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LGBTI-freundliche Katholiken als Rassisten beschimpft

Homophober Flyer in Limburg verteilt

In Limburg tauchte ein Flyer in den Briefkästen auf, der gegen die angeblich zu liberale Haltung des Bischofs gegenüber Homosexuellen Stimmung macht.


Mit diesem Bild will ein erbitterter Abtreinungsgegner Stimmung gegen den angeblich zu LGBTI-freundlichen Bischof Georg Bätzing machen (Bild: homo-bischof.de)

In der mittelhessischen Stadt Limburg an der Lahn sind am Wochenende homophobe Flugblätter verteilt worden, in denen der lokale katholische Bischof Georg Bätzing für seine angeblich zu nachlässige Haltung gegenüber Homosexuellen kritisiert wird. Wie ein Leser queer.de mitteilte, sei der Flyer in der 35.000 Einwohner zählenden Stadt offenbar großflächig in Briefkästen gesteckt worden. Auf dem Flyer ist die Website homo-bischof.de angegeben, auf der der gesamte Text online abrufbar ist.

Die Flugblätter zeigen auch eine Fotomontage, auf dem der sich bückende Bischof abgebildet ist, hinter dem sich ein nackter Mann befindet. Darüber steht: "Bischof Bätzing bückt sich für die Homo-Lobby." In einem längeren Text wird dann argumentiert, dass sich Bätzing als "Ikone der katholischen Homo-Szene" für die kirchliche Segnung homosexueller Paare einsetze. Hintergrund ist eine Arbeitsgruppe des Bistums, die das Thema mit Unterstützung des Bischof "ergebnisoffen" diskutieren soll (siehe Infos auf Bistumswebsite). Auf dem Flyer werden alle Unterstützer der Segnung von Homo-Paaren in die Nähe des Nationalsozialismus gerückt.

Als zentrale Aussage zitieren die Flugzettel einen Katholiken aus dem Kongo mit den Worten: "Wenn ich zwei Männer oder zwei Frauen sehe, die sich küssen, bekomme ich Ekel. […] Das ist gegen die Natur. Gott will das nicht" Danach heißt es: "Finden Sie die Einstellung dieser Afrikaner primitiv? […] Wenn das Ihre Meinung ist, dann haben Sie sich gerade selbst des Rassismus überführt."

"Sexualfixierte Bischöfe aus dem großdeutschen Reich"

Im weiteren Text wird mehrfach auf die Nazi-Zeit angespielt: "Welches Unheil deutsche Weltführerfantasien anrichten, hat die Geschichte warnend gezeigt", heißt es etwa. Der Autor kritisiert auch "westliche Dekadenz" und wirft "sexualfixierten Bischöfen aus dem großdeutschen Reich" vor, der Weltkirche die Homo-Segnung aufzwingen zu wollen.

Als Verantwortlicher für den Flyer und die Webseite ist Karl Noswitz aus Haar bei München angegeben, der sich bislang vor allem als radikaler Abtreibungsgegner einen Namen gemacht hat. Er outete sich bereits im Herbst letzten Jahres als Fan von Nazivergleichen: Auf dem gesamten Scheibenfenster einer laut Handelsregister ihm gehörenden Buchhandlung in Köln war ein Plakat angebracht worden, das den Schriftzug am Eingangstor zum KZ Auschwitz mit der geänderten Inschrift "Abtreiben macht frei" zeigt.

Noswitz war bereits zuvor mit Bischof Bätzing aneinandergeraten: Auf seiner Anti-Abtreinungs-Internetseite hatte er unter anderem behauptet, dass die von ihm so bezeichnete "Abtreibungsindustrie" ohne Menschen wie Bätzing nicht funktionieren würde. Daraufhin klagte Bätzing auf Unterlassung. Das Landgericht Frankfurt hat laut "Rhein Zeitung" im Februar diesen Jahres Noswitz verboten, derartige Äußerungen zu wiederholen. Ansonsten drohten ihm bis zu eine Viertel Million Euro Ordnungsgeld oder Gefängnis. (dk)

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#1 DSGVOAnonym
  • 06.05.2019, 13:20h
  • Herrn Noswitz sollte man erst einmal abmahnen, weil sich auf der von ihm betriebenen Webseite keine notwendige Erklärung zum Datenschutz findet. ;-)
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#2 AlexAnonym
#3 Alexander_FAnonym
  • 06.05.2019, 14:59h
  • Es ist immer wieder lustig, wenn Christen mit arg hinkenden, wenn nicht sogar humpelnden Nazivergleichen und an den Haaren herbeigezogenen Rassismusvorwürfen ankommen, wo ihre einstige Haltung zu einem gewissen Postkartenmaler mit Schnurrbart sowie auch zu den Bewohnern des schwarzen Kontinents doch nur allzu gut bekannt ist.

    Also bitte, Herr Noswitz, machen Sie sich nicht lächerlicher, als Sie und Ihre Spießgesellen ohnehin schon sind.
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#4 PeerAnonym
  • 06.05.2019, 15:31h
  • Rassismus = Ansicht, dass Menschen mit anderer Ethnie weniger wert seien.

    Und was hat das jetzt mit LGBTI-Gleichstellung zu tun?
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#5 Alexander_FAnonym
  • 06.05.2019, 15:53h
  • Antwort auf #4 von Peer
  • Ich glaube, dass hier die Karte ausgespielt wurde, die manchmal auch in Form eines paternalistischen "Rassismus der niedrigen Erwartungen" aufkommt, wenn etwas für Weiße völlig Inakzeptables bei Nicht-Weißen als "kulturbedingt" rationalisiert und entschuldigt bzw. es als rassistisch bezeichnet wird, Nicht-Weißen dies vorzuwerfen. Es "sei halt deren Kultur", man "könne es ihnen doch nicht zum Vorwurf machen" und solle doch "vor fremden Kulturen Respekt haben".

    Es handelt sich natürlich um ein Scheinargument, dessen Nicht-Relevanz hier nur deshalb besonders zutage tritt, weil es in einem ungewohnten Kontext erwähnt wird.
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#6 Homonklin44Profil
  • 07.05.2019, 00:50hTauroa Point
  • ""Wenn ich zwei Männer oder zwei Frauen sehe, die sich küssen, bekomme ich Ekel. [] Das ist gegen die Natur. Gott will das nicht" Danach heißt es: "Finden Sie die Einstellung dieser Afrikaner primitiv? ""

    Primitiv ist was anderes und heißt grob gesagt, eher schon da gewesen.

    Man kann die Aussage aber naiv, mit Voerurteilen behaftet oder religiot nennen, und muss sie nicht auf Afrikaner begrenzen, denn so etwas sagen ja auch Religioten hier oder in Russland und den USA bzw. anderswo noch welche.

    Die Idee, dass es "gegen die Natur" sei, ist dabei besonders hohl, da simpel falsch - es geschieht ja grade aus Gründen der Natur, wenn Menschen, die einander lieben, sich küssen. Es ist was vom Natürlichsten der Welt, und so gesehen ist eine Aussage, egal ob von einem Afrikaner oder Deutschen oder Russen, wie auch immer, schlicht durch Unwissen geprägt.
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#7 alter schwedeAnonym
  • 07.05.2019, 09:03h
  • Wenn ich zwei Männer oder zwei Frauen sehe, die sich küssen, bekomme ich Ekel. - Gott will das nicht.

    Dann dürfte es wohl auch ekelhaft für ihn sein, wenn eine Mutter ihre Tochter, oder ein Vater seinen Sohn küsst.

    Im übrigen: Falls das Foto des männlichen Nacktmodell nicht aus dem persönlichen Bekanntenkreis des Verfassers von Herrn Noswitz, oder von einer Pornoseite im Netz stammt, einfach mal beim Modell oder seiner Agentur nachfragen, ob es zur Veröffentlichung des Bildes eine Zustimmung gegeben hat Hier werden nämlich nicht nur die Rechte des Bischofs verletzt, sondern auch die des Modells.
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#8 thorium222Profil
  • 07.05.2019, 09:09hMr
  • Da hat er aber einen schönen Mann ausgesucht. Wie lange er sich wohl dafür auf schwulen Pornoseiten eintreiben "musste", um den zu finden?
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#9 ZenkimausAnonym
  • 07.05.2019, 11:52h
  • Ich denke immer wieder, daß Menschen mit Homophobie nur Angst haben vor ihrer eigenen Sexualität. Ich kenne viele hetero's denen es einfach nur scheissegal ist was ich privat mit meinem Freund mache oder nicht.
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#10 AnonymAnonym