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Vorfall in Fünftliga-Spiel

Sächsisches Sportgericht: Homophobie ist "fußballtypisch"

Ein Amateurspieler wird von seinem Gegner homophob beschimpft. Doch das sächsische Sportgericht findet daran nichts Verwerfliches.


Zwar geht der deutsche Fußball immer mehr gegen Rassismus vor, Homophobie wird aber immer noch geduldet

Der Sächsische Fußballverband hält Homosexuellenhass im Amateursport für "fußballtypisch" und wies damit die Beschwerde des Fünftliga-Vereins Roter Stern Leipzig ab. Das berichtete am Dienstag "Belltower.News", ein Watchblog der Amadeu Antonio Stiftung.

Dem Bericht zufolge sei es letztes Jahr am 8. Dezember zu einem homophoben Zwischenfall während des Auswärtsspiels beim SV Naunhof gekommen. RSL-Mittelfeldspieler Konstantin Simon habe den Naunhofer Erol Gugna eng gedeckt, woraufhin dieser gefragt habe, ob Simon schwul sei. Daraufhin habe Gugna seinen Gegenspieler laut der Darstellung der Leipziger als "Schwuchtel" und "Arschficker" beschimpft.

Für den SV Naunhof war Leipzig selbst schuld an dieser Verbalattacke: Der Verein erklärte in einer Stellungnahme, dass Gugna durch den engen Körperkontakt durch Simon "provoziert" worden sei. Für den Leipziger Club war diese Begründung jedoch nicht nachvollziehbar, da intensiver Körperkontakt und auch Berührung elementarer Bestandteil des Spiels sei. Daher halte man es für unverständlich, dass einem Spieler deswegen abwertend Homosexualität unterstellt werde.

Das Sportgericht folgte allerdings der Argumentation der Naunhofer. Sowohl die enge Manndeckung Simons, als auch die Frage Gugnas nach der Homosexualität seines Gegenspielers seien "gerade noch als fußballtypisch anzusehen", hieß es laut "Belltower.News" in der Erklärung. Das Verfahren sei deshalb eingestellt worden. "Eine homophobe Äußerung auf dem Fußballplatz wird damit also als nicht relevant genug zum Abmahnen eingestuft. Das ist fatal", befand das Portal.

Fußball-Funktionäre sehen Homophobie als Kavaliersdelikt an

Weiter kritisierte der Blog der Amadeu Antonio Stiftung die "Hierarchisierung von Diskriminierungsformen". Zwar werde Rassenhass scharf bestraft, bei Homosexuellenhass drückten die Fußballfunktionäre aber alle Augen zu.

Der Vorfall erinnere an einen Skandal aus dem Jahr 2007 in der Fußball-Bundesliga: Damals hatte der damalige Dortmunder Torwart Roman Weidenfeller während eines Spiels des schwarzen Schalker Gerald Asamoah als "schwarzes Schwein" beleidigt. Der Deutsche Fußball-Bund sperrte den Torwart daraufhin für sechs Wochen.

Um dem Rassismus-Vorwurf und möglichem Punktabzug zu entgehen, behaupteten Weidenfeller und sein Verein, der Torhüter habe Asamoah "nur" als "schwules Schwein" bezeichnet. Der DFB reduzierte seine Strafe daraufhin auf drei Spiele Sperre (queer.de berichtete).

Dass das Problem weiter besteht, zeigt ein Vorfall vom Wochenende, als der BVB erneut im Spiel gegen Schalke durch Homophobie auffiel: BVB-Fans hatten die Gegner auf einem großen Transparent als "Schwuchteln" beschimpft (queer.de berichtete). (dk)



#1 FalschAnonym
  • 30.04.2019, 14:24h
  • Guten Tag sächsisches Sportgericht,

    Nein, Homophobie ist im Fußball schon so lange präsent, dass es den Heteros als normal vorkommt. Umso dramatischer ist es, dass nichts dagegen getan wird!

    Und nein, Homophobie ist nicht Fußball-typisch, sondern typisch für Leute, die nicht über ihren Tellerrand schauen.
    Homophobie als Fußball-Tradition zu verkaufen, ist so Boy de la Tours wie le Pen(!)

    Diese Verharmlosung und Verteidigung halte ich für gefährlich.

    Bourgeoisie de la Terriblement.

    ©BuntesUndSchönes
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#2 MonomiloAnonym
  • 30.04.2019, 14:28h
  • Was... Also....

    Man ey, Sachsen machts einen aber auch echt net leicht....

    Aber ok... Der böse Euro macht Sachsen kaputt, die bösen Flüchtlinge machen Sachsen kaputt, die Merkel macht Sachsen kaputt, homosexuelle machen Sachsen kaputt, punk macht Sachsen kaputt.....

    Is schon n hartes leben ey..
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#3 Patrick SAnonym
  • 30.04.2019, 15:11h
  • Das macht einen ja fassunglos beim Lesen. Da weiß ich nicht mal was Intelligentes zu schreiben. Unglaublich
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#4 YuilAnonym
  • 30.04.2019, 16:03h
  • Zeigt Welches Geisteskind das Sächsisches Sportgericht ist...

    Mehr fällt dazu gar net mehr ein ....
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#5 TomDarkProfil
  • 30.04.2019, 17:30hHamburg
  • Die Reaktion von diesem Erol Gugna war in jeder Hinsicht schlichtweg unmöglich!

    Schon allein aufgrund der Beschimpfungen hätte es interne Konsequenzen geben müssen!

    Merkwürdigerweise scheint das sächsische Sportgericht noch nicht von der AfD unterwandert worden zu sein, denn sonst hätte es dem deutschen Spieler Recht gegeben und nicht Erol Gugna, der aus Mazedonien stammt.
    *Ironieoff* =)

    Als ich den Artikel gelesen habe, wurde mir jedenfalls wieder klar, warum ich diesen Sport überhaupt nicht mag.
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#6 Ralph
  • 30.04.2019, 18:17h
  • Welch bahnbrechende Erkenntnis: Enger Körperkontakt zwischen den Spielern ist nicht fußballtypisch, homofeindliches Geschwätz aber sehr wohl. Rassistische Parolen sind doch auch fußballtypisch. Wie denkt das Sportgericht darüber? - Aber ja... Sachsen halt, das Heimatland der Nazis.
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#7 easykeyProfil
#8 thorium222Profil
  • 30.04.2019, 21:23hMr
  • Immerhin wird auch festgestellt, dass die enge Manndeckung fußballtypisch ist. Schon sehr schwül der Sport, kein Wunder, dass da Klemmschwestern überkompensieren müssen.
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#9 Alexander_FAnonym
  • 01.05.2019, 00:25h
  • Erinnert mich irgendwie an diese These, Homophobie im Fußball sei "Folklore".

    Hüben wie drüben fühlt man sich ohne geifernden Homohass wohl immer um die Hälfte des Vergnügens gebracht.

    Was kommt als Nächstes? Steinigungen sind "islamtypisch"? Rassismus ist "sachsentypisch"? Sexuelle Belästigung ist "männertypisch"? Eine sehr gefährliche Logik, der man da folgt.
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#10 ElfolfProfil
  • 01.05.2019, 05:59hHamburg
  • Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Erwartet hier ernsthaft jemand von einem aktiven Fußballspieler sowas wie Empathie? Wenn der Beschimpfte auf die Frage: Bist du schwul oder was? Mit ja geantwortet hätte, hätte das beim Pöbler eine Gedankenkaskade ausgelöst, die ihn völlig aus dem Konzept gebracht hätte. Wenn Fußballer über Sex reden, dann sprechen sie wie ein Blinder über Farbe. Die kommen über pubertäre Prahlerei nicht hinaus. Die Funktionäre am Sportgericht entstammen ja dem gleichen Nichtkulturkreis. Was will man da erwarten? Ich habe mich schon lange damit abgefunden, dass ich ein gewisses Maß an Toleranz aufbringen muss, für Menschen, die nicht in der Lage sind, sich mit Gefühlen allgemein auseinanderzusetze. Auch in einem Mannschaftssport gibt es Rangkämpfe und dazu wird alles eingesetzt, den Gegner zu diffamieren. Wir Schwulen sind da auch nicht besser, nur subtiler. Wir beherrschen einfach die besseren Techniken, um andere in ihre Schranken zu weisen. Ich sehe mich durch diesen Bericht in keiner Weise als Opfer. Ich lebe seit Jahrzehnten offen schwul und ich weiß, dass das im Alltag in der zwischenmenschlichen Kommunikation kein Thema ist.
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