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1.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Schwuler Szenewirt erhält Todesdrohung

"Euch sollte man allen den Schwanz abschneiden, am besten gleich den Schädel." Nach einer Droh-Postkarte wendet sich Dietmar Holzapfel von der "Deutschen Eiche" in München an die Öffentlichkeit.


In den Lokalmedien meldet sich Dietmar Holzapfel immer wieder zu Wort (Bild: Screenshot München TV)

Der Münchner Szenewirt Dietmar Holzapfel hat vor kurzem eine Postkarte erhalten, in der er wegen seiner Homosexualität beschimpft und bedroht wird. Auf der Karte wurde der Wirt, der seit über zwei Jahrzehnten den LGBT- und Künstlertreff "Deutsche Eiche" im Szeneviertel betreibt, unter anderem als "Schwuchtel" und "Kinderschänder" beleidigt. Außerdem heißt es: "Euch sollte man allen den Schwanz abschneiden, am besten gleich den Schädel."

Die Postkarte war am 19. April aufgegeben und in Freising abgestempelt worden. Als Absender war "J. Kammerer" aus München angegeben.

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Strafanzeige wegen Bedrohung

Holzapfel erklärte gegenüber der "Abendzeitung", er habe Oberbürgermeister Dieter Reiter die Postkarte gezeigt. Der Sozialdemokrat habe ihm dann geraten, Anzeige zu erstatten. Nun läuft eine Strafanzeige wegen Bedrohung nach Paragraf 241 des Strafgesetzbuches. Zudem veröffentlichte Holzapfel die Sendung ("Jemand könnte ja die Handschrift erkennen"). Außerdem setzte er eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise aus, "die zur Ergreifung des Täters führen". Hinweise nimmt die Münchner Polizei unter Telefon (089) 291-00 entgegen.


Ausschnitt aus der Postkarte – der Autor schrieb dabei den Namen des Wirtes falsch

Holzapfel übernahm 1993 zusammen mit seinem Lebenspartner die Traditionsgaststätte "Deutsche Eiche" in der Reichenbachstraße. Zur Gaststätte gehören auch ein Hotel und eine Sauna für schwule und bisexuelle Männer. Seit Jahren engagiert er sich in der Community.

Bereits 2003 hatte der Wirt einen Mann angezeigt, der im Internet-Gästebuch der "Deutschen Eiche" gegen Schwule gehetzt hatte. Der Täter wurde daraufhin zu 120 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt.

2006 sorgte Holzapfel mit einem CSD-Wagen für Kontroversen: Auf dem Paradewagen wurde der damalige Papst Benedikt XVI. auf die Schippe genommen. Auf Bildern und als Puppe war der katholische Anführer unter anderem mit Kondomen und einer Aids-Schleife zu sehen. Das schwule Papamobil wurde damals von der Polizei verboten; außerdem wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verunglimpfung eines ausländischen Staatsoberhauptes und Beleidigung von religiösen Bekenntnissen eingeleitet, aber schnell wieder eingestellt. Erst knapp vier Jahre später entschied das bayerische Verwaltungsgericht, dass das Wagen-Verbot rechtswidrig war (queer.de berichtete).

2016 sponserte Holzapfel den ersten Wagen der bayerischen CSU beim Münchener CSD (queer.de berichtete). Im selben Jahr wurde ihm für sein Engagement vom Oberbürgermeister die Medaille "München leuchtet" überreicht (queer.de berichtete). (cw)

Direktlink | Interview des Südwestrundfunks mit Dietmar Holzapfel



#1 Ralph
  • 03.05.2019, 14:48h
  • Hab nächstens wieder einen Aufenthalt in der Eiche anstehen. Gerade nach Orlando hab ich schon daran gedacht, dass ein entsprechendes Ziel in Deutschland dieses Haus wäre.
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#2 Simon HAnonym
  • 03.05.2019, 15:02h
  • Wie krank muss man im Kopf sein, um anderen Menschen, deren Leben das eigene gar nicht beeinflusst, zu bedrohen?!

    Das sind die Kranken, nicht wir.
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#3 Homonklin44Profil
  • 03.05.2019, 22:13hTauroa Point
  • Könnte sein, der war wirklich so damisch, mit seinem Namen zu zeichnen, oder mit einem Namen, der in seiner Umgebung vor kommt. Mit Schriftbeispielen könnte man da rumfragen anfangen.

    Mit Schriftabgleichen in Dokumenten wirds wohl nicht hinhauen. Könnte sein, der Droher hat sich schon mal was geleistet, wenns bloß ein Verkehrsdelikt war, und musste was ausfüllen.

    Hoffe, da glückt was, denn eine solche Drohung ist schon nicht mehr feierlich!
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#4 TheDadProfil
#5 Ralph
#6 TheDadProfil
#7 LidercAnonym
  • 05.05.2019, 08:16h
  • Von der Handschrift und vom Stil her offensichtlich ein ewig angepisster Rentner. Wenn dann auch noch ein Name darunter steht (!), muss man das dann so ernst nehmen und in der Öffentlichkeit hochschaukeln? Damit bekommt der Verfasser doch, was er will, nämlich Aufmerksamkeit.
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