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"Ich wäre wählerischer"
Jochen Schropp will keine Rolle als "Klischee-Schwuler"
Der Schauspieler und Moderator hat zwar in vielen TV-Filmen den heterosexuellen Klischee-Liebhaber gespielt. Nach seinem Coming-out möchte er aber für ein schwules Rollenangebot "mehr Tiefgang".

Jochen Schropp arbeitete unter anderem als Gameshow-Moderator (Bild: MDR)
- 3. Mai 2019, 10:48h 2 Min.
Jochen Schropp will wieder mehr Rollen im Theater und Fernsehen spielen, allerdings keinen "Klischee-Schwulen". Das sagte der Moderator ("Sat.1-Frühstücksfernsehen") und Schauspieler am Rande des New Faces Awards am Donnerstagabend in Berlin.
"Ich habe gerade drei Monate Theater gespielt und gemerkt, dass mein Herz sehr stark an der Schauspielerei hängt. Ich würde definitiv auch einen schwulen Mann spielen, ich glaube allerdings, dass ich als schwuler Mann bei einer schwulen Rolle sehr viel wählerischer wäre als bei einer heterosexuellen", so der 40-Jährige.
"Ich habe zwar schon Klischee-Liebhaber gespielt, und das auch sehr gerne, aber einen Klischee-Schwulen würde ich nicht spielen wollen. Da muss dann schon mehr Tiefgang da sein." Eine Traumrolle wäre für den Schauspieler auch ein Dreh auf dem ZDF-"Traumschiff".
Schauspielagentur riet Schropp von Coming-out ab

In leicht zu konsumierenden Filmen oder Fernsehserien spielte Jochen Schropp gerne den heterosexuellen Klischee-Liebhaber und Traum aller Schwiegermütter (das Bild stammt aus der ARD-Jugendserie "Sternenfänger")
Schropp hatte sich vor rund einem Jahr als schwul geoutet (queer.de berichtete). Er berichtete damals, dass ihm seine frühere Schauspielagentur davon abgeraten habe, öffentlich über seine sexuelle Orientierung zu sprechen. "Mir wurde gesagt: Mach das lieber nicht, es wird dir schaden", so Schropp damals. Schropp hatte zuvor in vielen Serien und TV-Filmen einen Frauenschwarm oder perfekten Schwiegersohn dargestellt.
Der in Gießen geborene Schauspieler wurde 2002 bekannt durch seine Hauptrolle in der 26-teiligen ARD-Vorabendserie "Sternenfänger". Später wirkte er im "Polizeiruf 110" sowie in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen für das ZDF mit und moderierte unter anderem TV-Shows wie "Promi Big Brother" (Sat.1) und "X Factor" (RTL/Vox) oder "Schätzen Sie mal" (Das Erste). Seit Herbst letzten Jahres arbeitet er als Moderator im Sat.1-Frühstücksfernsehen (queer.de berichtete). (dpa/dk)
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