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Nigel Shelby

Nach Suizid: 15-jähriger Schwuler in Regenbogensarg beerdigt

Bewegende Szenen in Alabama: Nach seinem Selbstmord wurde ein schwuler Teenager beigesetzt.


Der Sarg von Nigel Shelby, der sich am 19. April das Leben genommen hatte (Bild: Twitter / philip lewis)

Nigel Shelby ist am Samstag in seiner Heimatstadt Huntsville im US-Bundesstaat Alabama in einem Regenbogensarg beigesetzt worden. Auf dem individuell lackierten Sarg war neben der Regenbogenfahne auch der Name und Fotos des Jungen sowie Schmetterlinge abgebildet. Bei der Beerdigung erschienen mehrere Freunde und Verwandte ebenfalls in Regenbogen-Outfit, um öffentlich ein Zeichen gegen Homophobie und Mobbing zu setzen.

Der offen schwule 15-jährige Schüler hatte sich am 18. April das Leben genommen, offenbar weil er in seiner Highschool wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt worden war (queer.de berichtete).

"Ich will nicht, dass er nur als Kind in Erinnerung bleibt, das schwul war und sein eigenes Leben genommen hat", erklärte seine Mutter, Camika Shelby, im Lokalsender WAFF. "Er war so viel mehr. Er war ein Sonnenschein. Es war wunderbar, in seiner Nähe zu sein. Es bricht mir das Herz, weil er so viel mehr Liebe hätte geben können."


Nigel Shelby nahm sich am Gründonnerstag das Leben (Bild: Rocket City Pride)

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Shelby wollte LGBTI-Aktivist werden

In seinem Nachruf heißt es, dass Colby geträumt hatte, ein Schauspieler, Tänzer, Rapper oder Entertainer zu werden. "Aber am meisten wollte er ein Aktivist für die LGBTQ-Community werden", so der Text weiter. "Nigel liebte es zu schreiben, er liebte Turnen und machte gerne Selfies. Er war ein Fan von Beyoncé und ein leidenschaftlicher Anhänger von Ariana Grande."

Der Selbstmord des Teenagers hatte amerikaweit Bestürzung ausgelöst. Eine GoFundMe-Seite wurde kurz nach seinem Tod errichtet und hat seither rund 40.000 Dollar (35.000 Euro) an Spenden für die Beerdigung eingebracht. Insgesamt 1.000 Menschen spendeten an die Shelby-Familie, darunter auch Promis wie die lesbische Komikerin Lena Waithe und die queere Musikerin Janelle Monáe. Auch die Schauspielerin Gabrielle Union ("Breaking In") und ihr Ehemann, der Ex-Basketballspieler Dwyane Wade, gehörten zu den Spendern. (dk)

Hilfsangebote

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben. Eine generelle Notfall-Seelsorge für Jugendliche mit Suizidgedanken ist unter den kostenlosen Nummern 116 111 oder 0800 111 0 333 zu erreichen.


#1 Homonklin44Profil
  • 02.05.2019, 13:19hTauroa Point
  • Man kann nur hoffen, dass es da auch dazu kommt, dass über Vielfalt schon an den Schulen und in den Gemeinden mehr gesprochen und dazu erklärt wird. Damit Kinder an sich schon im Bewusstsein aufwachsen, dass Vielfalt der natürliche Standart des Menschen ist, und wir einander gerade in all unseren unterschiedlichen Eigenschaften ebebnwertig sind.

    R.i.P. young Angel
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#2 Alexander_FAnonym
  • 02.05.2019, 13:21h
  • Es ist wirklich unfassbar, dass ein junger Mensch in der westlichen Welt so in den Selbstmord getrieben wird. Es ist wohl ein schwacher Trost für ihn und seine Familie, dass sein Tod so viel Aufmerksamkeit erregt, aber vielleicht kann das verhindern, dass sich sein Schicksal wiederholt.

    Lest we forget.
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#3 TomDarkProfil
  • 02.05.2019, 13:27hHamburg
  • Auch mir bricht es das Herz, wenn ich Nigel auf dem Bild sehe und seine Beschreibung im Text lese.

    Es tut weh, dass ausgerechnet so ein wertvoller Mensch ein Opfer dieser besch... Gesellschaft werden musste.

    Ich wünschte, er hätte sich jemanden geöffnet, der in der Lage gewesen wäre, ihm zu helfen.

    Aber vielleicht war er auch einfach zu edel und hatte genug von dieser Welt.

    RIP Nigel
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#4 Simon HAnonym
  • 02.05.2019, 14:34h
  • Auch der tollste Sarg mit dem besten Statement kann nicht trösten, dass ein Mensch viel zu früh und völlig unnötig von uns gegangen ist.

    Solange es noch Menschen gibt, die sich wegen Liebe das Leben nehmen (oder auch nur darüber nachdenken) oder die deswegen gemobbt, interniert, verprügelt oder gar ermordet werden, solange ist die Menschheit unzivilisiert.

    Ruhe in Frieden Nigel.

    Ich wünschte, Du hättest das nicht getan, kann aber auch nicht ermessen, wie schlimm es für Dich gewesen sein muss und welche Torturen Du aushalten musstest.

    Mögen die Verantwortlichen irgendwann kapieren, was sie angerichtet haben und mit welcher Schuld sie den Rest ihrer Zeit leben müssen.
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#5 wäre_wichtig_gewesenAnonym
  • 02.05.2019, 19:28h
  • Als LSBTTIQ Aktivist hätte er ne Menge erreichen können und es wäre so wichtig gewesen :-/

    ~~~~~`, ~~~@

    ©BuntesUndSchönes
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#6 Carsten ACAnonym
  • 02.05.2019, 19:29h
  • "Er war so viel mehr. Er war ein Sonnenschein. Es war wunderbar, in seiner Nähe zu sein. Es bricht mir das Herz, weil er so viel mehr Liebe hätte geben können."

    Die Worte der Mutter treffen mich zutiefst.

    Und es macht mich fassungslos, dass es immer noch Menschen gibt, die keinen anderen Ausweg sehen. Was muss er wohl erlitten haben in den letzten Wochen, Tagen und Stunden vor seinem Tod...

    Ich hoffe, dass den Mobbern klar ist, dass sie Blut an ihren Händen haben, dass sie nie mehr abbekommen werden...
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#7 FinnAnonym
  • 02.05.2019, 19:53h
  • "Shelby wollte LGBTI-Aktivist werden"

    Hätte er mal seinen Traum wahrgemacht.

    Schlimm... Hoffentlich war sein Tod nicht umsonst. Aber diese Betonköpfe werden sich niemals ändern und die sind so fanatisiert, dass die sogar sowas kalt lässt oder dass die sich sogar darüber freuen - wie diese homophoben Fanatiker des Phelps-Clans, die sogar noch zu Beerdigungen von LGBTI gehen um die dort zu verhöhnen, etc.

    Nicht LGBTI sind pervers, sondern solche Leute, die sowas verursachen.
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#8 zundermxeAnonym
  • 03.05.2019, 10:49h
  • Antwort auf #7 von Finn
  • Die letzte Konsequenz kann so furchtbar sein.
    Der Tod von Nigel zeigt leider ein Stück weit Realität und Grenzen der zivilisierten Gesellschaft dieser Zeit.
    Zeigt wohl auch, dass der Weg noch weit ist und dass dem Grau das Bunt entgegen gebracht werden muss.
    Die Antwort auf Hass kann nur Liebe sein.
    Dont let my sorrow turn to hate.
    Ruhe in Frieden Nigel.
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#9 ItgetsbetterAnonym
  • 03.05.2019, 21:20h
  • So ein schöner Sarg.Meine Oma hat damals gesagt: "Zu meiner Leich´ hätts net mer kommen brauchn!"

    Hab´ ich mir gemerkt und bin konsequenterweise auch weg geblieben, als sie beerdigt wurde. Shit happens.
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