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Evangelikaler Hetzer
Niederlande verweigern homofeindlichem US-Pastor die Einreise
Holocaust-Leugner Steven Anderson wiederholte gegenüber dem niederländischen Fernsehen, dass Homosexuelle hingerichtet werden sollten.

Aufgrund der niederländischen Initiative darf Pastor Steven Anderson zurzeit nicht in die 26 europäischen Staaten einreisen, die den Schengen-Raum umfassen
- 1. Mai 2019, 14:44h 3 Min.
Die Niederlande verweigern dem homofeindlichen US-Pastor Steven Anderson die Einreise. Der Geistliche dürfe am 23. Mai nicht nach Amsterdam kommen, um eine Predigt zu halten, teilte der niederländische Justizstaatssekretär Mark Harbers in einem Brief an das niederländische Parlament am Mittwoch mit. Der evangelikale US-Pastor leugnet den Holocaust und hat mehrfach mit menschenverachtenden Äußerungen für Empörung gesorgt.
Er habe Maßnahmen ergriffen, um Andersons Einreise in den Schengen-Raum zu verhindern, erklärte Harbers. "In den Niederlanden ist Raum für eine große Vielfalt an Sichtweisen, Meinungen, Wertesystemen und Lebensstilen." Aber Freiheit sei keine "Lizenz für extrem intolerantes Verhalten". Daher habe man Maßnahmen gegen die Einreise des "extremistischen Predigers" getroffen.
Die niederländische Homo-Organisation COC freute sich über den Entschluss. Sie hatte in der letzten Woche in einen Schreiben an das Parlament und an die Regierung einen Einreisestopp gefordert. Viele Abgeordnete hatten sich auf die Seite des Verbandes gestellt.
Prediger freute sich über "Pulse"-Anschlag
Anderson predigt in seiner "Faithful Word Baptist Church" in Arizona eine wörtliche Auslegung der Bibel und gehört zu den LGBT-feindlichsten Pfarrern der USA. So lehrt seine Kirche, dass Homosexuelle Sünder seien, die mit dem Tod bestraft werden müssten. Mit öffentlichkeitswirksamen Statements sorgt er immer wieder für Empörung. Als etwa 49 Besucher des LGBT-Clubs "Pulse" in Orlando bei einem Terroranschlag erschossen wurden, feierte Anderson die Tat mit den Worten: "Die gute Nachricht ist: Es gibt 50 weniger Pädophile in dieser Welt, denn – Sie wissen ja – diese Homosexuellen sind eine Bande von widerlichen Perversen und Pädophilen."
Für weltweite Empörung sorgte Anderson 2009, als er für den Tod von Präsident Barack Obama betete. Er wurde außerdem wegen antisemitischer Äußerungen scharf kritisiert. So zweifelte er den Holocaust an und warnte Juden, sie würden den "wahren Holocaust" erleben, wenn sie nicht zum Christentum konvertierten.
/ COCNederland | Für Menschen, die zu Hass anstiften, müsse die Tür geschlossen bleiben, kommentierte der Verband COCOns pleidooi heeft resultaat opgeleverd: de Amerikaanse haatprediker Steven Anderson komt Nederland niet in. Een verstandig en goed besluit van staatssecretaris Harbers. Voor mensen die aanzetten tot haat moet de poort gesloten blijven!https://t.co/9CqBnwOQaB
COC Nederland (@COCNederland) May 1, 2019
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Anderson sagte dem niederländischen Rundfunksender NOS, er komme nicht nach Amsterdam, um über Homosexualität zu predigen. Er halte 156 Predigten pro Jahr, aber die Medien berichteten nur über dieses Thema. Zugleich erklärte er: "Ich glaube, Homosexuelle sollten hingerichtet werden. So steht es in der Bibel."
In den letzten Jahren hatten bereits unter anderem Großbritannien, Kanada, Südafrika, Jamaika und selbst Botswana, das Homosexualität unter Strafe stellt, Anderson die Einreise verweigert (queer.de berichtete). Laut dem niederländischen Fernsehen wurden seit 2015 insgesamt 15 Menschen wegen schwerer Hetze nicht ins Land gelassen – alle nach Absprache mit anderen europäischen Ländern über eine Schengen-Lösung. Diese war auch bei Anderson nötig, da der Amerikaner kein Visum zur Einreise benötigt. Details zu der Schengen-Regelung nannte Justizstaatssekretär Harbers nicht. (nb/afp)















Er würde daraufhin in mehrere Polit-Talkshows des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens eingeladen, in denen es heute ja nur noch darum geht, "Meinungen" gegenüberzustellen, egal, ob einige davon sich fundamental gegen Menschenrechte richten oder nicht - denn jede "Meinung" sei immerhin gleichwertig zu betrachten. Als Fazit käme dann maximal heraus, dass seine Ansichten "umstritten" seien, und dass man das ja nun so oder so sehen könne.
Fähigkeit und Wille sowohl deutscher Politiker_innen als auch deutscher Journalist_innen, eindeutig ethisch Stellung zu beziehen und sich klar und massiv gegen fundamental menschenverachtende Positionen zu stellen, sind heute schließlich kaum noch vorhanden und schon gar nicht mehr gefragt.
Also geht mein Dank in Richtung Niederlande - hartelijk bedankt für das Rückgrat, das man wegen deutschlandweit grassierender manifester Knochenerweichung hier bisweilen kaum noch antrifft.