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Ex-Nationalspieler

Per Mertesacker: "Fußball für Thema Homosexualität noch nicht bereit"

Der Ex-Fußballer, der 2014 mit der deutschen Mannschaft Weltmeister wurde, hat Verständnis, wenn schwule Profis über "sehr private Dinge" nicht sprechen möchten.


Nationalspieler Per Mertesacker in einem Bild aus dem Jahr 2012 während eines WM-Qualifikationsspieles gegen Österreich (Bild: Michael Kranewitter / wikipedia)

Der langjährige Fußballprofi Per Mertesacker hat im Interview mit dem Sender "Sport 1" erklärt, dass Homosexualität im Fußball nach wie vor ein schwieriges Thema sei. Er könne unterschreiben, "dass der Fußball für das Thema Homosexualität noch nicht bereit ist", sagte der 34-Jährige, der heute die Fußballakademie des Londoner Clubs Arsenal leitet. "Die Frage ist, wann der Fußball endlich bereit für solche Themen ist. Das ist die Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen."

Coming-outs könnten zu einer Verbesserung der Lage beitragen. "Es wäre auf jeden Fall ein Versuch wert – auch, um zu sensibilisieren." Man müsse aber auch respektieren, wenn ein Mensch über diese "sehr privaten Dinge" nicht sprechen möchte und nicht alles rauslassen wolle, was er fühle oder denke.

"Wir wollten positive Beispiele sein"

Weiter erklärte Mertesacker, dass es noch andere Tabu-Themen im Fußball gebe. Er verwies darauf, dass er vor einem Jahr nach dem Ende seiner Karriere offen über Angstzustände vor dem Spiel gesprochen hatte. Dafür war er von anderen in der Fußballbranche attackiert worden (siehe Artikel bei zeit.de). Eine offene Thematisierung dieses Themas – wie auch das Coming-out seines Nationalspieler-Kollegen Thomas Hitzlsperger, könnten aber dazu beitragen, die Situation zu verbessern. "Uns war es ein Bedürfnis, es den Menschen in der Zukunft einfacher zu machen. Wir wollten positive Beispiele sein und klarmachen, dass es wichtig für die Persönlichkeit ist, sich frei ausleben zu können", so Mertesacker.

Per Mertesacker stand zwischen 2004 und 2014 insgesamt 104 Mal für die deutschen Nationalmannschaft auf dem Feld. Seine Profikarriere hatte er bei Hannover 96 und Werder Bremen begonnen, bevor er 2011 nach London zum FC Arsenal wechselte. (dk)

Direktlink | Englische Fans haben ein Lied über deutsche Fußballer veröffentlicht – und Mertesacker steht im Zentrum



#1 SchleicheR74
  • 07.05.2019, 10:49h
  • Und Robert Encke ist natürlich ein Schwächling, der es nicht fertig gebracht hat in dieser harten gladiatoren Fußballwelt zu bestehen oder was?! Fußballer sind eben keine Menschen, das sind Kampfmaschinen, jederzeit bereit in den Krieg zu ziehen.... (Sind doch die Ersten, die im Kriegsfall das Weite suchen.)
    Für was oder wen halten die sich? Wann soll denn die Fußballwelt dazu bereit sein, Menschen auch als Menschen zu sehen? Wer vermittelt die Bilder, auf dessen Grund sich die Spieler ein Selbstbildnis machen?
    Die Vereine müssen endlich ihre Spieler schützen und in den Rängen gegen homophobe Aussagen vorgehen. Raus mit allen gewaltbereiten "Fans" und rein mit kompletten Familien. Dann ist es auch im Stadion wieder sicher und man muss keine Angst davor haben sich die Klamotten oder Haut mit Pyrotechnik zu verbrennen oder fliegenden Flaschen ausweichen zu müssen.
    Wenn die Vereine erstmal für ihre Stadionsicherheit selbst zahlen müssen (Polizeieinsätze), dann werden sie auch bereit sein gegen Gewalttätige vorzugehen und damit verbessert sich dann auch die Situation für homosexuelle Spieler.
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#2 HälgarAnonym
  • 07.05.2019, 11:32h
  • Solch eine Bereitschaft wird sicher nicht von selbst und durch selbstverleugnendes Schweigen entstehen ...
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#3 Patrick SAnonym
  • 07.05.2019, 11:36h
  • Lieber Herr Mertesacker, ich finde ihre Formulierung äußert schwachsinnig.
    Denn "DER FUSSBALL" ist nicht homophob, genauso wie es dem Ball egal ist, wer ihn kickt.
    Was sie hätten sagen sollen ist, dass sie die Erfahrung gemacht haben, dass ihre ehemaligen Mannschafts- und Vereinskollegen dermaßen homophob sind, dass sie niemandem in solch einem hasserfüllten und intolleranten Umfeld ein Outing empfehlen würden. Nennen sie das Kind doch bitte beim Namen.
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#4 PetterAnonym
  • 07.05.2019, 12:11h
  • "Verständnis" habe ich dafür auch. Wenn man bedenkt, dass erst kürzlich ein deutsches Sportgericht geurteilt hat, dass Homohass zum Fußball gehört. (Da braucht man sich dann auch nicht wundern, dass Fußball irgendwann nur noch ein Proleten- und Faschisten-Image hat, was auch wirtschaftliche Folgen für den Fußball haben wird.)

    Aber auch wenn man angesichts solcher Unverschämtheiten Verständnis haben kann, so ist es dennoch nicht richtig.

    Gerade sowas macht es nur noch dringender nötig, sich zu outen.

    Rein statistisch muss es in jeder Mannschaft (vom Kreisligisten bis zur ersten Liga) und auch in der Nationalmannschaft mindestens 1-2 schwule Spieler geben. Wenn die sich alle in einer gemeinsamen Aktion outen würden, gäbe es auch kein Mobbing, weil dann in jedem Verein entsprechende Spieler wären und man nicht mehr dem Gegner schaden kann.

    Und wo es dennoch Mobbing gibt, sollte es halt Sanktionen für die entsprechenden Täter geben. Man kann doch nicht immer die Täter schützen und verlangen, dass Opfer sich vor den Tätern verstecken. Was für ein Verständnis von Rechtsstaat ist das?

    Und es geht auch nicht nur darum, seiner Vorbildfunktion als Sportler gerecht zu werden und seinen Fans nicht mehr eine Schmierenkomödie vorzugaukeln. Sondern es geht auch um einen selbst: die andauernde Selbstverleugnung, das ständige Aufpassen und die ewige Angst vor Enttarnung hinterlassen langfristig seelische Spuren.

    Diese Freiheit nach einem Outing versteht man erst danach und dann will man das nie mehr missen und ärgert sich, das nicht schon viel früher gemacht zu haben.
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#5 KetzerEhemaliges Profil
  • 07.05.2019, 12:18h
  • Wann wird endlich als das gelten, was es ist (nämlich als Ammenmärchen), dass Homosexualität etwas "sehr Privates" sei?

    Sind denn die "Spielerfrauen", mit denen sich sonst alle schmücken (und für die es unfassbarerweise sogar einen eigenen Begriff gibt), auch etwas "sehr Privates", das man in der Öffentlichkeit lieber verbirgt?

    Heten hauen uns ihre Heterosexualität tagtäglich um die Ohren. Davon leben Klatschmagazine wie Bunte und Gala, Boulevardmagazine wie Brisant, Leute heute und Extra, und tausend andere. Ungefragt werden wir ständig ausgiebigst darüber informiert, wer gerade mit wem was hat, und warum, und wer sich darüber ärgert; wer demnächst mal wieder ein Kind bekommt, etc. etc. etc.

    WENN das alles so "sehr privat" ist, warum werden wir dann laufend mit solchen Meldungen zugeschüttet?

    Tatsache ist eben nun mal, dass die sexuelle Orientierung zum gesellschaftlichen Leben als fester Bestandteil dazugehört. Nur, wer eben nicht dazugehören SOLL, soll doch bitte möglichst "für sich behalten, was er_sie im Bett macht".

    Komischerweise findet das Sozialleben der Heten NICHT nur im Bett statt - unseres aber wohl schon.

    Unerträgliche Doppelstandards, die sich nur mit der Herrschaftstechnik / dem Unterdrückungsmechanismus Nr. 1, dem Unsichtbar machen, erklären lassen - was hier nach wie vor hervorragend funktioniert.
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#6 komplizierterAnonym
  • 07.05.2019, 12:28h
  • Antwort auf #3 von Patrick S
  • Im Laufe der Jahrzehnte ist diese Homophobie vor allem im Männerfußball zur Macht geworden. Homophobie findet statt und wer es deutlich thematisiert, hat am Ende seinen Job los.
    In Deutschland über Diskriminierung und Homophobie zu reden, ist sehr wichtig, allerdings gehen bestimmte Arbeitgeber ziemlich hart vor, wenn sie damit konfrontiert werden.

    Das ist ein Problem.
    Ich wünschte, es wäre kein Problem mehr.

    ©BuntesUndSchönes
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#7 MarthaAnonym
  • 07.05.2019, 12:34h
  • Was hat der Fussball und die Kirchen gemeinsam? Heuchlerisch, verlogen, homophob, kriminelle Strukturen usw. Das läuft dann wohl auf die alte Lebensweisheit hinaus: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Mit Rückwärtsgewandtem Denken ab ins Abseits. Und die Leute wenden sich schon angewidert ab...
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#8 komplizierterAnonym
  • 07.05.2019, 12:43h
  • Antwort auf #5 von Ketzer
  • Guter Punkt.

    Wir werden damit zugeschüttet, weil es auch Politik ist. Wer gegen Homosexuelle Stimmung macht, hat die CDU auf seiner Seite. Über unsere Rechte wird debattiert als ob wir eine Ware seien, über die gesprochen wird.
    "Kann man sie mit Kindern arbeiten lassen - ja oder nein?"
    "Soll die Eheöffnung erhalten bleiben - ja oder nein? (von der AfD)"
    "Soll der Schutz der sexuellen Identität im GG stehen - ja oder nein?"
    Solange Deutschland meint, diese Fragen stellen zu müssen, hat Deutschland definitiv noch Probleme mit der LSBTTIQ.

    Trans* können da noch weitergehende Infos liefern.

    ©BuntesUndSchönes
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#9 komplizierterAnonym
  • 07.05.2019, 13:03h
  • Antwort auf #8 von komplizierter
  • P.S.:

    Und solange Diskriminierung als Versehen und als vielseitig auslegbar verschleiert wird, und ausschließlich Heteros beauftragt werden, für Antidiskriminierung zu arbeiten, muss man sich schon fragen, was los ist.

    Homosexuelle dürfen heiraten, aber Schwule sollen gefälligst als Fußballspieler vom Fußball fern bleiben? Ah, ja, ne, alles klar (Sarkasmus).
    Wird da jemand rot, weil jemand an das Duschen denkt? Also bei den Frauen ist das kein Thema weil schon längst üblich. Ich bin mal so "mutig" und sage, dass das mit Schwulen auch kein Problem darstellt *augenroll* (Ironie off).

    ©BuntesUndSchönes
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#10 GerritAnonym
  • 07.05.2019, 13:13h
  • Wenn immer wieder behauptet wird, der Fußball sei "noch nicht bereit", wird das irgendwann eine selffulfilling prophecy.

    Dann ist das wirklich so, aber auch nur, weil es so herbeigeredet wurde.
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