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Nigel Shelby

Nach Suizid: 15-jähriger Schwuler in Regenbogensarg beerdigt

Bewegende Szenen in Alabama: Nach seinem Selbstmord wurde ein schwuler Teenager beigesetzt.


Der Sarg von Nigel Shelby, der sich am 19. April das Leben genommen hatte (Bild: Twitter / philip lewis)

  • 2. Mai 2019, 10:56h 9 2 Min.

Nigel Shelby ist am Samstag in seiner Heimatstadt Huntsville im US-Bundesstaat Alabama in einem Regenbogensarg beigesetzt worden. Auf dem individuell lackierten Sarg war neben der Regenbogenfahne auch der Name und Fotos des Jungen sowie Schmetterlinge abgebildet. Bei der Beerdigung erschienen mehrere Freunde und Verwandte ebenfalls in Regenbogen-Outfit, um öffentlich ein Zeichen gegen Homophobie und Mobbing zu setzen.

Der offen schwule 15-jährige Schüler hatte sich am 18. April das Leben genommen, offenbar weil er in seiner Highschool wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt worden war (queer.de berichtete).

"Ich will nicht, dass er nur als Kind in Erinnerung bleibt, das schwul war und sein eigenes Leben genommen hat", erklärte seine Mutter, Camika Shelby, im Lokalsender WAFF. "Er war so viel mehr. Er war ein Sonnenschein. Es war wunderbar, in seiner Nähe zu sein. Es bricht mir das Herz, weil er so viel mehr Liebe hätte geben können."


Nigel Shelby nahm sich am Gründonnerstag das Leben (Bild: Rocket City Pride)

Shelby wollte LGBTI-Aktivist werden

In seinem Nachruf heißt es, dass Colby geträumt hatte, ein Schauspieler, Tänzer, Rapper oder Entertainer zu werden. "Aber am meisten wollte er ein Aktivist für die LGBTQ-Community werden", so der Text weiter. "Nigel liebte es zu schreiben, er liebte Turnen und machte gerne Selfies. Er war ein Fan von Beyoncé und ein leidenschaftlicher Anhänger von Ariana Grande."

Der Selbstmord des Teenagers hatte amerikaweit Bestürzung ausgelöst. Eine GoFundMe-Seite wurde kurz nach seinem Tod errichtet und hat seither rund 40.000 Dollar (35.000 Euro) an Spenden für die Beerdigung eingebracht. Insgesamt 1.000 Menschen spendeten an die Shelby-Familie, darunter auch Promis wie die lesbische Komikerin Lena Waithe und die queere Musikerin Janelle Monáe. Auch die Schauspielerin Gabrielle Union ("Breaking In") und ihr Ehemann, der Ex-Basketballspieler Dwyane Wade, gehörten zu den Spendern. (dk)

Hilfsangebote

Für Kinder und Jugendliche, die in Deutschland Schwierigkeiten rund um ihr Coming-out haben, gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren, die ebenso Beratung bieten wie Kontaktmöglichkeiten zu Gleichgesinnten. Auch mehrere Webseiten, etwa dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda, richten sich gezielt an junge Schwule und Lesben. Eine generelle Notfall-Seelsorge für Jugendliche mit Suizidgedanken ist unter den kostenlosen Nummern 116 111 oder 0800 111 0 333 zu erreichen.

#1 Homonklin44
  • 02.05.2019, 13:19hTauroa Point
  • Man kann nur hoffen, dass es da auch dazu kommt, dass über Vielfalt schon an den Schulen und in den Gemeinden mehr gesprochen und dazu erklärt wird. Damit Kinder an sich schon im Bewusstsein aufwachsen, dass Vielfalt der natürliche Standart des Menschen ist, und wir einander gerade in all unseren unterschiedlichen Eigenschaften ebebnwertig sind.

    R.i.P. young Angel
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#2 Alexander_FAnonym
  • 02.05.2019, 13:21h
  • Es ist wirklich unfassbar, dass ein junger Mensch in der westlichen Welt so in den Selbstmord getrieben wird. Es ist wohl ein schwacher Trost für ihn und seine Familie, dass sein Tod so viel Aufmerksamkeit erregt, aber vielleicht kann das verhindern, dass sich sein Schicksal wiederholt.

    Lest we forget.
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#3 TomDark
  • 02.05.2019, 13:27h
  • Auch mir bricht es das Herz, wenn ich Nigel auf dem Bild sehe und seine Beschreibung im Text lese.

    Es tut weh, dass ausgerechnet so ein wertvoller Mensch ein Opfer dieser besch... Gesellschaft werden musste.

    Ich wünschte, er hätte sich jemanden geöffnet, der in der Lage gewesen wäre, ihm zu helfen.

    Aber vielleicht war er auch einfach zu edel und hatte genug von dieser Welt.

    RIP Nigel
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