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Gegen die Spaltung Amerikas

Tribeca-Filmfest: Publikumspreis für "Gay Chorus Deep South"

Die Doku begleitet 300 schwule Sänger aus San Francisco, die im tiefkonservativen US-Süden auftreten, um mit ihrer Musik Vorurteile abzubauen.


Szene aus "Gay Chorus Deep South"
  • 6. Mai 2019, 09:52h, noch kein Kommentar

Eine witzige US-Romanze und eine Doku über die Reise schwuler Sänger durch die konservativen Südstaaten haben beim Tribeca-Filmfest in New York Publikumspreise gewonnen. Der von Zuschauern ausgewählte Preis für die beste Dokumentation ging am Samstagabend an "Gay Chorus Deep South", Beide Filme wurden mit je 10.000 Dollar (knapp 9.000 Euro) honoriert und sollten zum Abschluss des Festivals am Sonntag noch einmal vorgeführt werden.

"Gay Chorus Deep South" begleitet die zehntägige Reise von 300 schwulen Sängern aus San Francisco durch die konservativen US-Bundesstaaten Mississippi, Alabama, Tennessee, North und South Carolina. Sie traten in Kirchen, Gemeindezentren und Konzertsälen auf und suchten in einer Zeit der gesellschaftlichen Polarisierung das Gemeinsame.

Direktlink | Offizieller Trailer zu "Gay Chorus Deep South"

Manche der schwulen Sänger, die einst aus der amerikanischen Provinz in die queere Metropole San Francisco geflohen waren, wurden auf der Reise mit eigenen Ängsten und Vorurteilen konfrontiert. "Unsere Begegnungen und Gespräche bieten einen Einblick in ein weniger gespaltenes Amerika", erklärte Filmemacher Rodrigues. "Durch die Kraft der Musik, mit Menschlichkeit und ein bisschen Drag gelang es uns, die Dinge, die uns trennen – Glaube, Politik, sexuelle Orientierung -, ein Stück weit zu überwinden."

Auf der Tour dabei war auch der Berliner Filmemacher Frank C. Marx, der seit 2016 in San Francisco lebt und Mitglied des Chores ist. Produziert wurde "Gay Chorus Deep South" als erstes Filmprojekt vom Reiseportal Airbnb.

Publikumspreis auch für Spielfilm "Plus One"

Der Tribeca-Publikumspreis für den besten Spielfilm ging an die Debüt-Komödie "Plus One" von Jeff Chan und Andrew Rhymer, die bei dem Filmfest ihre Weltpremiere feierte. Maya Erskine und Jack Quaid spielen darin gute Freunde, die vereinbaren, bei allen Hochzeitseinladungen gemeinsam zu erscheinen und sich als Partner auszugeben.

Zuvor hatte bereits die Jury ihre Wahl getroffen: Bei den Spielfilmen siegte "Burning Cane" des heute 19 Jahre alten Regisseurs Phillip Youmans, der das Südstaatendrama im Alter von 17 Jahren drehte. Den Preis als bester internationaler Film gewann "House of Hummingbird (Beol-sae)" aus Südkorea und den USA. Die deutsch-türkisch-amerikanische Co-Produktion "Noah Land" holte zwei Preise, für das Drehbuch von Autor und Regisseur Cenk Ertürk und Hauptdarsteller Ali Atay.

Schauspieler Robert De Niro hatte das Tribeca-Festival 2002 mit Kollegen ins Leben gerufen, um das New Yorker Stadtviertel Tribeca im Süden Manhattans nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wiederzubeleben. (cw/dpa)