geht es dabei eigentlich nie, das muss man also auch nicht lesen (und womöglich mitfinanzieren).

    Ernst nehmen muss man es aber leider trotzdem. Nicht, weil da gute Argumente kommen, sondern weil dieses Strategie (auf eine destruktive Weise) leider sehr gut funktioniert.
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#17 ursus
  • 30.04.2019, 15:56h
  • Antwort auf #15 von goddamn liberal
  • "Ich kann jedenfalls bei den meisten Menschen, denen ich begegne, nicht sagen, ob die z. B. einen türkischen, italienischen oder griechischen Migrationshintergrund haben."

    Das kann ja in den meisten Fällen niemand. Aber wenn ein gebräunter Schorsch und ein hellhäutiger Mustafa Bewerbungen verschicken oder eine Wohnung mieten wollen, dann passieren eben doch unterschiedliche Dinge, egal, wie gut beide z.B. Deutsch sprechen oder wo sie aufgewachsen sind.

    Ich finde den Begriff "migrantisiert" eigentlich ganz gut, um diese Diskriminierungsebene zu beschreiben. Er kann verdeutlichen, dass es hier meistens gar nicht um Fakten (wie Hautfarbe oder reale Abstammung) geht, sondern um gedankliche Konstruktionen, die ganz verschiedene Menschen in unterschiedlichen Situationen betreffen können.
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#18 DominikAnonym
  • 30.04.2019, 16:25h
  • Wie gesagt, ich werde mir erst ein Urteil erlauben, wenn ich das Buch gelesen habe. Es kann gut geschrieben oder schlecht geschrieben sein, zum Nachdenken anregen oder einen dazu bringen, es gleich wieder wegzulegen. Das weiß ich aber jetzt noch nicht. Und ihr, die es auch noch nicht kennt, aber schon wieder reflexartig den Empörungsweltmeister geben müsst, solltet euch vielleicht mal was entspannen.
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#19 la_passanteAnonym
#20 not-goodAnonym
  • 30.04.2019, 18:31h
  • Ich finde das nur egoistisch. Er posaunt seine Meinung per Buch in die Welt. Alles klar, mich interessiert es nicht weil nicht differenziert.

    ©BuntesUndSchönes
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#21 RyluriAnonym
#22 HyenadykeProfil
  • 01.05.2019, 11:26hKöln
  • Antwort auf #12 von Steph
  • Ach ja, die ominöse "linke Presse" ... Bild, USA Today, Kronen-Zeitung, alles links?
    Wenn du meinst Spiegel und Zeit wären links, bist Du entweder dem larmoyanten Gejammer der Rechten auf dem Leim gegangen oder Dein Kompass ist deutlich verschobenen.
    Wobei sich die genannten Zeitungen wahrscheinlich auch nicht um das Buch kümmern werden; und wenn, dann werden sie das Buch nicht verreißen, sondern als "wichtigen Beitrag in der Debattenkultur" loben. Ich kenn' doch Martenstein ...
    Und ein verriss (kein "Zerreißen") in einer anderen Zeitung, die eh keiner liest, ist für einen Autor jetzt auch kein wirkliches Risiko.

    Bei "Sie richtet sich gegen die Haltung" hast Du den Teil, der danach kommt mal eben unter den Tisch fallen lassen. Um Dir daraus ein hübsches Strohmännchen zu stricken.
    Wenn Diskriminierung geleugnet oder als "nicht so wichtig" abgetan wird mit der Begründung, sie selber nicht erlebt zu haben, dann ist es sehr wohl von Bedeutung, wer hier Erfahrungen NICHT gemacht hat.
    Danke, das spar' ich mir nicht!
    Auch eigene, vermeintliche Diskriminierungen anzuführen ("Die aber auch") relativiert nur und bedeutet nichts anderes als "Mir doch Egal" und "Ich will mich damit nicht auseinandersetzen".

    Sobald irgendwer Menschen wegen ihren Alters diskriminiert, bin ich die Erste, die das thematisiert und bekämpft.
    Diskriminierung gegen Männer (Beispielsweise bei der Wehrpflicht) lehne ich auch ab.
    Und sobald "Weiße" wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert werden würden, würde ich mich selbstverständlich auch dagegen wenden.
    Außerdem hätte ich gerne ein konkretes Beispiel, wie eigentlich "Diskriminierung von Weißen" in "manchen amerikanischen Städten" aussehen soll.
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#23 not-goodAnonym
  • 01.05.2019, 11:58h
  • Antwort auf #22 von Hyenadyke
  • "wer Erfahrung NICHT gemacht hat."

    Das trifft dann allerdings auf ALLE zu, nicht nur auf Schwule. Du hast nämlich auch noch keine Erfahrung als Schwuler gemacht. Einfach mal so abstempeln und weiterziehen, ist ebenfalls keine konstruktive Kommunikation.
    Sich mit den jeweiligen Personen auseinandersetzen anstatt von außen mal schnell hineinzustürzen, ist eher ein Zeichen von Stärke.

    Ich weiß gut, was mit diesem Buch erreicht werden soll. Bis zu einem gewissen Grad kann ich es nachvollziehen. Und ja, auch Weiße können diskriminiert werden. Ist für dich wahrscheinlich nicht vorstellbar, und dennoch geschieht auch das. Aber dazu muss es selbst erlebt worden sein!
    Und solange du bestimmte Dinge für einen Witz hältst, solltest du mit deinem Urteil vorsichtig sein. Du kennst hier nicht alle persönlich.

    ©BuntesUndSchönes
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#24 not-goodAnonym
#25 HyenadykeProfil
  • 01.05.2019, 12:20hKöln
  • Antwort auf #23 von not-good
  • Ich hatte ja auch diesen Satz mit einen "dann" eingeschränkt.
    Tatsächlich geht es eben darum, sich auch in die Position von anderen hinein versetzen zu können.

    Und ja, OK. Auch Weiße können diskriminiert werden. Doch Diskriminierung von als Schwarz empfundenen Menschen damit zu rechtfertigen oder zumindest als "nicht relevant" abzutun ist dann genau das Gegenteil von Hilfreich, um diese Diskriminierungen (plural!) abzuschaffen.

    Es existieren nun mal historisch und sozial geschaffene Machtstrukturen und Hierarchien, die sich bis Heute in verschiedenen Ungleich-behandlungen und -bewertungen manifestieren. Und manchmal befindet mensch sich darin leider auf der falschen Seite.
    Das ist an sich genommen nicht verwerflich, denn mensch kann ja nichts dafür. Problematisch wird es dann, wenn ich es mir in diesen Strukturen bequem mache und nicht zu ihrer Überwindung beitragen will.
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#26 not-goodAnonym
  • 01.05.2019, 13:48h
  • Antwort auf #25 von Hyenadyke
  • Soweit ich hier lesen konnte, ist die Diskriminierung von PoC nicht in Frage gestellt worden. Wenn es als nicht relevant unter diesem Artikel erwähnt wird, gehe ich davon aus, dass der Autor ein anderes Anliegen hat.

    Es gibt bestimmte Menschen, die das Weiß sein grundsätzlich als privilegiert betrachten und das halte ich für falsch, weil das so nicht immer stimmt. Es gibt genug Beispiele, wo PoC automatisch als gleichwertig angesehen werden, weil: zum Beispiel die Qualifikation entsprechend vorhanden ist.
    Oder andere Beispiele, wo sofort unterstellt wird, dass Weiße automatisch ein falsches Verständnis für ihr Privileg hätten - das trifft auch nicht auf alle zu.
    Genauso auch, wenn jemand als ganz teuflisch betitelt wird und dann keine Chance erhält, sich zu äußern. Auch das ist nicht immer so wie es von außen erscheint.

    Wenn wirklich Verständnis und sich in jemanden hineinversetzen können entwickelt werden soll, dann muss man jedem zugestehen, sich äußern zu können. Dann muss erlaubt sein, dass man antworten kann. Dann muss erlaubt sein, zu kritisieren, und dann muss jeder bereit dazu sein, Lernfähigkeit zu zeigen.
    Wenn das nur ein Teil umsetzt, bringt es logischerweise nichts.

    Sich in jemanden hineinversetzen können, geht nur, wenn dieser Person zuerst gestattet wird, zu reden, zu erklären, anstatt dieser Person "den Mund" zu verbieten.
    Und gleichzeitig müssen dann auch Unterstellungen aufhören. Da müssen dann Fragen gestellt werden, oder muss nachgefragt werden, wenn was nicht verstanden wurde. Andernfalls kann man sich nicht in jemanden hineinversetzen.

    Rebellion kann gut sein, aber diese Rebellion muss gut durchdacht sein. Gegen wen oder gegen was soll diese Rebellion sein? Mit welcher Begründung? Vor allem der Grund ist entscheidend. Es gibt nämlich auch Kinder, die rebellieren, weil sie Zähne putzen müssen oder weil sie in ihr Bett gebracht werden.
    Manche Rebellion kann kindisch sein, wenn die Begründung letztendlich keine Begründung ist, sondern nur Egoismus.
    Dagegen kann Rebellion ganz wichtig sein, wenn zum Beispiel Homosexuelle in Russland rebellieren, oder wenn man in seiner Weltanschauung plötzlich degradiert wird, obwohl diese Weltanschauung legitim ist und sogar nützlich.
    Wenn die Begründung nur Sturheit ist, kommt die Rebellion lächerlich rüber.
    Wenn aber für Menschenrechte rebelliert wird, kann das positiv für die Gesellschaft sein.
    Sich etwas zu widersetzen ist dann gut, wenn es etwas anderem dienlich ist. Es muss FÜR etwas sein, nicht gegen etwas.

    Und ich halte es für ganz falsch, jemanden einfach abzustempeln und es als Ironie zu betrachten. So macht man sich weder Freunde noch Unterstützer.
    Es gibt Menschen, die tatsächlich schlimme Erfahrungen gemacht haben, die tatsächlich "evil" erlebt haben. Das sind garantiert nicht diejenigen, die plötzlich selbst "böse" sind.

    Ich habe es selbst mal erlebt, dass ich als Weiße stigmatisiert wurde. Oder auch mal als Deutsche. Ich habe Gewalt erlebt von einer Person, bei der ich dachte, dass es niemals geschehen würde. Ich habe erlebt wie man vor Gericht als Frau stigmatisiert und bloßgestellt wird, obwohl man sozusagen "Opfer" war und unschuldig. Ich habe erlebt wie "silencen" umgesetzt wurde in einer Situation, die danach ruft, geklärt zu werden. Ich weiß, was es bedeutet, wenn der Spieß herum gedreht wird und man plötzlich als "Täter" dargestellt wird. Ich weiß was Rufschädigung bedeutet - und das ohne Grund. Ich weiß, was es bedeutet, wenn man selbst auf andere angewiesen ist, weil sonst nichts mehr geht. Ich weiß, was es bedeutet, Existenzängste zu haben. Ich weiß, wie es ist, wenn man Jahre lang mit Almosen zurecht kommen muss. Ich weiß wie es sich anfühlt, mit blau geschlagenem Gesicht am ersten Arbeitstag anzutreten.
    Und nein, ich bin nicht pessimistisch und auch nicht negativ eingestellt - ich schreibe nur, was man so im Laufe des Lebens erleben kann, unter anderem.

    Ich sehe aber auch das positive und das scheint mich von einigen zu unterscheiden:
    Ich bin zwar mal von einem Mann sch.... behandelt worden, aber ich wurde direkt danach von einem Mann "aufgefangen" und umsorgt. Ich wurde zwar mal als Weiße stigmatisiert, aber bald darauf von einer PoC gleichberechtigt behandelt. Ich wurde zwar mal von einem Richter als Frau stigmatisiert und bloßgestellt, aber gleichzeitig von einem Anwalt würdevoll behandelt. Ich wurde zwar mal gesilenced, aber Jahre später durch eine Sendung zufällig unschuldig gesprochen (das Thema wurde besprochen und die Personen, die mit mir die Sendung schauten, wurden eines besseren belehrt). Zwar wurde ich mal als "Täter" betitelt, aber kurz danach trat die Wahrheit ins Licht. Zwar wurde mal mein Ruf geschädigt, aber kurz danach lernte ich Personen kennen, die wissen, was Menschlichkeit bedeutet. Ich bin zwar mal am Existensnotstand gewesen, aber das hat mich sehr stark gemacht und bin nun krisenerfahren. Zwar hatte ich mal ein blau geschlagenes Gesicht, aber ich erlebte wie Menschen liebevoll mit mir umgingen und wie wichtig es ist, nicht zu schweigen. Zwar wurde ich mal als Deutsche stigmatisiert, aber ich sorgte dafür, dass die Ehrlichkeit auf den Tisch kommt (fand zufällig ein passendes Thema für einen Aufsatz an einem College).

    Und so sehe ich es auch hier im Artikel mit dem Buch. Zu einem gewissen Grad kann ich es nachvollziehen, aber es gibt immer zwei Seiten der Medaille. Wenn eine Seite angesprochen wird, dann muss auch die zweite Seite Gehör finden.
    Deshalb sprach ich von Differenzierung.
    Dass es im Buch auch um Männlichkeit geht, stört mich nicht - ist doch völlig in Ordnung.
    Und Rebellion kann durchaus sinnvoll sein.
    Die Frage lautet nur: mit welcher Begründung soll diese Rebellion erfolgen? Was steckt hinter dieser Rebellion?
    Geht es da um etwas, was nicht verbessert werden kann, oder geht es da nur um Egoismus und Sturheit? Kann man sich weiterentwickeln oder sollen manche ausgegrenzt bleiben damit es einige selbst schön im Leben haben? Was ist dienlich für alle, und wo beginnen schädliche Schranken?

    Einfach mal Fragen zum Nachdenken.

    ©BuntesUndSchönes
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#27 TheDadProfil
  • 01.05.2019, 17:03hHannover
  • Antwort auf #25 von Hyenadyke
  • ""Und ja, OK. Auch Weiße können diskriminiert werden. Doch Diskriminierung von als Schwarz empfundenen Menschen damit zu rechtfertigen oder zumindest als "nicht relevant" abzutun ist dann genau das Gegenteil von Hilfreich, um diese Diskriminierungen (plural!) abzuschaffen.""..

    Ist hier das Reziproke mit-gedacht ?
    Ist es dann erlaubt tatsächliche oder auch nur die Möglichkeit der Diskriminierung von "weißen" zu ignorieren, und fernab jeglicher Realität als "unmöglich" zu beschreiben ?
    Und folgt diese Beschreibung dann nicht auch der Ignoranz, das zumindest Teile der geführten Diskussion "PoC against White" schon m Ansatz erkennen lassen, das es sich hier auch um eine Diskussion handelt, in der Funktionen der "Rassen-Diskriminierung" der PoC durch die "weißen alten männer" einfach umgedreht Anwendung finden sollen ?

    Man beendet eine Unterdrückung, eine Diskriminierung, eine Entrechtung nicht damit, das man die Macht übernimmt, und nun seinerseits die gleichen Instrumente nutzt, die zuvor gegen einen selbst Anwendung fanden..

    Das haben die Südafrikaner in ihrer Beendigung der Apartheid wenigstens versucht zu beachten, und einer "Wahrheits- und Versöhnungskommission" gegründet, die zwar an vielen Stellen immer noch immer wieder auch zu scheitern droht, aber wenigstens vorhanden ist und war, während die US-Amerikaner sich einer solchen Aufarbeitung ihres Rassismus bis Heute aktiv verweigern..

    de.wikipedia.org/wiki/Wahrheits-_und_Vers%C3%B6hnungskommiss
    ion


    Ich denke das ist mit ein Grund dafür wieso diese Diskussion "PoC against White" auch exakt so geführt wird, wie sie geführt wird :
    Polarisierend und auch gewalttätig..
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#28 goddamn liberalAnonym
  • 01.05.2019, 18:09h
  • Antwort auf #17 von ursus
  • "Ich finde den Begriff "migrantisiert" eigentlich ganz gut, um diese Diskriminierungsebene zu beschreiben."

    Ja, der ist gut.

    Spannenderweise kann man aufgrund der biographischen Faktenlage auch viele AfD-Politiker 'migrantisieren'.

    Das ist in Bezug auf Einwanderung aus dem Nahen Osten nicht besonders heikel für die AfD.

    Wird aber brenzlig für die AfDler, wenn der alte Gauland allen Ernstes Stolz auf die Leistungen deutscher Soldaten in den Weltkriegen verlangt.

    Damit sind ja dann auch millionenfache Gemetzel in Osteuropa gemeint, also der Herkunftsregion mancher AfDler.
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#29 ursus
  • 01.05.2019, 18:49h
  • Antwort auf #28 von goddamn liberal
  • "Spannenderweise kann man aufgrund der biographischen Faktenlage auch viele AfD-Politiker 'migrantisieren'."

    Das Spannende an der Migrantisierung ist, dass das mit "Kowalski" einfach nicht so gut flutscht wie mit "Özdemir", auch wenn die Faktenlage ähnlich ist. Um Fakten geht es hier eben leider eher nicht. Herr Sarrazin lässt grüßen.
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#30 berliner_bärchenAnonym
  • 02.05.2019, 15:30h
  • Antwort auf #16 von ursus
  • "...Tja, das ist halt noch so'n Typ, der die popkulturellen Aufmerksamkeitsschalter in Profit umwandelt..."

    Danke, das ist schön auf den Punkt gebracht.

    Ich habe das Buch nicht gelesen aber American Psycho. Deswegen gehe ich davon aus, dass Ellis intelligent genug ist und genug Erfahrungen in der Medienindustrie hat, um die Reaktion auf seine Worte sehr genau zu kalkulieren - auch wenn die Provokation nur einen Bruchteil seines sonst recht unterhaltsamen Werkes ausmacht.

    Aber auch wenn das Buch über weite Teile gut geschrieben und kurzweilig sein sollte, gilt auch für mich:
    Zitat: "...Um eine konstruktive Diskussion geht es dabei eigentlich nie, das muss man also auch nicht lesen (und womöglich mitfinanzieren)..."

    Klappern gehört zum Geschäft - verwerflich wird es nur dann, wenn es auf Kosten Dritter geht,
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »

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