Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?33498

"Usain Bolt muss ja auch nicht Beine schrumpfen"

Balian Buschbaum: CAS-Urteil zu Caster Semenya "ohne Empathie"

Der transsexuelle Ex-Stabhochspringer kritisiert das Urteil des Sportgerichtshofs gegen die intersexuelle Südafrikanerin Caster Semenya.


Balian Buschbaum gewann mehrfach die deutsche Meisterschaft im Stabhochsprung und outete sich 2007 als Transmann (Bild: Screenshot NDR)

Balian Buschbaum, der als Yvonne Buschbaum vor seiner Geschlechtsanpassung mehrfach deutscher Stabhochsprungmeister bei den Frauen war, hat das Urteil im Fall Caster Semenya kritisiert. "Schade, dass Caster Semenyas Anliegen von jemand be- und verurteilt wurde, der nie in ihren Schuhen gelaufen ist. Schade, dass Gerichte über Verstand und nicht mit Empathie entscheiden", sagte der 38-Jährige der Deutschen Presse-Agentur und fügte hinzu: "Mich würde wirklich interessieren, was Usain Bolt sagen würde, wenn man ihm Hormone gäbe, damit seine Beine schrumpfen. Nichts anderes verlangt man von Semenya."

Auch die Gegner von Michael Phelps, der jahrelang den Schwimmsport dominierte, hätten vielleicht gewünscht, "dass er sich die Spannweite seiner Arme kürzen ließe. Fakt ist, dass Caster Semenya mit einem natürlich erhöhten Testosteronspiegel auf die Welt gekommen ist", so Buschbaum. Im Sport sollte man sich die Frage stellen, "wie wir mit Vorteilen, die bei langer Suche jeder Sportler aufweisen wird, umgehen werden."

In einem mit Spannung erwarteten Urteil hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS am Mittwoch im Streit um Testosteron-Grenzwerte für Frauen den Einspruch der südafrikanischen 800-Meter-Olympiasiegerin von 2012 und 2016 abgelehnt (queer.de berichtete). Damit ist eine Regel des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF rechtens, mit der Testosteron-Limits für Mittelstreckenläuferinnen mit intersexuellen Anlagen festgesetzt werden. Semenya kann allerdings noch binnen 30 Tagen gegen das Urteil beim Schweizer Bundesgericht einlegen. Auch die Anrufung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg steht der 28-Jährigen offen.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

"Es gibt nicht nur Männer und Frauen"

"Wir wissen wissenschaftlich schon sehr, sehr lange, dass es eben nicht nur Männer und Frauen gibt, sondern viele Nuancen dazwischen. Wenn ich mir den Verlauf von Caster Semenyas Geschichte genau ansehe, hat sie mein Mitgefühl für alles, was sie schon durchmachen musste – nur auf Grund der Tatsache, dass die Gesellschaft noch nicht so weit ist", sagte Buschbaum. "Ich bin davon überzeugt, wäre sie 100 Jahre später geboren, wären viele Diskussionen und Anordnungen undenkbar."

Der gebürtige Ulmer errang jeweils zwei deutsche Meistertitel in der Halle und im Freien, wurde bei Olympia 2000 in Sydney Sechster und gewann 1998 sowie 2002 EM-Bronze. Vor rund zwölf Jahren schrieb Buschbaum bundesweit Schlagzeilen, als er bekannt gab, sich einer Geschlechtsanpassung zu unterziehen (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 myysteryAnonym
  • 02.05.2019, 11:25h
  • Streng genommen ist jeder schwarzer Sportler bei solchen Leichtathletikdisziplinen "genetisch im Vorteil". Insofern ist das Urteil schon fragwürdig.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 NuckAnonym
  • 02.05.2019, 11:30h
  • es gäbe noch die Möglichkeit alle Intersexuellen gegeneinander antreten zu lassen ebenso alle großhändigen, langbeinigen und was die Natur noch so alles an Bevorteilungen hervorbringt.

    Wenn die Veranstalter andere von der Natur bevorteilt ausgestatteten Teilnehmer ohne Einschränkung (verkürzung der Beine, transplantieren anderer Hände...) zulassen müssen sie auch naturgegebene Hormonspiegel zulassen!!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 TheDadProfil
#4 Simon HAnonym
  • 02.05.2019, 14:54h
  • Da kann ich mich nur anschließen:

    ein Leichtathlet mit besonders langen Beinen oder ein besonders großer Basketballer wird deswegen ja auch nicht benachteiligt, weil er körperliche Vorteile hat.

    Im Gegenteil:
    im Basketball werden explizit besonders große Menschen gesucht und gefördert.

    Aber für LGBTI gelten mal wieder Sonderregeln.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 AllieAnonym
  • 02.05.2019, 16:36h
  • Wenn die Sportkonzerne mal mit dem selben Enthusiasmus gegen Doping vorgehen würde...
    Auch mal wieder bezeichnend für unsere misogyne Gesellschaft, dass eine Frau herausgepickt wird weil sie überdurchschnittliche Leistungen erbringt. Frei nach dem Motto "da muss ja irgendwas nicht stimmen!"

    So ziemlich alle Leistungssportler*innen haben körperliche Vorteile gegenüber durchschnittlich (sportlich) begabten Menschen, genau wie viele Künstler*innen, Wissenschaftler*innen (usw.) auch eine besondere Begabung für ihren Beruf haben. Das sind normale Varietäten der Natur. Dopende Sportler*innen verschaffen sich diese Vorteile auf unfaire Art und Weise!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Gerlinde24Ehemaliges Profil
  • 02.05.2019, 18:19h
  • Dieses "Sportgericht" sieht oft genug weg, vor allem, wenn es um viel Geld geht. Dieses Urteil ist nur ein weiterer Nagel auf dem Sarg der CAS.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil